Dienstag den 17tert Mare. i7fo, t?
Vie! vortreflicher aber unterrichtet uns die Offmbahrung/ daraus wir wissen/ daß der Sohn des Allerhöchsten durch sein bitteres Leyden und Sterben die Mlssethaten aller derer / die an ihn glauben und durch ihn selig zu werden bitten/ auf sich genommen/ alle Schulden getilget/ und eine reine Gerechtigkeit / die vor GOtt gilt / hergestellethat. Hier haben wir ein Mittel von unendlicher Kraft/ welches machet / daß unsre erkannte/ ernstlich bereuete/ und durch Christi Verdienst abgebettene Sünden nicht mehr im Stande sind unser Vertrauen auf GOtt zu hindern. Denn sie sind durch das Blut unsers Erlösers ausgelöschet und seine vollkommene Heiligkeit wird unS jugerechnet.
Das Chnstenthum ist also das allersicherste / welches eine auch durch die Pforte der Höllen nicht tu verstöhrende Zufriedenheit und Gemüthöruhe beo uns zeugen kann. Die Vernunft thiit das ihrige/ reichet aber nicht bis an das Ende. Die Weltweisheit ist so aufrichtig/ daß sie ihre Unzulänglichkeit erkennet/ was durch sie Nichten erlangen stehet/ getreulich anzeiqet/und zu einem bessern Arzte hinweiset.
Das vor 8. Tagen angezeigte Buch führet folgenden Titel: D- Johann cob Rambachs Wunder der biß zum Tode des Areuizss erniebrigtert Liebe/ nebst noch einigen erbaulichen Gedichten desselben mit Leupstern heraus geaebcn von Henrich Christoph CTebel / der Beredsi und Dichtk. ordenel. Lehrer in Giessen. Giessen bet) Johann Philipp Krieger 1710. und bestehet in u, Bogen Schnfft und 2. Bogen Kupffun in 8vo. Im ersten Theil dieses Werckö ist ein vortreff icheö Gedichte über das gantze Leiden Jesu Christi enthalten / welches der selige Herr Verfasser/ als einen ordentlichen Grund-Riß seiner überall beliebten Passions-Betrachtungen aho eingerichtet/ ausgebessert und fertig gemacht hat/ daß man nicht undeutlich sichet/ er habe eS nach seinem bereit ans Licht gestellten schönen Poesien selber noch heraus geben wollen. Im andern Theile treffen wir kleinere erbauliche Gedichte desselben über mancherley Materien an. Wer den Rerchthum/ die Deutlichkeit und Annehmlichkeit seiner Gedancken aus seinen übrigen von ihm selbst dem Druck ü- berlassenen Poesien kennet / der kann auf die gegenwärtige einen desto sicheren Schluß machen/ weil sie auö eben dem Vorrathe genommen sind / aus welchem die andere schon heraus gegangen. Welches alles in der Vorrede wclkläufftigcr gemeldet wird: und finden wir nicht nöthig ein mehreres anzuführen/ weil die Rambachische Arbeiten fo beliebt als bekannt sind.
Vom schlechten Äombttu und Verbesserung dessen.
Herr Neumann hat in zwei) kleinen Schriften/ 1) erfahrungsmäßiger Beweis von dem jetzigen ungemein schlechten Kornbau rc. 2) Discurs darüber rc. viele brauchbare Erfahrungen mirgetheilet. Die Hauptfehler des jetzigen Kornbaues setzet er auf folgende Classen. Man bringt den Saamen und den Mist nicht tief genug in die Erde/ man hat keine tüchtige Egte/ die das Unkraut hinlänglich ausrotten könne/ man säet zu dichte: man säet das Mnterkorn viel zu spät. Diesen Mängeln abzu- helf-


