Ausgabe 
(12.10.1915) 240. Zweites Blatt
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ur. 240 Zweites Blatt

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

DieSießener Famillenblätter werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Sießen zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit⸗ fragen erscheinen monatlich zweimal.

Gießener

Seneral Anzeiger für Oberhessn

165. Jahrgang

Dienstag, 12. Oftober 1915

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗

straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: 51, Schrist⸗

leitung: 2112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

Das serbische Heer.

Zu Beginn des Krieges befand sich das serbische Heer in einem m, dadurch veranlaßt, daß nach dem Bukarester Frieden das Heer von 125 Divisionen auf zehn gebracht wurde; nämlich zu den bisherigen 15 Regi⸗ mentern, deren je drei eine Division bildeten, wurden in den neuen Gebieten weitere 20 errichtet, von denen je vier eine Division aufstellen sollten. Es scheint aber nicht, daß bei Kriegsausbruch die neue Organifation beendet war, und sie kann es bei der Kürze der Zeit auch gar nicht gewesen sein. Nun hatte Serbien im Kriege von 1912/13 nur 126 000 Mann des Linienheeres 05(Sollstand 131175 Mann), von denen angeblich nur 90 000 Streitbare gewesen wären, u aber noch an Außerdivisionsverbänden 20 764 Mann, nebst 16 562 Mann in den Depots(Ersatzreserve) kamen. Der Gesamtsollstand des Linienheeres betrug da⸗ mals also 168 501 Mann, wozu noch 99 451 Mann des ersten Aufgebots und 56 578 des zweiten treten sollten, was eine Gesamtkriegsstärke von 324 630 Mann erge haben würde. Im Laufe des Krieges wurden weitere e auf⸗ gestellt und mazedonische Freiwillige eingereiht, so ß nach amtlicher Behauptung im ganzen nach und nach während den beiden Balkankriegen 401 000 Mann unter Waffen ge⸗ rufen worden wären. Dies scheint aber in Anbetracht der Bevölkerung reichlich viel, weil dann jeder siebente Kopf der Bevölkerung im Heere gestanden hätte. Allerdings ist im serbischen Feldheere die Zahl der Nichtstreitbaren un verhältnismäßig groß, weil mangelhafte Ver⸗ kehrswege und das gebirgige Gelände einen ganz besonders großen Troß bedingen. Man dürfte demnach nicht fehl⸗ gehen, wenn man annimmt, daß Serbien zu Beginn des Weltkrieges etwa eine halbe Million Streitbare aufgestellt hat.

Was die Bewaffnung betrifft, so war das Heer in den Balkankriegen mit dem Mausergewehr M. 99 von 7 Milli⸗ meter Kaliber ausgerüstet, die Feldartillerie mit 70 Milli⸗ meter Schneider⸗Schnellfeuerkanonen M. 1907 sowie mit 120 Millimeter ebensolchen Haubitzen und mit 150 Milli⸗ meter ebensolchen Mörsern, die reitende Artillerie mit eben⸗ solchen 75⸗Millimeter⸗Geschützen. Kurz vor den Kriegen waren von letzteren Geschützen noch weitere 40 Batterien angeschafft worden, und von den Türken eroberten die Ser⸗ ben 249 Geschütze(davon 140 Kruppsche 75⸗Millimeter⸗ Schnellfeuer), von den Bulgaren 115 Schneider 87⸗ und 75⸗Millimeter-Schnellfeuergeschütze.

So verschieden wie die Systeme und Kaliber in der Ar⸗ tillerie, sind auch jene der Gewehre, weil zu den 110 000 von den Türken eroberten Gewehren(darunter 45 000 Magazin⸗ gewehre von 7,65⸗ und 8⸗Millimeter⸗Kaliber) noch 90 000 erbeutete bulgaris Gewehre(meist Manlicher⸗Repetier⸗ gewehre von 8⸗Millimeter⸗Kaliber) kamen. Dazu kommen die vielen Sendungen an Artillerie ud Gewehren, die Serbien über Saloniki und auf der Donau während des N scheden tige Bewaffnung der Artill und

