Ausgabe 
(11.12.1915) 292. Erstes Blatt
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Eine Kundgebung der reichs dentschen waffenbrüderlichen Vereinigung.

Berlin, 11. Dez. Zum ersten Male veranstaltete gestern abend laut verschiedenen Morgenblättern die reichs⸗ deutsche waffenbrüderliche Vereinigung eine Tundgebung im Abgeordnetenhause. Oberbürgermeister Wermuth hieß die zahlreichen Gäste willkommen und führte aus, treu geeinte Völker müßten in Not und Tod erst recht aneinander sich halten. Als Hauptredner des Abends entwickelte Abgeordneter Naumann die Richtlinien für die

künftige gemeinsame Entwicklung Deutschlands und Oester⸗

reich⸗Ungarns. Er führte aus, im Orient solle keine neue abendländische Ausnutzungspolitik an Stelle der alten treten, keine Germanisierung der Türkei. Die Türkei werde fortan allein den Türken gehören, mit denen uns ehrliche Freund⸗ schaft verbinden dürfte. Die junge bulgarische Nation sei wie zeschaffen zum Vermittlungslande zwischen Etrropa und dem Orient. Schließlich gedachte der Redner auch Ungarns. Un⸗ garn sei auf Oesterreich angewiesen, falls es nicht den Weg nach Moskau gehen wolle. Der Zusammenklang zwi⸗ schen Nord und Süd werde auch nach dem Kriege fortwirken. Abgeordneter Schi 1 sagte: Seit dem Durchmarsch durch Serbien weht eine freie Luft. In Freiheit haben wir uns gefunden, in Freiheit wollen wir zusammenbleiben. Die Brücke nach dem Orient ist geschlagen. Unser Volk ist mit seinem Herzen und Gewissen bei diesem Bündnis. An das abwesende Präsidialmitglied der Vereinigung, Feldmarschall von Mackensen, wurde ein Begrüßungstelegramm gesandt. g

Aus Stadt und Cand. Gießen, 11. Dezember 1915.

Sonntagsgedanken.

In der Natur können wir packende Beispiele sehen, wie viele kleine 7 85 sich vereinigt haben zu einem lebendigen Ganzen. Da sind tausende Zellen vereint zu einem Lebe⸗ wesen. Da ist ein Baum mit unzähligen Blüten, die zu⸗ sammen einen mächtigen Strauß ergeben. Da schweben Milliarden Schneeflocken vom Himmel und bilden eine große, weiße Decke

Auch das deutsche Volk ist eine Einheit, aber nicht eine Einheit, die wir beschaulich betvachten können, sondern wir stehen felbst alle darin, sollen lebenskräftige Glieder darin sein. Wir sollen alle fühlen, daß wir verpflichtet sind, zu⸗ 1 80 dieser Einheit auf allerlei Dinge zu verzichten. Ergreifend ist die Art, wie viele, die für das Vaterland streiten, verzichten auf das Eigene, wie viele in der Heimat schwere Opfer bringen als etwas Selbstverständliches. Jeder

einzelne hat Teil an dem Glücke des Vaterlandes. Da ist es T

ja auch etwas Selbstverständliches, wenn er sich nicht wei⸗ gert, auch sein Teil von der Not des Vaterlandes zu tragen. Aber schon in Dingen, die für sie ganz geringfügig 135 sollten, zeigen immer noch viele, daß sie eines solchen Vaterlunde s nicht wert sind, wie unseres ist. Wenn immer noch Gold zurückgehalten wird, so ist das einmal ein Zei⸗ chen von Rückständigkeit, die in diesem Falle wieder öfter 9005 finden ist, wo man fie nicht sucht. Besonders aber 0 darnrus hervor, daß viele noch nicht wissen, daß sie . eee in der Welt leben, sondern sich verbunden fühlen ol mit anderen Menschen und entsprechend handeln. liches ergehen besoabers dem geltnbe gegenfber, iches erscheint, be ers inde gegenüber, obwo man es hat, außergewöhnlich in der Kost zu sparen, oder gar den Pferden, die ib schwer arbeiten müssen, so wenig Hafer zu geben, jetzt ist es für das Wohl des Vaterlandes nötig, auf das, was uns gehört, zu verzichten. Und ebenso muß man sich auch in den Städten einschränken und mehr Geduld haben, wenn manche Dinge nicht mehr in der früher gewohnten Menge vorhanden und 1 5 kaufen sind. Wenn wir uns nur immer wieder vorhalten, wie große Opfer unsere Soldaten bringen, und vor wie Schlimmem sie uns bewahrt haben, dann werden wir auch immer willig sein, uns in das Ganze einzufügen, und werden nicht murren, wenn es oft nicht geht, ohne daß es dem einzelnen rücksichtslos erscheint. Dann bleiben wir, was wir sein sollen: ein einig Volb von Brüdern. ck.

