Ausgabe 
(21.9.1915) 222. Erstes Blatt
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5 R 2 3 jährige 9 mit der Spi br uns

e gegen unser Volk. 8 ie Na 9 55 Ide die Ge⸗ wißheit, wie notwendig unsere Jugend, besonders im Hin⸗ blick auf die gute Schulung unserer Gegner eine Vorschule

in seldmäßiger Ausbildung ist. Eine ganze Reihe von Briefen aus dem Felde liegen vor, in denen von Offizieren wie ehemaligen Jungmannen auf den Wert der militärischen Vorbereitung verwiesen wird. 5

Einer der im Felde stehenden Jungmannen ermahnt seine Kameraden, die in der Jugendkompagnie angestellten

1 Kameraden zu,alle im Alter, in dem ihr euch im Staate bezw. dem Heere dienstbar machen könnt. Lasse es sich niemand verdrießen: gebt euch den Uebungen mit voller Kraft hin und betrachtet sie nicht als Spielerei. Ich selbst bedaure es, daß ich verschiedene Male die Uebun⸗ en nicht mit genügender Korrektheit e habe. Setzt fallen mir diese Uebungen ganz besonders schwer. Ein anderer schreibt:Wie gut die Vorschule(militä⸗ rische Vorbereitung) getan hat, das kann nur derjenige richtig schätzen, der die Strapazen des Krieges kennen ge⸗ lernt hat.Sie erwähnen in Ihrem Briefe, so schreibt ein Dritter seinem früheren Ko ieführer,daß N. die Jugendausbildung so trefflich zust gekommen ist. Mir ing es ebenso, was man dort einmal gelernt hat, braug hier nur verbessert zu werden. ü ndere Jungmannen melden, wie sie schneller als ihre Kameraden infolge ihrer militärischen Vorbereitung be⸗ fördert werden konnten.Ueberall kamen uns die in der Jugendkompagnie gewonnenen Kenntnisse sehr zustatten. Ich wurde sehr bald zum konstanten Gruppenführer er⸗

nannt. Die in großer Zahl vorliegenden Briefe stim⸗ nkte überein. Alle Jungmannen, die aus Hinblick auf die

men in einem Pu 5 dem Felde schreiben, gedenlen dankbar im

gewährte Vorbildung ihrer Führer, die unter Zurücksetzung Pa

er persönlichen Interessen der Wehrhaftmachung unserer n sei 2 beste Anerkennung ihrer Mühen und Arbeiten das Urteil eines Offiziers in einem der vor⸗ liegenden Briefe gesagt:Die. Jungmannen haben sich brav gezeigt. Sie sind stramme Soldaten. Sie sind es dank der militärischen Vorbildung in verhältnismäßig kurzer Zeit geworden Wi 3 Im Hinblick auf die Vorteile, die durch die militärische Vorbereitung unseren Jungmannen zuteil werden, mehren ich die Stimmen, die die Einrichtung über den Krieg inaus erhalten wollen. Die Grundlage für die künftige militärische Vorbereitungstätigkeit werden unsere mobilen Jugendkompagnien bilden. Die Erfahrungen, die hier, ob ut oder schlecht, gemacht worden sind, drängen zu weiterer Fan iretung, die das Ziel hat, die militärische Vorberei⸗ tu, zu einem notwendigen Gliede unserer Kriegsrüstung auszubauen. 5 a*

* Ein goldenes Vorbild. Gelegentlich eines Vor⸗ trags zur Kriegsanleihe gab Großh. Direktor Bastian⸗ Darmstadt bekannt, daß vorige Woche in einer kleinen Ge⸗ meinde ein Verwaltungssekretär an diesem einen Orte an zwei Nachmittagen 1200 Mk. Gold im Tausch gegen nknoten zusammenbrachte, indem er von Haus zu Haus, von Familie zu Familie 7 Beispiel verdient in jedem Orte Na ung, wo das noch nicht elch en sein sollte. Daheim 2 das Gold tot, nutzlos und sinnlos im Kasten. r es zurückhält, entzieht es einer volkswirtschaftlich amen Aufgabe, die eben nur das Gold in der Reichsbank erfüllen kann. Nicht nur ist es wünschenswert, den Goldbestand als Unterlage und zur Sicherstellung der Banknbten zu erhalten oder gar zu stei⸗ gern, damit die deutsche Mark im Auslande von ihren vollen Kaufkraft nichts einbüße. Mit jeder Minderbewertung der deutschen Reichsmark verteuern sich nämlich die vom Ausland nach Deutschland einzuführenden Waren zu unser aller Nachteil! Wir müssen gerüstet sein, wenn in Frie⸗ denszeiten die Anspri an die Reichsbank wachsen, und wir müssen vorsorgen, damit wir erforderlichenfalls Gold an das Ausland für bestimmte Lieferungen abgeben können, wenn wir diese nicht anders bekommen können oder sonst zu teuer bezahlen müßten. Wer mithilft, daß das Gold dahin gelangt, wohin es im Interesse der Allgemeinheit gehört auch