Die verschiedenartige illerie Infanterie, welche den Munitionsersatz und Nachschub un⸗ gemein erschwert und behindert, sind der Hauptnachteil des serbischen Heeres, das sonst im übrigen ein gefährlicher Gegner genannt werden muß. Es wäre Selbsttäuschung und lächerlicher Chauvinismus, wenn man sich darüber Täu⸗ schungen hingeben wollte. Aus dem Umstand, daß Serbien seit seinen Erfolgen im Dezember v. J untätig blieb, läßt sich schließen, daß im ersten Teil des 1 das ser⸗ bische Heer furchtbar 19 haben muß. Soll es ja doch allein durch Seuchen(namentlich Flecktyphus) über 50 000 Mann verloren haben! Nimmt man an, daß es im ganzen bisher um 120000 Mann geschwächt wurde(denn 30000 fielen in österreichische Gefangenschaft), so würde es jetzt vielleicht noch 380 000 Mann stark sein. Weil aber anderer⸗ seits vermutlich mittlerweile auch die Rekrutierung in Maze⸗ donien sowie der neue Stellun rechnen wären, dürfte vielleicht die Gesamtstärke wieder eine halbe Million Mann erreichen. Allerdings scheint es

Aus Artur Nikischs Leben.

Zu seinem 60. Geburtstage, 12. Oktober. Es war im Jahre 1877. Angelo Neumann, der Unermüdliche, damals zusammen mit August Föͤrster Leiter des Leipziger Stadt⸗ theaters, stand mitten in den Vorbereitungen zur Leipziger Auf⸗ führung desRinges und hatte alle Hände voll zu tun. Ueber⸗ all suchte er nach jungen frischen Kräften. Da erhielt er von Otto Dessoff, der damals in Frankfurt a. M. wirkte, einen Brief, der etwa so lautete:Lieber Freund, ich empfehle hiermit Ihrer Kenntnisnahme einen jungen Musiker, der auf dem Wiener Kon⸗ servatorium zu meinen Schülern gehörte. Gegenwärtig sitzt er bei den zweiten Geigen im Hofopernorchester. Vergessen Sie seinen Namen nicht; er ist energisch, und vor allem besitzt er trotz seiner Jugend eine Leistungsfähigkeit, die mich oft in Er⸗ staunen setzt. Der junge Mensch, auf den durch diesen Brief Neumanns aufmerksam gemacht wurde, war der damals 22jährige Artur Nikisch. Neumann ließ sich Dessoffs Empfehlung nicht ungesagt sein; er lud Nikisch zu sich ein und eine kurze Be⸗ kanntschaft genügte für ihn, um den jungen Musiker für das Leipziger Theater zu verpflichten. Dort wurde Nikisch als Musik⸗ direktor der Nachfolger Neßlers. Es war eine höchst bewegte, reiche Zeit des Leipziger Musiklebens, in die er eintrat; wurde doch, wie bemerkt, gerade damals an der Vorbereitung des erst im Vorjahre in Bayreuth zum ersten Male in seiner Gesamt⸗ heit aufgeführtenRinges der Nibelungen mit aller Kraft ge⸗ arbeitet. Und mit der Kunst Wagners fühlte der junge, aus Ungarn stammende neue Musikdireltor sich innigst verknüpft; hatte er doch den Meister schon im Jahre 1872 bei seinem ee Besuche in Wien als Sprecher einer jugendlichen ordnung, zu der auch Mottl und Paur gehörten, voller Hin⸗ gebung und Begeisterung begrüßt und dann an der berühmten Auffügrung der Neunten Sinfonie unter seiner Leitung teil⸗ 1 1 So sah sich denn Nikisch in Leipzig vor Aufgaben, men seinen künstlerischen Ueberzeugungen mit Leidenschaft ent⸗ gegenkamen. Der neue Chormeister entwickelte eine außerordent⸗ liche Tätigkeit; es kam vor, daß ex an Suchers Stelle die Proben zu leiten hatte und dann alle Welt in Erstaunen setzte, wenn er die Rolle jedes einzelnen Sängers Wort für Wort und Note fun Note mit allen Feinheiten des Ausdruckes den Künstlern vor⸗ ang, ohne auch nur eine Note vor sich zu haben! Das erste must⸗ lalische Bühnenwerk, das er selbständig vorbereiten durfte, lag frei⸗ ich von Wagners Spuren weit ab; es war die OperetteJean, Feannette und Jeanneton, mit der er einen vollen Erfolg errang. Gleich, e er mit seiner zweiten Aufführung Halé vys Blitz. N iesen günstigen Anfängen wurde ihm nun der 0 en. Aber da kam es zuerst zu einer kleinen

