Ausgabe 
(21.12.1915) 300. Erstes Blatt
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Ein Sturm auf der Lorettohöhe. N Großes Hauptquartier, am 16. Dezember. Ein Bataillonsführer, der einen großen Teil der schweren Kämpfe um die Lorettohöhe in vorderster Linie miterlebt hatte, benutzte einen Besuch im Großen Hauptquartier, um im Kreise von Kameraden einen Vortrag über seine Erfahrungen zu halten. So weit diese technischen Inhalts sind, entziehen sie sich hier der Wiedergabe. Aber bei der Bedeutung dieses heißumkämpften Punk⸗ tes der Front hat die lebendige Schilderung eines Ausschnittes aus den heißen Kampftagen Anspruch auf allgemeines Interesse. Der Vortragende wies darauf hin, daß für die Franzosen der Besitz der weithin über der flandrischen Ebene sichtbaren Wallfahrtskirche Notre⸗Dame⸗de⸗Lorette eine doppelte Bedeutung 5 habe. Neben der militärischen eine abergläubische, denn nach einer im französischen Norden weit verbreiteten Sage hängt von dem Besitz dieser Kapelle Sein oder Nichtsein Frankreichs ab. Das in die Stellung eingesetzte badische Bataillon hatte von vornherein kein leichtes Leben. Die Schützengräben, die in den tiefen, fetten Humus eingegraben waren, bröckelten stark aus und waren tief verschlammt. Sie nachhaltig zu verbessern, verhinderte Die fortgesetzte, wenn auch stets abgewiesene Offensive, welche die Franzosen auf diesen Punkt richteten. Sehr schwierig war die Ab⸗ 8 Jösung. Ein angefangener Annäherungsweg war nicht zu benutzen. Man mußte auf der Landstraße ohne Deckung bis zum sogenannten Marokkanerwäldchen gehen, und bog dann in die berüchtigte Schlammulde ein, deren Zugang von feindlichem Maschinen⸗ gewehrfeuer bestrichen wurde. Hier waren eigenartige Unterstände in Granatlöcher eingebaut. Nach einer kurzen Strecke bot dann ein Steilhang, der Hunderte von Volstreffern aufgefangen hat, große Sicherheit. Ihm verdanken unzählige ihre Rettung. 5 Auf diesem schwierigen Wege mußte jedes Stück zum Graben⸗ bau, jedes Brett, jeder Sack Beton nach vorn gebracht werden. Mit 1 und Beharrlichkeit wurden die Schützengräben schließ⸗ ich verbessert. Die Sohle wurde mit Lattenrosten belegt, die Wände erhielten Stützung durch Faschinen. N wunsere Leute auch in dieser schwer beschossenen Stellung nicht. Das vorderste Stabsquartier erhielt sogar einen Blumengarten, der ilich nur in einer mit ein paar anspruchslosen Gewächsen be zten Zuckerkiste bestand. Von der Bauarbeit kann man sich 5 eine Vorstelkung machen, wenn man bedenkt, daß eine einzelne Kompagnie oft in einer Nacht zehntausende Sandsäcke verbaut hat. Nachdem der Ausbau genügend fortgeschritten war, handelte es sich darum, die feindliche Stellung, soweit sie für uns wichtig war, zu nehmen. Zu diesem Zwecke wurde nach genauem Plane das Bataillon zum Sturm angesetzt. Gegenüber befanden sich fünf hintereinanderliegende französische Gräben, die mit großer Emsigkeit und Geschicklichkeit ausgebaut worden waren. Von ihnen mußten die drei vordersten gestürmt werden. Ansere Pioniere hatten den vordersten feindlichen Graben in der Breite, die gestürmt werden sollte, vollkommen unter⸗ miniert. Die Minen waren mit starken Dynamitladungen gefüllt, verdämmt und mit Zündschnuren versehen. Jeder einzelne Mann wußte, was er zu tun hatte, es waren genügend Auftrittstufen und Sturmleitern vorhanden, daß jeder rechtzeitig aus dem eigenen Graben hinaus konnte, Proviant für drei Tage war verteilt. Außerdem waren schwere Minemperfer angesetzt, die die weiter hinten liegenden französischen Stellungen, welche man nicht unter⸗ höhlen konnte, zerstören sollten. g Bis dahin klappte alles vorzüglich. Da aber kam eine Ueber⸗ Fkrxaschung. Das Bataillon erfuhr erst am Abend vor dem Sturm, daß es am nächsten Morgen um 7 Uhr stürmen sollte. Fast gleichzeitig aber kam eine mit einem leichten Minenwerfer ab⸗ geschossene Konservenbüchse aus dem französischen Graben her⸗ Aͤbergeflogen, die folgenden Brief enthielt:Messieurs les camera⸗ des boches, Nous vous attendons demain matin à 7 heures. (Meine Herren Kameraden Boches, wir erwarten euch morgen * 7 Uhr.) Die französische Spionage, die sich damals noch mim er Gegend sehr lebhaft fühlbar machte, wo über der Erde mit Hunden und Brieftauben(versuchsweise selbst mit Kindern), unter der Erde durch die Stollen der Kohlengruben Nachrichten an die feindliche Linie befördert wurden, hatte also wieder einmal einen guten Erfolg gehabt. Wer daran noch zweifelte, der sollte am nächsten Morgen belehrt werden. Alles stand auf den Punkt 7 Uhr zum Sturme bereit. Da ging plötzlich, wenige Minuten vor 7 Uhr, eine fvamzösische Mine hoch. Zum Glück hatten sich die r verrechnet. Die Mine lag mitten zwischen den beider⸗ seitigen Stellungen, war auch zu scharf geladen und riß nur ein tiefes, spitzes Loch. Aber der Vorfall veranlaßte, daß min auch uumsererseits der Sturm einige Minuten früher begonnen wurde, da man den Absichten des Feindes auf alle Fälle möglichst zuvor⸗ kommen mußte. Es gab einen fürchterlichen Krach: Der ganze vorderste französische Schützengraben ging mit einem Male in die Luft. Die Drahthindernisse und dicken Erdklötze flogen zweihundert Meter hoch. Ehe sie noch wieder zu Boden fielen, war die erste deut⸗ sche Sturmwelle schon darunter durch. Sie hatte den Auftrag, sich nicht bei den vorderen Gräben aufzuhalten, sondern bis zum dritten porzufluten und sich dort sestzusetzen. Da aber die Franzosen, in⸗ polge des furchtbaren Eindruckes der Minensprengung panikartig flohen, ließen sich die Leute nicht halten, sondern stürmten bis über den fünften und letzten Graben hinaus und kamen bis in die französischen Artillexiestellungen, deren Geschütze sie vorübergehend min Händen hatten. Doch wurden sie zurückbefohlen, da lediglich be⸗ absichtigt war, bis zum dritten Graben zu gelangen; und das war erreicht und mußte genügen. Nur an einer Stelle waren die dort vorstürmenden Leute bon dem sehr starken Drahthindernis aufgehalten worden, da Dort eine unserer Minen nicht losgegangen war. Sie gerieten in das Feuer eines französischen Maschinengewehres. Da wurde ihnen das Sprengloch, welches die französische Mine 5 hatte, zur Rettung. Unter Führung eines jungen, selbst schon verwundeten

