Ausgabe 
(4.12.1915) 286. Viertes Blatt
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Viertes Blatt *

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieGießener Famillenblätter werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Areis Gießen zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen erscheinen monatlich zweimal.

Trinkgelddämmerung.

Aus Wien wird uns geschrieben:

Das Wiener Leben war ein Kreislauf rund um das Trink⸗ geld. Frühmorgens, Fahrt ins Buregu mit der Straßenbahn: 20 Heller umsteigen, man gab aber selbstverständlich 22 Heller, 2 Heller Trinkgeld. So ging es weiter, bis spät in die Nacht, wo man bei der Heimkehr für das Oeffnen des Haustores dem Portier

seinSperrsechserl(20 Heller Trinkgeld) entrichtete. Und zwischen⸗!

durch, wenn der Geldbriefträger kam Trinkgeld von 10 Hellern aufwärts), und wenn man den Fahrstuhl in einem fremden Haus benützte(Trinkgeld 10 Heller), und wenn man seinen Nach⸗ mittagskaffee trank(Trinkgeld an denOber 10 Heller, an den Kaffeezuträger 6 Heller), und gar erst im Gasthoßf, wg sich bei dem in Wien üblichen Drei-Kellner⸗System Oberkellner, Speisenträger, Getränkebringer) das Trinkgeld in einem mittleren Restaurant bis zu 60, 70 Hellern und darüber belief. 5 5 Es war eine spezifische Gewohnheit des Wiener Lebens, eine Unsitte des Wiener Verkehrs, die ganz selbstverständlich in die kavaliermäßige Unwirtschaftlichkeit paßte, wie wir sie bor dem Krieg geführt haben. Der Bürgermeister Dr. aher der ewiß, wie keiner, seine Wiener gekannt hat, und dem man einmal bel einer Erhöhung des Straßenbahnfahrpreises sagte, darunter witrden vor allem die Schaffner und ihr Trinkgeld leiden:Ah nein, und wenn die Fahrt mit der Elcktrischen auch einmal 40 Heller kosten sollt', der Wiener gewöhnt sich den Trinkgeld⸗ kreuzer nicht ab. Ja, vor einigen Jahren wurde der Wiener Trinkgeldunsug mee staatlich anerkannt und das Trinkgeld der Straßenbahnschaffner in das steuermäßige Einkommen ein⸗

bezogen. Und der Biograph des Staatsrates von Gentz vergaß nicht, hervorzuheben, daß Metternichs rechte Hand auch eine frei⸗ gebige Hand und ein exzellenter Trinkgeldgeber war, derselbst mehr als der englische oder der russische Botschafter gab.

Freilich blieben die Fahrgelegenheiten in Wien und Oester⸗ reich oft leer, weil die Fremden die Uebertäxe scheuten. Baedeker sogar fand es angezeigt, seinen Schützlingen einzuschärfen, daß deutsche Trinkgeldbegriffe in Oesterreich lang nicht ausreichen. Und gerade in diesem Jahr, in dem aus politischen, aus ökonomischen und sozialen Gründen der Ruf:Reiset nach Oesterreich! aus⸗ gegeben wurde, wurde auch das Trinkgeldproblem⸗ seine Einschrän⸗ hing oder Aufhebung von allen möglichen Seiten behandelt. Nun hat ein Gasthofbesitzer den Anfang gemacht. Sein Hotel, das im Paradies der Wiener auf dem Semmering liegt, wird vom 15. Dezember an das Dorado der Trinkgeldfeinde sein, für die schon vor Jahren und Jahren der große Rechts- gelehrte Rudolf Ihe ring(wir gründlichen Deutschen haben eben ür alles ein Buch) vom moralischen, volkswirtschaftlichen, ju⸗ ristischen und sozialpolitischen Gesichtspunkt die gründlichste Streit⸗ schrift gegen das Trinkgeld geschrieben hat. In der Halle, auf den Gängen, in den Sälen und Zimmern des Palasthotels, auf

Semmering funkeln ganz im Geiste Rudolf Iherings die einladenden Tafeln, daß den Angestelten das Trinkgeld⸗ nehmen bei. Entlassung verboten sei und daß sie als Ersatz dafür, ellner, Portier, Stubenmädchen und Kurier, pro⸗ zentual an dem Unternehmen beteiligt würden.