fer 5

jahrgang als Zuwachs zu den

damit die Meldung zusammenhängen, daß der Schwager erwartet wird, er, der glänzende Organisator des Rück⸗ zuges.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 12. Oktober 1915. * Petroleumversorgung. Obschon für den herannahenden Winter seitens der Behörde als Ersatz der

und Azetylenbeleuchtung empfohlen werden, denkt immer noch ein Teil der Bevölkerung daran, wegen der Anschaf⸗ fungskosten und der auch teureren Spiritus beleuchtung keinen Gebrauch von diesem Beleuchtungsmittel zu machen, in der Annahme, daß vielleicht doch genügend Petroleum zu haben sei. Es möge deshalb auf folgendes hingewiesen wer⸗ den: Durch die Einschränkung des Petroleumverbrauchs wird es den Großhändlern nicht immer möglich sein, die abseits des regelmäßigen Versorgungsgebiets gelegenen Orte mit ihren Tankwagen zu befahren und das diesen Orten zuge⸗ wiesene Quantum abzuliefern, da sich solche Fahrten en der geringen Menge des zugewiesenen Petroleums nicht lohnen würden, zumal der Großhändlerpreis den festgesetz⸗ ten Höchstpreis von 26 Pfg. pro Liter nicht übersteigen darf. 855 solchen Fällen wird das zugewiesene Petroleum den

. in einer Niederlage zur Abholung bereit⸗ gestellt gegen eine Vergütung von ½ Pfennig für das Liter. Bei einem festgesetzten Höchstpreise von 32 Pfg. für den Kleinverkauf wird es aber dem Kleinhändler fast unmög⸗ lich, wegen der geringen ihm zugewiesenen Menge Petro⸗ leum einen weiten Weg und event. eine Bahnfahrt zu unter⸗ nehmen, da er infolge des festgesetzten Höchstpreises kaum seine Unkosten decken würde, wenn nicht gar Verlust er⸗ leiden müßte. Eine sichere Versorgung mit Petroleum ist also kaum zu erwarten, und die Bevölkerung der Landorte, die keinen Anschluß an eine elektrische Zentrale oder Gas⸗ versorgung haben, wird guttun, sich zeitig mit den behörd⸗ lich empfohlenen e enmittel zu versorgen.

* Nußöl. Für die Herstellung und Verwertung von Nuß! tritt Obst⸗ und Weinbauinspektor Schilling ⸗Geisen⸗ heim a. Rh imAmtsblatt der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden mit folgenden Worten ein:Die Walnußernte fällt dieses Jahr im Kammerbezirk sehr reich aus. Die Ernte hat bereits begonnen, und die Nüsse sind sehr begehrt. Händler und Private zahlen je nach Größe 2530 Mark für den Zentner; in Friedenszeiten war der Durchschnittspreis für Nüsse frisch vom Baum 20 Mark. Die starke Nachfrage, sowie der hohe Pkeis werden bedingt durch die Knappheit an Speisebl. Die Walnuß liefert ein sehr schönes Speiseöl, das in vielen

infolge des Mangels an Nußbäumen unbekannt ist.

