Ausgabe 
(26.11.1915) 279. Erstes Blatt
Seite
142
 
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Der Gießener Anzeiger Se täglich, außer Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich Gießener Famllienblätter; weimal wöchentl. Kreis⸗ latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschäftsstelleöl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Abend vorher.

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8 General⸗Anzeiger für Oberhessen

Rotationsdruck und verlag der Brühl'schen Univ.⸗Buch⸗ und Steindruckerei R. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle und druckerei: Schulstr. 7.

Freitag, 20. November 1915

Bezugspreis: monatl. 85 Pf., viertel⸗ jährl. Mk. 2.50; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 75 Pf.; durch die Post Mk. 2.30 viertel⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pi. Haupt-

schriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; sür Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

(WTB.) Großes Hauptquartter, 25. November 1915.(Amtlich.) N

Westlicher Kriegsschauplatz. Es hat sich nichts von Bedeutung ereignet. 3 Oestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls 5 v. Hindenburg.

5 Bersemünde ist fest in unserer Hand. Die Zahl der Gefangenen hat sich auf neun Offiziere, sieben⸗ hundertfünfzig Mann, die Beute auf 3 Maschinen⸗ gewehre erhöht.

Bei den

Heeresgruppen des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern und des

Generals v. Linsingen ist die Lage unverändert. 5

. Balkan⸗Kriegsschauplatz.

Bei Mitrovica wurden von Truppen der Armee Köveß etwa zehntausend Serben gefangen ge⸗ nommen, neunzehn Geschütze erbeutet.

In den Kämpfen um Pristina und an der Sitnica fielen siebentausend vierhundert Gefangene und sechs Geschütze in unsere Hand.

Die Beute an Kriegsgerät und Vorräten ist erheblich.

7 5 f Oberste Heeresleitung.

1 1 1 1 1***

Was sich auf dem Balkan vorbereitet, kann trotz der winterlichen Jahreszeit zu einer großen Entscheidung sich auswachsen, die das Kommen des Friedens beschleunigt. Im Lager derEntente geht man mit wenig Zutrauen ans Werk. Besonders französische Blätter sprechen mit Besorg⸗ nissen und Mißtrauen von der weiteren Entwickelung in Griechenland. Auch auf die Stimmung des Militärs ber

das in Saloniki die Lage des Vierverhandes retten soll, hal

sich ein schwerer Druck gelegt. DieStampa veröffentlicht eine Unterredung mit General Sarrail. Dieser zeigt sich danach äußerst hoffnungslos. Sein ganzes Heer bestehe aus 80000 Mann auf 80 Kilometer Front. Wenn auch nur eine einzige bulgarische Division, etwa bei Strumitza, auf die Linie des Ententeheeres vorstoße und die Eisenbahnlinie er⸗ reiche, wäre das Ententeheer von Nachschub wie Rückzug ab⸗ geschnitten und verloren. Die Katastrophe wäre da, die un⸗ ahwendbare Katastrophe. Die englisch⸗französische Front sei wie eine große Blume auf dünnem Stiel, nämlich der Eisen⸗ bahnlinie, die aus Mangel an Truppen ganz ungenügend geschützt sei. Das serbische Heer bezeichnete Sarrail als er⸗ ledigt. Die Haltung Griechenlands aber sei trotz aller diplo⸗ matischen Erklärungen im höchsten Grade zweideutig.

Nach den neuesten Meldungen hat die Regierung des Königs Konstantin die Note der Engländer und Franzosen in freundschaftlichem Tone beantwortet. Griechenland ist den Eindringlingen in einigen Wünschen entgegengekom⸗ men, und es gehorcht dabei augenscheinlich weniger dem eigenen Herzenstrieb als der politischen Klugheik. Wenn eine Regierung derart mit Expressungen, Drohungen, Ein⸗ schüchterungen und Eigenmächtigkeiten überhäuft wird, darf man wahrlich nicht verlangen, daß bei ihr noch eine Spur Freundschaftsempfindens für die lästigen Aufdringlichen übrig bleibt. Es ist ihr vielmehr durchaus erlaubt, ohne daß man sie unmoralischer Zwiespältigkeit beschuldigen dürfte, sich innerlich zu entscheiden und äußerlich eine abwartende und 8 Haltung an den Tag zu legen. Der Zeitpunkt