Eine Schwalbe macht freilich noch keinen Sportwinter. Aber es ist seit Kriegsbeginn mit dem Trinkgeldunfug in Wien und Oesterxeich überhaupt bedeutend befser geworden. Mit der

ellung der Schaffnerin auf der Straßenbahn wurde das Trinkgeld abgestellt. Die Einberufungen in den Gastlokalen haben manchenorts das Dreikellnersystem und das dreifache Trinkgeld auf eine Bedienungsperson reduziert. Und gerade den Gasthöfen ersten Ranges wäre das Semmeringer Beispiel zu empfehlen, denn es gibt viele ganz und gar nicht knaufrige Leute, die lieber einen Gasthof zweiten Ranges wählen, weil sie dort statt an Oberkellner, Portier, Liftjungen, Hausdiener, Stubenmädchen, Kommissionär und Gepäckträger doch nur drei oder vier Leuten Trinkgeld zu geben haben.

Vvermischtes.

Wie wird der Wasservorrat der Erde er⸗ galten? ImPrometheus werden neue Anschauungen über den allgemein als feststehend betrachteten Kreislauf des Wassers auf der Erdoberfläche besprochen, die Fauth imWeltall veröffentlicht hat. Fauth hält eine verlustlose Erhaltung der vor⸗ handenen Wassermengen bei den verschiedenen Umformungen physikalischer und, wenn auch in geringerem Maße, chemischer Art, für unmöglich. Das von der äußeren Erdrinde aufgesogene Wasser kann nach seiner Meinung nur sehr teilweise als Quelle und im

Gedanken eines spät Eingezogenen. Von Hans Heinrich Ehrler.

Endlich bin ich Soldat. In den ersten Tagen des freiwilligen

undrangs öffnete sich dem Zweiundvierzigjährigen kein Kasernen⸗

1 5 Er wurde auf die Zeit vertröstet, da man ihn brauchen werde.

Nun haben sie mich kriegstauglich befunden. Hunderte gleichen Alters standen da nur ein geringer Teil war angefordert. Sind wir nicht Glückliche, die sich jetzt Kameraden nennen, ohne daß einer den andern kannte?

Unsere Frauen schauten dem Abmarsch nach, ich sah keine weinen; nur der schöne, seltsame Glanz bang gewordener Liebe lag auf den Gesichtern.

Die Eisenbahn nahm uns zusammengepackt fort und inzwischen ist schon die erste Nacht über die fremde Kaserne gekommen, in der die Mannschaft schläft. g

Ich wache und wehre einer Rührung, die mich anfüllt, bis die Augen feucht werden; ich spüre nachträglich erst ganz, daß ich einen treuen Menschen und ein paar vertraute Stuben verlassen habe, davon weggeschnitten bin; unter den atmenden Männern will mir einsam werden. 7

Muß ich mich der Schwäche schämen? Nachdem ich mich lang mir vorbereitet habe auf den Tag der Ehre? Es deuch⸗ mir leichter, sein Wesen aus dem gesonderten, auf sich selber gestellten Leben in den Verband zu bringen, die Gefühle, die farbigen, seldgrau zu kleiden und den Puls in den Schlag der Gemeinschaft zu schmiegen. Sorge drückt mich,

in

Dienst stellt sich hart vor mich, als müßte vieles in mir von ihm zerbrochen werden. Meine Männlichkeit, die ich ernst und sicher gereift glaubte, droht mir zu zerbröckeln.

Nie, nie war ich so einsam als hier, wo ich mich zu den Millionen des Heeres gefügt und eingekörpert sehe. Meine Seele muß nach einer Rettung suchen: Aus der Tiefe rufe ich

So liege ich, bis die Kafernenuhr Mitternacht schlägt, mit hellem, blankem Hammer. Da denkt ein plötzlich gelichteter Ge⸗ danke in mir: Es wird Morgen!

Aber auch der Mond, der gespenstig in der großen Stube durch die Stockwerke der Lagerstellen gegriffen hatte, wird auf einmal anders, wie ein Vorschein des Tages.

