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imndamit verwirret'/ zugleich mit jenen verdammet. Es ist also zu behalten/ daß die Lügen solche unwahre Reden sind/ die zu unferm oder andrer Schaden gereichen. Cb also gleich alle Lügen falsch sind/ so ist doch nicht gleich eine jede falsche Rede eine Lüge; diejenige nämlich ist keine/ womit niemand beleidiget wird.

Unsre Reden aber werden dadurch falsch/ daß wir anders sprechen/ als wir denken. Wenn ich davor halte/ daß ein gewisser Mann nicht viel tauge/ und ich lobe ihn doch/ als einen geschickten/ ehrlichen und unentbehrlichen / so ist die Rede falsch. Weil es nun dem Menschen sehr natürlich ist/ daß er sich irret; so kann eS durch einen ungefähren Zufall zuwellen geschehen / daß / indem man eine Sache ander« erzählet/ als man sie glaubet/ man sie gerade so vorträgt / wie sie ist ; und in einem solchen Falle bleibt es doch dabey / daß die Rede falsch ist / wiewohl es das Glück so gefüget / daß sie wider unfern Willen richtig ausgefallen. Sollte man nicht wohl dergleichen Exempel haben / daß ein unverständiger in seinem Herzen glaubte/ ein ge­wisser Mann/ der iu der Thal viele Gelehrsamkeit besitzet/ verstehe nichts/ und zu­gleich/ da er aus gewissen Absichten die Wahrheit zu spahren Sinnes ist/ ihn den­noch als einen tüchtigen und erfahrnen Menschen anpreisete ? Em solcher redete falsch/ indem er die Sache sagt / wie sie wirklich ist. Es ist also nicht allezeit em sichre« Mittel / zu erfahren/ ob einer nicht falsch redet/ wenn man entdecket/ daß es so ist/ wie er sagt / indem er anders gesprochen haben kann/ als er eS in seinem Jrrthum meinte/ und zu allem Glücke auf die mit der Sache Übereinstimmende Beschreibung vessrllen se»n kann.

Alle und jede dergleichen falsche Reden auch diejemge / die zu Niemands Be­leidigung gereichen und t?en Namen bloser Verstellungen führen können / zu verbiethm/ würde em Zeichen der Uebereilung sevn. Denn diejenige die niemand schaden / sind nicht nur erlaubt; sondern / wenn man sich oder andre aus einem bevorstehenden Un­glücke damit erretten/ oder auch sich oder andren VortKerle damit zuwege bringen kann/ in der Thal gut und gebotten. BeydeS ist aus den bekanntesten Pflichten leicht ztt erweisen. Womit ich weder mir/ noch andern den geringsten Nachtheii zufuge/ jq mit dessen Gegentheil ich vielmehr mir oder aridem schaden rvürde; das kann mir nie­mand verwehren / ja man kann mich vielmehr anhalten / zu thun. Und daß diese« sich gar öfters zutragen könne / lehren diejenige Umstände / wormn wir unS öfters zu befinden pflegen. Gesetzt eS tritt ein vorwitziger Mensch auf und fragt uns um daS/ was wir als eine Heimlichkeit niemand zu sagen verbunden sind. Was sollen wir in einem solchen Falle machen ? Drey Dinge haben wir vor uns. Entweder wir schweigen ganz stille; oder wir sagen die Wahrheit/ oder wir berichten ihn mit der Unwahrheit. Wir sind nickt.in Abrede/ und werderi bald ausdrücklich erinnern/ daß daS erste da« befte ist / und daß man dasselbe thun soll / so lange es möglich ist. Allein gesetzt/ wir dürfen nicht schweigen / sondern müssen reden / wie denn solches öfters nickt zu ver- Weiden ist: sollen wir denn einem andern/ der gar kein Reckt hat/ uns auszufragen/ imd der deswegen forscht / damit er uns verrathe und verkaufe / das Schwerdr in die

Hande