Ausgabe 
(30.10.1915) 256. Erstes Blatt
Seite
173
 
Einzelbild herunterladen

Butter und Eier wurden heute am Wochen⸗ markt vom Kommunalverband verkauft. Namentlich der Butterverkauf fand einen so regen Zuspruch, daß der Vestand trotz zweimaliger Auffüllung geräumt wurde. Na⸗ türlich ließ auch das Gerücht, daß es sich um minderwertige Ware handle, nicht lange auf sich warten, wie es ja in Fäl⸗ len, wo die Konkurrenz billiger arbeitet, nicht verwunderlich ist. Demgegenüber kann noch einmal festgestellt werden, daß die Butter des Kommunalverbandes von hervorragen⸗ der Beschaffenheit ist. Der Verkauf wird au in der nächsten Woche fortgesetzt.

* Gießen und die Nachbaruniversitäten im zweiten Kriegshalbjahr. Nach amtlichen Mitteilungen aus Hochschulkreisen waren an den 22 Universitäten des Reiches in diesem Sommer 53 337 Studenten eingeschrieben gegen 52 501 im Kriegswinter und 61200 im letzten Friedenshalbjahr. Im Kriegs⸗ oder Sanitätsdienst sind davon 36 185 Männer und etwa 250 Frauen verwendet worden gegen 29 882 und 250 im ersten Kriegshalbjahr. Bei 1, nicht eingeschriebenen Stu⸗ denten erhöht sich die Zahl der Kriegsteilnehmer auf etwa 43 600, das sind 80,52 Prozent der Universitätsstuden en. Im Verhältnis zu der Zahl der im laufenden Halbjahr eingeschriebenen Männer beläuft sich im Reichsdurchschnitt der Anteil der stu⸗ dentischen Krieger auf 74,20 v. H. An den einzelnen Universi⸗ täten ist das Verhältnis verschleden. An der Spitze steht Tü⸗ bingen mit 85,28 v. H. In Gießen sind es 70,62 v. H., in Marburg 79,64 v. H., in Frankfurt a. M. 20,76. Der niedrige Anteil der Frankfurter Studensenschaft rührt daher,

daß die während des Krieges eröffnete Hochschule noch keinen M

Stamm älterer Studenten hat, die verhältnismäßig zahlreicher verwendet sind als die jüngeren Semester. In Bezug auf die Gesamtzahl der eingeschriebenen und der anwesenden Studenten steht Berlin mit 8013 und 2808 obenan; in Gießen sind es 1176 und 368, in Marburg 2058 und 611, in Frank⸗ furt 855 und 2713. Hinsichtlich der Zahl der anwesenden Stu⸗ dierenden steht Frankfurt im zweiten Halbjahr seines Bestehens bereits an achter Stelle.

* Stadttheater. Die Neuheit, die der nächste Dienstag] L

bringt,Die Venus mit dem Papagei, nennt der Ver⸗ fasser Lothar Schmidtkeine erotische Komödie in 3 Akten; diese Benennung stimmt, denn im Mittelpunkt der Handlung steht ein Veunsbild van Dyk's und der moderne Kunstsnobismus ist es, der auf der Anklagebank sitzt. Wir entnehnen folgendes einer auswärtigen Besprechung des Werkes:Die Handlung rollt sich in drei wohlproportionierten Akten recht munter und vor allen Dingen überaus witzig ab, ohne gekünstelte Situationen oder geschraubte Pointen in Anspruch zu nehmen. Der Dialog ist frisch, flott, ungezwungen, geistvoll und atmet neben dem Spott über das lächerliche Gebre⸗ unserer Zeit ein so lustiges Behagen, daß man sich auch außerhalb der schlagenden Satire von der Ko⸗ mödie als solcher durch ihre feine Artistik gefangen nehmen

Religiöse Kriegsvorträge. Den dritten Vortrag über das Deutsche Christentum im Kriege wird Prof. D. Schian am Montag, den 1. November, 8 Uhr abends(pünktlich) in der Stadtkirche halten. Er behandelt das Sonderthema:Deutsches Christentum. Dabei werden die mannigfaltigen Fragen zur Sprache kommen, die im Anschluß an die LosungDeutsche Religion! oderDeutsches Christentum! in der letzten Zeit er⸗ örtert worden sind. Der Eintritt ist für jedermann frei. Der Vor⸗ trag 11 der letzte der Reihe.