Der Humor verließ

stundenl

1 e die

W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.

Aus dem Reiche. 1 Der Aelteftenrat des Reichstags krat vor Beginn der gestrigen Plenarsitzung zusammen. Es

wurde die Frage erörtert, ob durch die Ansetzung einer zweiten Sitzung für den Montag die dritten Lesungen der auf der Tagesordnung stehenden Gese fe, sowie die ite und dritte Lesung des Nachtragsetats betreffend den ien erledigt werden sollen, damit die ihnachtspause schon ihren Anfang nehmen könnte. Da Keine Einigung in dieser Frage nicht erzielt werden konnte, wird Dienstag noch eine Plenarsitzung stattfinden. Dann soll Vertagung bis zum 11. Januar erfolgen. Verbilligung der Soldatenpakete. (WTB. Nichtamtlich.) Der Haupt⸗

aus bpb nich e . Operations⸗ und Etappe

5 .

des Reichspostamtes bezeichnete den Antrag als undurchführ⸗ bar. Der Antrag wurde jedoch von dem Ausschuß angenommen.

Deutsche Kriegsausstellungen.

Berlin, 20. Dez.(WTB. Nichtamtlich.) Wie aus Wien mitgeteilt wird, soll demnächst in Berlin und anderen Städten reiches erbeutetes Kriegs material aller Art öffent⸗ lich ausgestellt werden. Die Vorbereitung und Ausführung dieser Ausstellung, die der Bevölkerung Waffen, Kriegsmaterial, Art, Wirkung usw. vor Augen führen, erfolgt durch das Zentral⸗ komitee des deutschen Vereins vom Roten Kreuz. Der Rern⸗ e der Ausstellung findet für die Verwundetenpflege Ver⸗ wendung.

Aus der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion.

