Ausgabe 
(10.12.1915) 291. Drittes Blatt
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Drittes Blatt

Erichen e dann wit Ausnahme des Sonntags.

De ebener Famifleublxtter- werben dem Arzeiger vtermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt sar den Ureis Sießen zweimal wöchenich DieLand wirtschaftlichen zelt agen erlchemen monatlich zweimal.

Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, 10. Dez.

Kommerzienrat Emmelius und Justizrat

wald,

Geh. erzienrat

Orbig, Petri, Plank, rzienrat Schaffstaedt, Simon, Dr. Urstadt, Vetters, Geh Rat Wimmenauer, Wim

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. seinen Dank ausgesprochen habe für die Ueberweisung von 600 Mk. Fur militärischen Ausbildung der Jugend und der Vorstand der Kleinkinderbewahranstalt fitr die zugefagte städtische Unterstittzung. Ferner sprach die Versammlung ihren Dank aus für die Stiftung von 4000 Mk. des Ehepaars Albert Heichelheim, über die wir schon berichtet haben. 5 Punkt 2 betraf das Gesuch der Firma J. B. Noll um Er⸗ strechung der Frist zur Errichtung eines Gebäudes an der Wiesen⸗ straße. Die Genehmigung wurde im Jahre 1908 erteilt unter der ingung, daß der Bau innerhalb dret Jahren ausgeführt werde. Die Firma ersucht um eine Fristverlängerung auf drei Jahre. Das wurde genehmigt. 1 5 f Punkt 3, Belegungsplan für den israelrtischen Teil des neuen Friedhofs, wurde 1 genehmigt, da sich die Notwendigkeit herausgestellt hat, die Erbbegräbnisplätze zu er⸗ vneitern. Zur Erweiterung ist der Platz vor der Kapelle vorgesehen, eeinze 2991 Seren sollen zum Preife von 150 Mark ab⸗ Punkt 4 betraf die Festsetzung der Musnahmetage für den Ladenschluß in offenen Verlaufsstellen im Jahre 1916. Stadtv. 5Kommerzienrat Heichelheim schlug vor, in dieser Frage erst die Ansicht der Handelskammer und des Kaufmännischen Ver⸗ eins zu hören. Da die Ausnahmetage nach dem Vorschlag des sozialpolitischen Ausschusses von den bisher üblichen nicht ab⸗ weichen, so wurde dieser Vorschlag als überflüssig angesehen und im Sinne des Ausschusses beschlossen. . Zu Punkt 5, Vergitustigungen bei Benutzung Straßen⸗ bahn, führte Oberbürgermeister Keller aus, daß die Fahr⸗ preisermäßigung für Militärpersonen in anderen Städten, z. B. in 12 seit dem 20. August 1914 die Abänderung erfahren phabe, da

1 0 Wddlrbe enen nur bis zum Offizierstellvertreter auf⸗ wärts von ihr Gebrauch ma können. In Hinblick auf die Finanzlage der Straßenbahn sei diese Abänderung auch für Gießen erwünscht. Es wurde demnach der Beschluß gefaßt, daß vom 1. Jun 1916 an die ir auf 5 Pfg. nur mehr für Militär per sonen bis zum Offizierstell⸗ r r a 5 un J iligung kadt an der Einkaufsgesellschaft fldwestdeutscher Städte in Mannheim wurde wegen Mangels an Anterlagen ausgesetzt. . Mit Punkt 8, der Bewilligung eines weiteren Kredits von 5000 Mk. zur Beschaffung von Elektrizitätszählern, Die erforderlich sind, um Neuanschlüsse durchführen zu können, erklärte sich die Persammlaumg einverstanden. Zu Punkt 9, ligung eines weiteren Kredits für Kriegs kosten, führte der Oberbürgermeister aus, daß der She: Kredit von 557 500 Mk. schon bei weitem überschritten ei und der Finanzausschuß eine Krediterweiterung von einer Million Mark beantrage, der bis März oder April nächsten Jahres ausreichen werde. Der Antrag wurde ohne Debatte ge⸗ nehmi

igt.

