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*3* Barbeyrac/ von Zulajftntg der Gesetzen, f f

gerecht/ was keusch/ was lieblich / was wohl lautet/ ist etwa eine Ta­gend/ ist etwa tüt Lob/ dem denket nach. Hierdurch gibt er genug zu ver- ftchen, daß man es dabey nicht soll bewenden lassen , nichts wider die besetze zu thun. Allein ich will euch nicht in die Schule JEsu Christi führen, ich führe euch in die Schule eurer eigenen Vernunft. Ich fordre euch rncht für den Rlchter- ftuhl dessen, welcher über die Todten und Lebendigen das Envuttheil sprechen wird; ich fordre euch vor den natürlichen Richterstuhl eurer Gewissen. Man muß erst ein Mensch syn, ehe man ein Christ wird; und wer die Stimme der Natur nidx höret, wird eben so wenig die Stimme des Gesetzes und des Evangeliums hör.-n. Bestrebet euch nur hier eben so vernünftige Gedanken und Meinungen zu hegen, als Vie weisen Heiden hatten. Mehr verlange ich nicht. Sehet, was ste gesagt haben; und diesem denket bey müßigen Stunden nach ; Wie ein schlechtes un­sträfliches Leben ist es/ nur nach dem Gessye kugendhase zu scyn wie viel weiter erstrecket sich die Vorftbrifc der Pflichten / als die Kettel des Rechtes / Wie vieles erfordert nicht die Frömmigkeit/ die LeurstUgkeit/ die Gerechtigkeit/ die Freigebigkeit/ Treue und Glauben / welches alles in den bürgerlichen Geleyen nicht enthalten ist k 16 ) Dieses sind Worte des Smcca.

Ihr jungen Leute, ich muß mich an euch wenden, indem ich schliessen will, weil ihr die Gelegenheit zu meiner Rede gegeben habt; wäre es euch wohl auch erlaubt, die Pflichten, die euch zukommen, hindauzusetzen, und euch irgendeiner küderlichkeit zu ergeben. L) ! Wenn eure Aeltern, wenn diejenigen, welche die Aufsicht über eure Aufführung besonders haben , so unglücklich sind , daß sie euch einen so verderblichen Muthwillen gestatten ; so sey GDtt davor, daß ihr hierin an uns eine Stütze finden möget! Da sey G-Ott vor, daß wir, so viel an uns ist, etwas versäumen , um zu verhindern, daß euch die Hitze der Jugend nicht hin- reisse, und um euch bey Zeiten die Gründe beyzubringen, welche euch gegen die schädliche Reitzungen der schlimmen Sachen , welche die Gesetze oder eure Aeltern euch zulasten möchten, unempfindlich machen können! Aber man kann auf eure Handlungen nicht unaufhörlich Achtung geben, und ihr wisset sie nur allzuwohl vor der genauesten Aufstcht verborgen zu halten. Mistrauet euch selbst , so oft ihr in die Versuchung fallet, etwas heimlicher Weise und ohne Genehmhaltung eurer Vorgesetzten zu thun. Ihr seyd noch nicht im Stande euch selbst vo zustehen und eure Begierden sollen euch verdächtig feyn. Ihr liebet die Kleinigkeiten vielmehr als das Gründliche, mehr das Angenehme, als das Nützliche. Und wenn euch die Begriffe des Tugendhaften ein wenig rühren, wofern man sie euch auf eine gewis- se Art vorstellet; so haben sie weit weniger Macht über euch, als eure Leidenschaft ten. Bedenket also, das euch nichts erlaubt ist, worin ihr euren Neigungen ab

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16 ) De tra L. x. c. 17. Schulung, fermo acad. de ungujl* innocentm hominu nd legem.