Da muß sich mein Herz eine kleine Rede halten von stär⸗ kenden, aufrichtenden Worten: 1 Siehe, sagt es, dies ist's, daß du dich deiner begibst, vor dir indest und klein wirst. nicht, das sei

eine Tugend und ein Opfer. eitlen Kreis in die Majestät

105. Jahrgang

Samstag, 4. Dezember 1015

Rotationsdruck und Verlag der Brühl schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: 51, Schrift⸗

leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten:

Anzeiger Gießen.

ampfform wieder in Bergfeuchtigleit sehr tief gelegener Gesteinsschichten beweise, daß ein Teil des Wassers ole Hindernis in die Tiefe versickern könne. Am Meeres boden verlangt sogar der ungeheuerliche Druck, der stelle 1000 Atmosphären erreichen kann, ein fortwährendes Ab in die darunterliegenden ten, ohne daß an ein sp Emporsteigen zu denlen ist. e sich unausgesetzt vollzie Kritallisationsvorgänge in der Natur verbr. 0 r chemischen Zusammensetzung n sermengen, die an den atmosphäriss geben sperden. Ebenso erfol Druck und Temperatur ei

nicht rück e K latsächlich auf der Erde vorhandenen Wassermass heuren Ausdehnung der Meere gegenüber der sehr kleine Oberflächenschicht darstellen, so muß

trotz der unge⸗ dmasse nur eine

Wartburg, evangel. Jünglings⸗ und Männer⸗berein.

(Diezstraßé 15.)

. Sonntag, den 5. Dezember, abends 8 Uhr: Vortrag. Dienstag, den b Sb e den 9. Dezember, abends Uhr: Leseabend. Samstag, den 11. Dez., abends Uhr: Aeltere Abteilung.

Gate stets willkommen. Bibelkränzcßen für Schüler höherer Lehranstalten. Für die jüngere Abteilung jeden Mittwoch von 6 bis 7 Uhr,

ür die ältere Abteilung jeden Samstag von 6 bis 7 Uhr im

Johannessaal. 5

Bibelkränzchen für mädchen aus der Johannesgemeinde. Jeden Dienstag von 67 Uhr im Johannessaal. Sonntags⸗verein für Mädchen.(Diezstraße 15 p.) Jeden Sonntag nachmittag Zusammenkunft.

7. Dezember, abends Uhr: Bibelstunde.

Evangelischer Gottesdlenst. überraschen, daß Kirchberg: Sonntag, den 5. Dezember, vormittags 10 Uhr.

ein sichtbares Zeichen für das Verschwinden der Wassenmengen Lollar: Nachmittags 1 Uhr.

nicht festzustellen ist. Man kann, um diesen unverminderten Be⸗ Mainzlar: Mittwoch, den 8. Dezember, abends 8 Uhr: Kriegs-

stand der Meere zu erklären, nur annehmen, daß der tatsächlich vorhandene Verlust im Wasserhaushalt der Erde durch andere Zu⸗ flüsse, die den Wasservorrat ergänzen, wieder ausgeglichen und aufgehalten wird. Fauth weist hier auf die ungeheuren Wasser⸗ massen hin, die bei den tropischen Winterniede chlägen oft lange Zeit zur Erde geschickt werden, so daß entstehung durch Ver⸗ dunstung rein zeitlich nicht möglich er i der Periode dieser Niederschläge von dem Weg der Sonne in ihrer Kraftentfaltung von den Sonnenfleckperioden ist schon früher be⸗ obachtet worden. Von der Sonnen loron a geht dabei ein un⸗ geheurer Strom von Flüssigkeit aus, der im Weltenraum erstarrt; es lassen sich damit die in ungeheuren Höhen schwebenden Eis⸗ nadelwolken, die Zirren, die als leicht leuchtende Wolkenerschei⸗ nungen am Nachthimmel beobachtet werd n Verbindung brin⸗ gen. Die Menge der herabströmenden Flüf gleit, die örtliche Be⸗ grenzung, wie auch die strenge Periodizität spricht also für die Annahme, daß diese Quelle der Vermehrung unseres Wasservor⸗ rats losmischen Ursprungs sei, so daß wir also die Erhaltung des Wasservorrats der Erde der Sonnenkorona zu danken hätten.

Dekan Guß mann.

Katholische Gemeinde. Gottesdienst.

Samstag, den 4. Dezember 5 4 Nachmittags 5 Uhr und abends 8, Uhr: Gelegenheit zur eint. Eine Abhängigkeit] heiligen Beichte.

Sonntag, 5. Dezember, 2. Advents ⸗Sonntag. Vormittags 6d Uhr: Gelegenheit zur heiligen Beichte. 9 1

Hl. Messe. 5 Austeilung der hl. Kommunion. Hochamt mit Predigt.

Hl. Messe mit Pred gt.

