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ven it. Der Wert des einzelnen Patets belauft sich m Dur 0 auf 40 Mk., so daß der Gesamtwert bes vom Roten Kreuz unternommenen Liebeswerks auf vier Millionen Mark veranschlagt werden kann. Bei der Auf⸗ bringung der Mittel hat sich die Kaiserin mit einer nam⸗ 5 Spende beteiligt. Ferner haben neben dem Zentral- omitee und den deulschen Landes⸗ wie preußlschen Pro⸗ vinzialvereinen vom Roten Kreuz die beiden Nitterorben, * und Malteser, erhebliche Mengen der Sendung
bernommen. Zusammen mit den Liebesgabenpaketen wer⸗ den ferner von der deutschen Militärverwaltung 50 000, von der österreichisch-ungarischen 100 0090 Decken und 90000 Paar Stiefel an die e in Rußland zum Versand e Die Ueberwachung des Transports in Rußland bis in die Gefangenenlager und die Verteilung der Liebesgaben, bei welchen auch die österreichisch-ungarischen Gefangenen 1 Fa e werden sollen, wie bei
einer 8 Hilfsaktion des österreichischen und ungari⸗ 8 oten Kreuzes die deutschen Gefangenen, hat in dan⸗ enswerter Weise das schwedische Rote Kreuz übernommen.
Der Versand erfolgt über Stockholm nach dem finnländischen Hafen Mänthyluoto und von dort in besonderen Zügen nach dem Innern Rußlands und nach Sibirien. Die erste Sen⸗ dung ist bereits in Finnland eingetroffen, weitere werden in Abständen von 14 Tagen folgen, und es steht zu hoffen, daß bis Weihnachten jeder bedürftige Deutsche ein Paket erhalten haben wird.— Zum gleichen Gegenstand schreibt uns der„Hessische Landesverein vom Roken Kreuz“:„Die kürzlich im 5 Hessenlande ver— anstaltete mmlung zugunsten der notleidenden gefan⸗ enen Deutschen in Rußland hat ein recht erfreullches Ergebnis gehabt. Sämtliche Bevölkerungskreise, nament⸗ lich auch die Minderbemittelten, haben sich durch reichliche und gern dargebrachte Geldspenden an der Sammlung beteiligt. Allen Gebern sei herzlichster Dank gesagt Genaue Angaben über die Höhe der eingegangenen Gelder lassen sich urzeit noch nicht machen, da das endgültige Ergebuis der ammlung in nicht wenigen Gemeinden jetzt noch nicht bekannt ist. Schon in Kürze soll jedoch ein genauer Bericht über die Höhe der gesammelten Gelder und über ihre Ver⸗ wendung erstattet werden. Vorerst sei nur mitgeteilt, daß ein erheblicher Teil der Gelder dazu verwendet worden ist, 1650 inzwischen auch bereits nach Rußland abgegangene Liebespakete für deutsche Gefangene in Rußland anzu⸗ 18 von denen 4 einzelne Paket einen ert von etwa 35 Mark hatte.“ 5
* Geh. Kommerzienrat Clemm Doktor⸗ Ingenieur ehrenhalber. Wie in Nr. 270 des „Gießener Anzeigers“ mitgeteilt wurde, feierte Geh. Kom⸗ merzienrat Adolf Clemm⸗ Mannheim am 16. November einen 70. Geburtstag. Die Technische Hochschule in Dar m⸗ stadt hat ihm zu diesem Tage in Anerkennung seiner erfolgreichen 515 455 für die Förderung der chemischen Großindustrie, insbesondere für die Entwicklung des Schwe⸗ felsäure⸗Kontaktverfahrens, die Würde eines Doktor⸗ Ingenieurs ehrenhalber zuerkannt.
