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Giesser wdcbcrl-Blatt/ Nurn. XIX.

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unö / c^hr / die ihr unsre Freude über die Vorsorge des Allmächtigen vor lobwürdig Erkennet' erlaubet uns / daß unser Mund von Dem übergehe/ dessen das Herz voll ist; vereiniae't euer Gebät mit Dem unsrigen/ Ihr / Die ihr wohlgesinnetseyd 1 damit Der Va- ter Der Weisheit Den unter uns aufgeschlagenen Sitz Derselben erhalte und seinen Glan; täglich vcimchre^^ ^^chüchsten tißr Schulen und Universitäten kann

wohl schwerlich an einer andern deutlicher/ als an unfrei- wahrgenommen werden. Und weil Diese Velrachtiing so wobl zu dem jetzigen Zeimmstand sich vorzüglich schicket/als unser Gemüth zu der ächten Dankbarkeit und treuem Wunsche bestens vorbereitet; so haben wir in diesen Blatte Die Geschichte Der hiesigen löblichen Hohenschule kürzlich zu beschreiben und in einem Auszüge Das merkwürdigste Davon vorzulegen vor gut be- funken. Erster Ursprung war zu / all wo sie von ömn Landgrafen

Philipp dcmGrdssmüthigm / glorreichen Gedächtnißeö/ im Jahr - 517. den jo. y)rav gestiftet UND sogleich mit reichlichen Einkünften versehen worden. Die zu den öf- irntlichcn Vorlesungen nöthige Hörsäle musten die damals dort befindliche Mönche hergeben. Dann Der Kugclherrn Kirche und Kloster am Barfüsser Thor wurde itt Vas theologische; das Dominicanerkloster an der Lahne wurde in das juristische Col­legium und Die Zimmer des Pädagogii verwandelt ; das Barfnsserkloster aber Den Medicis und Philosophie zugctheilet. Zum ersten Rector wurde Iohaun Ferra- rius aus Amöneburg gebürtig erwählet. Die von Kayser Carl dem fünften ertheil- te Privilegia aber folgten erst vierzehn Jahr hernach / und wurden durch Den Damast, gen Heßischen Cantzler Dr. Iohann Feigen im Jahr is4'. Den 10. August öffent­lich verlesen.

Im Anfang des vorigen Jahrhunderts lidte die zu Marburg errichtete Uni­versität grosse Verändrimgen/ die hier zu erzählen zu weitläustig fallen würden; Die alte bey Der unveränderten Augspurgischen Confesson beharrende Proftssores wurden beur­laubet und neue eingesetzt/ und der ganzen Einrichtung ein andres Ansehen gegeben. Dieses alles aber vcranlasscte Herrn Landgrafen Ludwigen den Ungern die vorher in Marburg gewesene Universität anderswo zu pflanzen. Er berufte Die alldort beurlaubte Theologos urd andre bcy unverändertem Glauben beharrende Lehrer nach Giessen und gründete allhier im Jahr i^of. den 10. October erstlich ein Gymnasium/ welches sehr bald in einen gulet?Ruf und zu einer grossen Aufnahme gekommen. Sein Eifer aber trieb ihn darauf an/ Daß er A. ,607. selbst sich nach Prag crhub und von Kayser Rudolph dem andern Die Privilegia urd Frcyheiten zu Aufrichtung einer andern Universität erlangte und erhielt; auch noch in selbigem Jahre Den 7. -Oktober solche in hiesiger Stadtkirche verlesen ließ. Nebst einer freiwilligen Steuer Der Landsständen brachte Der benannte Herr Landgraf/ Höchstseeligen Angedenkens / Die Drei) unter feiner hohen Landesfürsilichen -Obrigkeit gelegene Universitäls Vogteyen Giessen / Grünberg und Alsfeld sammt ihren Einkünften und Zugehörungen hinbev und schoß noch andre an-