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Kochen.Malt,

Nurn. XLtHL

Dienstag dm i. mbr. 17jo. - - " ----

Mir Hschfürstl. Hcssendarmstädtisc r gnädigsten Erluubniß.

Von der Versch-vieqenheit

und dem entgegengesetzten Laster.

ty ig* $1D ^an weis manches/ das man andern Leuten Nicht emdea'i-n ünn/ oh* W ne sich oder feinem Nebenmenschen zu schaden. Simson hätte sune Augen behalten / wenn er nicht feiner Delila offenbaret V>? hatte / wie man ihn feiner Stärke berauben fönne. Ja giebt

s» gar gute Dinge/ die dadurch schlimm werden/ wenn sie jeder- man bekannt werden. Ist die Kunst Gold zu machen möglich / so ist sie gewis dem gut / der sie verstehet. Könnte man aber wohl die Welt in größre Unordnung brin­gen/ als wenn man diese Kunst gemein machte; wenn man einem jeden zeigte / wie er nicht nöchig habe zu arbeiten oder zu dienen/ sondern so viel Geld haben könne/ alö er wolte; wenn man Könige und Bauern einander gleich machte/ allen Handel aufhübe/ u- d. g? Die Fertigkeit/ solche Sachen zu verschweigen; die Fertigkeit nichts auszusagen/ womit man sich oder feinen Nebenmenschen schadet / oder auch nur schaden zu können mit einiger Wahrscheinlichkeit vermuthet/ ist diejenige Tugend/ der wir gegenwärtiges Blatt geweihet haben und die unter dem Namen der Ver- lchwiegenhcil einigen Menschen bekannt/ mehreren aber unbekannt ist.

Derjenige verwirret also seine Begriffe/ der zu der Verschwiegenheit erfor­dert/ daß man iij Gesellschaften die stumme Person vorsteöe. Es giebt Leute/ die allezeit wenig reoen/ auch solche/ denen man gleichsam den Mund aufbrechcn muß/ Bbb wenn