r Mehlzuweisung und Selbstversorger. Wie aus mehreren an uns gerichteten Anfragen hervorgeht, empfindet es ein Teil derjenigen Bevölkerung, die ihren Getreidebedarf aus eigener Ernte decken darf, als eine Zurücksetzung, daß ihr bei der im Gange befindlichen Weizen mehlverteilung des Kom⸗ munalverbandes kein Mehl zugewiesen wird. Dieser Unter⸗ schied zwischen Selbstversorger und versorgungsberechtigter Be⸗ völkerung hat in folgenden Umständen ihre durchaus wichtige Be⸗ gründung: Der Kommunalverband verfügt für die von ihm zu versorgenden 60000 Personen über eine Mehlmenge von 2250 ramm pro Kopf und Tag. Diese 225 Gramm werden nun nicht restlos verbraucht, da in Wirklichkeit jeder nur eine Mehlmenge von 200 Gramm erhält. Die überschüssigen 25 Gramm dienen nun dazu, um der schwerarbeitenden Bevölkerung, die einen solchen Antrag bekanntlich stellen darf, die Zusatzbrotmarken beschaffen zu können. Solcher Personen gibt es z. B. in Gießen 2000; es bleiben hier also dem Kommunalverband von der täglichen Mehlration. da Gießen 32 000 Einwohner zählt und die Zusatzbrotmarke 50 Gramm beträgt, noch 28 000* 25 Gramm zur freien Ver⸗ fügung. Auf dem Lande sind diese Ersparnisse naturgemäß ge⸗ ringer, da der überwiegende Teil der ländlichen Bevölkerung Zusatzbrotmarken erhält. Aus diesen mit der Zeit ersparten Vor⸗ räten erfolgt die Mehlzuweisung an die versorgungsberechtigte Bevölkerung, also aus Ersparnissen, die sie im Grunde sel⸗ ber gemacht hat. Die Selbstversorger sind an diesen Er⸗ sparnissen nicht beteiligt. Uebrigens sind sie zugegebener⸗ maßen hinsichtlich der Mehlversorgung gegenüber den Versorgungs⸗ berechtigten im Vorteil. Es ist also nicht im geringsten Grund vor⸗ handen, bei der Mehlverteilung eine Ungerechtigkeit anzunehmen; die Versorgungsberechtigten erhalten in Wirklichkeit nur, was ihnen vorher abgezogen wurde. g
* Viehzählung am 1. Dezember d. J. Nach Bundesratsbeschluß vom 15. d. Mts. findet am 1. Dezem⸗ ber die alljährli⸗ e e statt. Gezählt werden das Ri Ne ie Schweine nach bestimmten Altersklassen, die Pferde(ausschließlich der Militärpferde), die Schafe und weine ohne Unterscheidung nach Alters⸗ klassen. Federvieh bleibt außer Betracht.
Der gestrige dicke Mittwoch, wie man be⸗ kanntlich bei uns— wegen der vollen Kassen, die dieser Tag unsern Geschäftsleuten 3 bringen pflegt— den preußischen Buß⸗ und Bettag nennt, hat unserer Stadt zwar nennens⸗ werten Verkehr gebracht, aber der Strom von Menschen, der sonst in Friedenszeiten an diesem Tage aus den preußi⸗ 117 Gebietsteilen unserer Umgebung nach hier gekommen st, war doch größtenteils ausgeblieben. Die ländliche Be⸗ völkerung von nene der Lahn bis weit in das ehemalige hessische Hinterland hat sich mit den Jahren daran gewöhnt, diesen preußischen Feiertag zu benutzen, um in Gießen Ein⸗ käufe 15 machen. Man hatte zwar mehrere Jahre hindurch an diesem Tage den Krämermarkt in Gießen ausfallen lassen; 92 hat der gestrige Krämermarkt auf Oswalds Garten bewiesen, bei dem recht gute Umsätze in Artikeln des Verbrauchs Ranga wurden. Auch die zahlreichen Geschäfte im Zuge
eustadt, Marktstraße, Marktplatz, die 900 die Landkund⸗ least angewiesen sind, hatten stark zu tun, wenn auch die AUmsätze gegen früher zurückgeblieben sind. Gasthäuser und
Kaffees aer nachmittags 1 fremde Gäste. Im
Stadttheater, wo die„Fünf Frankfurter“ gegeben wurden, waren die Plätze meistens von auswärtigen Be⸗ suchern besetzt. Aeußerlich ist der Tag allerdings in An⸗ betracht der Zeitverhältnisse weit ruhiger verlaufen als sonst, denn die auswärtigen Besucher waren begreiflicher⸗ weise nicht so zur Fröhlichkeit geneigt wie sonst am dicken Mittwoch. 5
e Eine Richtigstellung. Von zuständiger Seite wird der„Darmst. Ztg.“ a Hecht In einigen auswär⸗ tigen Blättern findet sich die Nachricht, daß in Hessen auf
für Eier festgesetzt. Frische Eier dürfen im
dieser Markt aber einem Bedürfnis entspricht, T
15 „Anregung der maßgebenden Schulbehörden“ des herrschen⸗ den Notstands w agen evangelische Lehrkräfte in unteren und mittleven Klassen den katholischen Re⸗ ligionsunterricht und umgelehrt erteilten. Eine solche Anregung hat nicht stattgefunden; sie würde auch gegen Art. 4 Abs. 4 des Volksschulgesetzes verstoßen. Landkreis Gießen.