Nachmittags 5 ¼½ Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. 41%

Jungfrauenkongregation

Dienstag und Freilag, abends 8 Uhr, ist Kriegsbittandacht,

Diaspora⸗Gottesdienst.

Sonntag, den 5. Dezember: In Laubach 10 Uhr

I Lich, Uhr.

Airchliche Nachrichten.

Evangelische Gemeinde. Sonntag, den 5 Dezember, 2. Advent. Gottesdienst. In der Stadtkirche. Vormittags Uhr: Pfarrer Ma. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche fur die Matthäusgemeinde

Pfarrer Mahr.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Schwabe.

Beichte und heil. Abendmahl für die Markusgemeinde. wozu besonders auch die konfirmierte Jugend eingeladen wird. An- meldung vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten,

Abends 8 Uhr: Vereinigung der kousirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde.

Dienstag, den 7. Dezember, abends 8 Uhr: Vereinigung der koufixmierten weiblichen Jugend der Markusgemeinde.

Dienstag, den 7. Dezember, nachmittags 4 Uhr, im Matthäus⸗ saal: Frauenmissionsverein.

Mittwoch, den 8. Dezember, abends 8 Uhr: Kriegsbetstunde.

Pfarrer Mahr.

Nächsten Sonntag, den 12. Dezember, am 3. Advent, findet im Abendgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für die Matthäus⸗ gemeinde statt, wozu besonders auch die konsirmierte Jugend ein geladen wird.

In der Johanneskirche. Vormittags Uhr: Pfarrer Becht olsheimer. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Lukasgemeinde. Pfarrer Bechtolsheimer.

Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfel d.

Beichte und heil. Abendmahl für die Johannesgemeinde, wozu besonders auch die konfirmierte Jugend eingeladen wird. An meldung vorher bei dem Pfarrer der Gemeinde erbeten.

Abends ½8 Uhr: Vereinigung der konftrmierten männlichen Jugend der Lukasgemeinde im Lukassaal und der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde im Johannessaal.

Nächsten Sonntag, den 12. Dezember, am 3. Advent, findet im Abendgottesdienst Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas⸗

ich möchte, trotzdem sie mich wählten, ein Unzulänglicher sein. Der d

gemeinde statt, wozu besonders auch die konfirmierte Jugend ein geladen wird.

Georq A. d matzi Akliengese Dresden

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chef

des Vaterlandes ein. Du bist nicht gedemüti

gt, sondern erhöht; bisherigen

von denenS! ch w ester Fides,

nicht entwertet, sondern sinnreicher, nicht verkleinert, sondern[ Hut undDie Sieben genannt seien, hat irgendwo festen

groß wie noch nie.

Fuß fassen können. Ein besseres Geschick scheint ihrem Drama

Die ersten Schritte morgen auf dem Kasernenhof, dem Un⸗Fathrin vorbehalten zu sein, das am Mittwoch abend ant geschickten von fremdem Willen befohlen, sind eine Handlung ge⸗ Magdeburger Stadttheater seine Uraufführung erlebte. Es ist geadelter Freiwilligkeit, und sind so gut ein Schritt zum Sieg der] bereits im Jahre 1910 erstanden und bisher nur einmal in einem

Armeen wie der Sturmlauf der Frontkolonnen. Du Letzter und literarischen Kreise

Geringster bist ein Bruder des Feldherrn.

Berlins zur Vorlesung gelangt. Nach Wilden⸗

bruchsMennonit ist es das zweite Mennonitendrama in der

Was warst du vordem, wenn du dich vergleichst? Fällt nicht deutschen Literaturgeschichte und behandelt, wie es sich von selbst alles, was duIch undMein nanntest, was du als Dein Be⸗ ergibt, den Konflikt zweier Weltanschauungen, aus dem es feine

sonderes hütetest, um dich abꝰ

Lösung gibt.

