5 f Die Blockade der bulgarischen Küste.
Sofia, 18. Okt.(WB. Nichtamtlich.) Meldung der Bulgarischen Telegraphen⸗Agentur. Es wird bekannt ge⸗ geben, daß an der bulgarischen Küste des Schwarzen Meeres und des Aegäischen Meeres Minen gelegt und die Leuchtfeuer gelöscht sind. Die Einfahrt neutraler Schiffe in den Hafen von Dedeagatsch wird von nun ab unter der Füh⸗
rung bulgarischer Lotsen erfolgen.
Berlin, 19. Okt. Laut„Wiener Reichspost“ teilt die Petersburger„Wjedomosti“ mit, daß die russ ische
Schwarze⸗Meer⸗Flotte infolge des Auftretens feind⸗ licher Unterseeboote wieder in ihre Häfen zurückkehrt. Die Haltung Griechenlands.
Kopenhagen, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.)„Politiken“ meldet aus Petersburg Das finanzielle Ueberein⸗ kommen zwischen den Alliierten und Griechenland betreffend die Gewährung eines Darlehens von 500 Millionen Drachmen, das unter sehr günstigen Bedingungen vor dem Ministerwechsel aßhgeschlossen wurde, wird durch diesen in keiner Weise verändert. Sriechenlands Verpflichtungen, sowie die Versprechungen der Alli⸗ ierten bleiben dieselben. In diplomatischen Kreisen der Alliierten hat man deshalb eine sehr optimistische Auffassung über die griechische Krisis. Als Beweis für die Berechtigung dieses Opti⸗ mismus weist man auf die kürzlich erfolgte Unterredung zwischen Venizelos und Zaimis hin, die zugunsten der Alliierten geendet habe.
Ein italienischer Kriegsrat.
Mailand, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Wie der „ Secolo“ meldet, hatte der Kriegsminister 5 5 elli gestern den ganzen Tag über mit dem Kön i g und Cadorna im Hauptquartier Unterredungen, gebnisse strengstes Stillschweigen bewahrt wird.
Die Stimmung in England.
London, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Wochenschrift „Nation“ schreibt: Vivianis Rede über die Expedition nach Saloniki würde in England mehr gewürdigt werden, wenn man wüßte, was er gemeint hat. Welches ast die russische Armes von der er spricht? Wo soll sie ansetzen? Wie groß ist sie? Wird Italien helfen? Sollen wir ohne die Zusicherung Griechenlands losgehen? Sollen die Verbündeten die Dar⸗ danellen aufgeben oder behaupten? Wie soll die durch die 0 8 Zeit abgequälte Armee sich sofort für einen neuen harten
Feldzug in einem schwierigen Gelände herrichten? Welche Hilfs⸗ truppen können wir in Frankreich von naher oder ferner Basis entbehren, und binnen welcher Zeit können sie in den Kampf eingreifen? Wie kaun die Stärke der zureichenden Streitmacht von 200 000 bis 300 000 Mann auf einer eingleisigen Bahn, die beständiger Unterbrechung ausgesetzt ist, erhalten werden? Gibt es für unsere Erpeditionen keine Grenze 7 Das sind die militäri⸗ schen Fragen, die der französische Generalstab erwogen haben muß, sobald die Möglichkeit der serbischen Expedition auftauchte.