Punkt 10 bekraf den Vor

einen Beitrag für das R

willigen, da den

80

lich . 7 5

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Grundstücke innerhalb des igt werde.

faßten sich mit Erlaubnisgesuchen e und 2 Kaffeewirtschaftsbetriebe,

Die Ariegs⸗ Weihnachtskrippe.

e Uns wird geschrieben: Zum zweiten Male erleben wir das Weihnachtsfest im Zeichen des Krieges. Zum zweiten Male stehen 0 e Söhne, Brüder und Väter im heiligen Monat Dezember im N de gegen unsere Feinde Zum zweiten Male wird der dumpfe er der Geschütze über die Erde rolsen, die auch des heiligsten, menschlichsten, allen Völkern der zipilisierten Länder sonst stets gemeinsamen Friedens beraubt ist. Auch diefes Weihnachtssfest geht . ber, ohne daß der Streit beendet, der furchtbarste aller Kämpfe durch einen endgültigen Abschluß der Vergangenheit zugewiesen ist. gerade darum wird dieses zweite Kriegsweihnachtsfest überall Deutschland, noch tiefer als sonst, als eine Zeit des Gebens und der Eintracht empfunden. Als eine Zeit, in der das Zu⸗ sammenhalten im Reiche und in der Familie noch notwendiger und pflichtgemäßer ist, als ehedem in friedlichen Jahren. Und als eine Gelegenheit, all denen, die Gesundheit, Besitz und Wohl⸗ er freudig aufs Spiel setzen, um uns das Erworbene zu See wenigstens einigermaßen zu vergelten, was ste für alle Ewigkeit für uns vollbracht haben und auch weiterhin vollbringen. Darum ist es nur natürlich, daß in diesen Wochen die Liebes⸗ ätigkeit sich zu stärkstem Maße entfaltet, daß jeder gerne doppelt d dreifach gibt, unt die für seine eigene Ruhe und Sicherheit schlagenen Wunden wentgstens einigermaßen zu lindern So hält denn das öffentliche Leben dieser Tage sein ganz beson⸗

2 N .

5 es Bild durch die Veranstaltungen und Einrichtungen, die aus

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Mitte des Volkes hervorgehen, um dem ot dieser blutigen eihnachtszeit gerecht zu werden. Und durch die Bestrebungen, öglichst alle Zweige der Industrie, der Organisatson und der Kunst hohen Zweck dienstbar zu machen, sind zahlreiche Weih⸗ g achtsveranstaltungen geschassen worden, die uns bislang un⸗ sewohnt waren. Auf diese Weise ist auch ein seltener Gast nach in gekommen, der der Belehrung, dem Kunstinteresse und der ewinnung von Geldmitteln für die Kriegswohlfahrt gleichzeitig lich ist. Es ist eine Weihnachtskrippe. Eine echte . 7 deutscher Art und Kunst, wie sie bisher in Preußen noch niemals

a gel

ehen war. . b und die Anfertigungskunst der Weihnachts⸗ krippen stammen noch aus der Zeit der Einführung der sog. ichen Spiele, die im 11. Jahrhundert besonders im süd⸗ 715 Deutschland zur Eutfaltung gelangten. Und in dem Maße, in dem diese religiös⸗wölkischen Spiele volkstümlicher ausgestaltet wurden, geschah auch die Entwicklung der eigenartigen Krippen⸗ kunst. Die Krippen, die, ursprünglich gauz primitiv geschnitzt und gezimmert, sich anfänglich darauf beschränkten, die Geburtsstätte Christusknäbleins zu symbolisieren, wurden verschönert und ausgebaut, bis es so weit kam, daß man von einer tatsächlichen

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Fltr gestern 5 Uhr war eine Stadtverord⸗ n anberaumt, zu der erschienen waren üne⸗ ie die Stadtverordneten; Dr. Ebel, Eichenauer, Faber, im, Helferich, Huhn, Krumm, ch

of.