Die Dichterin führt uns in die Zeiten, da die

Und das Herz wird wieder froh. In klaren Entschließungen, wilden Horden des französischen Repolutionsgenerals Jourdan die meine Gegenwart durchsichtig machen, faßt es sich für den die Gaue Frankens räubernd und plündernd überfluteten. In

Weg. Keine Unruhe, keine Prüfung, keine

äuschung wird es einem mehr bedrängen können.

fränkischen Dorf haben die zugewanderten Mennoniten. kraft ihrer Arbeit und ihres Geldes den um Hab und Gut ge⸗

Beugen will ich mich und untertan sein, so tief i setaucht brachten Einwohnern Hof und Haus und Habe abgenommen werden kann. Rauh und sachlich nehme 5 5 ie in 15 und sich so zu Herren gemacht. Im Hause des Aeltesten Johannes Hand. Bleibt der Glanz der Begeisterung in den Stunden der De⸗ diente als Magd auf ihrem früheren eigenen Grund und mut und Mühsal nicht immer liegen, er wird mich doch nicht ver⸗Boden Kathrin, eine starke Persönlichkeik, voll energischen lassen⸗und in solchen Stunden der ruhigen Nacht wieder aus dem Lebenswillens. Es gelingt Johannes, sie zur Mennonitin zu be⸗

geheimen Feuer über mich hervorkommen.

kehren und zu seinem Weibe zu machen, so daß sie wieder Herrin

Ich will der Last danken, die mich drücken soll, den Schnee ist in ihrer Väter Erbe. Ihr Bruder Michel bleibt bei ihr, kann sich grüßen, in den ich mich lagern muß, den Eiswind, der mir das aber nicht den Anschauungen und Sitten der Mennoniten fügen

Gesicht beizt und meine Glieder zu fremden Gewichten macht.

beherrscht: ich will unhörbar zu ihm sprechen:Ja, du hast es schwer mit mir!

und ruft, als die

f 1 ebene zu den Waffen. Da⸗

ch will den Mann lieben, der mich hart anruft 115 mit hat er aber gegen das o erste Sittengesetz der Mennonsten e d f r niemals eine Waffe zu ergreifen und dem Feinde stets mit Liebe zu begegnen, verstoßen. Schwieriger noch wird der Kon⸗

Ich will jedem um mich und neben mir Knecht sein und ein flikt, als Kathrin in der Notwehr einen französischen Offizier er⸗

verstricktes Leben wahrhaft teilen?

heiterer Helfer. Vielleicht werd ich an feiner Seite, vielleicht er am schlägt. Im Zwiespalk der Gefühle zermürbt sie sich, und als 5 meinen 0 sterben. Wie 1 wir nicht unser 1 die Gemeinde ihren Bruder. der sich nicht bekehren will, von sich weist, gesteht sie ihre Tat. Der strenggläubige Gatte erkennt die in

und weißt du auch das? Du darfst noch einmal jung der Notwehr begangene Handlung nicht an. Das Mennoniten⸗ W Beste du 15 wurdest 5 steigst 15 gericht spricht sie schuldig und verurteilt sie zur Buße. Sie aber noch einmal ins stählerne Bad. Du bist noch einmal brauchbar weiß sich frei von Schuld und verläßt mit ihrem Bruder die Men⸗

zum Höchsten. 1 Wenn ich zu spät daran wäre

nonitengemeinde.

5 Die im ganzen genommene wirkungsvolle Aber es werden auch die[Handlung, in der die starken Momente überwiegen, ist getragen

von der elften Stunde mit den frühesten gesegnet sein. Darum wage bon einer klaren und logisch aufgebauten Sprache. Wo die Hand⸗

ich nicht zu wünschen, der Friede möge warten, bis ich draußen dabei bin.

lich im letzten

lung sentimental und romanhaft zu werden droht, so nament⸗ Alt, der auch psychologisch' nicht alle Kon⸗

Nein Friede komm, sobald du Freude hast, selbst wenn ich nur] sequenzen gezogen hat, stellt eine gestrafftere Zusammenfafsung

an deinem Heimweg stehen darf! *

das Gleichgewicht bald wieder her. Auch die K ist fast durchweg gelungen, so daß bei guter Bes Hauptrollen dem Stück Erfolg beschieden sein kaun. Die Urauf⸗

harakterisierung ig der beiden

ii 12 Dir 575 5 3 3 Uraufführung in Magdeburg. Aus Magde⸗ führung, die von Direktor Vogeler vorzüglich in Szene ge⸗

burg wird uns geschrieben: Die bekannte Romanschriftstellerin

Frau Lu Volbehr, die Gattin des Direktors des Magdeburger 2 und Kaiser⸗Friedrich⸗Museums, hat sich bereits mehrfach mit drama⸗ 5

tischen Dichtungen auf der Bühne versucht. Aber keines ihrer

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setzt war, stand unter den überragenden Leistungen von Erika Albert Friedrich. Der Beifall war stark und

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