Messer Kochen-Watt,
Num. y ’V.
Dienstag den 7. April, 1752.
IHit Hochfnrstl. Hcssend.armstädtls^er gnädigsten Erlaubnis
Bedenken über die vorgrlegtr Frage, ob der Ver nunft verschiedene Unvollkommenheiten, die ihrbeygeleget werden, zuzuschreibm sind l
m höret nicht selten von der Vernunft mit Verachtung reden/ und sie wird von verschiedenen irrig/ hochmüthia/ vorwitzig/ schwach und eine Feindin der Schrift genannt. -Ob dergleichen von ihr mit Grund könne gesagt werden/ laßt sich wohl aus der Erklärung des Wortes und auü dem/ was sie in der That ist/ am besten ersehen und ent
scheiden. Sn unsrer Sprache kommen die Redensarten/nicht bey Vernunft seyn/und thöricht oder verrückt sinn/ auf eins hinaus. Wie dieses allezeit für etwas schlimmes geachtet wird; so hält man es im Gegenthest für gut und löblich/ wenn einer Mit Vernunft von etwas urtheilet und redet. Em jeder/ welcher genau erwäget/was C6 sagm will / ein vernünftiger Mann seyn/ wird finden/ daß man so viel damit anzu- deuten pflege: Es sey einer/ der die Sachen auf den Grund einsehe/ oder richtig von einem auf das andre schliesse/ oder wisse/ wiees eigentlich mir den Dingen austehe und gehen werde. Nach einem von diesen Begriffen lasset sich ohne Schwierigkeit herausbringen/ was die Vernunft ist/ und von ihr die Erklärung füglich fest setzen/ daß sie die gründliche Einsicht in die Dinge/ oder / welches eben so viel heisset/ die Deut# i > =O liche