Die Stadtverordneten Orbig und Plank wurden als Ur⸗ kundspersonen gewählt. Sodann setzte der Oberbürgermeister die lung davon in Kenntnis, daß derJungdeutschlandbund

165. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General⸗Anzeiger für Oberhessen

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen

Universitäts Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Freitag, 10. Dezember

Schriftleitung, Geschästsstelle u. Druckerei: Schul

straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: Ss, Schrist⸗

leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

worüber Stadtv. Löber Bericht erstattete. Die Gesuche von Robert Möhring um Erlaubnis eines Schankwirtschaftsbetrie⸗ bes im Hause Ludwigstraße 55, desgleichen von Johannes Carle im Haus Kirchstraße 20 wurden für die Dauer der Kriegszeit ge⸗ nehmigt, Gegen die Gesuche des Bäckermeisters Hermann Kuhn um Erlaubnis zum Betriebe einer Kaffeewirtschaft im Haus Neuen Bäue 6 und der Ehefrau Karl Paul im Haus Bahn⸗ hofstraße 62 erhebt der Ausschuß Bedenken und war für ab⸗ schlägigen Bescheid, da durch die Errichtung neuer Kaffeewirt⸗ schaften der Verkauf von Feinbackwerk noch mehr gefördert werde. Oberbürgermeister eller hält die Stellungnahme für richtig; ein Bedürfnis für Vermehrung der Kaffeewirtschaften liege nicht vor, da die Bevölkerung kleiner geworden sei. Die Neuerrichtung von Kaffeewirtschaft en diene nur der Förderung von Feinbackwarenverkauf, dem entgegengewirkt werden solle. Die städtische Mehlverteilungsstelle habe die Tatsache festgestellt, daß die Feinbäckereien am wenigsten haushälterisch mit dem Mehl um⸗ gingen. Stadtv. Simon führt dagegen aus, die betreffen⸗ den Leute seien durch den Krieg in eine mißliche Lage geraten, man solle ihnen die Möglichkeit einer Verbesserung nicht nehmen. Stadtv. Dr. Ebel hält die Sache für schwierig. Ueber das Brot in Gießen werde geklagt, da der Weizenmehlzusatz zum Brote zugunsten der Feinbäckerei gekürzt werde. Der Handel mit Feinbäckerei hrauche außerordentlich viel Weizenmehl. Leute, die der Kriegsfürsorge unterständen, sehe man öfters aus Fein⸗ bäckereien kommen, auch Kinder machten einen star en Gebrauch von ihnen. Er wolle den Leuten das Vergnügen nicht miß⸗ gönnen, sehe aber eine Gefahr in der wefteren Errichtung von Kaffeewirtschaften, da dadurch die Herstellung von Feinbückerei noch weiter vermehrt werde. Andererseits sei er dafür, Leute, die ihre Erwerbsmöglichkeit erweitern wollten, darin nicht zu be⸗ hindern. Er schlug daher vor, den Ausschank von Kaffee zu genehmigen unter der Bedingung, daß kein Feingebäck dabei ver⸗ trieben werde. Beig. Grünewald hält die Trennung nicht für M und weist nach, daß Einwände nur erhoben werden können, wenn die baupolizeilichen Anforderungen nicht erfüllt sind und der Betrieb der Völlerei oder der Unstttlichkeit Vorschub leistet. Da diese Einwände für die beiden Kaffee⸗ wirtschaften nicht in Frage kommen, wird nach kurzer Beratung beschlossen, die beiden Gesuche zu befürworten.

Außerhalb der Tagesordnung erkundigt sich Stadtv. Vetters, ob eine Bestimmung bestehe, die ausländischen Studenten den Be⸗ such des Theaters verbiete. Wenn dies der Fall sei, werde dadurch das Theater und indirekt die Stadt geschädigt. Der Ober⸗ bürgermeister erwiderte, daß die Stadlwerordnetenversamm⸗ lung in dieser Sache nicht zuständig sei, da es sich hier um eine Sicherheitsmaßregel handle, über welche die militärischen bezw. Polizeibehörden allein zu entscheiden hätten. Beig, Grüne⸗ wald erklärt, wie er gehört habe, handle es sich im angegebenen Falle nur um drei russische Studenten, denen diese Ein⸗ schränkung mit Recht auferlegt sei, um keine Mißstimmung unter der Bevölkerung zu erregen. Außerdem brachte er die Klage vor, von den Lazarettverwaltungen werde von der Möglichkeit des Theaterbesuches der Verwundeten nicht so sehr Gebrauch gemacht, wie es wünschenswert sei. Die Versammlung drückte den Wunsch aus, daß die Lazarettverwaltungen möglichst weitgehend von den Vergünstigungen für die Verwundeten Gebrauch mache.