J Auf dem Felde der Ehre gefallen.

(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Musk. Wilh. Schwarz, Res⸗Inf.⸗Regt. 87, aus Heblos. Musk. Gustav Gonter, Inf.⸗Regt. 129, aus Heimertshausen. Feldwebel Karl Jakobi, Res.⸗Inf.⸗Regt. 221, aus Berns⸗ burg. Gefr. Karl Frank, Res.⸗Inf.⸗Regt. 118, aus Rudings⸗ hain. Grenadier Wilh. Weil, Res.⸗Inf.⸗Rogt. 262, aus Nie⸗ dershausen. Grenadier Wilhelm Sackmann, Königin⸗Elisab. Regt., aus Cölbe. 1*

* Auszeichnung. Dem Pionier Karl Sonntag aus 14 857 im Pionier-Regiment Nr. 20, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

** Goldgeld und Heimaturlaub. In einzelnen Kreisen der Zivilbevölkerung ist immer noch die Ansicht vertreten, daß die Heeresangehörigen Heimaturlaub er⸗ halten, wenn sie selbst oder ihre Verwandten und Freunde Goldgeld sammeln und der Reichsbank zuführen. Diese An⸗ sicht ist unzutreffend, denn diese Bestrebungen haben auf die Gewährung von Urlaub keinerlei Einfluß. Das Zu⸗ ritckhalten von Goldgeld aus diesem Grunde ist daher zweck⸗ los und geschieht nur zum Nachteil des Vaterlandes. Je mehr Gold der Reichsbank zugeführt wird, umso mehr steigt die wirtschaftliche Kraft und das Ansehen des Deutschen Reiches gegenüber dem Auslande.

* Verkauf von Kolonialwaren. Von Montag, den 13. Dezember ab findet der städtische Verkauf von Kolonialwaren außer Neustadt 66 auch Asterweg 25 (alte Gewerbeschule) statt und zwar jeden Werktag, mit Aus⸗ nahme Samstags, von 26 Uhr nachmittags.

Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Starke Anziehungskraft. scheinen die Vorstellungen des morgigen Sonntags auszuüben, namentlich die für die Abend⸗ vorstellung angesetzte Erstaufführung der neuen Gesangs posse Der Jurbaron Die Mustk dieses Werkes ist von Walter Kollo, dem Komponisten vonWie einst im Mai, und sie be⸗ sitzt wiederum alle Eigenschaften, um bald populär zu werden. Die beiden Hauptpartien haben in Frl. Zondervan und Herrn Eugens flotte Vertreter gefunden, die namentlich in einigen Tanzduetten, arrangiert von der Ballettmeisterin Fr. Oldini alle Minen guter Laune springen lassen werden. Die Spiel⸗ leitung der Neuheit führt Herr Goll. Die Nachmittags⸗ vorstellung bringt bei kleinen Preisen die letzte Wiederholung des fröhlichen SpielesAls ich noch im Flügelkleide. Nochmals sei nachdrücklich auf das Gastspiel desneuen Theaters aus Frankfurt a. M. am kommenden Dienstag hin⸗ gewiesen, das mit Arthur Schnitzlers neuem Einakterzyklus

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Komödie der Worte eine hochinteressante Darbietung] de bringt. Die Besetzung der Stücke ist vorzüglich. Die Aufführung hatte im Herbst am Kurtheater in Bad⸗Nauheim einen außer⸗ ordentlichen Erfolg. ö

