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Dienstag den uten May i7fo> 145

ansehnliche Summen aus den Fürstlichen Cammergütern zu. Den tf. August legte er den Grund zu dem kostbaren Collegio welches im September x6o8. vollendet wur­de. Der erste Rector war allhier auf Dem Gymnasto iin ftchzebnhundert fünf und sechs­ten Jabre »..Johann Wmkelmann/ auf Der Unioerfnal aber im folg uden Dr. Gottfried Anconü Cantzler unD erster Lehrer der Rechten. Sie blieb im Flor bis auf das Zahr i6if.

Alsdenn aber und zwar am if. May verlegte höchstqedachter Herr Landgraf Ludwig der fünfte mit grossen Feyerlichkeiten dieGiessische Hobe Schule nach Mar­burg/ bestattigre ihre alte Ordnungen nnd schenkte ihr dabey 60000. Gulden schwe­ren Cammergeldes / schickte auch / wie allezeit be» solchen neuen Anfängen geschehen und vor ein Mittel zu baldigem Rufe angesehen worden / die Fürstliche junge Herr« schafft dahin. Der erste Rector war Dr. Balthasar tNenzerus Unterdessen rückte die Zeit herbev / daß die Universität das Jubelfest ihrer Stiftung begehen sollte und / da Herr Landgraf Ludwig V. den 27. Juln i6r6. versterben war/ veranstal­tete selbiges veffen in her Regierung nachfolgender Herr Sohn/Her» Landgraf Georg. Dasselbe wurde den Ma» 1627. würklich vollzogen und des Heim LandgrafenS Hochfürstl. Durchlaucht gaben durch Dero eigene Gegenwart allen Solennitäten den grösten Glanz. Im Jahr i6ji. begabte Ferdinand der andre Römischer Kayser die Universität mit bessern Freyheiten und machte den Decanum löblicher Juristenfacul- tätzum Comire Palatino, welches Privilegium nachgehends A- i6;o. bey wieder Auf- richtgung der Universität Giessen an dieselbe gelanget.

Inzwischen fiel ein vor unsre Academie unglücklicher Zeitkauf ein. Sie wur­de so wohl durch den dreyssigjährigen Krieg/ als durch alkrle» innerliche Jrrsalen und Streitigkeiten zerrüttet- Beyde Fürstliche Häuser Hessen - Darmstadt und Cassel suchten zwar / vermöge eines am 14. April »6 ,8. zu Cassel getroffenen Vergleichs/ durch ihre Abgeordnete sich wegen Wiederbestellung der Universität Marburg unt> Anrichtung der gesummten Adminiftration zu vergleichen/ allein diese Gemeinschaft wollte sich nicht schicken/ und beyde Fürstliche Häuser kamen endlich überein / daß ein jegliches in feinen Landen / wo es ihm beliebte eine eigne hohe Schule haben wollte. Der Durchlauchtigste Landgraf Georg der andre überlegte also / wo sich Die semige am besten hinschicken würde. Darmstadt/ Giessen/ Grünberg und Alsfeld waren tm Vorschlag / und eine jegliche dieser Städte t-achtete ihre Vorzüge am mei­sten hervorzuthun. Allein da ehedem bereits Giessen Der Ort war/ wo sich Die Mu» ftn niedergelassen hatten/ und sich unter allen am bellen dazu zu schicken schiene; so fiel der Fürstliche Entschluß dahin aus/ daß unsre geliebte Stadt Den übiigen vorgezogen wurde. Es geschähe also / daß den f.May i6fo. Die Universität zu Giessen wiederum hergestellet und nut vielem Pracht erneuert wurde / von welchen Vorgang wir nun noch eine kleine Nachricht zu geben haben.

Der mit unterthänigster Dankbarkeit vor seine recht ernstlich bewiesene Lan- desväterliche Vorsorge zu nennende höchstselige Herr Landgraf Georg ließ durch gapz

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