*Die Gemäldeausstellung im Oberhessi⸗ schen Kunstverein, die am vorigen Sonntag in Ver⸗ bindung mit der Dr. Hans ⸗Bock⸗Gedächtnisstif⸗ tung. wurde, erfreut sich eines starken Interesses. Die Ausstellung bietet in der Tat eine überaus reichhaltige Zusammenstellung von durchweg wertvollen schönen Stücken und verdient weiteste Beachtung. Es sind inzwischen wieder Bilder von Mohr, Morgenstern und Hochmann hinzu andere Stücke, drei Aquarelle und eine Radierung, hier am Orte bereits Käufer gefunden haben.

Briefmar kurzer Hinweis, daß die Kriegszeit von jedem Opfer verlange, die Annahme von Briefmarken aber doch nur eine Kriegsgefllligkeit bedeute. Stillschweigend werden dann die Briefmarken eingesteckt. Auch Warenhäuser und größere Geschäfte haben sich ansehnliche Posten von 5⸗ und 10⸗Pfennigmarken besorgt, um sie an Stelle von Geld als Zahlungsmittel zu verwerten.

Eine Warnung. Das stellvertretende General- kommando des 18. Armeekorps teilt mit: Eine Reihe von Vorfällen und Klagen zeigen, daß sich auf dem Lande Retsende den Familien gefallener Soldaten aufdrängen, um Aufträge auf photographische Vergrößerungen von Bildern und Liese⸗ rungen von Rahmen zu unreellen Preisen und Bedingungen zu erhalten. Es wird vor dieser gewissenlosen Ausbeutung gewarnt. Vor allen Dingen sei man mit dem Unterschreiben bei derartigen Geschästen nenten und wende sich lieber an bekannte Geschäfte, die für gewissenhafte Arbeit und solide Preise Gewähr leisten.

** Die Silberne Hochzeit in seiner dritten Ehe begeht morgen Bäckermeister Ludwig Kronenberg..

* Der Winter hat heute morgen auch in unserer Gegend schüchtern seine Visitenkarte abgegeben, nachdem im Vogelsberg und in der Marburger Gegend schon reich⸗ licherer Schneefall zu verzeichnen war. Als Schnee konnte man allerdings das wässerige Gerinnsel, das in den Vor⸗ mittagsstunden vom Himmel kam, nicht wohl bezeichnen; aber unter dem 1 8 befanden sich die ersten kleinen Flocken, die auch wieder schnell zu Wasser wurden. Zu den Poraussagen, daß der Winter 1915/16 mild sein und spät schlech. würde, paßt der Oktoberschnee herzlich

echt. 2 Landkreis Gießen.

* Rödgen, 27. Okt. Dem Unteroffizier im Jufanterie⸗Land⸗ sturm⸗Bataillon II Darmstadt, Förster Brück vom Auerbacher Forsthaus, Sohn des Försters Wilh. Brück von hier, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. 0

Lauter, 29. Okt. Der Gardefüfilier Hermann Peter im Lehr⸗Infanterie⸗Regiment galt als vermißt. Er hatte seit länger als einem Vierteljahr kein Lebenszeichen von sich gegeben. Dieser Tage erhielten seine Angehörigen einen Brief von ihm, in dem er ihnen mitteilt, daß er sich wegen Krankheit im Kriegslazarett Nr. 12 in Stryf(Galizien) befinde. In den Champagnekämpfen wurde der Unteroffizier Karl Schmidt lichwer verwundet. Er befindet sich auf dem Wege der Besserung und liegt zurzeit in einem Lazarett in Konstanz. Die Sammlung fllt die deutschen r in Rußland ergab den Betrag von 116.40 Mk.

