Ausgabe 
(15.10.1915) 243. Erstes Blatt
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Aus Stadt und Cand. Gießen, 15. Oktober 1915.

Ein Herbststrauß. 5 1 Man beginnt in diesen Tagen mehr aus Pflichtgefühl spazieren zu gehen; unseve Lunge soll nicht verschmachten, unsere Glieder sollen nicht verlernen, sich zu bewegen. In der jetzigen Zeit werden die schönen, klaren Tage eben selten, und an den anderen, in Nebel, Regen und Wind, auszugehen, ist zum mindesten kein Vergnügen. Nur die Jäger sind froher Laune, denn ihre Jagdgründe sind ihnen neu aufgetan. Der Botanicus aber schlägt nun endgültig sein Herbarium zu; selbst die getrockneten Pflanzen bekommen ihre Winterruhe. Und doch, wer nur immer die Augen offen hat, einige Geduld besitzt und sich einige Mühe nimmt, bringt auch jetzt noch einen stattlichen Strauß sammen. Ich meine nicht die letzten Maßliebchen, Mohn⸗ killen, Korn⸗ und Glockenblumen von oft gar verkümmer⸗ ter Gestalt, aus denen auch oft noch ein letztes Sträußchen gewunden wird. Nein, ich meine, man soll sich jetzt auch einmal nach den Früchten umsehen, an all den Sträu⸗ chern, die im Lenz und Sommer, von Blaufaltern und Im⸗ men umschwärmt, an Wald⸗ und Wegrändern, zwischen Halden und Mauern blühen: Schwarzdorn und Weißdorn, blaue Schlehen und leuchtende Hagebutten, Purpurdolden des wilden Schneeballs und der Eberesche, weiße Schnee⸗ beeren, dunkle Berberizen und lichte Pfaffenhütchen, schwarze Ligusterbeertrauben, bläulich angehauchte vom wilden Wein, Epheu-⸗Fruchtbüschel von kugeliger Form, dazwischen him⸗ beerfarbene Taxusbeeren zwischen schwarzgrünen Nadeln, rote Kornelskirschen und Ilex(Steineiche) mit ihrem stache⸗ ligen Laube. Das wäre wohl Material genug, aus dem man einen gar stolzen Strauß winden kann. Am bequemsten macht sich das in unserem Niederlande, in den Knicks zwi⸗ schen Marschen und Geest, wo das alles mit⸗ und durch⸗ einander wächst, blüht und gedeiht. Aber es braucht ja ein solcher Strauß nicht mit einem Male, von einem einzigen Spaziergange gleich fertig heimgebracht ar sein. So nach und 7 0 von hier und von dorther, macht es ebenso viel, vielleicht größere Freude. Das Einzelne erinnert dann in dunklen Wochen an all unsere letzten, stillen Gänge. Man kann dabei Welkendes und Vergehendes ersetzen, Fehlendes ergänzen, und so klingt aus unserem bunten Herbststrauße der lichte Sommer, ja der duftige Lenz bis in den starren

Winter nach. Dr. Il. K.

f.

n Das Ergebnis der Opfertage, die zum Besten der deutschen Gefangenen in Rußland am Samstag und Sonntag abgehalten wurden, beträgt für Gießen die schöne Summe von 9608,90 Mk. Der weitaus größte Teil davon wurde durch die Sammeltätigkeit auf den Straßen aufgebracht, nämlich rund 8900 Mk. Der Rest entfällt auf die Haussammlung..

* Vom Gießener Hausfrauenverein wird für die Folge allwöchentlich ein Wochenspeisezettel mit kurzen Kochanweisungen zusammengestellt und in den Samstagsnummern des Familienblatts zumGießener An⸗ zeiger veröffentlicht werden. Wir empfehlen die Neuein⸗ richtung, die sich am morgigen Samstag zum erstenmal einführen wird, der Aufmerksamkeit aller Leserinnen. Sie wird hoffentlich dazu beitragen, mancher Hausfrau die Frage: Was kochen wir morgen?, die nie so schwierig wie heute zu lösen war, zu erleichtern.

Vortrag. Am Donnerstag, den 21. Oktober, 6 Uhr, wird Frl. B. Noelting im anatomischen Museum einen Vortrag:Die heilige Not halten, der in Poesie und Prosa ein Stimmungsbild unserer großen Zeit geben möchte. Die Einnahme ist für Kriegsblinde bestimmt.

