Ausgabe 
(28.10.1915) 254. Erstes Blatt
Seite
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Neue Hundertmartscheine. 5 1 Korrespondenz schrelbt: Die im Jahre 1911 zur Ausgabe gelangten neuen Reichsbanknoten zu 100 Mark wurden in den Krei des Handels und der ndustrie wegen i 2 7 großen Formates bean⸗ standet. Die e entschloß sich daher, dem Entwurf eines neuen Modells 1 Die sofortige Herstel⸗ lung neuer Noten konnte aber nicht in Frage kommen, da von den Reichsbanknoten mit dem Wasserzeichen sehr er⸗ bliche Mengen hergestellt waren. Die Herstellung dieser ndertmarkscheine war zudem mit großen Kosten ver⸗

1 5 975 8. chen f 3 unwirt tlich gewesen. zwi ist r ein neues Modell für die Hundertmarkscheine ferti gestellt und hat die Genehmigung der zuständigen Stelle 2. Die Vor⸗ arbeiten für den a der neuen Scheine sind infolgedessen bereits in Angriff genommen, so daß in absehbarer Zeit die ersten Scheine zur Ausgabe gelangen werden. Das neue Modell berücksichtigt die Wünsche nach einer kleineren Note.

Berlin, 27. Okt. Die Abendblätter melden: Der Reichs⸗ kanzler hatte heute vormittag eine längere Besprechung über die politische Lage mit den Vertretern der Fraktionsvorstände des Abgeordnetenhauses. Es nahmen daran je drei konser⸗ vative und Zentrumsmitglieder, je zwei Nationalliberale und fortschrittliche Vollsparteiler, je ein Vertres er der Freikonserva⸗ tiven, Polen und Sozialdemokraten teil. Außer anderen wichtigen Fragen ist auch der Stand der Nahrungsmittelversor⸗ gung erörtert worden.

Franffr rt a. M., 27. Okt. Der Reichsausschuß der deukschen Zentrums partei hielt hier eine zweitägige Konferenz ab, die sich mit der inneren politischen und wirtschaft⸗ ichen Lage und den etwaigen Kriegszielen in sehr eingehender Weise beschäftigte Zu allen Fragen wichtiger Art wurden Kund⸗ 82 7 beschlossen, die in kürzester Frist veröffentlicht werden.

u der Friedensfrage beschloß man, einen generellen Frie⸗ den zu verlangen, der sowohl im Westen wie im Osten Siche⸗ rungen 1 8 5 Grenze und Gewähr bietet, daß Deutschland künf⸗ tig vor Ueberfällen gesichert ist. In der Lebensmittelfrag⸗ soll eine energische Erklärung an den Reichskanzler erfolgen, wobei vor allem eine durchgreifende Regelung der Kartoffelversor⸗ gung und ausgedehnte Maßnahmen gegen den Lebenzmittel⸗ wucher verlangt werden. Die Entschließung legt hierbei beson⸗ deres Gewicht auf schnelles und durchgreifendes Handeln.

Aus Stadt und and. Gießen, 28. Oktober 1915.

prof. Dr. Roloff überDeutschland und der Orient.