. Kreis Büdingen. * Ober ⸗Mockstadt, 29. Okt. Den Hldentod fürs Vater⸗ land starb der Wehrmann Müller im Res.⸗Inf.⸗Regt. 88. . Geiß ⸗Nidda, 29. Okt. Im Kampfe fürs Vaterland starb der Wehrmann Lau khard im Landwehr⸗Inf.⸗Rgt. 116. a Echzell, 29. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt Vize⸗ feldwebel Lahm im Inf.⸗Regt. 168, die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille der Reservist Michel in demselben Regimente.

Kreis Schotten. Schotten, 29. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Gefreite Ruhl im Drag.⸗Regt. 24. 9 Herchenhain, 27 Okt. Für seine Tapferkeit in der Schlacht bei Anloy am 22. August 1912 erhielt Unteroffizier Ernst [Dietz von der Leib⸗Kompagnie Insanterie-Regiment Kaiser Wil⸗

2* 116 noch nachträglich heute das Eiserne Kreuz asse.

Gedern, 28. Okt. Gestern abend Uhr fand hier im Saale des Bergwirtshau kes auf Veranlassung der hiesigen Zweig gruppe des Evangelischen Bundes ein Vaterländischer Volks⸗ abend statt. Nach einigen einleitenden worten des Vorsitzenden, Hospredigers Widmann, sprach Pfarrer Landmann aus Burkbards an der Hand von 60 wohlgelungenen Lichtbildern über das zeitgemäße ThemaDie deutsche Flotte und ihre Heldentaten im Weltkriege 1914/%15/. Die Aus- führungen fanden sichtlich den Beifall der Anwesenden. Gesangs vorträge des hiesigen Kirchengesangverei s, sowie das gemeinschast lich gesungeneTeutschland, Deutschland über alles trugen zur Verschönerung der Feier bei. In der letzten Krie gsbetstunde sprach Missionar Gsell aus Frankfurt a. M. über die Bafler Missson im Weltkriege 1914/15 in seyr interessanter Weise. Heute morgen fiel hier der erste Schnee, der sich jedoch nur bis in die Miltagsstunden halten konnte.

(Laubach, 29. Okt. Als 18. Opfer des Weltkriegs hat der Kriegsfreiwillige Walter Denn, Sohn des Altuars Denn, den Heldentot erlitten. Die Haussammlung zum Besten der Kriegsgefangenen in Rußland ergab hier die Summe von 550 Mark.

Aus dem Vogelsberg, 28. Okt. Mit Tamtam wurde dieser Tage von Berlin aus die Nachricht verbreitet, daß dort der erste weibliche Barbier in die Innung aufgenommen und damit in Deutschland den Frauen ein neuer Beruf erschlossen sei. Das stimmt nicht. Das lleine Vogelsbergdörschen Lindheim D bekannt durch seine Hexenprozesse hat, so schreibt uns ein Mitarbeiter, in seinerLippe⸗Hannese⸗Marie bereits seit einem halben Jahrhundert einen weiblichen Barbier. Eine kleine, jetzt 85 Jahre alte Greisin, so schwingt die Lppe⸗Hannese⸗ arie, wie sie mit ihrem Mädchennamen von jung und alt ge⸗ nannt wird, noch heute wacker das Schaumbecken. Wie die alte Frau vor Jahren zum Rasierhandwerk kam? Als sie jungverheira⸗ tet war, hatte die Lindheimer männliche Welt schwer unter den zitternden Händen eines ständig trunkenen Barbiers zu leiden. Keiner kam damals ohne Durchzieher, Kratzer und Wunden von dem Rasiermesser des Fuselbarbiers weg. Da griff die junge Frau kurz entschlossen zu, erlernte das Rasieren, brachte es in dieser Kunst rasch zur Meisterschaft, und nach kurzer Zeit ließ sich indheims männliche Welt nur noch von der Lippe⸗Hannese⸗Marie rasieren. Länger als ein halbes Jahrhundert übte sie das Hand⸗ werk, erst allein, dann mit ihrem Sohn, und schließlich mit dem Enkel zusammen. Und gegenwärtig, da auch die Lindheimer Bar⸗ biere im Felde stehen, hat die wackere Alte wieder tüchtig zu tun, um dieKundschaft zu bedienen. 5