der Dardanellen bezeugt ihr Nichtvorhemdensein. Aber gibt es selbst eine unorganisierte militärische Meinung zugunsten dieses Abenteuers? Ich höre von keiner. Natürlich werden wir Serbien helfen. Die Frage ist nur, ob die Hilfe indirekt und mächtig oder direkt, belanglos und unheilvoll sein wird. l 1 Lo ndon, 18 Okt.(WTB Nichtamtlich) Die„Daily News“ schreibt in einem Leitartikel: Die Zahl der Verluste an den Dardanellen von 96399 Mann schließt vermutlich Kolo⸗ nialtruppen ein aber nicht die der Flotte und der Fran⸗ Zosen, deren Verluste unbekannt sind. Ein Kommentar ist über⸗ lüssig. Die Umstände lassen es nicht angezeigt erscheinen, sach⸗ gemäße Betrachtungen zu veröffentlichen. Die Regierung hat be⸗ reits eine schwere Verantwortung; die Notwendigkeit, betreffs der Zukunft zu entscheiden, erschwert sie noch. Das Blatt findet, auf die Debatte im Oberhause anspielend, daß die Laiendebatte über Militärprobleme triftigen Grund für das Stillschweigen liefere, aber das Schweigen dürfe nicht mißverstanden werden. Die Nation betrachte den Feldzug auf Gallipoli längst mit größter Sorge, in gewisser Hinsicht mit den schlimmsten Befürchtungen. Der Entschluß, der Regierung keine Schwierigkeiten zu bereiten, werde durch das Vertrauen gerechtfertigt, das nur durch die heil⸗ losen Kosten enttäuscht werden darf, daß eine vitale Entscheidung getroffen werden muß, wobei die Regierung nur Aufforderungen. in Betracht ziehen darf, die der Krieg als Ganzes stellt. Selbst 5 bisherigen Opfer dürfen der künftigen Strategie keine Fesseln egen. ö
7 g
Die„Times“ über Friedensaussichten. London, 18. Okt. schreibt in einem Leitartikel: Ein Korrespondent, der soeben aus Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn zurückgekehrt ist, erzählt uns, daß in Berlin eine
i ius nicht nur erzählt, sondern sie wurde auch geglaubt. Für die Stimmung in England
Grey will zurücktreten?— Amsterdam, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Kor⸗ respondent der„Tyd“ meldet aus London: In gut unter⸗ richteten Kreisen versichert man, daß Greh seine De⸗ mission angeboten habe.
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5 Der türkische Bericht. Konstantinopel, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Darda⸗ nellenfront bei Anaforta außer Scharmützeln zwischen Aufklärungsabteilungen und aussetzendem Artilleriegefecht nichts von Bedeutung. Bei Ari Burnu brachten unsere Küstenbatterien feindliche Torpedoboote, die eine Zeitlang wirkungslos unsere Stellungen beschossen, zum Schweigen. Wir sprengten eine Mine, die der Feind bei Banli Tepe gegraben hatte. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr schoß der Feind am 16. Oktober in 24 Stunden mehr als 1000 Haubitzen ab, ohne irgend eine Wirkung zu erzielen. Sonst nichts von Be⸗
. a 2 Ein Austausch zweier gefangenen Konsuln.
Stockholm, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Die Peters⸗
über deren Inhalt und Er⸗
Wir haben keine solche Körperschaft. Das melancholische Beispiel
Konsul in Königsberg, Polianomsky, freigelassen morden. Er ist heute in Stockholm eingetroffen. Sein Gesundheitszustand ist besser als man angenommen hat, jedoch hat er sich infolge starker ner⸗ vöser Aufregung zu Bett gelegt.(Anmerkung des W 7 B.: Die Petersburger Agentur hat es leider unterlassen, ee daß Polianowsky seinen längeren Aufenthalt in Deutschland ledig⸗ lich der eigenen Regierung zuzuschreiben hat, die in ihrem Hasse egen den ohne Grund verhafteten deutschen Konsul Frhr. von Lerchenfeld soweit ging, daß sie der deutschen Regierung anheim⸗ stellte, Polianowsky für Lerchenfeld als Geisel Jurilckzubehalten. Schon im August 1914 und dann wiederholt bei verschiedenen anderen Gelegenheiten ist Polianowsky der russischen Regierung zum Austausch für den deutschen Beamten angeboten worden. Jetzt ist endlich dieser Austausch ausgeführt worden. Lerchenfeld ist soeben in Deutschland eingetroffen. Leider läßt sich Über seinen Gesundheitszustand nicht dasselbe sagen, wie über den Polianows⸗ kys. Er hat durch 1Amonatige Einzelhaft, die er teilweise in schwerster Form auf der Peter paul⸗Festung zu verbüßen hatte, einen erheblichen Schaden an seiner Gesundheit erlitten.)
Der Tagesbefehl Foffres.