Stadtv. Krumm wies darauf hin, die billigen Presse der städtischen Verkaufsstelle ließen in manchen Bevölkerungsschichten den Vorwurf aufkommen, daß die Händler Wucherpreise nähmen. Er stellte fest, daß dieser Vorwurf ungerechtfertigt sei, da es sich bei der städt. Verkaufsstelle um außergewöhnlich günstige Be⸗ dingungen handle. Die Händler könnten zu solchen Ausnahme⸗ preisen weder einkaufen noch verkaufen.

Stadtv. Heichelheim sprach sich gegen den Zwang aus, beim städtischen Verkaufe den Steuerzettel vorlegen zu müssen. Man solle der anständigen Gesinnung der Bevölkerung vertrauen. Stadtv. Orbig schlug die Einführung von Ausweiskarten vor. Stadtv. Krumm meinte, Mißbräuche seien erwiesen. Die Vergünstigung solle nur für Minderbemittelte Geltung haben und man müsse daher auf eine genaue Durchführung der Bestimmun⸗ gen halten. Wenn derartige unnoble Vorgänge sich ereigneten, so müsse dagegen eingeschritten werden. Stadtv. Dr. Ebel hielt dagegen, jede neue Maßnahme bedeute für den Verkauf eine weitere Belastung. Es gebe auch Leute, die keine Steuern zahlten und die daher nichts bekommen könnten. Im übrigen set die Grenze willfürlich gezogen, und es gehe jenseits dieser Grenze genug Familien, die auf diese städtische Vergünstigung ein Anrecht geltend machen könnten. Insolgedessen wurde von neuen Maß⸗ nahmen abgesehen und die öffentliche Sitzung geschlossen.

Aniversitäts⸗ Nachrichten. Ausländer an deutschen Universitäten während des Krieges.

In den letzten Jahren betrug die Zahl der an den deut⸗ schen Universitäten studierenden Ausländer 10 v. H. aller Studierenden. Der Weltkrieg schuf hier blitzschnell Wandel hoffentlich auch für die Zukunft. Unsere Feinde schmiedeten ihre Waffen bei uns, indem ihre Söhne vorzugsweise die Berufe studierten, denen im Kriege besondere Bedeutung 555 kommt, nämlich Medizin und Naturwissenschaften. Vor Kriegsausbruch studierte e die Hälfte aller 15 1 985 2130 Medizin; 489 waren Naturwissen⸗

aftler. n

Während vor dem Kriege die Gesamtzahl der ausländi⸗ schen Studenten 4750 betrug, ging sie im eben abgelaufenen Sommerhalbjahr auf 1302 zurück oder von 7,7 v. H. auf 2% v. H. Von Angehörigen des feindlichen Auslandes 1914 waren es 2669 gab es jetzt nur noch 62 Russen, fünf Italiener, zwei Engländer und einen Belgier an deut⸗ schen Hochschulen. Es waren dies entweder Angehörige unter⸗ drückter russischer Volksteile oder Persönlichkeiten deutscher Abstammung. Aus neutralen oder verbündeten Ländern weilten hier aus Oesterreich⸗Ungarn 525(1914: 814), Schweiz 157 9185 Bulgarien 87(131), Schweden 70 15 Türkei 48(69), Spanien 6(32), Amerika 128(300), Afrika 15(29), Asien 49(182).

Dieser geringere Besuch der ausländischen Studenten zeigt sich in den Besuchsziffern der einzelnen Universitäten wie folgt: In Berlin waren im letzten Semester 457 Aus⸗ länder gegen 1361, in Leipzig 200 gegen 627, in München 163 gegen 614, in Gießen 7, in Frankfurt 33, in Mar⸗ burg 26, in Göttingen 35, in Würzburg 10 und in Heidel⸗ berg 52. Interessant ist folgender Vergleich: Während im Frieden in Berlin 16 v. H. der Ausländer studierten, be⸗ fanden sich diesen Sommer 35 v. H. dort, in

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stieg ihr Prozentsatz von 9 auf 12,5 v. H., in Lei 11,7 auf 15,3, während er in Heidelberg von 13 auf 3, in Halle von 10,2 auf 8,8 und in Breslau von 5 auf 3 v. H. sank. 5 5

[Marburg, 10. Dez. Zur bleibenden Ehrung des Wirkl. Geh. Rats Erz. Prof. Dr. Emil von Behring, der am 4. Dezember das 25jährige Jubiläum der Entdeckung des Heil⸗ serums feiern konnte, verfügte der Minister, daß an der Stätte seines hauptsächlichen Wirkens, im hiesigen Institut für Hygiene und experimentelle Therapie, seine Büst ee zur Aufstellung kommt. Im laufenden Wintersemester wird die hiesige Universität von 1942 Studierenden besucht, hiervon sind jedoch 1423 ins Feld be⸗ urlaubt, so daß die wirkliche Zahl 517 beträgt, mit den Hörern erhöht sich diese Zahl auf 539.