s. Cttingshausen, 17. Rov Nach bangen Wochen für seme Angehörigen hat der seit 8. September vermißte Wehrmann (volthard Stein heute aus frauzösischer Krregs gefangen schast geschrieben. Vielleicht dienen diese Zeilen zur Aufrecht- erhallung der Hoffnung bei Familien, die in ähnlicher Weise sich sorgen müssen.
„ Weitershain, 18. Nov. Der Untero fiz'er Wilhelm Lerch von hier, der seit Beqinn des Krieges im Felde steht und schon vor langerer Zeit mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet wurde, ist zum O fizier⸗Stellvertreter besördert worden.
»Utphe, 16. Nov. Wieder hat der Krieg hier ein Opfer gesordert Der Lehrer Karl Philippi ist mfolge eines Kop' schusses den Heldentod gestorben. Philippi war bis zum Früh: jahre dieses Jahres Verwalter einer Lrhrerstelle in Gedeen.
Kreis Alsfeld.
up Ruppertenrod, 17. Nov. Draußen ist der Erdboden mit leichtem Schnee bedeckt Dazu sitehen in schroffem Gegensatz die völlig ausgereiften Erdbeeren, die hier in einen Garten ehen. Vor einigen Tagen konnte man im Garten der Bai tuchen Gastwirtschast auf Mücke einen Baum voll reifer, aus- gewachsener Kürschen sehen.
„Aus Oberhessen, 17. Nov. Eine viel eit'ge Persön⸗ lichkeit besigt das Dors Zeilbach in dem 84 jährigen Kon ad Göbel. In treuer Pflichterfüllung hat der wackere Alte seiner Gemeinde gedient: 42 Jahre als Polizeidiener, 40 Jahre als Kirchendiener, 32 Jahre als Wiegemeister und 27 Jahre als Nachtwächter. Jetzt hat der Greis infolge eines Augenleidens seine Aemter in jüngere Hände gelegt.
Kreis Schot en.
s Herchenhain, 17. Nov. Einer hiesigen Frau, deren Mann in Mainz bei einem Pionier⸗Ersatz⸗Ba aillon steht, ging dieser Tage eine Karte von ihrem Manne zu aus einem Orte nahe der belgischen Grenze. Die Frau dachte nicht anders, als daß ihr Mann wieder ausgerückt sei. Sonntags darauf war sie ganz er⸗ staunt, als derselbe in Urlaub kam und— siehe da— der Mann erkannte seine Karte, die er am 11. August 1914 geschrieben hatte, und die nun erst zuhause angekommen war. Das Datum lautete vom 11. 8. 14, was die Frau in ihrer Aufregung ganz über⸗ sehen hatte. Die Karte hatte also/ Jahre gebraucht, um die Reise von der belgischen Grenze bis nach Herchenhain im Vogelsberg zu machen.— Ein schönes Zeugnis von Opfersinn legten die Be⸗ wohner unseres Kirchfpiels auch in diesem Jahre wieder ab. Für das Elisabethenstift zu Darmstadt wurden an Kartoffeln ge⸗ sammelt in Herchenhain 63,60 Ztr., in Hartmannshain 34,40 Ztr. und in Sichenhaufen 34 Ztr., zusammen also 132 Ztr. Im vorigen Jahre war die gleiche Sammlung den Verhältnissen nach nicht weniger günstig verlaufen.
