jj s Giesser W-chen-BlE / Nurn. XLV.
dem Beschlüsse darf ich hier nicht unerinnert fassen / daß ich unter dem Worte eiaen- mächnge Dictator / allemal die eigenmächtigen Diktatorinnen mit begreife. Niet mand wirb vielen unter dem Frauenzimmer die Geschicklichkeit / Machtsprüche zu thun, 92.) streitig machen können. Ich lasse Ihnen daher die Gerechtigkeit wiederfahren/ denselben eine Ehre/ die ihnen und zwar -5) vorzüglich gebühret/ bereitwilligst und vollkommen zuzusprechen.
grosse Redner Cicero aus. Es giebt einige Gelehrten / welche diesen sonst vortref- lichen Mann vor einen eigenmächtigen Dictaror auSgeben wollen; allein man kann ihm diese Ehre unmöglich zugestehen / weil er von der Erkenntniß der eigenen Feh» ler und von den akademischen Weltweisen/ welche auS einer albernen Bescheidenheit sich der Machtsprüch« enthielten / und ihre Sachen ganz zweifelhaft vertrugen/ zuviel Wesens gemacht hat. Ctc. de off, c. 31. & c.
91) Eigenmächtige Dctator sind Menschen / und als solche sind sie zu der ihnen zu-, kommenden Würde fähig- Wer nun läugnen wollte/ daß es eigenmächtige Diktatorinnen gäbe/ der müste zu behaupten gedenken / daß das Frauenzimmer keine Menschen wären, wie der berühmte Rechtsgelehrte Cujäz zu thun/ sich ftevcnt- sich erkühnet hat. Pojfuu de Orig, idoloiat. l. $. c, 4.8. DaS wäre aber unver- antwortlich von rhm zu sagen; denn eS hat allzuviel Menschliches an sich/ als daß man ihm dasselbe im geringsten streitig machen könnte. Also folger unfehlbar dar. aus/ daß das Frauenzimmer der eigenmächtigen Diktatur keineswegs unfähig ist. Ueberdas lehret die Erfahrung ganz überzeugend/ daß nicht wenige unter ihm alle Eigenschaften / die dazu erfordert werden/ in einem hohen Grade besitzen.
-z) Vermöge ihrer ausserordentlich stark empfindenden/ einbildenden und wollenden Kraft/ weicher aller Schlüssen Kraft weichen muß/ und die bev ihnen durch die Erziehung und den Umgang zu einer grössern Vollkommenheit/ als ben Manns- perfonen / gebracht wird; daher sie mit einer bewundernswürdigem Leichtigkeit alle Dinge bestinrmen/ und bey ihren getbanen Aussprüchen mit einer weit ausnehmender« Beständigkeit beharren. Ich könnte noch verschiedenes amrerken; allein ich will es vor diesesmal dabey bewenden lassen. Wenn ich meinen Freunden zu gefallen mich entschliessen sollte/ diese meine Abhandlung wieder herauszugebm; f» werde ich sie vermehrt und verbessert mit einem ausführlichen Register der Worten und Sachen / insbesondre der angeführten Schriftsteller und emmschlichenm Druck- fthler ausgcziert erscheinen lassen und ihr noch etliche Dutzmt Noten/ da ich zu- mal in deren Zahl jetzo nicht einmal bis auf 100. gekommen bin / weiter beyfügen. In meinen Anmerkungen werde ich alsdenn zugleich einige Beschreibungen von römischen und eigenmächtiacn Dictatorn anbringen/ und ausführlich darthun/ daß ich Ctnforinus Manlrus wirklich von dem römischen Geschlechte der edlen Man- < ri lier