* Stadttheater. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Neuheit des nächsten Sonntags,Herrschaftlicher Diener gesucht, auch im Abonnement gegeben wird. Weitere Abonnements werden jederzeit ausgegeben. Nachträglich hinzukommende Abonnenten erleiden keinerlei Nachteil, da sie für 8 erledigte Abonnements ⸗Vorstellungen kostenlos Gutscheine erhalten. 5.

* Früherer Ladenschluß. In einer gestern abend im Kaiserhof abgehaltenen Versammlung der etwa 120 Unterzeichner der Liste für früheren Ladenschluß wurde

der Beschluß gefaßt, für den Schluß an Wochentagen um 7 Uhr und Sonntags um 2 Uhr während der Kriegszeit mit allen Kräften aus sozialen und beruflichen Gründen einzutreten. Man gab der Hoffnung Ausdruck, auch jene Braänchen, außer der Lebensmittel⸗ und Zigarrenbranche hierzu zu gewinnen, die an dem bisherigen Geschäftsschluß festhalten wollen. 85 den Ladenschluß an Sonntagen um 1 Uhr war keine Stimmung vorhanden, wie auch Anträge, behördliche Verfügungen. zunächst zurück⸗ gestellt wurden.

Bestandsgufnahme von elektrischen Ma⸗ schine n, Eine soeben erschienene Bekanntmachung befaßt sich mit der Bestandsaufnahme von elektrischen Ma⸗ schinen, Transformatoren und Apparaten. Nach dieser Bekanntmachung sind alle Besitzer von elektri⸗ schen Maschinen, Transformatoren und Apparaten, die si auf Lager befinden oder während des Krieges entbehrlich sind, verpflichtet, diese Bestände derVerteilungsstelle für elektrische Maschinen des Kriegsministeriums Berlin SW. 11, Königgrätzer Straße 106, unter Benutzung der vor⸗ geschriebenen Meldekarte anzumelden. Die Meldung hat zu erfolgen: a) bis zum 25. Oktober 1915, sofern die zu mel⸗ dende Anzahl an elektrischen Maschinen, Transformatoren und Apparaten 100 Stück oder darunter beträgt; b) bis zum 30. Oktober 1915, 1 über 100 elektrische Maschinen, Transformatoren und Apparate zu melden sind. Die Ver⸗ teilungsstelle für elektrische Maschinen ist der Fabriken⸗ Abteilung des eee angegliedert. Sie ver⸗ mittelt die Deckung des Bedarfs an elektrischen Maschinen. Die. noch eine ganze Reihe näherer Bestimmungen, so über die Art der zu meldenden Maschinen, über Meldepflicht bei eintretenden Veränderungen usw. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist außer im heutigen Kreisblatt auch am Bürgermeistereigebäude nachzulesen.

Gegen den Mangel an Kupfer⸗ und Nickelmünzen. Um einem Mangel an Kupfer⸗ und Nickelmünzen vorzubeugen, wird empfohlen, bei größeren Auslöhnungen die Auszahlung der überschießenden Pfen⸗ nigbeträge aufzuschieben, bis sie sich auf 5 oder

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10 Pfennige erhöht haben. In derselben Weise könnte mit überschießenden Nickelbeträgen verfahren werden, bis sie auf halbe Markbeträge angewachsen sind. N

Wieder ein Straßenbahnunglück. Heute morgen um 10 ¼ Uhr trug sich auf dem Seltersweg wieder ein Straßenbahnunglück mit tödlichem Ausgang zu. Das 6jährige Söhnchen des Schuhmachermeisters Rosen⸗ kranz, das auf dem Bürgersteig einem Hunde ausweichen wollte, geriet unter einen 75 der Elektrischen. Es wurde eine Strecke weit geschleift und war sofort tot.

Die Bekämpfung ansteckender Krankheiten betrifft eine in der heutigen Nummer des Kreisblatts wieder⸗ holt zur Kenntnis gebrachte Bekanntmachung des Kreisamts.

r Zum Sammeln ölhaltiger Wildfrüchte wird die Bevölkerung in einer kreisamtlichen Bekanntmachung aufge⸗ fordert, die auch genaue Anweisungen über die Behandlung und Aufbewahrung der Früchte wie Bucheln und Lindensamen gibt.