Goldene Hochzeit. Die Feier ihrer Golde⸗

nen Hochzeit begehen morgen(Sonntag) Rentner Si⸗ mon Loeb und Frau, Alicestraße 18. Der heute 79 Jahre alte Jubelbräutigam ist in Hohensolms geboren, wo seine Altvordern schon Jahrhunderte ansässig waren. Er hat dort bis vor 10 Jahren, wo er nach Gießen übersiedelte, das Gewerbe als Viehhändler und Metzger betrieben und er⸗ sreute sich in seiner Heimat einer so hohen Achtung, daß ihn seine 1 in den Gemeinderat wählten. Seine Chefrau, Franziska geb. Katz, ist in Garbenteich geboren. Das Jubelpaar erfreut sich hervorragender geistiger Rüstig⸗ keit und nimmt noch regen Anteil an den Geschehnissen besonders des Krieges. e Vortragsabend. Zum Besten der hiesigen Krieger⸗ frauen und ⸗kinder veranstaltet der Allgemeine deutsche Frauen⸗ verein, Ortsgruppe Gießen, am 16. Dezember einen Vortrags⸗ Abend mit musikalischen und deklamatorischen Darbietungen. Als Mitwirkende sind gewonnen: Frau Dworko wski, Frau Rechtsanwalt Spohr, Fräulein Holzapfel. Wie wir hören, wird Frau Käte Schröder⸗Dworkowski den rezitatorischen Teil der Veranstaltung bestreiten. Von der Künstlerin, die 5 Jahre lang dem Düsseldorfer Schauspielhause angehörte, ist nach den Traditio⸗ nen dieses Theaters ein sprachlich besonders eindrucksvoller Vortrag zu erwarten. Zum Vortrag gelangen lyrische und epische Werke der hessischen Dichter: Alfred Bock, Stefan George, Wilhelm Holzamer und Albert H. Rausch.

* Zur schnellen Abwickelung des Postschalter⸗ verkehrs während der Weihnachtszeit lann jedermann wesentlich beitragen. Die Einlieferung der Weihnachtspakete sollte nicht lediglich oder vorwiegend bis zu den Abendstunden verschoben, namentlich müßten Familiensendungen tunlichst an den Vormittagen aufgegeben werden. Auch sollte es die Regel bilden, daß die Absender die einzuliefernden Weihnachtspakete durch Postwertzerchen selbst frei⸗ machen. Mit seinem Bedarf an Postwertzeichen müßte sich ein jeder bald versehen. Zeitungen dürften nicht in den Tagen vom 19. bis 24. Dezember am Schalter der Postanstalten bestellt werden. Für die Zahlungen am Postschalter sollte der Auflieferer das Geld abge zählt bereithalten. Die Befolgung dieser Rat⸗ schläge würde der Post und der Allgemeinheit gleichmäßig zum Nutzen gereichen.

** Die Zahl der Postscheckkunden im Reichspost⸗ gebiet ist Ende November 1915 auf 110 966 gestiegen.(Zugang im Monat November 733.) Auf den Postscheckrechnungen wurden im November gebucht 2040 Millionen Mark Gutschriften und 2022 Millionen Mark Lastschriften. Bargeldlos wurden 2205 Millio⸗ nen Mark des Umsatzes beglichen. Das Gesamtguthaben der Post⸗ scheckkunden betrug im November durchschnittlich 279 Millionen Mark. Im Ueberweisungsverkehr mit dem Auslande wurden 5,5 Millionen Mark umgesetzt.

Landkreis Gießen.

e. Rödgen, 11. Dez. Dem Wehrmann Heinrich Bellof von hier, Schlachthofarbeiter in Gießen, wurde die Hessische apferkeitsmedaille verliehen; ferner wurde der Unter⸗ offizier Heinrich Stein(Landwirt) von hier mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet. 5

* Annerod, 11. Dez. Der seit dem 30. März vermißte Musketier Ludwig Wehrum von hier, Sohn des Pflasterers und Gemeinderats Kaspar Wehrum, hat an seine Angehörigen geschrie⸗ ben, daß er sich seit dem 2. April in russischer Gefangenschaft be⸗ finde, in der es ihm ganz gut gehe.

n Daubringen, 10. Dez. Dem Musketier Heinrich Ruth von hier, im Infanterie⸗Regiment 117, wurde an Großherzogs Geburtstag die Hessische Tapferkeitsmedaille ver⸗

liehen. . Kreis Büdingen.

a Duden rod, 11. Dez. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der Musketier Dobhahn.

a Ortenberg, 11. Dez. Das Eiserne Kreuz erhielt der Bäckermeister Ulrich. Dem hiesigen Zweigverein vom fertre die heute ankfurt nach dem West b dt ü gen, die von Fr 1 m ten abgesandt werden. Die umliegenden e en stifteten namhafte Beiträge.

k. Schellenhof, 11. Dez. Das Wohngebäude von Schellenhof bei Einartshausen ist vor zwei Tagen vollständig niedergebrannt.