A Aus dem Vogelsberg, 17. Nov. Die Karbid⸗ lampe, die jetzt sast allgemein an Stelle der Petroleumlampe auf dem Lande getreten ist, vermag diese nicht völlig zu ersetzen. Wohl brennt das Karbidlicht heller, blendender als das Petroleum licht, aber ihm hlt die Gleichmäßiakeit und die Beständigkeit des letztereu. Oft übersiehr man die Pflege des Breyners bei der Karbidlampe. Die Flamme darf nie von selbst erlöschen, sondern muß ausgeblasen werden. Andernfalls verrußt der Brenner, und die Lampe leuchtet nicht. Zäht man noch die Behandlung der Karbi lampe hinzu, die tägliche Reinigung erheischt, so versteht wan das Urteil, das da lautet: Die Karbidlampe ist ein Not-
behelf. Kreis Friedberg.
F. C. Vilbel, 17. Nov. Der stellvertretende Forstwart Jo⸗ sef Fischer von hier trat als 53jähriger Kriegsfreiwilli⸗ ger beim hiesigen Rekrutendepot ein.
Starkenburg und Rheinhessen.
s. Darmstadt, 18. Nov. Am Dienstag nachmittag wurde am alten Bahnhof ein siebenjähriges Mädchen von einem Kraft- wagen überschren. Es starb auf dem Wege nach dem Kranken— haue.— Graf Zeppelin ist vorgessern zu einem kurzen Besuch in Darmstadt angekommen. Der Gastwirt Prestel hat vor- gestern nacht, anscheinend in einem Anfall von Geistesstörung, Selbstmord durch Erschießen verübt. a Hessen⸗Nassau. 5
-m. Rodheim a. d. Bieber, 16. Nov. Heute nacht ver ⸗ ung lückte der Bergmann Wilhelm Schmidt von Rodheim im Gießener Braunsteinberawerk. Er erlitt erhebliche Ver- letzungen an beiden Veinen, so daß er sofort in die Gießener Klinik gebracht werden mußte.
0 1 17. Nov. Bei den gestern nachmittag vorgenommenen Ergänzungs- und Ersatzwahlen zur Stadtverordneten ⸗Versammlung in der ersten und zweiten Wählerklasse war die Beteiligung stärker als in der dritten Abteilung. Gewählt Wurben in der zweiten Abteilung die e Stadtverordneten Justiz⸗ rat Rohde, Schreinermeister Rose, Kaufmann S. Haas, als neu kam hinzu e John, der Inhaber des Gasthofes„Zum Ritter“. In der ersten Abteilung wurden die 77 5 en Stadtverordneten Rechtsanwalt Bork, Dr. Schellenberg und Prof. Dr. Bredt wiedergewählt. Bei der Ersatzwahl fur den in den Magistrat ausgeschiedenen Prof. Dr. Maurmann erhielt der Direktor der Landes⸗ heilanstalt Prof. Dr. Jahrmärker die meisten Stim⸗ men.— Für den Kreis Marburg sind jetzt Höchstpreise
einhandel fg. und eingelegte Eier nicht mehr als
nicht mehr als 18 14 Pfg. kosten.
F. C. Marburg, 17. Nov. Der Kurator der hiesigen Uni⸗ versität, Geheimer Oberregierungsrat Walter Hassenpflug, begeht am 19. d. Mis. seinen 60. Geburtstag. Der Jubilar ist als Sohn des kurhessischen Ministerpräsidenten Ludwig Hassen⸗ pflug zu Kassel geboren.
Wm. Kirchharn, 17. Nov. Bei der gestrigen Wahl zur Ergänzung der Stadtverordneten ⸗Versammluna wurden in der ersten Klasse Ziegeletbesitzer Heinrich Lang s und Kaufmann Plaut und in der zweiten Klasse Landrentmetste! Köhler bei geringer Wahlbeteiligung und ohne Gegenkandidaten wiedergewählt. In der dritten Klasse wurde Oberpostassistent Franke neu gewählt. In dieser Wahlerabteilung war die Be— teiligung ziemlich lebhaft.
ra. Gladenbach, 17. Nov.