Genf, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Pariser Korre⸗ spondent des„Journal de Gensve“ drahtet: Die Ableugnung der Agence Havas betreffend den Tages befehl Joffres be⸗ zieht sich nicht auf die allgemeinen Instruktionen Joffres, die von neutralen Blättern unter der fälschlichen Bezeichnung„Tages⸗ befehl“ veröffentlicht wurden, sondern auf den von der„Times“ veröffentlichten und von der Pariser Zeitung„Deuvre⸗ wieder⸗ gegebenen, tatsächlich gefälschten Tagesbefehl; die Ableugnung bezieht sich hauptsächlich auf die Veröffentlichung des„Oeuvre“ Die nachträgliche Entrüstung des Wolffschen Bureaus ist demnach gegenstandslos. Der Genfer Berichterstatter des Wolffschen Bu⸗ reaus bemerkt dazu: Das„Journal de Gendve“ hat bei der Veröffentlichung der Havas⸗Ableugnung hinzugefügt, es hätte die Echtheit des vom Wolffschen Bureau veröffentlichten Tages⸗ befehls Joffres sofort bezweifelt.
Der Lebensmittelverkehr in Frankreich.
Paris, 18. Okt.(WT. Nichtamtlich.) Der Minister des Innern, Mal vy erklärte einem Mitarbeiter des„Matin“, daß dank der getroffenen Maßnahmen der Brotpreis nicht weiter steigen werde. Man hoffe, daß die Einfuhr ausländischen Fleisches ein Fallen des Fleischpreises bewirken werde. Aber, falls Versuche der Spekulation die Erreichung dieser Absichten ver⸗ hindern sollten, sei die Regierung entschlossen, von der Kammer die Annahme eines Gesetzes zu verlangen, durch das die Regierung ermächtigt werden solle, für alle Lebensmittel Preise festzusetzen.
Eine italienische Anleihe in Amerika. London, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet aus New Jork: Die Firma Lee Gi g⸗ ginson ist von der italienischen Regierung mit der Unterbringung einer einjährigen Anleihe von 25 Millionen Dollars zur Deckung der Ankäufe und Stabilisierung des Wechselkurses beauftragt worden. Wie verlautet, werden die Obligationen zu 6 Prozent verzinst.
Der letzte Zeppelin⸗Angriff auf London.
London, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Das Presse⸗ bureau veröffentlicht einen vom Ministerium des Innern aufgestellten Bericht über den durch den Zeppelin⸗ angriff vom 13. Oktober angerichteten Schaden. Es heißt darin: f Die Verdunkelung der Hauptstadt und die Höhe, in der die Zeppeline flogen, verhinderte sie, wichtige Oertlichkeiten zu finden, wie das letzte Mal. Aus dem Berliner Amtlichen Bericht geht hervor, daß die Flieger über die Plätze, die sie mit Bomben belegt ben, im Irrtum sind. Wenn sie ein anderes iel verfolgt aben, als auf gut Glück Nichtkämpfer zu töten und Eis entum zu verwüsten, so ist die Absicht vollständig mißlungen. it einer Ausnahme wurden nur Bauten beschädigt, die mit dem Kriege nichts zu tun haben. Die 127 Personen, die getötet wurden, sin außer zwei Soldaten, die auf der Strasse getroffen wurden, alle Ziwi⸗ listen. Infolge der frühen Stunde wurde die Anwesenheit des Feindes von viel mehr Personen bemerkt, als bei früheren Gelegenheiten. Hunderte und Tausende, die die Bomben hörten, blieben ruhig. Man regte sich womöglich noch weniger auf, als bei früheren Gelegenheiten. Die amtliche Warnung, Zufluchts⸗ stätten aufzusuchen, wurde besser beachtet. Sobald die Luftschiffe fort waren, hörte die Beschießung auf. Die meisten, die nur die Beschießsung abgewartet hatten, gingen zu Bett, ohne sich viel um einen neuerlichen Angriff zu kümmern. In den Theatern, wo das Schießen und die Explosionen gehört wurden, entstand keine Panik.
