Ausgabe 
9.6.1750
 
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Giesser Wochen-Blatt/ Num. XXIII.

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,mf, /ö#mAAj fbun l der ewig sichtbare Fußtapfen hinter sich lasset. Sie sollen uns ein Ewc«/gn!'/d s<yn / unser Herz zu einem beständig rauchenden Mar zu machen. Mchcnn ist eo vernünftig und GOtt wohlgefällig/daß n,an zur Zeit du- Gefahr sich auch auf die Knie nieder wirft und um Schutz und Errettung stehet-

' Uy ' SA scheinet zwar nicht insbesondere nöthig zu seyn / daß wir bei) i ufern @<* bdt eine wab e und eifrige Andacht vorschreiben. Denn ohne diese .st W twM Li das andre / ein pures Geplapper / davon das Herz nichts weis / und daran es ke.- n n 2intbcil nimmt. Allein da alle Gemüthsbewcgungen die Aufmerksamkeit und folg- M auch die Angst die Andacht vertreibet; so ist sie in diesem Falle schwerer anzuwm. den ? als in andern/ und verdienet daher absonderlich angepttesen zu werden. EmeGe- säuchre von einem alten Manne ist uns bekannt/ der bey emem heftigen Ungewitte» in Größer Angst und Bestürzung aus einem bekannten Buche batete / und vor ^chi e« cken nicht wüste / was er las/ so daß er sich am Ende / da er ivieder zu sich kam / zu feiner eignen Verwundrung über dem Gebät einer schwangeren Fiau in Kmsnölhe«

f ® schreiben dieses nicht/ daß man darüber lachen/ sondern daß man em Erenwel ba'Sn nehmen und mit mehrerem Bedacht zu Werke gehen soll / wenn man »X hen Auaen des Allerhöchsten erscheinet. , ,

vor Mi n^ Jg|ücf(|d) pürbeygeqangm; so haben wir unser Le-en / unsre Ehegatten/ Kinder/ Freunde/ Häuser und alles/ was wn- haben/ dem zu danken/ der erhalten / und der gewehret hat/ daß nicht alles zu Grunde gegangen. Man muß kein Gefühl des geringsten guten Triebes in sich haben / wenn man mcht durch diese Betrachtung beweget wird / dem gnädigen Beschirmer em eu-f id.tiger Dankopfer nach überstandener Gefahr anzuzünden. Ist uns auch Schaden geschehen / so sind wir doch Dank schuldig / weil GOlt gewachet hat / daß er md)t g- össcr worden. Smd wir Zch selbst so verwundet / daß unser Geist in kurzem die verstöhrte Hütte verlaffm muß; so sind wir auch noch Dank schuldig/ daß wir nicht im Augenblick hingeraffet worden/ fonturn Seit $ur ^e|Mlung unfrei Raufet! eiMte» haben.

lonutrn 6 bj( ' mflKbten «ber kann man kein Genügen fbun / wenn eine über- nidiiae Furcht unser Gemüt!) betäubet. Wir wissen/ daß wir mit Regeln m diesem Mnichts ausrichten/ denn diejenige/ die das Gewitter allzu sehr e,schrecket/ geste­hen selbst/ daß ihre ausserordentliche Angst thoricht ist/ sie sind aber ihrer zur rechten ^rest nicht mächtig/ daß sie überlegen könnten/ was unvernünftig ist. Wir wollen also auch nicht sagen/es sev abgeschmackt sich unter das Bett/ in Keller oder sonst wohin zu fiüchken / weil der Arm deS HErrn uns überall reichen kann; auch nicht/ es ftv imbesonnen die Ohren zu zu halten/ oder zu heulen wie em Hund / weil jenes niebt« bi ft / und dieses / wie das andre alle/ ein Zeichen der vom bösen Gewissenab. stammenden Zaghaftigkeit sev- Allein das meinen wir mit Nutzen anzumerken: Wer Mn stch wi\ii daß ihn die Furcht vor dem Donner übernimmt/ der tu te sich zum 351'S bi® « «(t * sch ist. er übrrkg« h«. I W -s «lita«