Kreis Friedberg. r Friedberg, 29. Okt. In französische Gefangen⸗ schaft kam der Assistenz⸗Arzt Dr. Müller von hier.

i Dornassenheim, 29. Okt. Die Hessische Tapfer⸗ keitsmedaille erhielt der Musketier Pfannkuchen im Res.⸗Inf.⸗Regt 116.

I Bad Nauheim, 29. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Leutnant Breidenbach.

Kreis Wetzlar. A Lützellinden, 29. Okt. Das Eiserne Kreuz 5. Klasse erbielsen der Obermatrose Wilhelm Arnold vom Panzerkreuzer Göben und Unterossizier Johannes Hofmann im Feld-Art.-Regt. 21. Letzterer liegt zurzeit schwer verwundet im

Lazarett. Hessen⸗Nassau.

Marburg, 28. Okt. Dem bekannten Marburger Hygieniker Wirkl. Geh.⸗Ral Prof. E. v. Behring, Stabsarzt a. D., wurde das Eiserne Kreuz am weiß⸗schwarzen Bande verliehen. Für das lausende Wintersemesler wurden zu Dekanen an der hiesigen Universttät folgende Mitglieder des Lehrkörpers gewählt: Für die theol. Fakultät Geh.⸗Rat Prof. D. Budde, für die jur. Takultät Geh.-Rat Prof. Dr. Traeger, für die med. Fakultät Geh.⸗Rat Prof. Dr. Tuczek und für die phil. Fakultät Prof. Dr. Wechßler. Vom 1. November ab wird der Petroleumperkauf hier durch Karten geregelt. Die Haus⸗ haltungen, welche künstliches Licht haben, bekommen monatlich nun Liter Petroleum. Ferner sind zum Auskauf von Kartoffeln und Butter im hiesigen Kreise besondere landrätliche Be⸗ scheinigungen nötig. Der Marmeladentag brachte in Marburg insgesamt 107 Zentner 57 Pfund Marmelade, 488 Liter Fruchtsäste, sowie gedörrtes und frisches Ollst ein. Ver⸗ gangene Nacht trat hier und im ganzen oberhessischen Berglande Schneesall ein.

Marburg, 29. Okt Der vor einem Jahre einmal fälschlicherweise totgesagte Direktor der chirurgischen Universitäts⸗ klinik, Prof. Kömig, zurzeit beratender Chirurg beim 11. Armeekorps, wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl. ausgezeichnet. Das unter der Leitung des Direktors Stein⸗ goetter stehende Stadttheater hat seine diesjährige Spiel⸗ zeit gestern abend in den Stadtsälen mit der dramatischen Dich⸗ fung UhlandsErnst, Herzog von Schwaben mit schönem Er⸗ folg eröffnet. Die diesmaligen Ersatz⸗ bezw. Ergänzungs⸗ wahlen zur Stadtverordnetenversammlung finden am 15. und 16. November statt. Bei den Instandsetzungsarbeiten des Stadtverordnetensitzungssaales im Rathaus wurden alte Wandmalereien von hervorragendem lokalhistorischem Wert festgestellt. In Sachen der e des Saales weilten bereits einmal der Landeskonservator aus Berlin, sowie Konser⸗ vatoren und Regierungsbeamte aus Kassel hier.