Berlin, 21. Dez. Wie derVorwärts aus der so⸗ zialdemokratischen Fraktion mitteilt, habe Ge⸗ nosse Haase am Schluß der gestrigen Fraktionssitzung sein Amt als Fraktionsvorsitzender niedergelegt. Bereits am 4. August 1914 habe er einen dahingehenden Beschluß der Fraktion bekanntgegeben, sei aber auf deren dringendes Ver⸗ langen abermals im Amte geblieben. Selbstverständlich be⸗ halte Genosse Haase sein Amt als Vorsitzender der Partei.

Wie dieBerliner Morgenpost hört, hat in der gestri⸗ gen Sitzung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion eine Anzahl von Mitgliedern der Minderheit. digt, daß sie bei der heutigen Abstimmung über die Kriegskredite die Forderung ablehnen und ihre Ab⸗ stimmung durch eine Erklärung begründen werden. Damit würde die schon lange bestehende latente Spaltung der Fraktion auch nach außen hin vollzogen sein.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 21. Dezember 1915.

* Auszeichnung. Dem Gefreiten Hans Becker, vor dem Dienstantritt Schriftsetzer in der Brühl'schen Universitäts⸗ Druckerei hier, wurde das Giserne Kreuz verliehen.

* Militärische Ausbildung der Jugend. Am Mittwoch abend führte Universitäts-Sekretär Erle nach den allgemeinen Uebungen seine Instruktion der letzten Stunde zu Ende. Am Sonntag wurde bei herrlichstem Wetter ein größerer Uebungsmarsch ins Dilltal aus⸗ geführt. Kurz nach 10 Uhr fuhren über 100 Jungmannen nach Edingen und marschierten über Sinn, Herborn nach Dillenburg. Gegen 2 Uhr wurde an einem sonni⸗ gen Hang vor Niederscheld abgekocht. Um 5 Uhr war die Uebung, die letzte dieses Jahres, beendet. Mitte Januar findet die erste Zusammenkunft wieder statt.

** Ein glänzendes Wohltätigkeitsfest zum Besten der Hinterbliebenen deutscher, österreichisch⸗ungarischer und türki⸗ scher Krieger veranstalteten die Deutschen New Norks. Etwa 30 000 Gäste waren zugegen, den Ehrenvorsitz führten die diplomatischen Vertreter der drei verbündeten Mächte und die Kapitäne Thier⸗ felder und Thierichens der deutschen HilfskreuzerPrinz Eitel Friedrich undKronprinz Wilhelm. Unter den verdienten Ler⸗ tern des Festes ist auch der Gießener, in Sports⸗ und Gesellschafts⸗ kreisen bekannte, August Kinkel, zurzeit 1. Offizier vom Dampfer Kaiser Wilhelm II., der seit Ausbruch des Krieges in New York liegt, zu nennen. Das Erträgnis des Festes belief sich auf 90 000 Mark, die dem erwähnten Zwecke zugeführt werden konnten. Dank⸗ bar wird man bei uns die Hilfsspende unserer Brüder jenseits des großen Wassers entgegennehmen, wird sie doch in dem Sinne dar⸗ gebracht, in dem der eine Festredner des Tages, Seemannspfarrer H. Brückner, Hoboken, seine Ansprache hielt:Wir wollen ärmer durch Opfer werden! Der zweite Festredner und zugleich der Festvorsitzende war H. Lange, der erste Offizier des Hapag⸗ dampfersPennsylvantia.

* Bütterkarten. In der gestrigen Nummer des Gieß. Anz. befindet sich eine Mitteilung, daß der Lebens⸗ mittelausschuß die Einführung von Butter karten be⸗ schlossen habe. Wie uns der Ausschuß mitteilt, hat er sich bisher mit dieser Frage noch nicht befaßt. Die Notiz, deren Richtigkeit nachzuprüfen wir gestern bei ihrem be⸗ stimmten Auftreten keine Veranlassung nahmen, beruht auf der leichtfertigen Information durch einen Gewährsmann. Uebrigens mißt die Stadt der Einführung von Butter⸗ karten eine besondere Bedeutung nicht bei und wird, wie wir hören, nur im äußersten Notfall zu dieser Maßregel greifen.

* Freimarken für Neujahrs briefe. Beim Herannahen des Jahreswechsels ist wiederum darauf auf⸗ merksam zu machen, daß es sich dringend empfiehlt! die Freimarken für Neujahrsbriefe nicht erst am 31. Dezember, sondern schon früher zu kaufen, damit der Schalterverkehr an dem genannten Tage sich ordnungs⸗ mäßig abwickeln kann. Auch ist es von Vorteil, daß die Neu⸗ jahrsbriefe frühzeitig aufgeliefert werden, und daß nicht nur auf den Briefen nach Großstädten, sondern auch auf Briefen nach Mittelstädten die Wohnung des Empfängers angegeben werde Für Berlin ist außerdem die Angabe des Postbezirks(O, N, S, We usw.) und des Bestell⸗Postamtes dringend erwünscht. Verzeich⸗ nisse der Straßen und Plätze Berlins mit Angabe des Postbezirks und der Bestell⸗Postanstalt werden an allen Postschaltern sowie von den Orts⸗ und Landbriefträgern zum Preise von 5 Pfg. verkauft.

