Ausgabe 
(24.9.1915) 225. Erstes Blatt
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Entfernung von 5060 Zentimeter auslegt. Jedes Jahr tann man Schnitt vornehmen. Die Pflanze ist sehr anspruchslos und ge⸗

deiht ganz gut im Schatten unter Obstbäumen. Sie dauert 1015

Jahre aus. Die grünen Blätter bilden ein ausgezeichnetes Wei⸗

tungsfutter für Schweine, sind aber auch für das übrige Vieh ein

1 N Grünfutter. Für Schweine kocht man sie am besten; für das ieh gibt man sie 19 und gehäckselt.

2. Das Schilfroahr. Große Mengen dieser Pflanze wach⸗ sen in den Teichen bei Trais⸗Horloff. Jetzt im September ist die beste Zeit der Ernte. Mit Sichel oder Sense wird das Rohr unter Wasser abgeschnitten, mit Stroh gemischt auf der Häckselmaschine geschnitten und verfüttert. In den Masuren und in den Ostseepro⸗ vinzen Rußlands werden die Pferde vielfach nur mit Rohr gefüt⸗ tert und bekommen in dieser Zeit keinen Hafer. Man kann aber auch das kurzgehäckselte Rohr trocknen; es ist im Osten teurer be⸗ zahlt als Heu und wird nur an Pferde verfüttert. Junges grünes Rohr giht man den Kühen ungehäckselt.

3. Die Wasserpest. Aus der Horloff beispielsweise wer⸗ den gewaltige Haufen diefer Pflanzen herausgeholt, die dann am Ufer verfaulen. Diese Pflanze gereinigt ist grün und gedörrt ein vorzügliches Futtermittel. 5 . Die Brennessel. Brennesseln sind in jugendlichem Zustande in gehäckselter oder fein gehackter Form ein vortreffliches Beifutter für fast alle landmirtschaftlichen Nutztiere. Auch ge⸗ trocknet ist diese Pflanze zu verwenden. Für Geflügel mischt man sie mit frisch gekochten Kartoffeln.

5. Das Kartoffelkraut. Dieses besitzt, falls es richtig

geerntet und getrocknet wird, einen recht erheblichen Futterwert.

ne Aberntung des noch grünen Krautes ist aber nicht ratsam, weil der Knollen⸗(Stärke⸗Ertrag darunter leiden würde. Man schneidet das Kraut mit der Sense ab, sobald die Blätter zu welken begin⸗ nen. Das Kartoffelkraut kann in frischem Zustande verfüttert wer⸗ den, aber es ist dann große Vorsicht nötig; nur ganz geringe Mengen dürfen anfangs mit anderem Grünfutter verabreicht wer⸗ den. Am besten trocknet man es ähnlich dem Klee auf den sog. Kleereitern. Es ist dann gutem Wiesenheu an Nährwert ebenbürtig.

6. Das Baumlaub Die Blätter der Akazie, Linde, Ulme, Roßkastanie, Haselnuß, Esche und Buche bilden im frischen und ge⸗ trockneten Zustande ein sehr wertvolles Futtermittel und sind mittlerem Wiesenheu gleichwertig. Der Gehalt sinkt aber bis zum Herbst bedeutend. 8

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* Invaliden versicherung und Kriegsteil⸗ nehmer. Kriegsteilnehmer, die infolge Verwundung oder Krankheit dauernd invalide im Sinne der 8 rungsordnung sind, d. h. mindestens 23 ihrer Erwerbs⸗ fähigkeit eingebüßt haben, können, worauf wir wiederholt hinweisen, nach Ablauf von 26 Invalidenrente beanspruchen, wenn sie die vorgeschriebene Wartezeit er⸗ füllt bezw. die Anwartschaft auf Invalidenrente usw. bis zum Eintritt in den Kriegsdienst aufrecht erhalten haben. Auch diejenigen, die nicht dauernd invalide sind, erhalten Rente, wenn sie während 26 ununterbrochen in⸗ valide gewesen sind, für die weitere Dauer der Invalidität Krankenrente). Stirbt ein Kriegsteilnehmer, so er⸗