Märkte. le. Frankfurt a. M. Viehhofm arktbericht vom 9. Dez. Auftrieb: Rinder 996(darunter Ochsen 24, Bullen 2, Kühe und Färsen 970), Kälber 663, Schafe 317, Schweine 395. Marktverlauf: Kälber werden bei gedrücktem, Schafe und Schweine bei lebhaftem Handel ausverkauft. Preise für 100 Pfd. Lebend⸗ Schlacht- gewicht. Mk Mk.

4 Kälber. Feinste Mastkälber.

23 c

Mittlere Mast⸗ und beste Saugkälber.. 70-72 117-120 Geringere Masts und gute Saugkälber... 6568 110-115 Geringe n 4. 60-64 102108

. Schafe.

Weidemastschase. Mastlämmer und jüngere Masthammel.. 5859 125128 Geringere Masthammel und Schafe... 48-00 11500 Schweine. 5

Vollfleischige Schweine von 80 bis

100 kg Lebend gewicht 108.00 00.00. Vollfleischige Schweine unter 80 kg

Lebendge wicht. 900 00.00. Vollfleischige Schweine von 100 bis

120 kg Lebendgewicht. 118.0011860

Vollfleischige Schweine von 120 bis 150 kg Lebendgewicht

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129.00 00,00

Kunst eigener Art zu sprechen vermochte, die heute in Bayern in großem Maße ausgebildet und verbreitet ist.

Aus den einfach aus Holz geschnittenen und roh bemalten Krippen wurden funstvoll geschnitzte und komplizierte Darstellungen der Geburt Christi. Die Krippe wurde erweitert, und allmählich fand auch die Anbetung der Hirten und die Verehrung der hei⸗ ligen drei Könige Gestaltung, Im selben Maße, in dem das Gegenständliche fortschritt, wurde auch die Verwendung der Ma⸗ lerialien vermehrt und verfeinert, so daß die Krippen, die man heute in Bayern zu sehen bekommt, gewissermaßen eine berühmte Volkskunst geworden sind, wie etwa die bekannten Passionsspiele von Oberammergau.

Nun hat auch Berlin eine Weihnachtskrippe erhalten. Die gegenwärtig in der Reichshauptstadt zur Schau gestellte Krippe, deren Ausstellungserlös dem Frauenhilfsverein des Roten Kreuzes zufließt, stammt aus dem alten Kloster Ettal und wurde von einem Partenkirchener Kunstschnitzer und Goldschmied Anton Simon, in zehnjähriger mühseliger Arbeit ausgestaltet und aus⸗ geschmückt. Die Krippe, wohl die größte und schönste in ganz Deutschland, ist in Gestalt eines Panoramas aufgebaut, das von den Städten Bethlehem und Jerufalem begrenzt wird, Hunderte geschnitzte Figuren, die heiligen drei Könige, die Hirten, Hof⸗ gesinde, Priester, Volk darstellend, scharen sich anbetend um das Jesuskind. Alle Figuren, auch die zahllosen Tiere wie Ele⸗ fanten, Kantele, Pferde, Esel, Schafe, die Gerätschaften, Sänften, Kostharkeften sind mit unendlichem Fleiß und beachtenswerter Kunstfertigkeit in Holz, Metall, Stoffen und Halbedelsteinen aus⸗ geführt. Es ist ein Volkskunstwerk eigenster Art, dessen Er⸗ scheinen bei uns es zum ersten Male den weitesten Kreisen mög⸗ lich macht, die Krippenkunst in ihrem Meisterstück zu betrachten und zu würdigen.