Deutschland und der Orient. Prof. Dr. Roloff untersuchte abend in einem vom Allgemeinen Deutschen Frauenperein veranlaßten Vortrage in der Neuen Aula die ver⸗ ngenen, gegenwärtigen und namentlich die zukünftigen Zu⸗ mmenhänge, die umsere deutsche Politik und unsere wirtschaft⸗ liche Entwicklung mit absoluter Notwendigkeit nach dem Orient 2Die vrientalische Frage hat unter dem Gange der schichte ein anderes Gesicht für uns gewonnen, als es beispiels⸗ weise Fürst Bismarck seinerzeit vorausgesehen hat Während dieser dem Orient und im Zusammenhang damit dem Balkan mit Bezug auf Deutschlands Weltstellung nur eine untergeordnete Bedeutung gen pat, muß man heute sagen, daß im Orient unsere zebensbe gen in allererster Linie verankert sind. Dies ergibt sich zunächst aus einer Betrachtung unserer e zur Türkei. Während unser Handel mit dieser vor 30 Jahren eine Ziffer von 30 Millionen Mark darstellte, ist er seitdem bis unmittelbar vor Ausbruch des Krieges auf 200 Millionen gestiegen und gibt damit dem englischen, der bis dahin trotz relativem Rückgang immer noch an erster Stelle stand, nur wenig mehr nach. Etwa eine Milliarde deutscher Kapitalsinteressen ist in der Türkei investiert. Diese Zahlen werden natürlich nach dem Kriege, wenn Deutschland die Erbschaft der abgewirtschafteten Entente antreten wird, ganz bedeutend und automatisch wachsen. Wir sind für die Hinneigung unseres Handels nach dem großen Tür kenreich bereits . gerüstet und zwar namentlich durch das zu 60 979 mie deutschem Kapital arbeitende, schon weitgediehene Riesen⸗ unternehmen der Bagdadbahn. Durch diese Linie wird eines der größten versunkenen. der Weltgeschichte, Meso⸗ potamien, mit seinen vielen lionen Hektar Bodens wieder erschlossen werden. Es bedarf dazu nur gründ⸗ li Bewässerung Bodenkultur, wie sie vor dem Arabereinfall 1 anden haben. Auf Grund maßgebender 1 und 0 1 0 icher Schätzungen net man mit einer Erzegnung von jährli 1 Milliarde Tonnen tzen, die dem Weltmarkte zugeführt werden können, mit einer Riesenproduktion von tierischer und pflanzlicher Wolle. Die gewaltigen Naphtalager am Niaris und der ungeheure Meta lLecichtum des Taurus we den erschlossen werden. Es liegt auf der Hand, daß in erster Linie die Bundesgenossen der Türkei von diesem Reichtum ihren Anteil bekommen werden. Andererseits wird Deutschland die jährliche Summe von 600 Millionen für Baum⸗ wolle, 400 Millionen für Schafwolle und 70 Millionen für Petroleum, die es bisher an die jetzigen Feinde und dieNeu⸗ tralen 8 85 mußte, lieber dem wirklichen Freunde zukommen lassen. Aber auch der deutschen Arbeit werden ungeheure Absatz⸗ e. 1 995* 2 0 1 ällen unabhängigen igkeit un ossenheit wird geschaffen, m keine Flotte etwas kann Die Lösung der Be 5 age in den dünn bewohnten Gebieten 7 Menschen auf ein uadratkilometer liegt nicht in Deutschland(wir haben hoffent⸗ lich später in Kurland genug zu tun und bedürfen nach dem Kriege Re eneration; 2 kann ein moderner Staat wie die aufstre⸗ bende Türkei keinen völkischen Fremdkörper in ihren. dulden) sondern in Mazedonien, dessen muhammeda⸗ nische Bauern geradezu ein ideales Material für das neuerschlos⸗ sene Gebiet darstellen. Deutschlands Aufgabe wird die geistige ührung dieser gewaltigen Entwicklung mit Lehrern, Aerzten, ugenieuren und Kaufleuten sein Die Wechselbeztehungen werden diesem Einfluß nicht fehlen. Die Türker wird wie manziell, so auch 5 erstarken und für ihre 19 555 unantastbar werden. Es ist natürlich, daß namentlich Rußland und England das ge⸗ waltige Band, das uns durch die bahn an die Türkei esseln soll vor dem Kriege schon mit allen Mitteln zu schwächen suchten. Die en nie geruht. Sah sich doch Rußland in seinen Eroberungsgelüsten und England im Bestand Aegyptens und namentlich auch in seinen Plänen 1 5 Zerstückelung der Türkei bedroht. England wollte statt des We Nord-Süd, den wir erstreben, einen solchen von Osten nach Westen, von ndien über das vom Türkenreiche getrennte Mesopotamien, yrien und Palästina schaffen und suchte mit allen Mitteln a 25 15 kreuzen. Hier hat der Krieg die nötige Klar⸗ it ges fen. Die türkische Einfluß nach. drängte, nunmehr, wo ihre 8 liegen. Sie sieht wie wir und in unserem Sinne in der gdadbahn eine weltgeschichtliche An allererster Ordnung Die Brücke zu dem Neuland bilden Oester⸗ reich⸗Ungarn und die Balkanstagten, soweit sie mit uns gehen. In dieser Beziehung muß unsere Politik denn auch durchaus konser⸗ vativ und namentlich auf den ungeschwächten Bestand der Donau⸗ monarchie gerichtet sein. Aus alledem ist zu ermessen, welchen Wert auch für uns der heldenmütige Wall gewesen ist, den die tapferen türkischen Bundesgenossen um den Besitz Konstantinopels Binden haben. Unser e Vormarsch auf dem kan