Iten seine ehelichen Kinder unter 15 Jahren eine Wai⸗ enrente. Die Witwe des verstorbenen Kriegsteilneh⸗ mers erhält, sofern sie invalide ist, eine Witwen⸗ rente. Ist die Witwe selbst gegen Invalidität versichert, so erhält sie ein einmaliges Witwengeld in Höhe der zwölfmonatlichen Witwenrente, während die ehelichen Kinder des Kriegsteilnehmers in derartigen Fällen bei Vollendung des 15. Lebensjahres eine Waisenaus⸗ steuer in Höhe der 8 monatlichen Waisenrente erhalten. Anträge auf In validen⸗, Witwen⸗ und Wai⸗ senrente usw. sind unter Vorlage der erforderlichen Unterlagen(Quittungskarte, 1 usw.) beim Versicherungsamt zu stellen, evtl. durch Vermittlung der Bürgermeisterei. N ** Verlängerung der Metallabnahmefrist. Das stellv. Generalkommando des 18. Armeekorps veröffent⸗ licht eine neue Bekanntmachung betreffend Beschlagnahme, Meldepflicht und Ablieferung von fertigen, gebrauchten und ungebrauchten Gegenständen aus Kupfer, Messing und Rein⸗ nickel. Diese Bekanntmachung bezieht sich auf die gleichen Haushaltungsgegenstände wie die Bekanntmachung Nr. M. 325/7. 15. K. R. A. vom 31. Juli 1915. Durch die neue Be⸗ kanntmachung wird die Verordnung vom 31. Juli 1915 da⸗ hinerweitert, daß die Frist zur freiwilligen Ablieferung bis zum 16. Oktober 1915 verlängert wird, und daß die Sammelstellen bis dahin zur Aufnahme von frei⸗ willig abgelieferten Gegenständen geöffnet bleiben. Ferner sind in Zusätzen zu der neuen Bekanntmachung die Gegenstände genannt, die an den Sammelstellen zu den bereits in der Bekanntmachung vom 31. Juli 1915 ange⸗ gebenen 3 angenommen werden. Ein weiterer Zusatz ordnet die Meldung der nicht freiwillig abgelieferten Gegenstände in der Zeit vom 17. Oktober bis zum 16. No⸗ vember 1915 an; ein anderer Zusatz bestimmt, daß die der Bekanntmachung unterliegenden. die bis zum 16. Oktober 1915 nicht freiwillig abgeliefert wurden, nach dem 16. November 1915 enteignet werden. Auch über die Ablieferung von anderen Gegenständen, einschließlich Alt⸗ material, an die Sammelstellen und die hierfür von diesen be zahlenden Preise sind Bestimmungen getroffen. Es kann der Bevölkerung nicht dringend ge empfohlen werden, von der Möglichkeit der freiwilligen Ablieferung schnellstens weitgehenden Gebrauch zu machen. Der genaue Wortlaut der

Bekanntmachung ist im heutigen Kreisblatt einzusehen. f

Die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters in heuti Nummer zum gleichen Gegenstand, die aus technischen Grün⸗ den nicht mehr zurückbleiben konnte, ist durch diese neuen Bestimmungen überholt.

* Wichtig für Kraftfahr zeugbesitzer! Laut Bundes ratsverfügung sind die Direktivbehörden ermächtigt, die Reichs stempelabgabe für Kraftsahrzeuge zurückzuerstatten, wenn das Fahrzeug in den Besitz der Heeres verwaltung überging oder wenn die Benutzung infolge behördlicher Anordnung ein⸗