* Die Schonzeit für Rehwild ist im Groß⸗ Ve eee Hessen vom 15. auf 1. Januar verscho⸗

en worden, so daß es den Nimroden vergönnt ist, bei der fleischknappen Zeit unsere Hausfrauen noch zu Weihnachten

und Neujahr mit feistem Wildbraten zu versorgen. Leider

ört 0 8 tatkräfti ädie dem Weldwert nach ehen nelsfen Gs eite Lafarge daß dice

Tage eine angesetzte große Treibjagd in unmittelbarer Nähe unserer Stadt abgesagt werden mußte, weil von den ein⸗ geladenen über 30 Schützen nur im ganzen 5 sich als Jagd⸗ gäste hatten bereitfinden lassen.

Landkreis Gießen.

e. Geilshausen, 21. Dez. Pionier Philipp Müller er⸗ hielt das ESiserne Kreuz und wurde zum Gefreiten ernannt. Wie im vorigen Jahr hat auch diesmal der Krtegerverein Weihnachtspaketchen an die Ortsangehörigen im Felde gesandt. Das gleiche hat der hiefige Frauenverein getan.

Kreis Büdingen. ho. Nidda, 21. Dez. Die Weihnachtsfeier unserer Kleinkinderschule sand vorgestern statt. 75 Kinder wurden mit Kleidungsstücken, Aepfeln, etwas Konfekt und mit je einer Kriegstasse, gezeichnet mit dem Eisernen Kreuz, beschenkt. Pfarrer Werner hielt die Ansprache. Die Feier verlief unter Gesang der Kinder und Deklamationen der Sonntagsschüler aufs schönste.

Kreis Lauterbach. 1

M. Lauterbach, 21. Dez. Stadtrechner Albert Stöpler von hier erlitt gestern nachmittag in Fulda auf der Straße ei Schlaganfall, der alshald den Tod Vereinslazarett Turnhalle hier fand gestern abend für die Verwundeten und deren Kinder, sowie für das Pflegepersonal eine Christbescherung aus Mitteln des Roten statt. Die Be⸗ scherung war mit einer Christfeser verbunden und nahm einen wür⸗ digen Verlauf, Da es sich meist um Leichtverwundete oder Ge⸗ nesende handelt, die auf Weihnachten beurlaubt werden können, vermögen sie ihren Lieben zu Hause die Freude des Weihnachts⸗

festes durch die reichliche Bescherung zu

zur Folge hatte. In dem den Krieg Bezug

rr. Sch li 92 21. Dez. Dem hiesigen Wehrmann Georg Becker vom Res.⸗Inf.⸗Regt. 221 wurde das Eiserne Kreuz vom Kaiser gelegentlich einer Truppenbesichtigung persönlich über⸗ reicht. Gleichzeitig sprach der Kaiser mit ihm über Schlitz, das ihm durch seinen Verkehr mit dem verstorbenen Grasen Emil Friedrich wohlbekannt ist. a

Kreis Friedberg. 5

Q. Bad⸗Nauheim, 21. Dez. Unter Vorsitz des Bürger⸗ meisters Dr. Kayser hat sich hier eine Vereinigung zur Förde⸗ rung des Goldmünzenumtausches und verwandter vater⸗ ländischer Zwecke für den Amtsgerichtsbezirk Bad⸗Nauheim gebildet. In einer gestern im Stadthaus abgehaltenen Versammlung er⸗ klärten sämtliche umliegenden Ortschaften, die durch ihre Bürger⸗ meister usw. vertreten waren, ihren Beitritt. Kommenden Mitt⸗ wochnachmittag veranstaltet die Großh. Bade⸗ und Kurverwaltung im Konzerthaus eine Weihnachtsfeier, zu der alle hier anwesenden Kriegsteilnehmer eingeladen sind. 8

Starkenburg und Rheinhessen.

e. Darmstadt, 21. Dez. Zehn belgische Geschütze sind seit einigen Tagen im Residenzschloß zur Aufstellung gekommen. Vier davon, große 15- und 12-Zentimeter⸗Festungsgeschütze, stehen am Haupteingang an der Schloßwache, während vier leichtere Revolverkanonen, teilweise mit Stahlpanzerdeckung, in dem linken Seitengang Aufsstellung fanden Sie stammen von der Festung Lüttich und wurden durch hessische Truppen erbeutet.