erhielt den Kronenorden 4. Klasse. Frankfurt a. M. 17. Nov. Auf Antrag des Finanz⸗ ausschusses bewilligte die Stadtverordneten versamm⸗ lung für die Theaterjahre 191516 und 1916,17 der Neuen heater⸗Aktiengesellschaft eine jährliche Beihilse von 502 500 Mk. Bei etwaigem Nich verbrauch soll der Rest der Beihilfe den gering besoldeten Angestellten des Opern- und Schau⸗ spielhauses zugewendet werden.— Dem Frankfurter Verband) für Säuglingsfürsorge bewilligte man nach längerem Mei⸗ nungsaustausch über die unzulängliche Lebensmitterversorgung Frankfurts eine Beihilfe von 7800 Mk.
ra Herhorn, 17. Nov. Die großen Weiher bei Dreiselden
625 Morgen Wasserfläche) ergaben diesmal nahezu 1000
entner Fische. Diese Weiher werden alle drei Jahre aus- defischt.— Ficheretpächter J. W. Wisserbach hat vor einigen Tagen den 218. Fischotter gesaugen.
* Hassel, 18. Nov. Eine Bierpreis erhöhung für die Stadt Kassel, die am 15. d. Mts. mit 5 Mark pro Hektoliter vor sich gehen sollte, ist vorerst unterblieben. Im letzten Augenblick hatten sich der Mitteldeutsche Gast⸗ wirtsverband und der Wirteverein Kassel mit Erfolg an
Bahnhofsverwalter Even
seins,
das Generalkommando des 11. Armeekorps gewandt, welches anordnete, daß, bevor ein Bieraufschlag für Kassel in
Wirksamkeit tritt, eine Preisprüfungsstelle, bestehend aus Mitgliedern des Generalkommandos, des Magistrats der Stadt Kassel, der Brauereivereinigung und des Wirtever⸗ verstärkt durch mehrere Sachverständige, zusammen⸗ trete, um die Frage eingehend zu prüfen, ob ein Preisauf⸗ aas von 5 Mark berechtigt sei oder nicht. Eine 9 selche ilitärbehörde versteht, wie der Fall zeigt, eine sol Frage richtig anzupacken.
Vermischtes.
» München, 17. Rov. München liegt seit heute mittag in tiefem Schnee. Der Schyeesall dauert in ausgiebiger Weise an. Auch aus den Gegenden des Oberlandes und aus anderen bayerischen S ädien wird Farker Schneefall gemeldet.
„Ein osrpreußischer Russenfriedhof. Aus Heils⸗ berg i. Pr. wird uns geschrieben: Am Waldesrande auf einer Höhe, die das Heilsberger Russenlager beherrscht, lieat der Fried— gof für die in der Geiangenschast gestorbenen Russen Am Fuße des Hügels zieht sich die weite, täglich wachsende Barackenstadt hin. Tiefe Stille umfängt den Besucher. Gedämp't nur schallen aus der Geiangenenstadt vereinzelte Hammerschläge herauf zu den Toten, die hier schlummern. Ein Pefernbestand ist gelichtel worden. Sin und wieder hat mau einzelne brezlästige Kiefern ehen lassen, die in der Herbstsonne den„riedhof beschatten. Man alaubt, in emen eben an elegten Waldttriedhof einzutreten, wenn man den Ruheplatz der toten Feinde betritt Neben den Grab— hugeln ist ein weißer Streven vom letzten Schneefall liegen ge— blieben, den die Herbsisonne nicht erreichen konnte. Die Gräber der Orthodoxen tragen das charakterinische zussische Kreuz: An einem Längsbalken sind oben zwer parallele Querhölzer, von denen dus unte le länger ist, darunter ein noch längerer schräglausender Quer— balken, an dessen Kreuzung sein verblaßtes Heiligenbildchen aufgenagelt ist. Die Mitte des stimmung vollen Friedhoses krönt das Denkmal, das die russischen Gefangenen ihren toten Kameraden errichten, Noch ist es im Bau: Mächtige Grauwacken werden zu einer wuchtigen Uyramide mit doppeltem Sockel aufgetürmt und durch Mörtel verbunden Die Vorderseite des küns bis sechs Meter hohen Bauwerks wird eine Eri smerungstasel tragen. So wird der einsame Friedhof mit seinem Denkmal auch späteren Zeiten eine Erinnerung an die Kriegszeit sein, wenn die hölzerne Stadt der Russen, die sast über Nacht entstand, längst verschwunden sein wird. Auch die Mil tärbehörden fördern die Aulage des Friedhofs.