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wird nun, schloß der Redner, erst den Vor⸗ marsch nach Aegypten ermöglichen. Sperren wir den Suezkanal, dann dürfte Englands Kampftraft so verringert sein, daß diese Tatsache für das Inselreich den Stoß ins Genick bedeuten muß; geht doch die Hälfte der Bedürfnisse des englischen Febensmittelmarktes durch diese Straße. Außerdem würde die 8 Eule er analen dene durch die Türkei den Anfang vom Ende der englischen Herrschaft in Afrika bedeuten, und in die rduung der 8 würden auch zweifellos Persien und Afgha⸗

die Befreiung von russischer und eng⸗

ürkei weiß, wenn auch lange Zeit der jung⸗

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klar, daß im Orient, wo der Krieg begann, auch die Geburts⸗

stätte der neuen Zeit friedlicher Weltgestaltung liegen muß. Der!

fesselnde Vortrag mit seinen kühnen und tröstlichen Ausblicken in eine nahe Zukunft fand eine außerordentlich gespannte Auf⸗ merksamkeit und mag in seiner Zuversichtlichkeit manchem mehr als eine Orientierung schlechthin bedeutet haben.

Auszeichnungen. Lans Entzeroth, Kriegsfrei⸗ williger im Feld-Artillerie⸗Regiment Nr. 63, Sobn des Betriebs. Ingenieurs Entzeroth zu Gießen, hat das Siserne Kre u z 2. Klasse erhalten. Ferner erhielt das Eiserne Kreuz Feldintendantur⸗Asssstent Vetzbergerr Gießen im deutschen Beskidenkorvs. Kriegsfreiw. Unteroffizier Hellmuth Mueller aus Gießen im Leib⸗Dragoner-Regt. 24, Masch.⸗Gew.⸗Zug, erhielt ebenfalls das Siserne Kreuz.

** Neue Stiftung. Bankdirektor Heichelheim und Frau wendeten der Stadt in fünfprozentiger Kriegs⸗ anleihe den Betrag von. 4000 Mark zu, die den Grund⸗ stock einerAlbert und Bella Heichelheim⸗Stif⸗ tung bilden und deren Zinsen in jedem Jahre abwechselnd an eine jüdische und christliche bedürftige Witwe oder Mutter soller in diesem Kriege Gefallenen ausgezahlt werden

ollen.

Kühlhausbutter. In den nächsten Tagen wird der Kommunalverband Gießen in einer Reihe von Geschäften Kühlhausbutter zum Verkauf freigeben. Die Butter ist in Stücken zu einem halben Pfund verpackt

und trägt die Aufschrift: Feinste Süßrahmbuͤtter (Fühlhausbutter) Kommunalverband Gießen. Der Preis für ein halbes Pfund beträgt 1 Mark. Die But⸗

ter ist in erster Linie für die Abgabe an den pri⸗ vaten Haushalt bestimmt. Die Verkaufsstellen sind durch Aushang kenntlich gemacht und verpflichtet, auch an Nicht⸗ kunden abzugeben. Die besonderen Bedingungen über den An⸗ und Verkauf sind behördlicherseits genau vorgeschrie⸗ ben. Es handelt sich, wie wir hören, um feinste Süß⸗ rahmbutter, von der einstweilen 160 Zentner zur Ver⸗ fügung stehen. Eine weitere gleich große Sendung steht in Aussicht.