Kreis Schotten.

Laubach, 11. Dez. Dem Leutnant Hugo Link im Artillerie-Regiment Nr. 3, der als Lehramtsassessor am hiesigen Gynmasium tätig war, wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen, nachdem er schon im Herbst mit der Hessischen Tapfer⸗ keitsmedaille ausgezeichnet worden war. Eine Weihnachts⸗ kiste mit Geschenken, die die Stadt Laubach ihren Kriegern im Felde zum kommenden Weihnachtsseste spendet, ging dieser Tage durch Bürgermeister Ritter an die Hauptsammelstelle ab. 750 Mark waren hierzu durch Haussammlung eingegangen.

Starkenburg und Rheinhessen.

ch. Aus Rheinhessen, II. Dez. Für die Reben ist die Frostzeit gut vorübergegangen. Sie haben keinen Schaden erlitten. Die Arbeiten in den Weinbergen, wie Düngen, Zuhacken usw. wurden wieder gufgenommen und kräftig gefördert. Die gegen- wärtig herrschende Witterung läßt die Hoffnung zu, daß es gelingt, eine Menge Arbeit zu leisten und so die Reben dann während dommender Frostzeiten sich ruhig selbst überlassen zu können, auch at man das Vertrauen, daß die Reben gegen die Kälte und den rost genügend Widerstand leisten können. Der neue Wein ist jetzt e Das gilt nicht für alle Gemeinden, denn es machen sich auch Klagen über schwachen Geschäftsgang bemerkbar. Ein belebtes Geschäst herrscht aber vor. Für das Stück 1915er wurden in der letzten Zeit in Guntersblum 630 Mk., iu Heßloch 540 Mk., in Ober⸗Saulheim 560 Mk., in Partenheim 550 Mk., in Alsheim 700 Mk., in Albig 500 Mk., in Osthofen 550 Mk., in Vendersheim 580 Mk., in Weinheim 550 Mk., in Wallertheim 540550 Mk., für das Stück neuen Rotwein in Nieder-Saulheim 625 Mk. angelegt. Das Stück 1913er kostete in Ober⸗Saulheim 590 Mk., in Udenheim 600 Mk., in Nieder-Olm 675 Ml., in Wolfsheim 600 Mk., das

Stück 1914er in Osthofen 600 Mk.

Hessen⸗Nassau. ra. Biedenkopf, 10. Dez. Der Magistrat hat auf Vor⸗ schlag der Lichtkommission die im vorigen Jahre angelegte Alu- miniumlichtleitung zum Seewasen verkauft. Der Erlös beträgt 2978 Mk., während sich die Gesamtkosten der Anlage da- mals auf 2673 Mk. beliefen.

ra. Wallau, 10. Dez. Dem Regierungs⸗Supernumerar Einj.⸗Unteroffizier Ludwig Berge, Sohn unseres Bürgermeisters, wurde das Eiserne Kreuz verliehen.

ra. Allendorf(Eder), 11. Dez. Auf Grund des letzten Gutachtens des Kirchenbaumeisters, das eine kostspielige und um⸗ fangreiche Reparatur der aus dem Jahre 1646 stammenden Kirche vorsah, beschloß die Gemeindevertretung, eine neue Kirche zu bauen.

(Hanau, 11. Dez. Gestern morgen fand hier im Dachstock eines Hauses eine heftige Eyplosion statt, durch die ein Brand ausbrach. Die dreijährige Tochter der Woh⸗ nungsinhaberin fand dabei den Tod, die Frau selbst und drei weitere Kinder im Alter von ½ 5 und 7 Jahren wur⸗ den ebenfalls ohne Bewußtsein aufgefunden und in das Landkrankenhaus gebracht.

