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Dwnsrag den i.)Un Jun. 1750.

werfen. Man sagt/ Küssen diene nicht nur zu nichts/ und sollte also schon deswegen unterlassen werden : sondern es sey noch dazu ein verbottenes Oel/ daö in das Feuer der unvernünftigen Begierden gegossen werbe. Es küsse sich niemand/ wenigstens in unfern Gegenden / als solche/ die bereits verliebt sind/ dadurch aber zeige man nicht nur einander/ daß beyde leiden tonnen, daß es weiter kommt und öfne also die Thür zur Sünde/ zur Schande und zum Schaden / sondern «nach« auch die allschon ihre Schranken überschreitende Hitze nod) g-walriger. Man starke den Feind / den man schwächen sollte / und setze sid) also äusser den Stand seine Keuschheit zu bewahren. Dabey öfne man andern Leuten den Mund und werde bey ihnen verächtlich / weil sie tbellö mehr glauben / als nod) zur Zeit etwa geschieht/ theils wisten/ was bey solchen Umständen ferner zu geschehen pfleget. Man verliebte also einen Tbeil seiner Ehre unD verursach« / daß andre einem diejenige Dienste und Freundschaft nicht mehr erzel- gen/ deren sie uns vorher würdig hieben/ u. d- g. Die beste/ sicherste und kürzeste Antwort/ dadurch man hn Augenblicke den Einwürfm ein Ende macht / ist die: Was gehts dich an / ich mag thun / was ich will; du hast mir nichts zu befehlen. Wer­de id) unglücklich / so werde icks vor mich. Was man von mir redet/ ist mein ge­ringster Kummer / weil ich nach des PÖbelö Geschwätz nichts frage- So istö am be­sten. Denn läßt man sich ins disputieren ein / so kann man Mrlistet werden. Fer­tigt man einen aber kurz ab / so gehr er mit dem gestopften Maule davon, und läßt einen künftig in Ruhe.

Sterb - Fälle.

Der Gelehrte und geschickte Herr Dr. Job- Christoph Balser / dessen Tod in vo­rigem Wochenblatte Nro xxiv. angezeigel und dessen Lebensumstände mitzucheilen ver« sprochen worden / ist den ?itcn Jenner 1710. allhier zu Gsisten gebobren/ ein Sohn Herrn Joh. Balthasar Balsers / Hocbfürstl Hessen- Darmstädtischen Dbereinnehmers und Stadtschreibers hiesildst / welchen er im Lten Jahre seines Alter-/ durch den Tod Verlobten. Nachdem er durch sorgfältige Aufei zirhung und guten Privatunterricht erst­lich in hiesiger Stadtschule / und bald nachher im illuftri Pzdagogio unter der Auf­sicht des bei ühmten damaligen Pzdagugijrcben untProfeflbris Dr. Joh. Henrich Mayen und auch der Übrigen treuen Lehrer/ in kurzer Zeit so weit gebracht / daßenmisten Jahre seines Alters / auf hiesiger hohen Schule seine Sradia ferner fortzusetzen vor würdig geschätzet worden : so befliße er sid) vor allen Dingen auf die Humaniora und Weltweisheit/ insbesondere aber auf die PHyfic und Mathematic, worzu er bey den damahligen berühmten Lehrern dieser hohen Schule/ und insonderheit bey seinem Herrn Orxle Herrn Dr. Berdrieö die bewährtesten Gründe geleqet hat. Vor diesen allen aber erwählte er sich die Rechtögelahrtheit/ welche er mit solchem Esser triebe / daß er 17fg. in seinem r6ten Jahre / feine inaugural* Diflenation de prrna llupri ohne l'rac- fide verkheidigte / und daraus zum J-U. Licentiato ernennet rourDe. Im folgenden Jah­re träte tr eme Resse nach Sachse" An und suchte mit denen berühmtesten Lehrern ter