Die Knappheit von Speck und Schmalz wird begreiflicher, wenn man bedenkt, daß das Durch⸗ F icht der geschlachteten Schweine in Deutsch⸗ land erheblich zurückgegangen ist, wozu aber noch kommt, daß auch die Zahl der geschlachteten Tiere seit dem Januar d. J. infolge der großen Verminderung unseres

weinebestandes erheblich geringer geworden ist als in Friedenszeiten Das Durchschnittsgewicht der im Gießener Schlachthof geschlachteten Schweine betrug im Januar 1915 99 Kg. und sank bis Mai auf 68 Kg., um bis Ende Sep⸗ tember langsam wieder auf 76 Kg. zu steigen. Diese Zahlen sprechen für sich und zeigen, daß die Not an Fett ihre natür⸗ liche Ursache mit darin hat, daß die zur Schlachtung ge⸗ kommenen Tiere weniger Speck und Fett ergeben haben müssen, als Tiere, die ordentlich ausgemästet, also schwerer im Gewicht, zur Schlachtbank geliefert werden, wie dies in gewöhnlichen Zeitläuften der Fall ist.

* Gemein verständliche Vorlesungen. Zu un⸗ serer gestrigen Zusammenstellung gemeinverständlicher Vorlesungen an der Landesuniversität ist noch, was nicht im Vorlesungsver⸗ 7 8 aufgeführt, ein stolleg von Prof. Dr. Skalweit über ie Staatsfinanzen der Großmächte im Kriege nachzutragen. Das⸗ selbe ist Montagsabends, einstündig, öffentlich und gratis. f

Gewerbeschule Gießen. Der Unterricht wird in allen Klassen wie in früheren Jahren du rchgeführt. Meldun⸗ 5 werden noch bis Montag, den 1. November täglich von

6 Uhr im Gewerbehaus angenommen. Nähere Auskunft wird von der Schulleitung erteilt.

* Die Auszahlung der Familienunterstütz⸗ ungen für die Zeit vom 1.15. November an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: a. Reichs⸗ und Hreisunterstützung. An diejenigen, deren Namen beginnen mit AK Montag, den 1. November, 8 Dienstag, den 2. Novem⸗ ber. b. Städtische Unterstützung(Mietszuschuß). An diejenigen, deren Namen beginnen mit AK Mittwoch. den 3. November, Donnerstag, den 4. November. c. an Vermieter, die Mietbeträge abholen, Freitag, den 5. November. Die Aus⸗ zahlungen finden von 81 Uhr vormittags im Stadthaus, Zim⸗ mer Nr. 16, statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den vor⸗ genannten Tagen abgeholt werden.

Landkreis Gießen.

u. Heuchelheim, 28. Ott. Den Angehörigen des Land wehrmannes Ludw. Hofmann, der seit dem 10. September d. als vermißt galt, ging dieser Tage durch die 10. Kompagnie des Landwehr⸗-Infanterie-Regiments 116 die Mitteilung zu daß der Gatte und Vater nach einer von der französischen Regierung ver- öffentlichten Liste in der Schlacht bei Vitry gefallen sei. Albert Schmidt, Gefreiter im 131. Reserve-Infanterie-Regiment wurde durch die Hessische Tapferkeitsmedallle ausgezeichnet; dem Gefreiten Otto Nesseldreher im Reserve-Int.⸗Regt. 80 wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Einer Anregung des Ortsgeistlichen, Pfarrers Dörr, folgend, fanden sich am vorigen Sonntag gegen 50 Frauen und Jungfrauen aus der hiesigen Ge- meinde in der Kleinkinderschule zusammen und gründeten einen Frauenverein, der sich, der gegenwärtigen Zeitlage folgend, zunächst im vaterländischen Sinne betätigen wird.