der Katastrophe ist noch nicht gekommen, rückt indessen mit dem Vordringen der Heere n Oesterreich-Un⸗ garns und Bulgariens nach Süden immer näher. Und wird dann nicht für König Konstantin eines Tages vielleicht eine ganz ähnliche Lage eintreten, wie sie in Preußen stand, als das napoleonische Heer in Rußland gescheitert war? Vielleicht wird bei der Zuspitzung der militärischen Lage ein tapferer Oberbefehlshaber der griechischen Truppen zu einem weiten York werden, den Mut zur Tat haben und seinem Vaterlande einen unvergänglichen Dienst leisten. Einstweilen hat Griechenland von seinen zudringlichen Freiern erreicht, daß die Blockade des Landes aufgegeben wird und die eng⸗ lischen Kabel für es wieder benutzbar werden. Ob man in England sich dem Glauben hingibt, von Griechenland durch dieses Abkommen mit den Teufelsfüßchen freie Bahn für alle Zukunft zu bekommen? Eine aus angeblich zuverlässi⸗ ger Quelle über Budapest eintreffende Mitteilung weiß fol⸗ N zu 1 8 15 85 r wenigen Tagen fand ein nrat bei Köni ntin statt, wobei Generalstabschef Dusmanis das 1 75 fuhrte Dieser, jetzt in Griechenland mächtigste Mann denn hinter ihm steht die schlagfertige Armee und das ganze Land in Belagerungs⸗ zustand wies darauf hin, es sei nur eine Frage don wenigen Tagen, daß die serbischen, französischen und englischen Truppen genötigt sein würden, ihre Stellungen gegen die Bulgaren aufzu⸗ geben und sich auf griechisches Gebiet zurückzuziehen. Der Gene⸗ ralstabschef äußerte sich entschieden gegen die Lösung, daß den ser⸗ bischen und den Ententetruppen ein schmaler, nordwestlicher Strei⸗ fen zum Rückzug gegen Albanien belassen werde, weil die Aus⸗ führung heute bereits offenbar unmöglich sei und eine kriegerische Aktion, die auf griechisches Gebiet übergegriffen hätte, nicht mehr zu lokalisieren sein werde. Ter Kronrat hat sich den Standpunkt von Dusmanis in allen Einzelheiten zu eigen gemacht und in diesem Sinne Beschluß gefaßt. 5 Man darf wohl sagen, daß die kommenden Tage oder Wochen ein höchst interessantes und denkwürdiges Blatt der 5 tgeschichte zur Vollendung bringen werden!

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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht.

Wien, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 25. November 1915.

Russischer Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Italienischer Kriegsschauplaß.

Die erbitterten Kämpfe im Raume zwischen der Wip⸗ bach Mündung und San Martino dauerten Tag und Nacht fort. Nördlich des Monte San Michele griff der Feind unaufhörlich mit starken Kräften an. Mehrmals gelang es ihm, in unsere Gräben einzudringen. Immer jedoch, zuletzt in vielstündigem Nachtkampf, war⸗ fen ihn die braven Alpenländischen Infanterie⸗Regimenter Nr. 7 und 27 wieder hinaus. Ein Angriff der Italiener auf den Monte San Michele scheiterte gleich allen früheren. Auch bei San Martino wogte der Kampf den ganzen Tag hin und her, bis es schließlich spät abends den bewährten Honnved⸗Truppen gelang, auch hier unsere Stellung voll⸗ ständig zurückzugewinnen und zu behaupten. Der Brücken⸗ kopf von Görz, der Südteil der Stadt, dann die Ortschaf⸗ ten Savogna und Rupa standen unter heftigem Ar⸗ tilleriefeuer. Mehrere feindliche Bataillone griffen bei Oslavija an. Sie wurden zurückgeschlagen, zwei Kom⸗ bagnien vernichtet. Zwei unserer Flieger warfen Bomben auf Tolmezzo ab.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Die Montenegriner wurden auch östlich von Foca zurück⸗ geworfen. Südwestlich von Sjenica überschritten wir die montenegrinische Grenze. Bei der gestern mit⸗ geteilten Einnahme von Mitrovica haben die k. und k. Truppen 10 000 Serben gefangen genommen und sechs Mörser, 12 Feldgeschütze, zahlreiche Fuhrwerke, Munition aller Art, sieben Lokomotiven, 130 Waggons und viel an⸗ deres Kriegsgerät erbeutet. Eine österreichisch⸗ungarische Kolonne gewann über Mitrovica hinausrückend die Ge⸗ gend ron Vucittn E. Aich dauan sind deutsche und bul⸗ garische Kräfte im Begriff, die Sitnica zu überschreiten. In den Kämpfen um Pristina sind 6800 Gefangene ein⸗ gebracht und sechs serbische Geschütze erbeutet worden.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

** E. Die Antwort Griechenlands an den Vierverband.

Athen, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung der Agence Havas: Die griechische Regierung hat gestern 5 Uhr nachmittags die Antwort auf die Note der Vierver⸗ bands mächte übergeben. Die Antwort ist in sehr freund⸗ schaftlichen Ausdrücken gehalten und gewährt die erwünsch⸗ ten Genugtuungen, sowie alle als notwendig betrachteten Bürgschaften.

London, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reu⸗ tersche Bureau meldet aus Athen: Die Regierung hat die Note der Entente beantwortet. Wie verlautet, hat sie die Forderungen angenommen, daß die Truppen der Alliierten nicht entwaffnet werden sollen, sondern daß sie auf griechischem Gebiete Aktionsfreiheit haben sollen. Was deren Sicherheit und ferner die Erleichterung bezüg⸗ lich der Eisenbahnen und Telegraphen betrifft, behält sich die griechische Regierung eine genaue Erwägung aller Einzel⸗ heiten vor. Die Erklärung der Entente, daß die von den Alliierten besetzten Teile des Königreichs später zu⸗ rückgegeben werden und für den angerichteten Schaden angemessene Vergütungssummen gezahlt würden, haben die Regierung von den freundschaftlichen Absichten der Entente überzeugt.

DieTimes meldet noch, daß die Verbündeten von 1 nicht verlangt haben, daß es seine Neutralität aufgebe.

London, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Das Bureau Reuter meldet: Die Gesandten des Vierverban⸗ des verlangten in Athen keine Demobilisierung, sondern schlugen vor, daß sich in der Zone, in der die Alliierten operierten, keine griechischen Trup⸗ pen befinden sollten.

Mailand, 25. Nov.(WTB Nichtamtlich) DerSecolo äußert in einem Leitartikel in heftiger Form seine Unzufrie⸗ denheit mit den optimistischen Mitteilungen aus Paris und London über die griechischen Besprechungen. Man müsse fragen, ob in Athen eine Regierung vorhanden sei, deren Versprechungen man ruhig glauben könne. Die Ententeregie⸗ rungen würden den letzten, lächerlichen und unverzeihlichen Feh⸗ ler der langen Reihe auf dem Balkan begangenen Unvorsichtig⸗ keiten und Schwachheiten hinzufügen, wenn sie den Versprechungen eines Herrschers naiven Glauben schenken würden, der außer⸗ halb des konstitutionellen Gesetzes stehe und sich der eigenen Freiheit des Handelns begab. Der Vierverband müsse eine teil⸗ weise Abrüstung Griechenlands erzwingen oder sich jetzt schon in den Gedanken finden, daß seine Soldaten eines Tages verräterisch überfallen würden.

London, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich) Meldung des Reuterschen Bureaus. Unterhaus Auf eine Frage, ob Grie⸗ chenland von den Alliierten seit Ausbruch des Krieges Geld vorgeschossen sei, oder ob es solches versprochen erhalten habe, antwortete Grey, dies sei eine naheliegende Frage. Es sei aber nicht wünschenswert, im gegenwärtigen Augenblick Einzel⸗ heiten über die Transaktionen zwischen Großbritannien und 1 Bundesgenossen sowie den Neutralen zu geben. Augenblicklich

sei er nicht in der Lage, irgendeine Erklärung über die griechische Frage abzugeben. 1 a

14400 Serben bei Mitrovica und pristina gefangen.

Der bulgarische Bericht.

Sofia, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlicher Be⸗ richt vom 23. November. Seit zehn Tagen waren erbitterte Kämpfe um Pristina im Gange. Nachdem unsere Armee heute endgültig die Serben im Norden, Osten und Süden umzingelte, unternahm der Gegner die äußersten Anstren⸗ ungen, um sich in Pristina zu halten. Er konnte jedoch un⸗ serem Druck nicht widerstehen und wurde aus seinen letzten Stellungen geworfen, wobei er gezwungen war, den Rück⸗ zug nach Westen anzutreten. Um Uhr nachm. rückte zuerst ein Reiterregiment in die Stadt ein, dem unsere Truppen von der Nordfront und Abteilungen einer benachbarten deutschen Kolonne folgten. Die Zahl der Gefangenen ist noch nicht ermittelt.

100 000 gefangene Serben. 5

Berlin, 25. Nov.(Priv.⸗Tel.) DieB. Z. a. M. mel⸗ det aus dem Kriegspressequartier: Die Gesamtzahl der von den Verbündeten gefangenen Serben ist auf

100 000 Mann gestiegen. Bei dem beschleunigten Rück⸗

zuge der Serben aus Pristina wurden 2000 österreichisch⸗ ungarische Kriegsgefangene zurückgelassen, die von den Ver⸗ bündeten sofort in Obhut genommen worden sind.

Eine Erklärung der bulgarischen Regierung.