estellt werden mußte. Inzwischen sind im Einvernehmen mit n zuständigen Amtsstellen auch Antragsformulare mit Anwei⸗ sungen ausgearbeitet worden. Solche Antragsformulare sind kosten⸗ Jos zu erhalten durch die Geschäftsstelle des Gaues 3 b, Marburg, des Allgemeinen Deutschen Automobil⸗Klub, z. H. des Schrift⸗ führers Direktor Lautemann in Marburg, Pilgrimstein 36. Für die im Felde stehende Mitglieder bezw. deren Angehörigen übernimmt der Allgemeine Deutsche Automobil⸗Klub München, Neuturmstraße 51 auch die ganze Korrespondenz mit den Behörden. Diesem letzteren Antrag ist die Steuerkarte sowie der Grund der Außerbetriebsetzung des Kraftwagens beizufügen. Keine übereilten Kartoffelkäufe. Amt⸗ lich wird mitgeteilt: Bedauerlicherweise hat die Befürchtung, daß Kartoffeln für die menschliche Ernährung des Win⸗ ters nicht oder doch nicht zu annehmbaren Preisen der Be⸗ völkerung in großen Städten und Industriebezirken zu⸗ geführt werden könnten, zu einer lebhaften Nachfrage zu einer Zeit geführt, in der die vorwiegend Kartoffeln er⸗ zeugenden Bezirke mit der Ernte kaum begonnen haben. * olgedessen ist vielfach eine Preissteigerung für artoffeln eingetreten, die bei den sehr günstigen Ernteaus⸗

sichten nicht begründet ist. Die Bewegung auf dem Kartoffel⸗

markt wird von seiten der Regierung mit besonderer Auf⸗ merksamkeit verfolgt. Die Regierung verschließt sich nicht der Ueberzeugung, daß der ärmeren Bevölkerung bei der unvermeidlichen Steigerung der Preise für die meisten mitt. ffeln zu vertretbaren Preisen zur Ver⸗

gung gestellt werden müssen. Die hierzu erforderlichen

rganisationen sind in Vorberetung; nötigen⸗ falls wird die Regierung die Sicherung des für die ärmere Bevölkerung in Städten und Industriebezirken erforder⸗ lichen Bedarfs durch Zwangsmaßnahmen herbei führen. Im gegenwärtigen Augenblick läßt sich weder im freihändigen Ankauf der noch zu deckende Bedarf an Eßkar⸗ toffeln noch die Wirkung der hervorragenden Ernte auf die

Preisbildung genügend übersehen. Es kann deshalb nur

dringend davor gewarnt werden, durch übereilte Eindeckung der durch die Verhältnisse nicht begründeten Preistreiberei Vorschub zu leisten. Besondere lebhaft er⸗ hobene Klagen aus dem rheinisch-westfälischen Industrie⸗ bezirk haben die Regierung veranlaßt, zunächst für die Zu⸗ 8 größerer Kartoffelmengen nach diesem Gebiet Sorge zu tragen.

Im felde

crwarten unsere Angcehorigen den regelmäßigen eingang des heimat⸗ blattes. Um eine Unterbrechung in der Zustellung zu vermeiden, wolle man

den feldpost/ Bezug

d. Gie ener Anzeigers fur das

nãchste bierteljahr(Oktober⸗ov.⸗dez.)

schon jetzt erneuern

Alle postamter nehmen die Besteulung entgegen. der vierteljahrs. Bezug be⸗ trägt mk. 3.50 einschließlich der Um⸗ schlag⸗bebuhr. Außerdem vermittelt dle Bestellungen wie bisher auch dic

Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers

* Oelgewinnung aus Sonnenblumen. Der

dem Herrn Reichskanzler unterstellte Kriegsausschuß für Oele und Fette schreibt uns: Der durch den Krieg bedingte Ausfall größerer überseeischer Einfuhr macht sich im Ver⸗