In unserer Zeit des auf den verschiedensten Gebieten so Über⸗ aus tätigen Kunsthandwerks ist die Berührung mit dieser naiven, in Empfinden und Gestaltung so echten deutschen Bauernkunst von besonderem Interesse und besonderer Bedeutung. Auch hier sind wie in so Vielem, was uns durch die Kriegsweihnachtszeit aus den Händen des einfachen Volkes beschert wird, die Tiefe und Reinheit des Gemüts, die gesunde Kraft, der Fleiß und der Ge⸗ schmack der breiten Volksschichten in ihrer ursprünglichen Einfach⸗ heit zu erkennen. Darum ist auch das Erscheinen dieser Weih⸗ nachtskrippe ein kleines, zu würdigendes Ereignis, das, aus dem reichen Hilfsbedürfnis der Gegenwart entsprungen, eine Kunst veranschaulicht, die Vielen unbekannt war und gewiß eine beson⸗ dere Beachtung verdient. So wird die Weihnachtszeit durch den 1 8 nicht ärmer, sondern reicher, nach innen und nach außen W*

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Die Kriegführung in Indien im 17, Jahr⸗ hundert Der, gegenwärtige Krieg hat naturgemäß das histo⸗ rische, künstlerische und kulturelle Interesse des Publikums für die Kriegführung der Völker in vergangenen Zeiten in hohem Maße angeregt. Die Ikonographie die Erforschung und Nachwelfung der Geschichte an Bildern, Münzen und Kunstwerken aller Art ist auf diese Weise zu stärkerer und indirekt aktueller Bedeutun, gelangt. Einen interessanten Beitrag zur e Kriegs funst stellt eine von dem englischen Oberst P. H. Hendley im 1 0 of Indian Art and Industry veröffentlichte, der Kriegs⸗ unst. Vorderindiens gewidmete Zusammenstellung, auf die im neuesten Heft derKunstchronik aufmerksam gemacht wird. Das in der Veröffentlichung zusammengetragene Material, das sich auf die vorderindische Kriegskunst fast ausschließlich der ersten Zeit des 17. Jahrhunderts bezieht, ist außerordentlich belehrend und reichhaltig. Eine Kunst Reihe von Schlachten⸗ und Belagerungs⸗ bildern indischer Kunst werden guf T7 Foliotafeln wiedergegeben, Ein Teil dieser Bilder sind Illustratlonen zu der berühmter Nazmanama, der ins Persische übersetzten Ausgabe der indischen Heldengesänge Ramayana und Mahabharatha. Ein anderer Teil stammt aus dem Werke Akbarnama, das das Leben und die Taten des Mogulkaisers Akbar, der im 16. Jahrhundert regierte, ver⸗ berrlicht Die Arbeten stammen von den namhaftesten Künstlern jener Epoche, wie Basawan, Lal, Bhora, Paras, Kirimkaran und Madhu. Das Originalexemblar der Razmanama, das zur Vorlage für die gesammelten Aufnahmen diente, 1115 188 9185 chen e Zusammenste verwandte Akharnama befindet sich im Victoria⸗ und Albert⸗ Museum in London. Die Sammlung bildet ein ziemlich 1 reitwagen der indssche

Herrscher Maharaja von Maipur. Die filr

nes Bild der indischen Kriegführung zu Beginn des 17. hunderts. Man sieht die zweirädrigen St

Heerführer. Der Pfeil⸗ und Nahkampf, die der eigen⸗ artigen Schwerter und Lanzen, die reiter und die Fügung der Schlachtordnungen sind anschaulich dargestellt Nähere Aus⸗ kunft über die damals verwendeten Waffemgeben die der Akbarnama entnommenen Miniaturen, die neben Bogen, Se und Lanze bereits ungefüge Musketen und einfache Feldgeschü ausweisen. Die Kanonen werden durch Büffelgespanne fortbewegt. Ein inter⸗ essantes Bild der damaligen indischen Artillerie bietet ein Blatt, das die Belagerung der Felsenfestung Chitor darstellt. Man sieht darauf auch einen Festungsturm, der durch Pulvet in die Luft den ele wird. Weiker sieht man auf anderen Blättern, wie von den Belagerungstruppen Palisadenwälle angelegt werden, die in ihrer mathematischen Berechnung und Sorgfalt der Ausführung an die modernen Schanzgräben gemahnen. 25 25