— In fünf Distrikten wurde Schaden angerichtet. Im ersten wurden Wohnhäuser wenig beschädigt, nur einige große Läden
litten: die Straßen 1 hier breit. Vier Bomben fielen auf die Straßen; die fünfte fiel in den Hinterhof eines großen Gebäudes, in dem sich viele Menschen befanden. Eine Bombe drang in einen Tunnel mit der Hauptleitung für Gas und Wasfer. Es entstand en Brand, der keinen großen umfang annahm, aber mehrere Stunden dauerte. Durch diefe Bombe wurden die Häuser im Umkreise ernstlich beschädigt; alle Fenster ringsherum wurden zertrümmert. Die Getöteten waren entweder auf der Straße ge⸗ troffen oder befanden sich in den zweiten Stockwerken. Eine starke Bombe fiel in den Garten eines großen Mietshäuserblocks. Meh⸗ rere Zimmer des Erdgeschosses wurden zerstört; im ersten Stock wurde großer Schaden angerichtet. Eine andere Bombe fiel auf einen anderen Häuserblock und zerstörte das oberste Stockwerk, Unfälle sind hier nicht vorgekommen, obwohl einige Personen nur mit knapper Not der Gefahr entronnen sind. Im dritten Bezirk wurden zwei Geschäftshäuser 1 die aus Eisenbeton gebaut waren. Eine Bombe fiel auf das Dach, richtete aber wenig Schaden an, eine andere explodierte vor dem Eingang. Der größte Schaden wurde hier an den Fenstern und Decken der gegenüberliegenden Häuser angerichtet, Eine dritte Bombe fiel e Dach eines kleinen alten Hotels; die oberen drei Stockwer wurden gänzlich den tiefer gelegenn
Lerstört. Die Bewohner waren bereits nach N S Der vierte Distrikt
tockwerken geflüchtet und blieben unverletzt. ist ein armes Arbeiterviertel. In den meisten Häusern wohnt eine graße Zahl Menschen. Hier wurden mehr Bomben geworfen als anderswo. Der den traf ausschließlich kleine chäftsleute und arme Familien, die den größten Mut an den Tag legten. Eine Gruppe kleiner Häuser wurde durch eine einzige Bombe ganz ver⸗ nichtet. Eine Bombe fiel auf einen Kuhstall: eine Kuh wurde etötet, das Haus schwer beschädigt. Der fünfte Distrikt war eine Vorstabt, wo sich keine einzige Fabrik und kein Magazin befindet, gur einige Läden. Unbegreiflicherweise wurden hier sehr viele Bomben, geworfen; es war wohl Schnellseuer beabsichtigt. Das Bombardement dauert mehr als eine Minute. Nur drei Häuser wurden wirklich getroffen. Die 1 5 0 war kräftig genug, um Häuser selbst auf einen großen Abstand zu zerstören. Hier wurde viel Schaden angerichtet. Piele Personen sind tot oder verwundet. London, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Auf eine Anfrage des Abgeordneten Barlow, ob entsprechende Maßnahmen zum Schutze der Westminsterabtei, der St. Pauls ⸗Ka⸗ thedrale, des Britischen Museums, der Galerien usw. gegen Luftangriffe ergriffen seien, hat Asquith schriftlich die Antwort gegeben, es sei offenbar unmöglich, Schritte zu tun, die einen gölligen Schuß der genannten Gebäude gewährleisteten; aber Schritte seien getan, um den Gebäuden einen gewissen Schutz u gewähren. Es sei zu hoffen, daß der Verteidigungsdienst unter ercy Scott den weiteren Versuchen der unterschiedslosen Zer⸗ störung von Eigentum wirksam begegnen werde. 0
Aus dem Reiche.
Die Reichsprüfungsstelle für Lebensmittel. Berlin, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Heute vor⸗ mittag hat die erste Sitzung des Beirats der Reichs prü⸗ fungsstelle für Lebensmittel stattgefunden, die
burger Telegraphen⸗Agentur meldet aus Stockholm vom 8. Ok⸗ tober: Nach I4monatiger Gesangenschaft ist der frühere russische
von dem Stellvertreter des Reichskanzlers, zellenz Dr. Delbrück, persönlich eröffnet wurde. Nach einem ein⸗
leitenden Bericht über den Aufgabenkreis der Reichsprü⸗ fungsstelle, insbesondere die Preisregelung und die Liefe⸗ rungs⸗ und Verbrauchs regelung wurde allseitig anerkannt, daß schnelles Eingreifen und daher sofortiges Zusammen⸗ treten der zu wählenden Ausschüsse erforderlich se. In großen Zügen legte der Vorsitzende das Programm für die Arbeit dieser Ausschüsse dar. Nach einer al semeinen Aus⸗ sprache wurden vier Ausschüsse(1. Vieh, Fleisch, Wurst⸗ waren, Fische; 2. Milch, Butter, Käse, Eier; 3. Fartoffeln, Gemüse, Obst; 4. Kolonialwaren, Vorkost⸗ und Teigwaren) Narben die schon heute und morgen ihre Tätigkeit beginnen werden.
