Einzelbild herunterladen

Dienstag den rLten Juir. r7fo. i5t

Haußhalnrngs Geschichte-

dem 7ten Stück der Leipziger «cononüschen Nachrichten hat man fol­gende Mittel zur Verwahrung des Krauts und anderer Pflanzen/ gegen das Abfressen des W ideS/der Raupen/ Schnecken und Erdflöhen/ weilen diese Nachrichten mcht in jedermanns Händen/ hier einrücken wollen.

Dieses Mittel kann desto sicherer angewendet werden/ da es nicht nur oft und vielfältig/ sondern allezeit gut befunden worden; man muß aber diesem Utbtl sogleich bev den Pflanzen zuvor kommen. Dahero nehme man auf ein Ackerfeld/ das man bepflan­zen will/ 4. Loth Teufelsdreck und lasse fie in einem Schoppen mitMistjauche ausgesül- let und so lange kochen bis es zergangen ist. Man schütte alödenn in einem grossen Ger faß noch eine Hache Wasserkanne voll Mistjauche darzu / rühre solches wohl unter einander / und tauche alsdann die Pflanzen darein/ ehe man sie einsetzet/ so daß sie über und über benetzt werden. Man wird alsdann mit Verwunderung sehen/ wie sehr das Wild dergleichen Pflanzen fliehen wird. Man hat auch nicht zubefürchten/ daß das Kraut oinen üblen Geschmack darvon bekomme/ sondern der böse Geruch wird nach und nach von der Lust und Sonne ausgezogen.

Die Raupen und Schnecken / imgleichcn die Erdflöhe / so die kleinen Pflanzen wegfressen/ kann man am leichtesten drirch folgendes Mittel vertreiben; man nehme einen Eymer voll Wasser aus der Mistgrube und thue darinne Teufelsdreck für 6. Pf. Weyd für;. Pf.Knoblauch fürPf. Lorbeer für 3. Pf. Holluvderblätter oder das äusserste am Hollunder r. Handvoll/ Ebigwurzel und lasse solches ;. mahl 2.4. Stunden darinnen weichen: mit diesem Wasser besprenge man durch einen Wisch von Rockenstroh das Kraut und die kleinen Pflanzgen/ die von diesen Ungeziefer b<> schädiget worden.

D'e Herren Verfasser der «conomlschen Nachrichten fügen dieser Nachricht noch ein anderes und von ihnen sehr oft versuchtes Mittel wieder die Raupen »m Kraut bey. Man besäe den Rand des Ackers / worauf Kraut gepflanzt werden soll/ um und um mir Hanf / so wird man mit Verwunderung erfahren / daß / wann gleich die ganze Nachbarschaft Raupen in ihrem Kraut/ das mit dieser Schutzwehre umge­bene Feld davon besi eyet bleibe.

In eben obbesagtm 7fm Stück der Leipziger «conomlschen Nachrichten/ wird ein Entwurf zur Einrichvmg cin-r Welteccassa vorgetragen. Der ganze Vor­schlag scheinet von der bekannten Brand» und Wittwencaffen entlehnet zu feyn. Es gchet kürzlich dahin/ daß denen so rurcb Wetter auf ihren Fldern Schaden erlitten/ ein Theil desselben ersetzet werd». Diese Schadloshaltung soll auf die blosen Wetter« schaden/ nicht aber auf den Miswacks sich erstrecken. Dann ist solcher allgemein / so levdet die ganze Gegend darunter / folglich müssen diejenigen selbst contribuiren die den Schaden erlitten haben. Ist es aber ein l>"kicuUrmiswachS so würde eS nur kostbare Untersuchungen und Stteltigkeircn veranlassen/ ob dsr Miswachö nicht von der üblen

Be-