kehr mit Fetten und Oelen in Deutschland jetzt besonders fühlbar. Um dem Mangel, se weit es irgend möglich ist, abzu⸗ helfen, ist der Kriegsausschuß für Oele und Fette bemüht, alle einheimischen Erzeugnisse, die Del und Fett enthalten, 3 Oelgewinnung heranzuziehen. Sehr fettreich sind ie Samen der Sonnenblumen; das daraus onnene Oel ist wohlschmeckend und bisher nur in verhältnismäßig geringen Mengen ausgenutzt. Die Verstreutheit des Mate⸗ rials, und die ierigkeit, größere Mengen einer bestimm⸗ ten Oelmühle zuzuführen, dürfte der Hauptgrund dafür ge⸗ wesen sein. In dieser ernsten Zeit der Hilfsbereitschaft jedes Einzelnen für das Wohl des Ganzen muß aber dieses Hindernis wegfallen, und es müssen Mittel und Wege ge⸗ funden werden, um das so wichtige Material in großen Mengen zu sammeln und zu verwerten. In jeder Stadt unseres terlandes, groß oder klein, in jedem Dorf oder Marktflecken sollen die ölreichen Samen, die sonst un⸗ benutzt bleiben, gesammelt werden. Dank dem Entgegen⸗ kommen des preußischen Eisenbahnministers wird es dem Kriegsausschuß für Oele und Fette in diesem Jahr gelingen, die Sonnenblumen zur Oelgewinnung heranzu⸗ 5 Der Eisenbahnminister dat genehmigt, daß auf allen isenbahnstationen in Preußen, Hessen und Elsaß⸗ Lothringen Sammelstellen Sonnenblumen ein⸗ gerichtet werden. Das kgl. bayrische Staatsministerium für Berkehrsangelegenhei hat sich diesem Vorgehen ange⸗ schlossen. Es ist zu erhoffen, daß auch in den übrigen Bun⸗ desstaaten ähnliche Maßnahmen getroffen werden. Bei dieser Sammlung kann jeder Einzelne helfen. Die gesammelten Sonnenblumensamen können auf jeder Eisenbahnstation en Auszahlung einer Sammelprämie von 40 Pfg. für das ilo abgegeben werden. Für eine 3 Ernte der Sonnenblumensamen sei folgendes bemerkt: Sobald die Samen der ersten Blütenteller der Sonnenblumen kurz vor ihrer vollen Reife stehen, werden die Blütenteller abge⸗ chnitten und es wird auch bei den weiteren ebenso ver⸗ fahren. Auf diese Art entwickeln sich die späteren Blüten besser. Die ersten Blüten bringen die größten Teller und die meisten Samen. Die rechtzeitige Aberntung ist auch des⸗ halb wichtig, weil bei Zuwarten ein Teil der Samen von den Vögeln geholt wird. Die abgeschnittenen Blütenteller sind nicht in Haufen geschüttet aufzubewahren, da sie sonst Gefahr laufen, zu verfaulen, sondern an Schnüre ge⸗ ogen, in luftigem Raum aufzuhängen. Erst wenn der Fruchtkorb trocken wird, ist das Entkernen vorzunehmen. ie Samen sind vor Nässe zu schützen. Zu diesem Zweck ist ein tägliches Durchschaufeln der angesammelten Menge un⸗ erläßlich. Das Aufschichten der Samen zu Haufen ist aus gleichen Gründen zu verwerfen. f 2 ** Eicheln im Haushalt. Eichelkaffee ist ein Ge⸗ tränk, das vor einigen Jahrzehnten sehr geschätzt war und beson⸗ ders gern von schwächlichen und der Kräftigung bedürftigen Per⸗ sonen getrunken wurde. Jetzt scheint es fast ganz in Vergessenheit geraten zu sein. In den teuren Kriegszeiten könnte man es ganz gewiß mit Nutzen wieder einführen. Die geschälten Eicheln schneidet man in kleine Stückchen, röstet sie im Brat⸗ oder Backofen, auch im Kaffeebrenner. Dann kann man sie wie Bohnenkaffee mahlen und aufbrühen. Auch als Zusatz zu Kakao ist die Eichel vor⸗ züglich zu gebrauchen. Sie wirkt darmstärkend, ja sogar heilend bei ruhrartigen Erkrankungen. Zu Eichel⸗Kakao schält man die Eicheln wie sie sind, reibt sie auf dem Reibeisen und setzt sie dem