Aus der Rhön, 10, Dez. Auf dem höchsten Berge der waldgebirgigen Rhön, dem 930 Meter hohen Dammersfeld, plant der Rhönklub die Erbauung eines Aussichtsturmes. Vom Dammersfeld, auf dem bisher nur eine Schutzhütte steht,

ießt man eine der großartigsten Aussichten auf die deutschen Mittelgebirge; Taunus, Vogelsberg, Thüringer Wald, Fichtel⸗ gebirge, Spessart und das südliche Frankenland. Als Grundstock für

n Turm wurden bereits 1500 Mark gezeichnet.

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wurden zwei Ein heitskisten zur Lieferung

Handel. s 225 Berlin, 10. Dez.(WTB. Rich tamtlich; In der heutigen

Allgemeinen ektrizitäts⸗ Gesellschaft wurde nach längeren Erörterungen die 4 ordnung genehmigt.⸗Für einige der beantragten Satzungsän 151 gen ist die Einbersfung einer neuen Hauptversammlung 3 weil die zur Beschlußfassung nötige Hälfte des Aktienkapitals nicht vertreten war. Der Antrag auf Erhöhung der Dividen de auf 12 Prozent wurde abgelehnt. Von der Verwaltung wurde 1 9 teilt, daß die Umsätze in den drei ersten Monaten des 1 7 8 50 schäftsjahres 100 Millionen Maxk gegen 87 Millionen Mark un der Wert der Aufträge 334 Millionen Mark gegen 323 Millionen Mark im Vorjahr betragen. Das Bankguthaben habe eine weitere mäßige Erhöhung erfahren. Zu dem Gewinne des ade Geschäftsjahres hätten Gewinne aus Finanzgeschäften nicht bei⸗ getragen. Kriegsgewinne spielten nur eine kleine Rolle. Der 1 ergebe sich in der Hauptsache aus dem Fabrikations⸗ geschäft. 5

Hauptversammlung der

Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 12. Dez. Trüb und regnerisch, Temperatur wenig geändert.

Letzte Nachrichten. Der Kaiser an Mackensen. 1 Danzig, 11. Dez. Der Kafser hat an den General⸗ feldmarschall v. Mackensen ein Handschreiben ge⸗ richtet, in dem es heißt: 5 4 Mein lieber Feldmarschall! Wiederum stehen Sie am Abschluß einer großen Kampfhandlung, durch die es den in treuer Waffen⸗ gemeinschaft kämpfenden deutschen) österreichisch⸗ungarischen und bulgarischen Heeren gelungen ist, einen mit zäher Ausdauer kämp⸗ fenden tapferen Gegner niederzuwerfen. Ein gewaltiges Strom⸗ hindernis wurde mit einer unvergleichlichen Schnelligkeit über⸗ wunden, die Hauptstadt des feindlichen Landes mit stürmender Hand genommen und die feindlichen Truppen auf allen Fronten, wo sie sich auch gestellt hatten, geschlagen. Ten Führern aller Armeen, ihren Stäben und Truppen, gebührt hierfür unvergeßlicher Dank. Ihnen, mein lieber Feldmarschall, in dessen Händen die Fñöden der Leitung sich vereinigen, wünsche ich meine Anerkennung dadurch Ausdruck zu geben, daß ich Sie zum Chef des dritten westpreußischen Infanterre⸗Re⸗ f giments Nr. 12 9, das setzt unter Ihnen wiederum schöne Er⸗ folge errungen hat, ernenne, indem ich auch weiß, daß Sie mit diesem tapferen Regiment auch als Kommandierender General des XVII. Armeekorps noch Beziehungen verknüpfen und es gewiß i Ihren Wünschen entspricht, diese Verbindung noch enger gestaltet zu sehen.( danziger Zeitung.) Der Schrecken in Saloniki. i Amsterdam, 11. Dez. Aus Saloniki erfährt der Korre⸗ spondent derVossischen Zeitung: Nach Mitteilungen eines englischen Kommandeurs an der e eee Front auf dem Balkan sind bereits Maßnahmefegetrof⸗ fen, um die teilweise Einschiffung der Truppen jederzeit bewerkstelligen zu können. Im Hafen von Saloniki sind etwa 100 Transportdampfer zusammen⸗ gezogen; die Zahl der Anlegestellen wurde verdoppelt. Von der Hafenstation zur Front wurden mehrere Schienenwege angelegt, um Geschütze und Material zu befördern. Die Lazarettschiffe sind 9 aber nach Saloniki zurückgesandt; nur ein Hilfslazarett befindet sich dicht hinter der Front. Die Verwundeten werden in be⸗ reitstehenden Lazarettzügen nach Saloniki gebracht und von dort mit Dampfern nach den großen Lazaretten auf den griechischen Inseln oder nach Aegypten gebracht. Daß den Schwierigkeiten dieser Transporte viele Verwundete erliegen, ist. Es herrscht großer Mangel an Lebensmitteln unter den Truppen, die