Die Deutsche Gesellschaft für Bevölkerungs politik.
Berlin 18. Okt.(WTS. Nichtamtlich.) Heute hat int Preußischen Abgeordnetenhause die erste al gemeine Ver⸗ sammlung der deutschen Gesellschaft für Bevöl⸗ kerungspolitik mit dem Hauptziel auf Bekämpfung des Geburtenrückganges stattgefunden. Zum Vorsitzenden wurde Ge⸗ eimrat Professor Julius Wolf gewählt. Das Wort 1 im Sinne der Notwendigkeit der Gründung die Abgeordneten Basser⸗ mann, Naumann, Freiherr von Zedlitz⸗Neukirch, Graf Westarp, Faßbender, ferner General von Blume, der Vorsitzende des Zentral⸗ rates der deutschen Gewerkvereine Gustav Hartmann, die Pro⸗ fessoren Neißer, Hochmeier und Seeberg, der Vorsitzende des Aus⸗ schusses der preußischen Aerztekammern, Geheimrat Stöter, und die Vorsitzende des deutschen Frauenbundes, Paula Müller“ Der Reichskanzler hatte einen Vertreter entsandt. Der Beifall des dicht besetzten Hauses, der vielfach begeisterte Inhalt der Reden und Telegramme bewies, daß es sich hier um eine bedeutsame Kundgebung eines großen Teiles des deutschen Volkes handelte.
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Berlin, 19. Okt. In manchen Blättern ist der Mei⸗ nung Ausdruck. als ob die konservative Par⸗ tei hinter dem Vorschlag einer sächsischen Zeitung stehe, den jetzigen Reichstag vor den Verhandlungen über den fpäte⸗ zen Friedensschluß gufzulösen. Die„Kreuszeitung“ kann mit Bestimmtheit mitteilen, daß die gesamte konservative Partei einen solchen Gedanken entschieden ablehnt. 8
Berlin, 18. Okt(WTS. Nichtamtlich) Der Höch st⸗ preis für Butter im Kleinverkauf ist laut Bestimmung des Oberbefehlshabers in den Marken auf 2.80 Mark für das Pfund festgesetzt worden. b 5 9
Hamburg, 18. Okt.(WTB. Nichtamtlich.) Der Stell⸗ vertretende Kommandierende General des 9. Armeeko hat eine Verordnung erlassen, nach welcher der Höch st⸗ preis für das Pfund Butter im Kleinhandel— beste Ware— auf 2.60 Mk. für die Städte Hamburg, Lübeck, Altona und Wandsbeck festgesetzt wird. 5
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—— 5 Aus Stadt und Cand. a Gießen, 19. Oktober 1915.
Der Postverkehr in Gießen.