ü. Lollar, 27. Okt. Wieder hat der Krieg ein Opfer aus unserer Gemeinde gefordert. In treuer Pflichterfüllung fiel auf dem Felde der Ehre in Serbien Unteroffizier Heinrich Hof⸗ mann, Turnwart des hiesigen Turnvereins, in der 8. Kompagnie des Reserve⸗Infanterie⸗Regiments 116 im Alter von 24 Jahren. Er hat an sämtlichen Kämpfen seit Kriegsausbruch teilgenommen und war im Besitze des Eisernen Kreuzes und der Hessischen Tapferkeitsmedaille. 5 3

Daubringen, 26. Okt. Die Familie Dietrich Walter wurde durch die Nachricht erfreut, daß ihr Sohn Karl Walter nicht gefallen, sondern in russische Gefangenschaft geraten ist.

a. Harbach, 26. Okt. Von einem recht schweren Unglück wurde die geachtete Familie des Müllers Bräuning in der Kolbenmühle zwischen Harbach und Ettingshausen betroffen. Ver⸗ gangenen Sonntag mittag, als die Familie zu Tische saß, fehlte deren 16jähriger Sohn. Man suchte nach ihm und fand ihn in der Mühle tot vor. Die Welle des Rades hatte seine Kleider er- jaßt. so daß ihm das Hemd die Kehle zuschnürte und er so einen schrecklichen Tod fand. Die Familie ist umsomehr zu bedauern, als sie bereits einen braven Sohn in den Karpaten auf dem Felde der Ehre ve rloren hat; ihr dritter Sohn kämpst mit unseren Truppen gegen Serb en. 5 * Utphe, 27. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Beltzer im Inf.⸗Regt. 253, dasfelbe Ehrenzeichen der Landwehrmann Kraus.

Kreis Büdingen.

bo. Nidda, 26. Ott. Die Bekanntmachung des Höchst⸗ vreises für Butter hat hier eine unangenehme Ueberraschung gebracht. Nunmehr wird z. B in Kohden statt wie bisher 1,80 Mk. für Landbutter 2 Mk. gefordert. Unsere Schule hat in diesen Tagen eine beträchtliche Menge Eicheln unter Leitung der Lehrer gesammelt.

* Büdingen, 27. Okt. Zum Fregattenkapitän wurde seine Durchlaucht Prinz Karl zu Hsen burg und Bü⸗ dingen befördert..

Bleichen bach, 27, Okt. Das Eiser ne Kreuz erhielt

Wehrmann Heinrich Heß im Inf.⸗Regt. 118.

Kreis Alsfeld.

up. Von der Ohm, 27. Okt. Das überaus schöne Herbstwetter ist den Feldarbeiten sehr zu statten gekommen Dadurch ist die Wintersaat glücklich zu Ende gebracht worden. Die Siurzäcker konnten meist zum zweitenmal gepflügt werden. Die Wurzelgewächse sind eingeerntet worden. Daß es dafür höchste Zeit ist. daran mahnt der eingetretene Frost. An der

ersehnen, hineingezogen werden. Es ist also] Straße zwischen Unter⸗Seibertenrod und Ober⸗Ohmen ist die

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ganze Seite mit alten, kräftigen Eschen bestanden. Davon ist eine große Anzabl zum Fällen markiert. Das Eschenholz ist zur Zeil ein sehr begehrter Artikel. Es ist aber auch sehr dankenswert von der Straßenverwaltung, daß diefe Straßenbäume mit der Zeit er⸗ setzt werden durch die viel nützlichere Obstbaumpflanzung.. Gerade, die diesjährige Obsternte lehrt, welch großen Nutzen die Pobst⸗ baumzucht abwirst. Ueber die alte Meinung, datz in unseren Lagen das Obst nicht gedeiht, ist man längst anderer Ansicht

geworden. Kreis Lauterbach.. rr. Schlitz, 28. Okt. Tie Aus saat ist im Schlitzer⸗ band infolge der überaus günstigen Witterung trotz dem großen Mangel an männlichen Arbeitskräften faft völlig beendet. Das

