Ausgabe 
3.2.1750
 
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Auszug einiger Schreibe« wegen de» Milzsnchtkgen Brief. Z7 ttten nach über dieselbe schriftlich angebracht hat, gefälligst abgeholfen werde. Der Milzsüchtige wundert sich in seinem Briefe, daß sein vor einigen Wochen übersen­deter Aufsatz der Schreibart halber anständig gewesen und abgedruckt worden, und betheuret, wie er in seinem Gewissen sich überzeugt befinde, daß an derselben in Betrachtung der Wörter nichts schönes und löbliches zu finden sey. Er gestehet, daßersich mehr lateinisch,als deutsch,zu denken und zu fchreibko.ngewöhnethabe,Und da­durch in seiner eigenen Muttersprache, auf deren rechte Kenntniß er sich ohne Ruhm zu melden nie geleget, sehr verwahrloset worden. Nach dieser offenherzigen Er­klärung, hoffet er, werde sich der durch seine Schreibart erregte Gegentheil gütigst besänftigen lassen , und ihm einen Fehler , den er erkenne und bereue, nicht zu hoch aufzumutzen geneigt seyn. In Ansehung der Sache aber glaubet er ganz zu­versichtlich , daß, wann ibn gleich derselbe wirklich einen Gegner zu nennen beliebe, er denselben zu Rettung dessen Ehre und der Beantwortung halber, worin er ihn nicht anfechte, für den (einigen nimmermehr halten dörfe. Ueberhaupt, meinet er, wäre niemand in dem Stande, seine Sache mit Recht und einem guten Gewift fen anzugreifen , geschweige zu widerlegen. Und wenn sich jemand dessen unter- fienge, so müste er wider die ausdrücklichsten esetze und die deutlichst,n Aussprü­che der gesunden Vernunft, welche die Nachtschwämw^ven verbölbm und für schändlich erklärten , streiten, oder vorher darthun, daß es verstatrer wäre , wider die Gesetze zu handeln und ohne Schaam zu seyn. Er behauptet feiner, daß eS sehr mislich aussähe, wenn sich einer in Ernst wider ihn derSache annebmen woll­te. Andere möchten alsdann fragen, warum es derselbe thue, und nicht ohne Grund aus die Gedanken kommen , er billige einen unerlaubten Unfug, oder habe wohl gar selbst Theil daran- Dessen aber wäre ein Musensohn , dafür der Ver­fasser der so genannten Beantwortung angesehen seyn wolle, keineswegcs fähig zu achten ; indem derselbe, als ein solcher, an dem die Sittsamkeit und Beschei­denheit Haupteigenschaften und vorzügliche K nnzeichen wären, unmöglich an einem wilden und unbändigen Wesen einen Gefallen baden könnte, *) es ftv dann, daß er sich um seinen schätzbaren Namen und seine Ehre wenig bekümmern, und sich de­ren unwürdig und verlustig machen wolle. Weiter , sagt er, dörfe er sich seines Nebels halber in die Sache nicht cinlassn, und er brauche auch nicht mehr davon vorzubringen, da er sich auf den Barbeyrac, einen so gelehrten, als rechtschaffenen Mann berufen könne, der in feiner Rede vi.les für ihn anführe. Er danket auf das verbindlichste, daß dieselbe, welche er wegen ihrer Giündlichkeit und wegen der für die meisten Mei-schen sehr nöthigen und nützbchen kehren ungemein lobet, überjetzt wokoen, und wünschet dabey inbrünstig, daß auch diejenigen, welchen

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*) Hrerbey führet er die bekannte Stelle an:

, . Dtdiciffe fideliter artet

Smolin mortf, nec finit eße fertig