Ausgabe 
9.6.1750
 
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befand aber/ all? man es essen wellte/ daß alle Gebeine zermalmet und die Drummern in das Fleisch tief hinein und überall beium gelt offen waren/ so daß man eS nicht genics- fcn konnte. DaS kann weder Blitz noch Donner (etb|i gerban haben ; sondern / dq jene cb?n ,n das Hauß hinein und darin herunter fuhren / drückten sie die Luft dermal- f v l eftig vor sich her zusammen / daß sie alles harte / welches zum springen aufaelcqet ist zerschmettern muste- Manchmal zündet der Strahl an/ manchmal zündet er Nicht. Das erste ist sehr natuttch; das letzte aber / welches Der kalte Strahl genennct wird/ kommt Daher/ daß die Flamme nur über die Sa de schnell h nweg gefahren/ unD diese je» ner nicht widerstanden hat. Denn man kann den Finger/ oder auch selbst Schwcftlfa- den/ Zwider/ oder sonst verbrennliche Dmge/ geschwinde durch ein Licht bewegen ohne daß sie Schaden nehmen.

Es wäre z>var noch viel merkwürdiges allhier anzuführen. Weil wir aber um deswillen/daß wir jetzo in einer Zeit leben/ da die Gewitter der Ordnung nach öfters kom­men/ noch von Den hauptsächlichen davon abstammenden Pflichten zu reden uns vorge- nominell/ so fordert unsre Absicht Den übrigen wenigen Raum diesen vorzubehalten. Wer sonst |on>obl von dem Gewitter selbst/ alö Den uns in Ansehung derselben oblie­genden u d gkciien mehreres zu lesen begehret/ Den verweisen wir auf Herrn pevcr Ahlwardts Brontocheologre oder vernünftige und rheologische Be- trachcuirgeu über den Donner und Blitz.

Wenn man das Unqewitter vernünftig betrachtet/ so muß man gestehen/ daß es etwas emsetzliches und fürchterliches sey. Selbst das unvernünfiige Vieh zeiget durch seine scheue Geberden/ daß Die Natur ihm befehlet/ die Stimme seines Schöp­fers mit Schrecken anzuhören. Der herzhafteste Mensch muß zagen/ wenn er die au­genscheinliche Gefahr sines Unterganges vor sich sichet / und wer sonst nicht gewohnt war / sonderliche Furcht bei) Der Gelegenheit an sich zu fpühren / dessen Muth ändert sich / sobald er höret oder selbst recht erfahret/ wie es auSsiehet/ wenn der HErr feine Strahlen schiesset und zerstreuet sie/ wenn er blitzen läffet und erschrecket sie Pf. XVlH. 14 1 e Wer kann also leugnen / daß Der Donner ein Mittel ist / wodurch Der All­mächtige Dem Menschen einen rührenden Begriff von seiner m-t Furcht und Zittern zu verehrenden Majestät auf die lebhafteste Weife eindrücket? Wer erkennt nicht / daß dec erfebröefte Sinn Der Sünder seine Zuflucht zum brünlhgen Gebät an den unüberwind­lichen Erhalter aller Dinge/ ohne Dessin Wissen und W'llen fein verächtlicher L-pcr- (mg auf Die Erde fallt/ zu ivenden habe / wenn Der Himmel drohet / die Erde mit Steuer ru verheeren?

verstehet sich aber von selbst/ daß das Gebät GOtt im Himmel nicht an» gerehrn sevn kann/ wenn er siehet/ daß wir es ihm jetzo opfern/ da wir vernehmen/ daß er das Schwerdt in der Hand hat- Denn eine knechtische Furcht / eine Furcht vor Dt? Strafe 1 die Die Liebe nicht zum Grunde hat / treibet uns alsdenn allein zum singen ur#) zum bäten- Der Donner und Der Blitz sollen vielmehr einen Eindruck m

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