Kornsist zum großen Teil schon aufgegangen und steht wundervoll.,

so daß die Hoffnung berechtigt ist, daß es sich noch rechtbestockt und infolgedessen den Winter gut übersteht. Die Gräfliche Burg güterverwaltung beschäftigt zurzeit 22 kriegs gefangene Eng⸗ länder und Kanadier. Sie finden Verwendung bek land und sorstwirtschastlichen Arbeiten. Warrverwalter Fuchs aut dem benachbarten Hartershausen, erhielt das Eiserne Kreuz. it. Grebenhain, 27. Okt. Karl Usinger, Musketier

im Inf.⸗Regt. 116, Bürgermeister Heinrich Lind, Wehrmann im Inf.⸗Regt. 87, Karl Weitzel, Kanonfer im Res.⸗Feld⸗ Art.⸗Regt. 21, erhielten sämtlich das Eiserne Kreuz 2. Alle drei befinden sich schon über ein Jahr lang int Felde. Leopold Zimmermann und Briefbote H. Pfeil, Wehr⸗ männer in einem Infanterie⸗Regiment, werden seit der Cham, pagneschlacht vermißt: Musketier Albert Blißer im Inf. Regt. 141, der einzige Sohn der Forstwartswitwe Blißer, ist in⸗ folge seiner Verwundung gestor ben. Kreis Schotten.

Den Heldentod erlitt nach schwerer Musketier Eißner von derHaubenmühle.

Kreis Friedberg.

* Friedberg, 27. Okt. Zum Leutnant befördert wurde der Kriegsfreiwillige Vizeseldwebel Hirschel im Res. Inf.⸗Regt. 221. In dem Feldlazarett Neugut bei Riga starb der Gefreite Reuß.

Wölfersheim, 27. Okt. Die Hessische Tapferkerts⸗ medaille erhielt der Gefreite Wolf im Res.⸗Feld⸗Art.

Regt. 25. Hessen⸗Nassau.

ra. Rodheim a. d. Bieber, 27. Okt. a Schlaudraff an der Unteroffizier⸗Vorschule Weilburg lein Rodheimer Kind) wurde zum Oberarzt befördert.

Frankfurt a. M., 27. Okt. In einem öffentlichen Aufruf an die Bürgerschaft legt der Polizeipräsident Rieß von Scheurnschloß dieser nahe, alle in der Stadt be⸗ sindlichen öffentlichen Aufschriften oder zu erlassen⸗ den Kundgebungen nicht in französischer oder englischer, sondern in deutscher Sprache abzufassen bezw. be⸗ kannt zu geben. Im Vertrauen auf den gesunden Geist, der in der Bevölkerung lebt, hofft der Präsident auf freiwillige Entfernung der fremdländischen Bezeichnungen und sieht deshalb von einem entsprechenden Verbot für Frankfurt ab.

5 Mirche und Schule.

Missions⸗Konferenz für Kurhessen.

Marburg Okt. Nachdem im vorigen Jahre die Missionskonferenz für den Konsistorialbezirk Kassel ausfallen mußte, konnte sie heute unter sehr zahlreicher Beteiligung von Geistlichen, Lehrern und anderen Besuchern, darunter auch einer Klasse Seminaristen aus Frankenberg, im großen Saale des Phi⸗ lippshauses hier abgehalten werden. Nach einleitendem Choral⸗ gesang hielt zunächst Pfarrer Itter⸗Langenselbold eine An⸗ sprache, in der er auch der gegenwärtigen Zeitverhältnisse, der schlimmen Erscheinung des Lebensmittelwuchers und der Ver⸗ rohung der Jugend gedachte. Die Jahresrechnung ergaß eine Einnahme von 2114 Mk. und eine Ausgabe von 1389 Mk.

