Einzelbild herunterladen

tl6 Gresser Woches-Blatt/ Num. XXIX.

bat / daß es unser unparthcyischer Richter siyn fofl / mit Fleiß/ und stellet gegendas» selbe einen Sachwalter vor/ der mit einer g künstelten Geschichtserzahlung oicr x^r« d ehuna des Besitzes mit Wissen und Willen ein andres Urchesterzwmget/ als er wohl 2 / daß in solchen Umstand n der Blliakeit und Wahrheit nach g-fallt werden muß. U WE n andrer uns tadelt / so ist es uns verdrießlich und wir haben aus der Er« sa'kruna aelernet/ daß man diesen Verdruß abwenden oder wenigstens den Tadler da. dm brstigen kann/ daß er um uns nicht gar zu grob ;u beschimpfen Zweigen muß/ wenn man durch listige Verblendung ihm einen andern und falschen Begriff von unS und unsren Handlungen beybrmgt. Weil uns nun noch viel m-angenehmerfallt/^wenn wir uns selbst unser Böses verweisen sollen; so nehmen wir auf eine in der ^hat seht albere Weise zu dem Mittel / das wir gegen andre brauchen/ unsre Zuflucht und wollen uns / di7 wir doch gew.s wißen/ daß das nicht wahr .st/ waS w.r uns vorspiegeln, durch Erdict tunaen entschuldigen und dem Gewissen / das uns beissen will / dadurch die Zahne ausbrechen. Verspühren wir mit der Zeit durch die Uebung einigen Fort« gang/ so entstehet daraus eine Fertiakeit gegen sich selbst zu heucheln und aus sich sei st rwen Bersonen zu machen / deren erste die andre belügt und betrugt / und die andre der ersten schmeichelt und sie gleichsam durch sclavischen Bevsall und Lob zu ihrer Pa« K»mn 6(t) E Den Mensch.« überhaupt «er/ Wffliaflei8 roie

er in untren Seiten lebt / unt> Oie Betrachrunc, deMigm tiSchtget IM« / ehe reu |U tz-ffen Zergliederung fortschreitev / vorher eine kurze aber sehr nützliche Anmerkung zu machen. Der kaum erklärte Ursprung des Selbstbenugi6 zeiget/ daß er von der «Heuchele») gegen andere erzeuget wird. Man sichet also / daß Die Untreu gegen den Mebenmenschcn auf eine ganz besondere und tn dem gemeinen Sprichwort schwerlich witverstandene Weife ihren eignen Herrn schlägt. Man ist falsch gegen andre in der Absicht um es recht gut mit sich zu meinen: und gleichwohl wird man damch auch falsch gegen sich selbst/ und jenem Schneider gleich/ von dem Die Leute erzählen, daß dieGewohnhcit ansehnliche Stücke Tuch den Wen zu entwenden bev ihm so weit überhand genommen / daß er von seinem eignen ^uche / woraus er eignes,Kl.td verfertiget/ grosse Lappen in das so genannte Mausloch zu weifen sich nicht enthalten können. Und diese Betrachtung kann man zu dem Nutzen anwendcn / dass man den Schluß daraus macjst: wenn ich verlange gegen mich selbst ehrlich und rechtschaffen zu seyn und ji. bleiben/ so muß ich mich auch gegen andre der Redlichkeit und Aufricht g. keit befl (|n jefccr i wr hält / sich selbst zu kennen/ zu erfahren? wie weit er in der leidigen Kunst sich selbst zu betrugen gekommen sey/ unchdadurc.,d.e Mir« fel zu seiner Besserung zu finden/ leichte zu recht kommej wird es dien iu? l^^-N Se bstb'tiug in gewisse Arten einzutheilen. U iferer Emlicht nach geschiehet fol l co aiN fügiichsten/ wenn man darauf acht hat / daß die Menschen Heuchler gegen h<h si chst Pns m Ansehung Vir Pflichten gegen G0tt/ gegen den NedenMnschen und