Messer Wochcn-Matt,
Num. L
Dienstag den 6. Januarii 1750.
Gedanken über verschiedene unnütze Gebräuche.
As einmal beyden Menschen zur Gewohnheit worden, setzet sich bet) ihnen so feste, daß es auch mit der grösten Gewalt schwerlich wieder vertrieben wird. In Jrrland kostete es die allerstrengste Gesetze, um die Bauren dahin zu bringen, daß sie aufhörten, ihre Pferde mit den Schwei* fen anzubinden. Daher sind wir ftei)lich viel zu schwach, die unnütze Gebräuche, von welchen wir jetzo reden wollen , durch unsre Vorstellungen abzuschaffen. Wir haben aber auch nicht so viel Einbildung von uns , als erforderlich ist, um sich so viel vornehmen zu können; sondern unsre ganze Bemühung zielet dahin, daß wir unferm ?efer einen Begriff von dergleichen Handlung u bci-- dringen und übrigens seiner Überlegung anheim stellen wollen, was er vor gu'beendet zu thun, oder zu lassen ; welches wir endlich, ohne unfern Kräften zu viel zu zutrauen, ins Werk stellen zu können gedenken.
Man hat auch nicht im Sinne, von allen und jeden Misbräusien ru handeln ; jg nicht einmal ein Verzeichniß von den meisten Arten derselben aufzusetzm.
A Dieses