Postbeförderungs⸗ Gelegenheiten in Gießen, nach dem Winter⸗ Fahrplan 1915 zusammengestellt. Folgende Eisenbahnzüge werden zur Be örderung von Post⸗ sendungen benutzt. Es bedeuten:& Befördern g von Postsendungen jeder Art, E Beförderung von Briessendungen jeder Art und Beutel⸗ stücken, Beförderung von gewöhnlichen und Einschreibbriefen, Beförderung von Paketen, e. Beförderung von Briesen in ge⸗ schlossenen Beuteln, Beförderung von Sendungen jeder Art in geschlossenen Wagenabteilungen,() Benutzung nur an Werk- lagen. Die mit c, EJ Rund U bezeichneten Züge führen Postwagen mit Brieskasten. 0 9 2 e, Grit. 602, 81d b). 10e, 108 f., 4 110 2206, 5000 1„ beisee, 810 pg, 7. 12 1 500, 5 5 5300, 728, 820 6, 2220 1 0, 125, ft 8 e we wel 125 4 1, 2, 5280, 8120, 9, 10169, 121, 12802 , 2 5e, 847, 1005„ 121⁰ù, ö c) Richtung nach Köln? 52, 647, 81, 1248 8, 32808), 6440, 10205. d) Richtung nach Koblenz: 452, 659, 1220, 604, 8446. Richtung nach Ful da: 5400, 812, 1208), 220(e), 6510. t) Richtung nach Gelnhausen: 540, Slstes, 1284(8), 510=,—65 57 g) Richtung Gießen— Lollar rünberg: h) Richtun 8
50, 2188). nach Rodheim(Bieber): 630%, 1020 nur Sonn- und Feiertags, 1180) 6 nur Briefe und Pakete für Heuchelheim. ) Landposten: N 1. Gießen— Wie seck— Alten⸗Buseck: 6108, 80%), Ze),&) Sonn- und Feiertags Botenpostj. 2, Gießen— Steinberg— Grüningen: 845()[Sonn- und Tae 64 U ng mit Schaffnerpost ug 54 V. 3. Gießen—-Klein⸗ Linden: 680 Kariolpost, 250[ Botenpost.
Beim Postamt! treten die Schlußzeiten im allgemeinen ein: für gewöhnliche Briefsendungen 10—20 Minuten, für Einschreib⸗ briese 25—30 Min., für Wertbriese und Pakete 3060 Min. vor Abgang der Züge..
Die Skadtbriefkasten werden geleert:.
Werktags zwischen 530 und 635 V., 8158 und 920 V., 1015 und 1115 B., 1130 8. und 120 N., 245 und 380 R., 5 und 6 N., 645 und 755 N., 915 und 1025 N. 8
Sonntags zwischen 580 u. 650 V., 1015 und 1130 V., 70 und 820 N.— Genaueres ergeben die Leerungstafeln an den Brieskasten,
Die eingesammelten Briefe gelangen mit der nächsten Beför⸗ derungsgelegenheit zur Absendung.
Vom Postamt 2(Schulstraße) gehen werktags Versande nach dem Postamt 1 und dem Bahnhof 915, 1130, 1280, 345, 550, 65, 725, 84 5
an Sonn- und Feiertagen: 915, 180 5
Die Schlußzeiten treten ein: für gewöhnliche Briese 5 Minuten, für Einschreibbriese 15 Minuten und für Wertbriefse und Pakete 30—40 Minuten vor Abgang der Versande.
5 Briesbestellung: Um das Publikum über die rechtzeitige Bestellung der Briese 15 unterrichten, geben wir nachstehend eine Uebersicht, welche Briese ei den einzelnen Bestellgängen planmäßig abgetragen werden. 5 Letzte Post Letzte Brieskastenleerung 1. Bestellung 71 V. Post mit Zug 180 530— 685 V. von Kassel 611 B. 5 10350 V. Briespost mit Zug 71 815—920 V.
9. 8 von Frankfurt 1008 V. 8.„ 60 N. Posten mit den Schnell-
zügen von Frankfurt ö und Kassel 544 N.
Nilitäxpersonalien. Dem älteren Sohne des hie⸗ sigen Pfarrers Schwabe(stud. med., Sanitäts⸗Unterofftzier) wurde das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen, der jüngere wurde zum Leutnant d. R. im Inf.⸗Regt. Nr. 116 befördert. —. Offizierstellvertreter Leo Bender im Landsturm⸗Infanterte⸗ Regiment Nr. 10 wurde mit dem Eifernen Kreuz ausge⸗ zeichnet.— Dem Gefreiten Friedrich Ha rtmann aus Gießen im e 116, wurde die Hessische Tapferkerts⸗ medaille verliehen. Er befindet sich schon seit Kriegsausbruch ununterb im Felde.— Offizierstellvertreter Otto Wagner aus Gießen, beim Landsturm⸗Infanterie⸗Bataillon Gießen, wurde 15. cen d. Ldw. II befördert.— Dem städl. Bawjührer Leutnant
56 N. b
der Landwehr im Res.⸗Inf.⸗Agt. 118 Arthur Wachsen hier wurde das Eiserne Kreuz und die Hessische Taserkeits med ail le verliehen.— Der Führer einer Minenwerfe Ab g im Westen
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