Ausgabe 
14.4.1750
 
Einzelbild herunterladen

Dienst,dcn Apri! i7fs»

Xl>

kvmn man «hm Nicht folgt. Mir haben das unsrige gethan/ und auch noch zum Ue- berfiusse oben daö Annehmliche der Arbeit vorgestellt/ das übrige überlassen wir eines geglichen hinein Gewissen. Es wird aber ein andrer Arzt nach uns kommen/ der aus einem rauheren Ton sprechen/ zu dem vorgeschlagenen Mittel zwingen und die Krank­heit mit Gewalt vertreiben wird. Desselben Namen be>ßt Armuth. Er besticket am Ende alle Müßiggänger ungebeten/ und heilet die lange Weile vortrestich/ ohuer- achtet er nichts anders verschreibet/ als unser Pulver.

' Will sich jemand auch des Wochenblattes wider die lange Weile bedienen; so thut er gan^ wohl. Vielleicht haben der Verfasser und der Verleger auch unter an­dern dieses mit zur Absicht/ oder wenigstens zum Vortheil. Zwar/ wie kann man zum Zeitvertreib vom Tode und dergleichen traurigen Dingen lesen/ besonders wenn sie so oft hinter einander kommen/ wie jetzo? Man sollte sich nicht von so kahlen Ursachen/ als wenn es sich schickte / zur heiligen Osterzeit die Leser mit moralischen nuten und er­baulichen Gedanken aufzumuntern/ oder vielinehr einzuschläfern/ abwenden lassen/sich nach den meisten zu richten/ und etwas munteres schreiben. Es ist wahr/ solche Spei­sen sind nicht vor einen jeden Geschmack; aber man hat mit Fleis zu dieser Zeit auch denen dienen wollen/ die da verstehen/ welcher Zeitvertreib der nützlichste und ver­nünftigste ist. Ueberdieses weis man wohl/ daß man es nicht auf einmal allen recht machen kann. Gegenwärtiges Stück wird auch vielen nicht anstehen. Können wir aber hösscher seyn/ als wenn wir einem -jeden die Erlaubniß geben/ auch zu seinem Zeitvel treib darüber ;u spotten?

Dein Frauenzimmer zu lieb/ dem zugcfallen auch dieses Blatt hauptsächlich ge­schrieben i|i/ haben wir nachstehendes Lied/ das zum Zeitvertreib bev einer Schale Caste k.M öesungcn werden / und denen/ die wie der Dichter wider den KartoffelistkN eingenommen sind/ am besten gefallen wird/ andrucken lassen.

Der

brauner Gon Der schwarzen Stunde».' . Der meine Muse stets belebt;

Dey kein ich manche» Trost gesunde»;

De» nie ei» D chter gnug erhebt: Dich ruf ich / was ich rufen kann/ Um HM / Schutz und Beystaud a»! Ich will den Caffe jetzt besingen Und seinen röth ich braune» Saft. Llch laß mir dieses Werk gelinge» / Und gieb ihm heue die stadste Kraft.' Entzünde jede» klopfe» Blut! Setz m ch ttirch ihn i» volle Glut. Wohlan! ich will zum Schälqe» greifen Iu dem Mein braunes Lab!al ift: Ich will darin die Qua; ersäuft»

Lasse.

Die neulich der Kartosselist/ Den sein Gesang zum Meister schlägt/ I» m r durch seine Kost erregt- O.' glücklich ist das Land zu nennen/ £>; dreymal glücklich ist das Land/ So das beliebte Dobncnbrenue» Und diese» edlen krank erfand.' LUabieuS bestückte $mr Gab uns hiervon die erste Spur, Um Meeea kann man ganze Felder So voll von Caffebäumen lehn/ Daß man daselbst/ «ast wie durch Wälder/ Mit Lnmuth kann spatzieren gehn. Soll ich in dieser Gegend seyn, Hier schlits ich täglich zehnmal ein!

Ma»