Im Rheingau ist Nußöl nichts Seltenes. In früheren Jahren konnte man solches öfters bei den Winzern kaufen. Vor meh⸗ reren Jahren kostete ein halber Liter( 1 ppen) 1 Mark, in den letzten Jahren 1,50 Mark. Die lung der Nüsse ür die Oelbereitung ist folgende: wird die entfernt und

dünner Lage zum Trocknen ausgebreitet

sind.) Während dieser Zeit werden die Nüsse alle paar Tage mit einem Rechen oder Reiserbesen durcheinander gerührt(ge⸗ n. die gut trocken, 187 1 Wochen

ist, so werden sie gekernt, in luftigen en nochmals n scknet und dann dem Oelmüller zum Oelschlagen ge⸗ bracht. Rentabilitäts berechnung: Aus einem Zentner frischer Nüsse erhält man durchschnittlich 66 Pfund trockene Nüsse, diese ergeben 24 Pfund trockene Kerne, und diese letzteren liefern 6 Liter Oel. Der Oelmüller bekommt für das Oelschlagem für jedes Pfund Kerne 5 Pfennig und sält die Nußkuchen, welche ein wertvolles Viehfutter darstellen. Das Nußöl wird in großen Krügen oder ßen Flaschen lose verkorkt stehend auf⸗ bewahrt; jedem 2 Werden einige Körner Salz zu 0 Nachdem sich das Oel geklärt hat, wird es auf Flaschen ab⸗ 5 ebenfalls lose verkorkt und stehend aufbewahrt wer⸗

müssen. 0 5

* Rauscher Aepfelwein. Kaum ist der süße Aepfelwein im Faß,

Palastrevolution. 1 5 5 Neumann wie auch Sucher waren ge⸗ rade auf Urlaub abwesend, und Neumann erhielt von feinem Kollegen August Förster ein Telegramm:Unser Orchester weigert sich unter diesem jungen Nikisch zu spielen, was tun? Neumann telegraphierte zurück, das Orchester solle zunächst einmal auf der Probe die Ouvertüre unter Nikisch spielen; seien die Musiker nicht damit zufrieden, so würde er, Neumann, sofort selbst nach Leipzig zurückkehren. Das geschah und Nikischs Erfolg bei seinen ae war groß, ja geradezu überwältigend: wie ein Mann erhob sich das ganze Orchester und begrüßte denjungen Mann Nikisch, der so zum Meister geweiht wurde. Mit der Tannhäuser⸗ aufführung sicherte er sich diese Anerkennung auch bei den weiteren Kreisen des Publikums, und das war der eigentliche Anfang jener glänzenden Künstlerlaufbahn, die Nikisch bis auf die höchsten Gipfel des Ruhmes geführt hat und von deren Entwickelung die gegenwärtig lebende Geschichte Zeuge geworden ist.

In der eigentümlichen Art seiner feinnervigen, poesiereichen und geschmackvollen Kunst steht Nikisch ohne gleichen da. Vor einigen Jahren hat er sich selbst einmal über seine Dirigenten⸗ tätigkeit in anziehender Weise ausgesprochen.Wenn mich einer meiner Kollegen, so meinte er,nach einem Konzerte fragen würde, wie ich diese oder jene besondere Wirkung hervorgebracht habe, so wäre ich unfähig, ihm darauf zu antworten. Man fragt mich, wie ich mein Fühlen meinen Musikern mitteile; ich tue es einfach, ohne daß ich weiß, wie. Wenn ich eine Komposition diri⸗

ich folge durchaus keinen bestimmten und festen Regeln der Inter⸗ pretation. Dch setze mich nicht etwa hin und denke mir im voraus aus, wie ich nun jede Note eines Werkes spielen lassen werde. So wechselt denn meine Interpretation in Einzelheiten fast bei jedem Konzert in Uebereinstimmung mit den Mächten des Ge⸗ fühls, die in mir besonders stark erregt werden. Aber ich bemerke ausdrücklich, nur in Einzelheiten. Eine Sinfonie Beethovens heute in einer bestimmten Weise zu erleben und morgen in einem völlig verschiedenen Stil, das wäre ebenso lächerlich wie unlogisch. Das wäre nur der Trick eines Gauklers und hätte mit Kunst

nichts zu tun. *

Ein Tizian in der Wiener Akademie⸗Gale⸗ rie entdeckt. Bei der Neuordnung der Wiener Akademie⸗Gale⸗ rie ist, wie Geh. Rat Bode in der Kunstchronik mitteilt, ein Tizian Mur Vorschein gekommen. Der Generaldirektor der preußischen

useen war nicht wenig erstaunt, unmittelbar nach Wiedereröff⸗ nung der italienischen Abteilung der Galerie hier ein ihm völlig

unbekanntes farbenprächtiges Bild mit der Darstellung der Ex⸗ mordung Lulrezias zu finden, das in jedem Pinselstrich sich als ein

mit der Oberleitung nicht zum besten bestellt zu sein und des Königs, Großfürst Nicolaij Nikolajewitsch, in Nisch d

