Dienstag den?ten Iul. i7fo, n;
een Inftnigenzbtaft gezogen. Die Einrichtung kommt mit dem unsrigen fast überein/ -uster daß man neost den neuen Nachrichten / auch neue und tiefsinnige Gedanken aus diesen Blattern lesen soll. Der Abdruck der Gelehrten Artickel wird also eingerichtet werden / daß sie besonders gebunden und mit einem Register versehen werden Fön* tun. x>ie Einsendung der Gelehrten Artickel und anderer Nachrichten geschiehet an das Inccllcgenrcomcoir in Hannover/ und bezahlet dasselbe das davor zu entrichtende Postgeld. Mit Ausgabe dieser Blätter soll den i^ten Junii dieses Jahrs der An« fang gemacht werden / der Preis davon ist in der Stadt Hannover/ wenn wöchentlich » Stück ausgegeben werden/ alle Vierteljahr u. Ggr. oder 14 Mgr./ auswärtig aber 20. Ggr. oder 30. Mgr-/ und sollen nach Art anderer Zeitungen den Liebhabern spoft« ftey zugeschickt werden. Bei) dem Verleger dieses ist diese Nachricht umson,t zuhaben.
Naeur-Gesihichre.
Aus hiesiger Nachbarschaft ist uns als etwas besonders einbcrichtet worden/ daß man in Furzer Zeit nach einander ein paar schlosweisse Maulwürfe gefangen und zwar in einem Bezirk/ wo man in langer Zeit dergleichen Thiere nicht verspührt. Di« Herrn Naturforscher haben Gelegenheit ihre Untersuchung über dieses Spiel der Na« kur anzustellen. Es ist uns übrigens versprochen worden/ dm Balg davon zur Versicherung der Wahrheit einzusenden.
Bey -Odehausen im Weilburgischen an der Lahn hat man bet) diesem grossen Segen im Kornfelde wahrgenommen / daß ein einziger Halm < 6. Arhren hervorgebracht.
Oeconomifche Nachricht.
In dem rrten Stücke der Leipziger a-conom. Nachricht wird eine vortheilhaf« te Beschreibung der sogenannten Reisgerste mitgetheilet. Sie hat ein länglichtes Korn/ wie Rocken/ welches wie die Farbe des Weihens in das gelbe fällt und eine fast noch -ärtere Hülse hat. Diese Gerste wird in der Gegend um Dresden mit gutem Fortgang Bebauet. Man hat von 1. Scheffel Aussaat / acht und noch mehr Schock erhalten/ und von 6. Metzen/ die man in ein Krautland eingesäet 9. Scheffel ausgedroschen. Die Körner geben ein überaus schönes/ weisses und süsses Mehl/ welches dem Wci- tzenmehl sehr nahe kommt. Man hat mit gutem Erfolg den Versuch gemacht/ das beste Weiöbier daraus zu brauen. Sie wird im Frühjahr mit der ordentlichen Gerste/ jedoch nicht allzuspat und weit dünner und £>ie Helfte so viel / als von der andern Ger« sie/ gesäet. Sie erfordert einen fetten oder sonst wohlgedüngten und nicht allzu nassen Boden / und man muß den Saamen in den Acker bringen wenn er noch etwas gelinde ist oder Regen vermuthct wird / damit er bald zum Auskäumen gelange.
Todes-- Fälle.
Dm 4ten Julis dieses verstarb allhier der Hochfürstl. Hessen # Darmstädtische Regier-und Consisiorialrath/ Hrn. Joh. Jeremias Laurentius Franck/ der beydm Rechten Dockor/in einem hohen Älter von 77. Jahren/dieser geschickte und gelehrte Mann ' ' wird