* Gedenkblätter für gefallene und gestor⸗ bene Krieger. Beim Königl. Kriegsministerium, dem Stellv. General⸗Kommando und anderen Dienststellen gehen in letzter Zeit eine große Anzahl Gesuche um Uebersendung von Gedenkblättern für gefallene Krieger ein, Infolge Ueberhandnehmens derartiger Gesuche sei wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß sämtliche Gesuche und Anfragen in Angelegenheit der Gedenkblätter nicht an das Kriegs⸗ ministerium usw., sondern ausschließlich an die mit der Ausfüllung und Versendung beauftragten Ersatz⸗Dru p⸗ penteile oder Bezirks⸗ Kommandos zu richten sind. Besondere Gesuche seitens der Angehörigen um Ertei⸗ lung eines Gedenkblatts bedarf es im allgemeinen aber nicht, da den Ersatz⸗Bataillonen und Bezirks⸗Kommandos sowohl die Namen der Gefallenen als auch ihrer Angehöri⸗ gen aus den vom Feldtruppenteil übersandten Stamm⸗ rollen bekannt sind. Die Ausfertigung und Versendung der Gedenkblätter ist seit einiger Zeit in Angriff genommen und wird mit möglichster Beschleünigung durchgeführt. Das hiesige 1. Ersatz⸗Bataillon des Infanterie⸗Regiments 116 ist ebenfalls zurzeit mit der Fertigstellung und Verteilung der Gedenkblätter bezüglich der Gefallenen und Gestorbenen des aktiven Regiments 116, des 3. Bataillons Rae. Inf. Regts. 254 und der 1. bis 6. Komp. Res.⸗Inf.⸗Regts. 222 beschäftigt. Auch von dieser Stelle wird gebeten, zunächst von weiteren Zuschriften, die die Erlangung von Gedenkblättern bezwecken, abzusehen. Das Ersatz⸗Bataillon wird dann demnächst, nachdem sämt⸗ liche Gedenkblätter abgesandt sind, durch die Zeitungen alle diejenigen um Mitteilung bitten, denen ein Gedenkblatt noch nicht zugegangen sein sollte. Besonders hingewiesen sei auch darauf, daß fürVermißte jetzt noch keine Gedenkblätter zur Ausgabe gelangen, wohl aber nach dem Kriege für solche, deren Tod dann einwandfrei festgestellt wird.

Bleibt euren Vereinen treu. Uns wird ge⸗ schrieben: Gar viele haben den Krieg zum Anlaß genommen, aus Vereinen, denen sie jahrelang als tätige oder unter⸗ stützende Mitglieder angehört haben, auszutreten, weil sie die Vereinsbeiträge ersparen wollten, zumal auch die Ver⸗ eine jetzt nichts an geselligen Unterhaltungen bieten können. Vielfach sind Vereine ihren Mitgliedern in der Weise ent⸗ gegengekommen, daß sie die Beiträge während der Kriegs⸗ zeit etwas herabgesetzt haben. Dies Verfahren ist durchaus vernünftig und der Nachahmung wert, besonders bei den Vereinen, die der Pflege der Geselligkeit gewidmet sind. Ihnen dürfte es um so leichter sein, als die Unkosten für Vergnügungen jetzt hinwegfallen. Immerhin bleibt aber auch der Appell an die Mitglieder von Vereinen zur Pflege der schönen Künste und Wissenschaften berechtigt, daß sie jetzt in der schweren Zeit ihrem Vereine treu bleiben, um ihn auf der Höhe zu halten. Dies ist sogar eine soziale Pflicht, deren Tragweite nicht unterschätzt werden darf. Ist es doch nicht in letzter Linie dem guten Vereinswesen in Deutschland zu danken, daß unser Volk geistig so hoch über allen anderen dasteht.

Arbeits jubiläum. Margarete Vier heller ist heute 25 Jahre im Hause Gutfleisch-Engisch als Lauffrau tätig.

75. 0 5 O Lich 13. Die Sammlung iegsgefangene Deutsche in Rußland ergab in unserer Stadt den Betrag von 633,30 Mk.

= Göbelnrod, 15. Okt. Nach Tagen quälender Ungewiß⸗ heit traf gestern Nachricht von dem als vermißt geltenden Unter- osfizier Christian Schultheiß ein. Er wurde in der Champagne gesangen genommen und befindet sich auf der Insel Belle⸗ile⸗ sur⸗mer in französischer Gefangenschaft.

Kreis Büdingen.

a Büdingen, 14 Okt. Die Hessische Tapferkeits⸗ medaille erhielt der Leutnant d. Res. und Kompanieführer . Im vorigen Jahre wurde ihm das Eiserne Kreuz verliehen.