Sofia, 25. Nov. Die Bulgarische Telegraphen⸗Agentur

meldet: Die Petersburger Agentur verbreitet fort⸗

esetzt Meldungen über die Lage in Bulgarien, von 2 die eine tendenziöser ist als die andere. Nach den Erfindungen dieser Agentur soll in Bulgarien finsterer Schrecken herrschen. Die Armee hätte keine Fühlung mit der Zivilbevölkerung. Jeder Verkehr der an die Front gesandten Soldaten mit ihren Familien soll verboten sein. Gewisse

Regimenter sollen dreiviertel ihrer Bestände verloven haben. Die Zahl der Verwundeten erreiche eine außerordentliche

Höhe und das Land wäre darüber in Schrecken geraten. König Ferdinand und Ministerpräsident Radoslawow be⸗ trachteten die Lage mit Beklemmung, da der Krieg lang⸗ wierig sein würde und die Nation einen langen Krieg nicht

aushalten könnte. Die genannte Agentur geht in ihren Verleumdungen noch weiter. Sie beschuldigt die Mitglieder

der Regierung, sowie ihr Haupt Radoslawow, den Krieg aus eigennütziger Bere 9 Geschäfte zu besorgen. Alle diese A manden in Bulgarien auf, wo jedermann, vom Gange der militärischen Operationen aufrichtig und innig befriedigt,

mit festem Vertrauen in die Zukunft sieht, ohne sich um das unsinnige Geschwätz der feindlichen Presse zu bekümmern,

die sich durch vollständige Unkenntnis der Dinge in Bul⸗

garien auszeichnet. 0

Ein Telegramm des bulgarischen Ministerpräsidenten. Berlin, 25. Nov.(WTB. Nichtamtlich.) Die reichs⸗

deutsche waffenbrüderliche Vereinigung

Präsidium Oberbürgermeister Wermuth, Generalfeldmar⸗ l hat den

schall v. Mackensen und Generalkonsul v. Koch Eintritt Bulgariens in den Kampf an Seite Deutsch⸗ lands, Oesterreich⸗Ungarns und der Türkei zum Anlaß einer lebhaften Sympathiekundgebung zu Händen des

bulgarischen Ministerpräsidenten Radoslawow genom⸗ men. Hierauf ist das nachfolgende Telegramm bei Ober⸗

bürgermeister Wermuth eingegangen:

Es drängt mich, Ihnen, Exzellenz, und der reichs⸗ deutschen waffenbrüderlichen Vereinigung meinen tief⸗ gefühlten Dank auszudrücken für die so warmen Worte der Anerkennung. An der Spitze der Regierung stehend, als das schwerverletzte Bulgarien seine schicksalsschwerste Entscheidung zu treffen hatte, verschafft mir Ihr Schrei⸗

ben, wenn ich auf die schwere Zeit des Wägens zurück⸗ 5 blicke, ein Gefühl freudvoller Genugtuung, daß wir alle, König und Volk, nun wie ein Mann ausrufen können: Ich

habe es gewagt! Die Aufgabe der waffenbrüderlichen Ver⸗ einigung ist unseren Herzen sehr nahe. Am 14. Oktober

begannen wir zusammen mit unseren tapferen Verbün⸗

deten die blutige Arbeit für eine hehre und gerechte Sache. Das gemeinsam vergossene Blut soll uns auch zu ge⸗ meinsamer Friedensarbeft zusammenkitten und

anspornen. Das walte Gott!

Ministerpräsident Radoslawow. Bratianu erkrankt.

Berlin, 25. Nov.(Priv.⸗Tel.) DieB. Z. a. M. mel⸗ det aus Bukarest: Ministerpräsident Bratianu ist er⸗ krankt und muß das Bett hüten. Jede Aktion zur Neu⸗

g begonnen 1 haben, um unreine bernheiten regen nie⸗

bildung des Kabinetts ist damit einstweilen zum Stillstand 9

gebracht. 3

Kämpfe bei Bagdad.

London, 25. Nob.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung

des Reuterschen Bureaus. Das Indische Amt teilt mit: Die britischen Truppen haben nach einem heftigen Gefechte, das den ganzen Tag dauerte, am Montag die türkische Stellung bei Ktesiphon, 18 Meilen von Bagdad, erobert. Sie nahmen 800 Mann gefangen und erbeuteten viele Waffen und Ausrüstungsgegenstände. Die En glän⸗ der verloren 2000 Mann an Toten und Ver⸗ wundeten. In der Nacht vom 23. auf den 24. November wurden die Gegenangriffe der Türken erfolgreich zurück⸗ geschlagen. Die Engländer mußten sich jedoch haute wegen Wassermangels zum Flusse zurückziehen, der drei oder vier Meilen unterhalb der eroberten Stellung liegt.

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