*
Vriefkasten der Redaktion. w. w. wir haben gerade in den letzten Wochen wiederholt an dieser Stelle gesagt, daß namenlose Zuschriften und Anfragen wicht berücksichttat werden können.
Kirchliche Nachrichten. Israeutische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge(Süd⸗Anlage). Samstag, den 20. November 1915: Vorabend: 4 30 Uhr Morgens: 9.00 Uhr. Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbatausgang: 5.20 Uhr.
Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst.
Sabbatfeier am 20. November 1915: Freitag abend 4.05 Uhr. Samstag vermutag 8.30 Uhr.
Feier des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs
Samstag nachmitag 3.3) Uhr. Sabbatausgang 5.20 Uhr. Wochengottesd ienst morgens 7.00, abends 4.00 Uhr.
—
meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
2 8 3 2 22 Av. e 8 8„ 2 8 42 117
83 S o er 1915s C5 F S S3 8 5 3
7 60 7 8 858 125 5— 4.6 4,6 73—— 1 Sonnenschein 17.9%— 2,5 4, 75—— 10 Bed. Himmel 18.7—— 0,5] 3,9 838—— 8 ö Bew.„
Höchste Temperatur am 16. 17. Nov. 1915= + 5,8 C. Niedriqste„ b 16.17.„ 1310 7 8 0. Niederschlag: 0,0 mm.
—— Amtlicher Wetterbericht. 2. Wetteraussichten in Hessen am Freuaa, den 19. Nov. 1915: Wechselnd bewoltt, in ist wocken, Temperatur wenig geändert.
Letzte Nachrichten.
Ein bulgarisch⸗griechischer Bündnisver trags?
Genf, 18. Nov. Französische Blätter veröffentlichen eine aus angeblich sicherer Quelle stammende Athener Meldung, wonach man in dortigen Kreisen mit dem Abschluß eines bul⸗ garisch⸗griechischen Bündnis vertrages rechnet.
Neue Vierverbandslockungen. 5
Amsterdam 18. Nov. Wie in London verlautet, haben die Ententemächte am Montag der griechischen Regierung ein Memo⸗ randum überreicht, das neue Vorschläge enthält. Es wird darauf hingewiesen, daß die griechische Regierung dem Volke augen⸗ blicklich keinen größeren Dienst erweisen könne, als das Land aus der finanziellen Not zu befreien.
Fisher gegen Churchill.„
London, 18. Nov. Fisher sagte am Dienstag im Ober⸗ hause bezüglich einer Bemerkung Churchills über die Verant⸗ wortlichkeit für die Flottenoperationen vor den Dardanellen: Ich habe meinem Vaterlande 61 Jahre ge⸗ dient. Ich überlasse die Beurteilung meiner minidteriellen Tätig⸗ keit meinen Mitbürgern. Ich werde warten und halte es für un⸗ angebracht, eine persönliche Erklärung abzugeben, während das Vaterland in einen großen Krieg verwickelt ist. 5
Denys Cochin in Athen. 5
Rotterdam, 18. Nov. Der„Nieuwe Rotterdamsche Cou⸗ rant“ berichtet aus Athen: Die Stad'verordnetenversammlung be⸗ schloß, Denys Cochin bei seiner. Ankunft in Athen am Jahnhof als Hellenenfreund zu begrüpen, wobei ihm der der Stadt Athen überreichen
Bürgermeister ein Ehrenbürgerdiplom
wird. 5
Berlin, 18. Nov. Aus Bonn wird das Ableben des Vorstandes des Biologischen Instituts, des bekannten Professors Moritz Nußbaum, gemeldet.
Feilises Haar
mus mindestens einmal in der Weche mit Schwarzkon7- Schampoecn(Paket 20 Pf) gewaschen werden. Dle Kop faut Wird hle 14 55 von den auflagernden abgestsfenen Hautsc upp n, von Stau und Schmut befrest, schädliche Kel e, de Haarausfall herbelführen, werden in ihtet ntichl ng geh mmt und agel tt. Das Haar erhält seidenartigen Gunz und üppige Fülle. Gegen vorzeitige Egeaden zur Kcäfti- des Haarwuchs es guck zut Erleich erung der Frisur nac der Kopfwüsche bekande man fregelmd ig Kopf. haut und Has e mit„Peruyd-Emulsion“, Flasche
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