Kakao zu. 2 Landkreis Gießen. 15

ne. Bellexsheim, 23. Sept. Heute traf die Nachricht hier ein, daß der Krieg abermals ein Opfer aus unserem Dorfe gefor⸗ dert hat. Wilhelm Gräf, der erst kürzlich ausrückte, fiel bereits im zweiten Gefecht, das er mitmachte, Sonntag, den 12. September, durch Brustschuß und hat in Rußland seine letzte Ruhestätte gefun⸗ den. Zwei seiner Brüder kämpfen im Westen. Dem Wachtmeister L. Bettinghausen, bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, wurde die hessische Tapferkeitsmedaille ver⸗ liehen. Die Obsternte ist hier beendet. Aepfel und Birnen

lieferten vorzügliche Erträge, während Zwetschen vieles zu wün⸗ schen übrig ließen. Die geernteten Aepfel und Birnen waren von bester Qualität; Kelteräpfel wurden mit 6 bis 7 Mk., gepftückte Aepfel dagegen mit 10 bis 13 Mk. für den Doppelzentner be⸗ zahlt. Auffallenderweise wird in hiesiger Gegend, in der ein so ausgezeichnetes Kelterobst wächst, der Apfelwein in den Wirt⸗ schaften fast nicht verzapft. Kartoffeln, deren Ernte auch schon ihren Anfang genommen hat, befriedigen sowohl in Güte wie in Menge; sie übertreffen die gehegten Hoffnungen bei weitem. Kreis Schotten.

l. Ula, 23. Sept. Gestern wurden die Aepfel der Ge- meinde Ulfa, am Baume schätzungsweise 1000 Zentner, darunter viel Taselobst, mit einem Gesamterlös von 1400 Mark ver- steigert. Die erste Versteigerung am Montag, die nicht geneh⸗ migt worden war, hatte noch 100 Mt. weniger ergeben.

Starkenburg und Rheinhessen.

ch. Aus Rheinhessen, 23. Sevt. Bei guter Witterung gedeihen die Trauben in der besten Weise. Die Aussichten sind günstig geblieben und für die Folge ist lediglich eine längere Dauer des günstigen Wetters erwünscht. Die Ernte der Portugiesertrauben ba im Lause dieser Woche auch in denjenigen Gemarkungen statt⸗ gefunden, in denen sie noch nicht vorgenommen worden war. Ueberall ist man mit dem Ertrage wie auch der Güte der ge⸗ ernteten Trauben durchaus zufrieden. Die ermittelten Mostgewichte hatten eine ansehnliche Höhe. Ein großer Teil der Portugieserernte ist bereits verkaust worden, und dabei wurden Preise angelegt, wie sie seit Jahren nicht mehr bezahlt worden sind.

Hessen⸗Nassau.

m. Kirchhain, 23. Sept. Am Sonntag fand eine Besichti⸗ gung der Jugendkompagnien des Kreises Kirchhain hier statt. Nach einem gut ausgeführten Schulexerzieren der Wehren von Allendorf und Kirchhain auf dem städtischen Festplatze traten die Kompagnien zu einer Gefechtsübung an. Eine rote Partei hatte eine stark ausgebaute Feldstellung besetzt. Blau hatte die Aufgabe, diese Stellung zu nehmen. Nach einem lebhaften Feuer⸗ gefecht ging es zum Sturm, und die Befestigungswerke wurden ge⸗ nommen. Hierauf versammelte der besichtigende Offtzier, Oberst⸗ leutnant Müller⸗Hempfing⸗Kassel, die Jugendkompagnien, besprach die Uebungen und ermahnte zu weiterer fleißiger Arbeit. Frankfurt a. M., 23. Seot. Den vom Rennklub Frank⸗ furt a. M. für den 23. und 24. Oktober geplanten beiden Renn⸗ lagen ist die ministerielle Erlaubnis versagt worden.

Frankfurt a. M., 23. Sept. Am Geburtstage

[[Körners wurde heute auf der Körnerwiese ein dem

Andenken des Heldendichters gewidmetes Denkmal ein⸗ geweiht. An der Feier nahmen tausende von Schülern und Schülerinnen teil. Die Weiherede hielt Justizrat Dr. Burg⸗ hold, Stadtrat Dr. Ziehen übernahm unter einer An⸗ sprache das Denkmal in den Besitz der Stadt. Schülerchöre, die Körnersche Lieder sangen, gaben der schlichten Feier den Rahmen. Später fand im Schauspielhause eine Kör ner⸗ feier statt, die eine gediegene Auslese Körnerscher Dich⸗ tungen brachte. Das Denkmal, ein Werk des heimischen Bildhauers Stock und von den Anwohnern der Körner⸗ wiese gestiftet, stellt auf einem architektonisch hübschen Sockel einen Jüngling dar, der die Rechte am Schwertknauf, sitzend dem Gegner entgegenschaut. Das Werk bedeutet zweisellos einen ansehnlichen Gewinn an künstlerischem Gut für die mit guten Denkmälern nicht allzu reich geschmückte Stadt.