* Altenstadt, 14. Okt. Auf dem Felde der Ehre fiel der Lehrer Bretz, Reservist im Inf.⸗Regt. 99.

b Echzell, 14. Okt. Den Heldentod starben der in weiten Kreisen bekannte Musiker Hermann Groth, Unteroffizier im Landwehr-Inf.⸗Regt. 116, und Gefreiter Scheuermann in demselben Regimente. Unsere Gemeinde hat jetzt den Tod von 21 Kriegern zu beklagen.

5 Kreis Schotten.

i Schotten, 14. Okt. Das Eiserne Kreuz erhielt der Unteroffizier Seelig im Feld⸗Art.⸗Regt. 205. Den Heldentod starb der Landsturmmann Merz im Res.⸗Inf.

Regt 80. 1 0 Kreis Friedberg.

fe. Butzbach, 14. Okt, Der Zuchthaus gefangene Val. Metz aus Pfeddersheim bei Worms ist während einer N entwichen, er konnte noch nicht festgenommen werden.

1 Staden, 14. Okt. Beim Obstverpacken zog sich eine junge Frau eine Blutvergiftung zu, an deren Jolgen sie verschied.

u Bauernheim, 14. Okt. Das Eiserne Kreuz er⸗ hielt der Unteroffizier Staubach im Landwehr-Inf.-Regt. 8.

Starkenburg und Rheinhessen.

ch. Wörrstadt, 14. Okt. Eine hiesige alleinstehende Frau glaubte bei der herrschenden Teuerung aller Lebensmittel ihren Unterhalt nicht mehr bestreiten zu können und erlit durch ständiges Nachgrübeln über die Teuerungsverhältnisse eine Geistesstörung. Sie stürzte sich in einem unbewachten Augen- blick in die Pfuhlgrube, wo ste erstickte.

ch. Aus Rheinhessen, 15. Okt. Die allgemeine Wein⸗ ernte ist, soweit sie nicht bereits vollständig erledigt werden

konnte, in allen rheinhessischen Gemarkungen im Gange. Der Ertrag istneidisch, denn es gibt Gemarkungen, die volle Erträge liesern und wieder andere, in denen man sich mit viel le. begnügen muß. Aber überall konnten die Weinbergsbesitzer sich mit dem diesjährigen Ertrage als durchaus zuftiedenstellend ab⸗ finden. Der Wein verspricht ganz besonders gut auszufallen, was man auch auf Grund der überaus hohen Mostgewichte, denen wiederum ein entsprechender Säuregehalt Rückgrat gibt, als sicher annehmen darf. An Hand der Tatsache, daß die Mostgewichte in manchen Lagen höher als die 1911 ermittelten Gewichte der gleichen Lagen waren, glaubt man darauf rechnen zu dürfen, daß der 1915 er den 1911 er übertreffen wird. In Oppenheim kosteten die 64 Liter Maische 2035 Mk., in Ludwigshöhe 21 bis 23 Mk., in Waldülversheim 18,50 Mk., während das Viertel Trau⸗ ben in Osthofen, Mettenheim und Umgebung 2,30.2,60 Mk., in Alsheim 2,503 Mk., in Dienheim 2,30 Mk., in Büdes heim die 50 Liter 2835 Mk. erbrachten. Die Mostgewichte betrugen

70115 Grad. Hessen⸗Nassau.

X Hanau, 14. Okt. DerBurgfriede' soll auch bei den bevorstehenden Ersatzwahlen zur Stadtverordneten⸗Versammlung gewahrt werden. Von den vereinigten bürgerlichen Parteien ist der sozialdemokratischen Parteiorganisation mitgeteilt worden, daß ihrerseits für die 3. Wahlabteilung keine Kandidaten aufgestellt werden würden. Da in der 3. Wahlabteilung ausschließlich sozialdemo kratische Stadtverordnete ausscheiden, darunter die Füher der Partei in Hanau, auch Reichstagsabgeordneter Hoch, so ist deren Wieder⸗ wahl ohne Wahlkampf sicher. Die sozialdemokratische Partei- organisation hat daraufhin beschlossen, auch ihrerseits für die 2. und 1. Wahlabteilung keine Kandidaten aufzustellen.

Weilburg, 14. Okt. Die Großherzogin-Mutter und die Prinzessinnen Sophie und Antonia von Luxemburg statteten am Mittwoch unserer Stadt einen Besuch ab. Die Herrschasten besuchten zunächst das Schloß und legten sodann in der Schloß⸗ kirche an den Gräbern der Großherzöge Adolf und Wilhelm Kränze nieder. Hiezauf kehrten sie im Kraftwagen wieder nach Königstein zurück.

ul. Limburg, 14. Okt. Gestern abend gegen 9 Uhr entstand in der Kaffeerösterei Cahensly am Kornmarkt ein Brand, der durch die sofort herbeigeeilte Feuerwehr gelöscht werden konnte, bevor er weiter um sich griff. Größerer Schaden ist nicht entstanden.