Petroleumbeleuchtung andere Mittel, wie Spiritusglühlicht⸗

Je wärmer das Wetter, desto rascher und stürmischer voll⸗ zieht sich dieser merkwürdige Prozeß. Verursacht wird er urch den Hefepilz, der nur aus einem einzigen Bläs⸗ chen von dem Durchmesser eines dreihundertstel Millimeter besteht. Durch die Luft verbreitet, fällt er in den süßen Saft, frißt dessen Zucker mit Begier auf und zerlegt ihn in Alkohol und Kohlensäure. Hierbei vermehrt sich der Pilz durch fortgesetzte Teilung ins Ungeheure. Die Erzeugung der Kohlensäure ist so stark, so stürmisch, daß die ganze Flüssigkeit im Faß in Bewegung gerät und einen rau⸗ chenden Ton gibt, daher der NameRauscher. Beim Entweichen der Kohlensäure aus den Fässern werden alle Aepfelreste und andere unreine Bestandteile mit hinaus⸗ geschleudert. Die Kohlensäure erfüllt den Gärkeller oft⸗ mals in solcher Weise, daß es nicht ratsam ist, in ihm einzu⸗ dringen. Da das Gas schwerer ist als die Luft, ist es oft sehr schwer, es aus dem Keller zu entfernen. Große Kelte⸗ reien haben deshalb zur Entfernung der Kohlensäure Ent⸗ lüftungsmaschinen in den Kellern. In der Erwartung, daß durch Zusatz von Weinhefe beim Gärungsvorgang derepfel⸗ wein die Stoffe hervorbringe, die dem Traubenwein seine köstlichen Eigenschaften verleihen, hat man interessante Ver⸗ suche angestellt. Die Erwartungen schlugen samt und sonders fehl. Der mit Weinhefe versetzteSüße gab einen Aepfel⸗ wein wie jeder andere auch. Rauscher im richtigen Sta⸗ dium, wenn er noch prickelt, aber bereits etwas herbe schmeckt, ist das Ideal jedes richtigen Aepfelweingeschwo⸗ renen, während andere ihn lichen Geschmackes, noch rechtsüffig ist.

** Silberhochzeit feiern heute Heinrich Weber und Frau geb. Schombe⸗

Landkreis Gießen.

O Klein⸗Linden, 11. Okt. Heute ereignete sich bei dem Bahnneubau der Umgehungsbahn der dritte Un⸗ glücksfall, indem einem Bremser der Fuß abgefahren wurde. Ein gleicher Unfall trug sich vor etwa 10 Tagen zu. Dem ersten Unfall war vorher bereits ein Menschenleben zum Opfer gefallen.

Burkhardsfelden, 11. Okt. Auch aus unserer Ge⸗ meinde hat die große Schlacht im Westen zwei schwere Opfer ge⸗ fordert. Es starben den Tod für ihr Vaterland und ihre Heimat die Wehrleute Nicolai und Kauß. Der in Rußland kämpfende Garde⸗Artillerist Konrad Möbus erhielt die hessische Tapferkeitsmedaille.

EKͤreis Schotten.

Eschenrod 11. Okt Ter Wehrmann Reitz von hier im. Nr. 116 erhielt die hessische Tapferkeits⸗ medaille.

Schotten, 11. Okt. Unteroffizier Seelig im Feld⸗ artillerie⸗Regiment 205 wurde mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet.

im Res.⸗Inf.⸗Regt. Nr. 222, 1.