Wm. Kirchhain, 29. Okt. Zu der gestrigen Verstei⸗ gerung der durch Vermittlung der Landwirtschaftskammer Kassel aus Frankreich hier eingetroffenen 98 Fohlen auf dem Vieh⸗ marktplatz hatten sich wohl mehr als 500 auswärtige Kauf⸗ liebhaber eingefunden. Die Fohlen waren durchweg gutes Pferde⸗ material. Der Gesamterlös für die ausgebotenen 98 Fohlen betrug 100 500 Mark. Der höchste Preis für ein 2½jähriges Fohlen betrug 2010 Mark. Nach Mitteilung des Vorsitzenden der Land⸗ wirtschaftskammer, Oekonomierats Mertens, wird voraussicht⸗ lich anfangs nächster Woche eine gleiche Versteigerung von Pferden hier stattfinden.

ul. Limburg, 29. Okt. Auf Anordnung des Kreis⸗ ausschusses tritt am 1. November im Kreise imburg eine Ermäßigung des Brotpreises um 2 Pfg. ein. Es kostet von da an ein großes Roggenbrot(2050 2 5 frischgebacken, 65 Pfg., ein kleines Roggenbrot(1465 Gramm frischgebacken, 48 Pfg.

ul. Limburg, 28. Okt. Die fortgesetzte Steigerung der Lebensmittelpreise und die Schwierigkeit, Lebensmittel u beschaffen, hat zur Gründung einer nassauischen Lebensmittel⸗Einkaufsstelle m. b. H. mit dem Sitz in Limburg 1 4 Folgende Städte sind daran be⸗ teiligt: Diez, Dillenburg, Hagenburg, Hadamar, Haiger, Herborn, Limburg, Montabaur, Nassau, Runkel, 8 Westerburg, Wetzlar. Das Stammkapital beträgt 20 000 Mk. Zum Geschäftsführer ist Max Nicles⸗Limburg bestellt worden, der zu Geschäftsabschlüssen bis zu 5000 Mk. berech⸗ tigt ist. Bei größerer Abschlüssen ist die Unterschrift des Bürgermeisters von Limburg oder Diez oder deren Stell⸗ vertreter erforderlich. Der Aufsichtsrat besteht aus den Bürgermeistern von Limburg, 5 Westerburg und Wetzlar. Der Reingewinn der Gesellschaft

2

wird auf eine höchst ati N lagekapitals beschränkt, Ueberschüsse bei Auflöfung der Ge⸗ ellschaft nach dem Kriege fließen der Kriegsfürsorge

beteiligten Gemeinden im Verhältnis ihrer Anteile rest⸗ los zu. Bei dem Stammkapital von 20 000 Mk. betragen die Anteile je 500 Mk. Sie werden auf die beteiligten Städte im Verhältnis ihrer Bevölkerungszahl verteilt. Die Ein⸗ kaufsgesellschaft hat die Aufgabe, Lebensmittel aller Art anzukaufen und an die beteiligten Städte zu verteilen. Die Städte geben dann die Lebensmittel an Geschäfte zum Selbstrosbenpreise ab. Es soll damit einer unnötigen Preis⸗

Diez, Herborn, Nassau, Der tens 4prozentige Verzinsung des An⸗ noch

steigerung vorgebeugt und die der Bevölkerung mit Lebensmitteln erleichtert

vermischtes.

Berlin, 29. Okt.(Priv.⸗Tel.) DieB. Z. meldet aus

Karlsruhe: der große Levisstein⸗Tunnel zwischen Wohtann und Außerberg an der Lötzschbergbahn ist gestern durch⸗ schlagen worden.

Märkte.