Vermischtes.

München, 14. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Heute früh ist das auf der Theresienhöhe stehende, 1886 erbaute Panorama- gebäude niedergebrannt. Es war darin zurzeit das eDie Schlacht von Champigny unter- gebracht. gemälde, darstellend die Schlachten bei Nuits, Lützen und Plewna, eme Sammlung religiöser Rundgemälde und ein großes Gemälde: Die Beschießung der Takuforts. Der Schaden ist außerordentlich groß. Zweisellos liegt Brandstistung vor.

Wetteraussichten in Hessen am Samskag, den 16. Oktober 1915: Heiter, trocken, nachts kühler, in höheren Lagen Nachtfrostgefahr.

Letzte Nachrichten

Serbien in Erwartung der Entente⸗Hilfe.

i. Köln, 15. Okt. LautKöln. Ztg. meldet derCorriere della Sera aus Saloniki über eine Unterredung seines Korpe⸗ spondenten mit einem serbischen Offizier: Man erkennt in Serbien immer deutlicher den hohen Ernst der Lage. Dennoch war der Offizier voller Vertrauen in die Widerstandskraft der ser⸗ bischen Armee, aber es bedürfe dafür der raschen Hilfe des Vier verbandes. Man müsse sich wundern, daß die Truppen des Vierperbandes, welche sich in Saloniki befinden, noch immer zurückgehalten würden. Bei der Brücke von Stru⸗ mitza liege die größte Gefahr, daß die Serben durch die Bul⸗ garen von ihren Verbindungen mit Saloniki abgeschnitten würden. Infolge des doppelten Angriffs mußte sich die serbische Armee in zwei Teile auseinanderreißen. Statt eines sofortigen Eingreifens der Entente trugen sich in Saloniki Dinge zu, die man nicht ver⸗ stehen könne. Die gelandeten Truppen hätten schon die von Ser⸗ bien gestellten Eisenbahnwagen bestiegen gehabt, da sei der Befehl gekommen, die Züge wieder zu verlassen. Nun sei es die höchste Zeit, daß die Truppen endlich abgingen.

l Die Lage an den Dardanellen.

i. Köln, 15. Okt. DieKöln. Ztg. meldet aus Konstanti⸗ nopel: Seit zwei Tagen beobachtet Truppen von Sedd⸗ül⸗Bahr zurückgezogen werden.

Die überlebte chinesische Republik.

Haag, 15. Okt. Die chinesische Gesandtschaft im Haag teilt mit: Durch die Revolution im Jahre 1911 ist in China die Republik ausgerufen worden. Das chinesische Volk, das seit Tausenden von Jahren unter einer ganz anderen Re⸗ gierungsform gelebt hat, als der jetzigen, gewöhnte sich nicht an die Republik und zweifelt an der Möglichkeit eines dauerhaften Frie⸗ dens im inneren Lande. Daher ist auch die Idee zu der Errich⸗ tungeiner Monarchie aufgetreten. Eine politische Partei hat sich vor kurzem zu dem Zwecke gebildet, diese Idee zu verwirklichen. Sie hat bisher die Zustimmung aller politischen Parteien erhalten, sowie auch der Bevölkerung der Provinzen, der meisten Beamten. des Heeres und der Handelskreise. Bereits zweimal ist die gesetz⸗ gebende Regierung zu Peting ersucht worden, durch eine direkte Anfrage an das Volk die wirkliche Meinung der Oeffentlichdert festzustellen. Die gesetzgebende Kammer hat diesen Wunsch jetzt rücksichtigt und am 6. Oktober d. J. ein Gesetz angenommen, das die Regierung ermächtigt, eine Volksabstimmung abzuhalten, um zu erfahren, ob die Republik beibehalten oder die Monarchie wieder eingerichtet werden soll.Dieses Gesetz ist veröffentlicht worden und seine Ausführung wird binnen kurzem erwartet. f

Sie erweisen unseren tapferen Soldaten im Felde i

eine Wohltat,

wenn Sie bei Liebesgaben⸗Sendungen 12 Schachteln Fan's ächte Sodener Mineral Pastillen beifügen. Dadurch beugen Sie mancher schweren Erkran⸗ kung der Luft⸗ und Atemwege vor und unterdrücken bereits entstandenen Husten, Heiserkeit und Verschleimung im Neime.

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