An versifäts⸗ Nachrichten.

Berlin, 29. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Bezüglich des Studiums der Ausländer anden Universitäten ist neuer⸗ dings mehrfach eine unrichtige Auffassung hervorgetreten. Schon lange vor dem Kriege, nämlich durch den Erlaß vom 24. Sep⸗ tember 1914, hat das preußische Mmisterium durch Pestsetzung von Höchstzahlen für die einzelnen Universitäten dem übermäßigen An⸗ drang der Ausländer Schranken gesetzt. Als der Krieg ausbrach, wurden alle studierenden Ausländer aus seindlichen Staaten von den Universitäten entfernt. Hierbei mußte aber die Möglichkeit von Ausnahmen vorbehalten werdem weil es Fälle gibt, wo, man denke nur an Balten, Buren und Inder, das deulsche Interesse eine solche Ausnahme geradezu ersorderte. Jeder Fall ist daraufhin ebenso wie auch die Persönlichkeit des Studenten genau geprüft worden. Die Gesamtzahl der so bewilligten Ausnahmen ist gering. Es sind nämlich seit Kriegsbeginn, alle preußischen Universitäten zusammengerechnet, nur in 69 Fallen solche jungen Leute zum Studium zugelassen worden. In der Hauptsache handelt es sich dabei um Balten. a

n Ulfa, 27. Okt. Verwundung der

2

Assistenzarzt Dr.

Vermischtes.

Stettin, 27. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Nachts trat Schneefall ein. Der Schnee Temperatur fiel in den Morgenstunden auf 3 Grad.

Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 29. Oktober 1913:

Triüb und regnerisch, doch unbeständig, Temperatur wenig ge⸗

ändert.

Tetzte Nachrichten.

Ein englischer Angriff auf den Kieler Hafen? Stockholm, 28 Okt. Ein Schwede, der in diesen Togen aus England ist, hat demHelsingborger Tagblatt mitgeteilt, daß er dur i habe, umfangreiche Vorbereitungen zur Ausrüstung einen neuen Transportflotte feststellen zu können. Die Be⸗ obachtungen und andere Umstände veranlaßten die Vermutung, daß der Transport nicht auf dem gewöhnlichen Wege über den Kanal und viel weniger noch nach dem Mittelmeer gehen würde. In Ententeblättern will man nun aus gewissen Meldun schließen, daß der Zweck dieser Expedition sei, einen Vorstoß gegen die Pulsader eutschlands, den Kieler Hafen, zu un⸗ ternehmen(1). Da eine solche Offensive aber nur von Boden ausgehen könne, könne sie ohne Verletzung der Neutralität nicht geschehen.

Ein Besuch des englischen Königs in Frankreichs

Rotterdam, 28. Okt. Der die englischen und Truppen auf dem linken Flügel der Westfront inspizierende nig Georg von England wird, wie aus Paris gemeldet wird, auch zum Besuche in der französischen Haußtstadt erwartet. Die Lösung der französischen Ministerkrise wurde bis zu seiner Abreise

verschoben. 3 Ein Taifun.

dänischem dänischen

auptstadt. Pane ischen

New Vork 27 Ott Bis Nichtamtlich) Meldung

des Reuterschen Bureaus. Wie aus Manila telegraphiert wird, hat ein Taifun im südlichen Luzon große Verhee⸗ rungen angerichtet; 200 Personen wurden getötet, 800 verwundet. Die Hanf⸗ und Reissaaten wurden stark beschädigt..

egen S Ebk Err el8

Auch ais Liebesgabe im Feide begelirt!

eim Feidpostbrlet gortotresi

Leutnant im Res.-Inf.⸗Agt. 221,

liegt einen Zentimeter hoch. Die

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einen reinen Zufall Gelegenheit gehabt