m. Offenbach a. M., 21. Dez. In einem hiesigen Ver⸗ gnügungslokal erschossen hat sich der 18jährige Fritz Mosen aus der Friedberger Landstraße 110 in Frankfurt. Der junge Mann hatte in dem Lokal eine größere Zeche gemacht, die er aber nicht begleichen konnte. Aus diesem Grunde schoß er sich mit seinem Revolver eine Kugel in den Mund. In schwerverletztem Zustande wurde er ins städtische Krankenhaus verbracht, wo er bald nach seiner Einlieferung verstorben ist. 0

Kreis Wetzlar.

ul. Limburg, 21. Dez. Bei der am Samstag erfolgten Stadtverordnetenstichwahl ist in der dritten Abteilung der Landwirt Dillmann gewählt worden. Die Wahlbeteili⸗ gung war sehr gering. Das Stadtverordnetenkollegium ist somit auf die gesetzliche Höhe von 30 Mitgliedern gebracht worden.

Hessen⸗Nassau.

Marburg, 21. Dez. Zur Förderung der wissenschaftlichen Bearbeitung von wirtschaftlichen und rechtlichen, den Beamten⸗ stand betreffenden Fragen hat der Verband mittlerer Reichs post⸗ und Telegraphenbeamten ein Kapital von 30 000 Mark festgelegt, dessen Zinsen im Betrage von 1500 Mark zu gedachtem Zwecke zu verwenden sind. Statistische Mitteilungen werden vom Verband zur Verfügung gestellt. Die Druckkosten der Dissertationen über⸗ nimmt die Stiftung. Die Geschäftsstelle des genannten Verbandes ist Berlin NO 18, Frankfurter Straße 33.*

5 0 Marburg, 21. Dez. Dem aus dem Felde zurückgekehrten Direktor der chirurgischen Universitätsklinik, Prof. Dr. König, wurde der Titel Geheimrat verliehen.

Marburg, 21. Dez. Im Anschluß an die hiesige Wander⸗ arbeitsstätte ist hier ein Arbeitsnachweis für die Kreise N Kirchhain, Frankenberg und Ziegenhain eingerichtet worden.

Wm. Kirchhain, 21. Dez. Mit der am zweiten Weih⸗ nachtsfeiertage in dem Zipfelschen Saale stattfindenden Nagelung des Kriegswahrzeichens der Stadt Kirchhain, einem Eiser⸗ nen Kreuze, ist eine vaterländische Feier verbunden, an der wohl der größte Teil der hiesigen Einwohnerschaft teilnehmen wird. Neben Männerchören, die von der Sängervereinigung zu Gehör gebracht werden sollen, stellt die Jungmannschaft lebende Bi aus der großen Zeit und Schüler und Schülerinnen aller hiesigen Schulen werden durch geeignete Vorträge die Herzen zu Be⸗ ee ea, de A ener t Beheczefgete

13 ain 4 z. In einer im nhofsh un dem Vorsitze des Herrn Bopp⸗Kleinseelheim abgehaltenen Ver⸗ sammlung des landwirtschaftlichen Kreisvereins wurde beschlossen, der Regierung als Nachfolger des verstorbenen Kreistierarztes Veterinärrat Stamm den in Kirchhain ansässigen Tierarzt Wender holt zu empfehlen. Im weiteren Verlaufe der Versammlung sprach Oekonomierat Dr. Staehly⸗Kassel über die neuen Bundesratsverordnungen zur Lebensmittelversorgung.

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6 i ms werden. sor Dr. Ziehen forderte sodann zu reger Mitarbeit an u Zustandekommen von Kriegssammlungen in jeder Ge⸗ meinde auf. Besonders empfahl er das Sammeln von Zeitungen, der städtischen Kriegsakten und aller Formulare, soweit sie auf haben. Für den Nassauischen Verkehrs⸗ verband legte schließlich Bürgermeister Jacobs Königstein ein warm empfehlendes Wort ein. Sodann nahm Regierungs⸗ präsident Dr. von Meister Gelegenheit, auf den Wert der Städte⸗ tage hinzuweisen, die, wenn sie jetzt noch nicht beständen, für die Kriegszeit unerläßliches Bedürfnis seien. 5 ra. Herborn, 21. Dez. Zur Zeit sind am theologischen

Seminar hier keine Kandidaten. Die jungen Theologen, welch nich in diesem Jabre der Prüfung unterzogen hatten fin ins