Gießen, 30. Ott. Marktbericht. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Vid 2,100,00, Hühnereier das Stück 17,21 Pig., Käse das Stück 79 Pig, Käsematte 1 Stück 30 Pfg.: Tauben das Paar 1, 400,0 Mk., Hühner das Stück 2,00 2,50 Mk., Hahnen 1,50 2,50 Mk., Gänse d. Pid. ,201,30 Mk., Ochsenfleisch das Piund Mk. 1,201,24, Kuhfleisch 11000 Ufg. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,201,24 Mk., Schweine fleisch das Pfund 1,900,00 Me, Kalbfleisch das Bid. 1,20 1,24 Mk., Hammelfleisch das Pfund 100116 Pfg.; Kartoffeln 1 Ztr. 3,50 bis 4,00 Mark, Milch das Liter 26 Pfg.; Aepfel der Zentner 6 bis 8 Mk., bessere 0040 Pig. Spinat 2025 Pfg. das Pfund; Wirsing 10 15 Pfg. das Stück, Gelberüben 1012 Piennig das Pfund, Rotkraut 1525 Pfennig das Stück, Kohlrabi 68 Pfennig das Stück, Weißktraut 1525 Pfennig das Stück, Birnen 7 bis 15 Pfg., bessere 0000 Pfennig das Pfund, rote Rüben 78 Pfg., römisch Kohl 68 Pfennig. Zwiebeln der Zentner 2300 Mk. Nüsse 100 Stück 4050 Pfg. Blumenkohl 20-50 bfg Tomaten d. Pfd. 25 3 Pig. Sellerie 610 Pfg. d. St. Endivien 10 12 Pig. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr. Fleischpreise auf dem Markte von auswärtigen Händlern: Rindfleisch das Pfund 1,10 1,15 Mk., Ninofleisch⸗ Bratenstück das Pfund 1,101.15 Mk., Schweinefleisch das Pfund 4,70 Mk., Rierensett das Pfund 1 Mk. Leberpreßlopf Ml. 1,40 das Pfund, Fleischwurst Mk. 1,40 das Pfund.

fe. Fraukfurt a. M., 29. Okt. Auf dem heutigen He u⸗ und Strohmarkt war nichts angefahren.

FC. Wiesbaden. Viehhof⸗- Marktbericht vom 29. Okt. Am heutigen Viehmarkt waren angetrieben: 129 Rinder(darunter 21 Ochsen, 4 Bullen und 104 Kühe), 123 Kälber, 26 Schafe, 78 Schweine. Bei flottem Geschäft und dem seitherigen Preisstand blieb nur ein geringer Ueberstand in allen Viehgattungen.

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 31. Oktober 1918: Wechselnd bewölkt, meist trocken, etwas kühler.

Letzte Nachrichten. Das neue Ministerium Briand.

(WTB.) Paris, 30. Okt.(Nichtamtlich.) DieAgence Havas hat gestern abend nachstehende Notiz veröffentlicht: Aristide Briand begab sich, nachdem er vom Präsidenten der Republik den Auftrag erhalten hatte, das neue Kabinett zu bilden, nacheinander zum Senatspräsidenten Dubost und zum Kammer⸗ präsidenten Deschanel; nach den Besuchen versammelte Briand im Justizministerium die politischen Persönlichkeiten, deren Mit⸗ wirkung er sich sicherte. Im Laufe des Nachmittags fand eine zweite Zusammenkunft statt. Briand begab sich sodann ins Elysée, um dem Staatsoberhaupte die Bildung des Ministeriums anzukündigen. Der Erlaß betreffend die Bildung des Kabinetts wird am Vormittag im Amtsblatt erscheinen. Die Mitglieder des neuen Kabinetts werden morgen vormittag durch Briaud dem Präfidenten vorgestellt. Darauf wird der erste Ministerrat abgehalten, in dem der Wortlaut der Erklärung festgesetzt werden wird, die in den beiden Kammern in ihrer ersten Sitzung in der nächsten Woche verlesen werden soll.