1915

schon seit Wochen von Zwieback und Konserven leben. Die Unlust wird täglich stärker, schreibt der General, und allem Anschein nach wird es das beste sein, die Expedition abzubrechen. Er schreib wörtlich: Wir haben hier mit Schwierigkeiten zu kämpfen, wie sie nirgends in dieser Größe sich gezeigt haben und die fortwährend

urteilen, wie es scheint, da man noch fortwährend neue Truppen schickt, die wir hier nicht brauchen kön⸗ nen. Vergeßt doch nicht, daß wir Krieg führen, auf ein Land

gestützt, das neutral bleiben will und wir um jeden Kanonen schuß sozusagen um Erlaubnis bitten müssen. Ihr erwartet von uns Erfolge, während wir uns nicht frei bewegen können. Das alles entmutigt die Truppen, die sich fortwährend in größter Ge⸗ fahr befinden. Wenn die Lage nicht bald geklärt wird, fürchte ich ein schreckliches Ende. 0

869788

1 5. 45 Liebesgabe

Altbewährt gegen:

Husten, Heiserkeit,

Pastillen Verschleimung, Influenza 5

Man achte auf den AufdruckKönigl. Ems 7 und weise Nachahmungen zurück.

Bettenfrage für Gesunde und Kranke? Ist am besten gelöst, wenn die unter D. R.⸗G.⸗M. Nr. 420 684 und D. R.⸗G.⸗M. Nr. 420685 der Möbel⸗ und Betten⸗ fabrik Th. Brück, Gießen, Ecke SchloßgasseKanz⸗ leiberg, patentamtlich geschüzten Sprungfeder⸗Ma⸗ tratzenUnerreicht, bequem und dreiteilige Auflage⸗Ma⸗ tratzenStabil, die seit Jahren eingeführt und aufs ene bewährt, gekauft werden. Alle Klagen über knarrende 9 Matratzen, ungesundes, hartes und kaltes 8 8 auf. 2

Amtlicher Teil.

. l Betr.: Landespolizeiliche Prüfung des Entwurfs zur Erwei⸗ terung des Bahnhofs Reiskirchen. 1

Der Entwurf der Königlichen Eisenbahndirektion Frankfurt da. Main über Aenderungen am Bahnhof Reiskirchen liegt vom 12.17, Dezember lf. Is, auf dem Amtszimmer der Gr. Bürger⸗ 8. Ae e d 5 12

ur espolizeilichen Prüfung des Entwurfs ist Termin

auf Dienstag, den 21. Dezember[f. Is., nachmittags 35, Uhr auf dem Bahnhof Reiskirchen festgesetzt. f 05

Einwendungen gegen den Entwurf, welche sich auf Ansprüche wegen Verlegung und Aenderung öffentlicher Wege, An⸗ und Zufahrten auf Grundstücke, Einfriedigungen, Wasser⸗ Vorflut⸗ verhältnisse usw., sowie die Herstellung von Schußzvorrichtungen zur Sicherung gegen die aus dem Bahnbetrieb entstehenden Ge⸗ fahren und Nachteile beziehen, sind bei Meidung des Ausschlusses spätestens im Termin vorzubringen; es empfiehlt sich, sie schrift⸗ lich vorher bei der Bürgermeisterei einzureichen.

Gießen, den 10. Dezember 1915.

Großherzogliches Kreisamt Gießen. V.: Langermann.

5 5. 5 er 18bruch der Maul⸗ und Klauenseuche in Eberstadt. Die Seuche ist erloschen. Die Sperrmaßregeln sind auf, 8 Steben, g eee 855 55 W Großherzogliches Kreisamt Gie *. Hemmerde.