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gut ist, als um sich Ehre dadurch zu Wege zubringen. Der Geizige vollbringet es des Nutzens halber, der damit verknüpfet ist; ein andrer hat seine andre Ursachen. Wenige find so geartet, daß sie das Böse lassen, weil es böse ist, ungerecht, unbillig, oder ungeziemend, und das kommt daher, wert wenige die ungeheuchelteTu« gend lieben. Wie von jenen, also auch so gar von diesen unterscheidet sich der Sinn deS Gottseligen; denn der unterlasset das eine darum, daß es GÖttes Willen und Gesetz zuwider ist, und thut das andere, dieweil er versichert ist, daßGOtt, der hier gegenwärtig ist untuhmzusiehet, daran ein gnädiges Wohlgefallen habe- Diese kindliche Furcht, vermöge der er sich äusserst bestrebet alles zu verrichten, was er nur seinem höchsten HErrn so zu reden an den Äugen ansehen kann, und dagegen alles zu vermeiden, womit derselbe beleidiget wird, gebiert in ihm ein überaus zartes Gewissen , das ihm nicht zulässet sich zu etwas zu entschliessen, vielweniger einen Vorsatz auszufuhren, bis er von dessen gänzlicher Uedereinstimmung mit dem Befehle GOtteS vollständig überzeuget ist. „ ,, , . .
Diese ist die allgemeine Regel, die der Gottesfürchtige niemals aus den Augen setzet: In besondern Fällen aber hat er jedesmal auch wiederum sein besonderes Absehen auf seinen Schöpfer, z. E. Wann er dem Armen ein Allmosen giebet; |o bencket er nicht allein, daß GOtt solches von ihm fordere, sondern er pfleget auch wohl so mir sich zu reden: Mein barmherziger Vater hat mich, der ich nichts war, ans Liebe geschaffen , er hat mich bisher erhalten und seine milde Hand über mir aufgethan, er speiset mich täglich, er träncket mich , er kleidet mich ftr gibt mir alles , daS meiste ungebeten : L) könnte ich ihm, dem unendlichen Wohlthater, nur auch das geringste wiedergeben i Hier, mein Freund, du bist von denen, ite GOct in die Welt gesetzt hak , daß sie in seinem Namen von uns nach unserm Vermögen empfangen, weil wir ihm selbst nichts schenken können ; Nehme dis Stück Geld, iß dis Stück Brodt; geniesse dis Stück von meinem Seegen; GL)tt lasse es an dir gedeyen , wie er seine Gaben an mir gedeyen lasset! So lautet gleichsam eine Antwort, die der Fromme in der Stille und in seinem Herzen dem Nothdürftigen ertheilet, der in feinem Flehen sich des edlen, obgleich kpber öfters mißbrauchten, Ausdrucks bedienet: Gebet mir etwas um GOttes Willen.
Wir Christen , die wir durch die Gnade GOttes wissen , was der Sohn des Allerhöchsten in dem Werke der Erlösung an uns gethan , finden eben dann einen noch weit reichern Schatz andrer noch viel herrlicherer Vorstellungen, j- C. In eben dem Falle, davon kaum geredet worden , bringet uns die Betrachtung unserer Errettung die Gedancken bsy , daß JEsus vor uns , die wir Abtrünnige waren , sich von dem Throne seiner Herrlichkeit in die liefere Erniedrigung begeben , ja den allerschmerzlichsten Tod ausgestanden, damit wir leben mögen, und daß uns auch dadurch ein Vorbild hinterlassn worden, daß wir sollen Nachfolgen seinen Fußstapfen, i Pet.r,r i. Die Ausübung dieser Pflicht wird uns amichm- sich, wenn wir uns besinnen, daß an dem Tage der Zukunft Christi zum Gerichtete zu uns sprechen wird : Wahrlich ich sage euch ; was ihr gethan habt einem unter diesen