WTB. Paris, 30. Okt. Nichtamtlich. DieAgence Havas meldet amtlich: Das neue Ministerium setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitz und auswärtige Angelegenheiten Bri⸗ and, Staatsminister ohne Portefeuille: Freyernet, Bour⸗ geois, Combes, Guesd ee und Denis Cochin, Justiz und Vizepräsidium Viviani, Krieg Gallreni, Marine Kon⸗ treadmiral Lazare, Inneres Malvi, Finanzen Ribot, Ackerbau Méline, öffentliche Arbeiten Sembat, Handel Cl é⸗ mentel, Kolonien Doumergue, Unterricht und Erfindungen, welche die Landes verteidigung betreffen, Painlevé. Der neue Arbeitsminister wird im Laufe des Abends ernannt, ebenso die Unterstaatssekretäre. Der bisherige Botschafter in Berlin wurde zum Generalsekretär des Ministeriums des Aeußern ernannt.

*

Die Zurückziehung der Ententetruppen aus Saloniki.

Budapest, 30. Okt.A Vilag berichtet aus Athew: Die Zurückziehung der in Saloniki gelandeten Truppen hat begonnen. Heute wurden drei Bataillone französischer In⸗ fanterie auf dem französischen KreuzerTeveller eingeschifft

mit fünf Bataillonen englischer Kolonialtruppen und Australiern, auf, demselben Kreuzer. General Hamilton erschien in den

Vormittagsstunden bei dem Korpskommandanten Prinz Niko⸗ laus und teilte ihm offiziell mit, daß der alliierte französisch⸗ englische Generalstab beschlossen habe, die auf griechischem Gebiet gelandeten verbündeten Truppen zurückzuziehen und daß deren Abtransport bereits begonnen habe. Prinz

transport die griechischen Behörden soweit möglich dem englisch⸗ französischen Generalstab behilflich sein sollten. König Konstan⸗ tin traf am 27. Oktober abends im Hofsonderzug in Begleitung des Generalstabschefs in Salonikt ein. Zum Empfange erschien auf dem Bahn hofe Prinz Georg von Griechenland; ferner waren die Chefs der städtischen und militärischen Behörden anwesend. Der König nahm in dem Palais des Korpskommandanten Wohnung. Der Salounikier Generalstab der Ententetrup⸗ pen blieb dem Empfange auf Wunsch des Königs, der durch den Kronprinzen Georg ausgesprochen wurde, fern.

Uebersiedelung des serbischen Hofes nach Mongstir.

Haag, 30. Okt. DieTimes melden aus Athen, daß der serbische Hof und die Regierung ihre Vorbereitungen zur Abreise nach Monastir beendet haben.

Die Verbindung NischPirot unterbrochen. Sofia, 30. Okt. Die zweite bulgarische Armee hat sich zwischen Nissch und Pirot geschoben; die Verbindung zwischen den beiden Städten ist unterbrochen. Die Funkenstation in Nisch ist nicht mehr in Tätigkeit. Serbien kann nur mit der Funken⸗ station in Mitrovitza über Antivari arbeiten.

Japan schließt keinen Sonderfrieden. Amsterdam, 30. Okt. Reuter teilt amtlich mit: Der japa⸗ nische Botschafter in London unterzeichnete am 19. Ok⸗ tober einen Vertrag, nachdem Japan sich der Verpflich⸗ tung Frankreichs, Englands und Rußlands angeschlossen hat, keinen Separatfrieden abzuschließen. Argyll vollständig verloren. Haag, 30. Okt.Central News berichten aus London KreuzerArgyll gilt als vollständig verloren, da das Vorderschiff auf den Klippen festsitzt und das stürmische Wetter immer anhält.

kette

Auch as Llebesgabe im Felde begehrt!

m Feldpostbriet portofrei

e

9 einz Nikolaus mahm die Mitteilung zur Kenntnis und verfügte, daß bei dem Ab⸗