Kämpfen fanden den Tod fürs Vaterland der Landwehrmarn Max Reiß ie der Reservist Jost von Langwasser. Durch einen unglücklichen Fall kam der im 49. Lebensjahre stehende Heinrich Fuchs IV. um sein Leben. Fuchs war vergangenen Frei

und geriet dabei in einen Graben so unglücklich zu Fall, erstickt ist und so einen schrecklichen Tod gefunden hat. Sams⸗ tag morgen ihn beim Vorübergehen einige Leute, die ihn in sein Haus trugen.

dann beginnt auch schon die Gärung.

giere, so ist es die erregende Macht der Musik, die mich fortreißt, den

eigenhändiges Spätwerk Tizians bekundet. Das Bild, das vor etwa sechs Jahren gelegentlich in Wien für bare 4000 Kronen ge⸗ kauft wurde,stellk in fast lebensgroßen, bis zu den Knien ge⸗ sehenen Figuren Tarquinius dar, wie er mit dem Dolch die nur leicht gekleidete Lurkrezia überfällt. Im Kolorit ist es von einer wundervollen lichten Helligkeit, in der Behandlung von einer Breite und Meisterschaft, die an Tizians späteste Werke erinnern und das Bild zu einem Kunstwerk ersten Ranges machen.

Deutsche Künstler in französischer Gefan⸗ genschaft. Von dem, wie früher berichtet, verwundet in fran⸗ 1. geratenen Berliner Maler Ernst Gabler ist bei Künstler ein Brief aus Belle⸗Isle⸗en⸗Mer eingelaufen. Daraus geht hervor, daß es dem Künstler den Verhältnissen entsprechend gut ergeht. Er schreibt u. a.:Vor einem der Nachbarzelte sitzt der Berliner Bildhauer Gerstel und schnitzt Holzfiguren, kann sich auch Aufträgen, wie des Einschnitzens von Namen in Tabaks⸗

gute Ausführu gelegt wird.

Eine interessante Statistiküber die ameri⸗ kanischen Hochschulen wird inThe World Almango von 1915 aufgestellt. Im ganzen gibt es in den Vereinigten Staaten 460 Hochschulen mit 21 472 Lehrern und nur 306 426 Studieren⸗ en. Davon sind 194 richtige Universitäten, 238 sog.Universi⸗ täts⸗Kollegs, 9 philologische, 8 polytechnische Seminare, 6 Land⸗ wirkschaftsschulen und 5 technische Institute. Vierzig dieser Lehr⸗ anstalten haben eine Besuchsziffer von 2000 Studenten, 9 von 23000, 190 von 34000, 8 von 4 5000 und 4 von 5 bis 6000; die übrigen 386 haben weniger als 1000 Besucher. An den Universitäten erhält man eine vollständige wissenschaftliche Ausbildung in den verschiedenen Fakultäten. In denKollegs studiert man Geographie, Geschichte, Geometrie, Buchhaltung, Stenographie, Daktylographie und amerikanische Literatur, gerade so wie in den amerikanischen Schulen ersten und zweiten Grades, und empfängt zuletzt ein Diplom. Die älteste Univerfität ist be⸗ kanntlich die Harvard⸗Universität, die 1638 in Newton gegründet und später nach Cambridge verlegt wurde. Die nächste entstand 64 Jahre später in Saybrock, drei andere folgten bald darauf.

Berlin, 11. Okt.(Priv.⸗Tel.) DasBerliner T blatt meldet aus Königsberg i. Pr.: Bei den Au 7 an der Brücke bei Lötzen wurden eine Anzahl vor g ch t⸗ licher Gegenstände gefunden. Der Kommandant der Feste

ing der Uniform und der Ordensabzeichen

Bohen, Oberst Busse, übermittelte dem Kaiser P tograpbten den Fumdstlüden. 3 55

von

DRainrod, 11. Okt. Am 8. September d. Is. starb den Tod fürs Vaterland der Musketier August Theiß von hier ie

Ülrichstein, 11. Oktober. In den letzten schweren.

abends ausgegangen. In der Dunkelheit trat er den. an N EER

eitung der bekannten MonatsschriftKunst und

pfeifen, nicht entziehen. Ich habe Porträtaufträge, bei denen auf Vert

bevorzugen, wenn er noch süß⸗ 1