X. Hanau, 23. Sept. Dte Stadt Hanau hat das im Be⸗ sitze des Staates befindliche, ehemalige kurhessische Re⸗ glerungsgebäude für die Summe von 62 000 Mark an⸗ gekauft, um in diesem Gebäude den reichhaltigen Sammlungen der Wetterauischen Gesellschaft für die gesamte Naturkunde ein dauerndes Heim gewähren zu können.

Vermischtes.

Der Trompeter von Sidi Brahim 71. In seinem Landhäuschen in der Auvergne ist kürzlich, 94 Jahre alt, ein Mann gestorben, der vor 70 Jahren in aller Munde war: der Trompeter Rolland. Kurz vor Ausbruch des Krieges war zu seinen Ehren in Paris ein Festessen zu 1000 Gedecken veranstaltet worden, bei dem der Präsident der Republik den Vorsitz führte und eine lange Rede hielt. Rolland hatte den algerischen Feldzug unter Marschall Bugeaud mitgemacht und sich im September 1845 bei Ifly beson⸗ ders hervorgetan. Zusammen mit seiner Kompagnie war er beim Marabu von Sidi Brahim von den Arabern gesangen genommen und vor Abdelkader geführt worden, der ihm besahl, das Zeichen

zum Rückzug zu blasen, um die Reihen der anmarschierenden 5

Franzosen in Verwirrung zu bringen. Rolland tat aber gerade das Gegenteil und blies statt zum Rückzuge zum Angriff. Die Folge war, daß Bugeauds Truppen mit anßerordentlicher Tapser⸗ keit ins Feuer gingen und jenen Sieg über die Algerier da von; trugen, den Horace Vernet in einem seiner(buchstäblich) größten Gemälde verewigt hat.

Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 25. Sept. 1915

Wolkig, trocken, milder, nachts wärmer.

Letzte Nachrichten. Ueber 12 Milliarden Kriegsanleihe.

WTB. Berlin, 24. Sept.(Nichtamtlich) Die Zeich⸗ nungen auf die dritte deutsche Kriegsanleihe haben

nach den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen eine Summe von 12,03 Milliarden Mark erbracht. Einzelne kleine Teil⸗

ergebnisse stehen noch aus. a Verlängerung der englischen Front im Westen? 5

Basel, 24. Sept. DieBasler Nationalzeitung erfährt aus ganz zuperlässiger Quelle, daß etwa 20 französische Divisionen dadurch frer wurden, daß die englischen Trun⸗ pen die von ihnen besetzten Positionen bezogen Die englische Front hat an Ausdehnung gewonnen. Ueber die Verwendung der freigewordenen französischen Truppen ist bisher nichts bekannt.

Errichtung neuer Munitionsfabriken in der Türkei.

Kopenhagen, 24. Sept. Pariser Zeitungen erfahren aus

Athen, daß in Konstantinopel unter Leitung deutscher Ingenienre

neuerlich drei große Munitionsfabriken seien, in denen viele Tausend Arbeiter beschäftigt seien. Die italienische Kriegshilfe.. Lugano, 24. Sept. Das Zentralkomitee für frei⸗

willige Kriegspflege stellt sest, daß die Zeichnungen 5 lich einschlafen. Deshalb werden auch die 1 nicht mehr täglich, sondern nur zweimal monatlich mitgeteilt

werden. zur Zahnpflege g

Ddol Dekanatsmissjonsfest

in der Kirche zu Wieseck

Sonntag, den 20. September, nachmittags 2 Uhr

Prediger: Missionar Gsell, Frankfurt a. M. Berichterstatter: Dekan Gußmann, Kirchberg.

Hierzu lädt herzlich ein Der evangelische Kirchenvorstand Wieseck: Bernbeck, Pfarrer. Der Dekanatsausschuß des Dekanates Gießen: Guß mann. b

Das Beste