nde

zur Reichsbank nämlich, der darf sich sagen, daß er im Dienste des Vaterlandes steht. Wo aufkläre Flugblätter noch gewünscht werden, möge man sich zwecks kostenloser Ueberlassung an die Landes⸗Hypo⸗ thekenbank oder auch an die Reichs haufen al- ken Seeft berhessischer G det Ein oberhessischer Gemeindetag fand 2 N im Gemeindesaal der Johanneskirche statt. Die aus en Teilen Oberhessens zahlreich besuchte Versammlung wurde von dem Vorsitzenden, Prof. D. Schian, mit Gebet und Ansprache eröffnet. Er setzte den Zweck der Versamm⸗ lung auseinander, der in zielt, auf die: LKriegs arbeit der Kirchengemeinden, die geleistet worden ist und noch zu leisten ist, hinzuweisen. Diese Arbeit ist auf das Evangelium gegründet und es gilt, zu erwägen, wie man diese Arbeit am besten tut. Darauf berichtete Pfarrer D. 3 17 55 die 1 tg e us der religiös⸗sittlichen u sozial⸗charitativen Zwe bestimmung der Kirchen inden ergeben sich mannigfache Aufgaben den vom Krieg betroffenen Gemeindegliedern 1 enüber, wie auch in Hinsicht auf die öffentliche Sitt⸗ ichteit u. a. m. Helfer und Helferinnen sollten den Kirchen⸗ vorständen zur Seite treten. Den Kriegern sind religiöse Blätter, Ansprachen, Bibelteile und Gemeindeblätter ins 50 zu senden. Zur Steuerung der Kriegsnöte sind Kinder⸗ orte einzurichten, für Verdienstmöglichkeiten der Krieger frauen zu sorgen, auch sind arme Krieger mit Liebesgaben zu unterstützen. Ueber die Kriegsarbeit der Industrie⸗ gemeinde sprach sodann Dekan Gußmann Kirchberg bei Lollar, über die der Landgemeinden Pfr. Georgi⸗ Ermenrod. Beide gaben anschauliche Bilder der Kriegsarbeit aus ihren Gemeinden und betonten, daß Kirchenvorstand und kirchliche Gemeindevertretung jetzt leicht zur Mitarbeit heran⸗ gezogen werden können. Nachdem der Vorsitzende den Red 2 den Dank der Versammlung ausgesprochen hatte, wurde die Aussprache über den vorliegenden Gegenstand ein⸗ getreten, an der sich viele Herren beteiligten und die noch manchen neuen Gedanken zutage förderte. 3

mpfe ums Frauen in wirt⸗

Uebungen bitterernst zu nehmen.Ihr steht, so ruft er S

schaftlicher Beziehung so manchen Anlaß zu Sorgen und Klagen gibt, soll im 5 der 8 stehen, um durch eine hoffentlich recht starke Teilnahme in prak⸗ tische Bahnen gelenkt werden zu können. Wem von den Hausfrauen es ernst ist mit dem Gewinn eines Einflusses auf die Gestaltung der wirtschaftlichen Lage und staats⸗ bürgerlicher Schulung, der darf die Versammlung und den Beitritt zu dem heute zu gründenden Gießener Haus⸗ frauenverein nicht versäumen.

* Das Stadttheater wird am 15. Oktober seine pielzeit beginnen. Im Anzeigenteil der vorliegenden Num⸗ mer findet sich der Aufruf des Theaterbauvereins und der Direktion an die Bürgerschaft, auch in diesem Jahre durch reges ee an der Erhaltung unseres Theaters mit- zuwirken.

Soldatenleben, und das heißt lustig sein Die Vorliebe für die Soldaten ist nicht an zweierlei Tuch ge⸗ bunden; nie waren dem Volk die Soldaten lieber als jetzt, wo sie im einförmigen Feldgrau marschieren. Das erfuhr kürzlich auch eine Kompagnie unseres Ersatzbataillons, die ihr guter Stern nach Langsdorf führte. Die Kompagnie erzählt folgendes davon: Ende der vergangenen Woche unternahm die 4. Kompagnie des hiesigen Ersatz⸗ Bataillons einen zweitägigen Marsch mit Gefechtsübungen über Lich nach Langs dorf. Es war ein herrlicher, warmer Herbsttag und das kriegsmäßige Gepäck drückte schwer. In Langsdorf angekommen, begann ein lustiges Lagerleben. Die Zelte wurden aufgeschlagen, Kochlöcher gegraben, Feuer angemacht und bald war die schmackhafte Suppe aus den im Tornister mit⸗ getragenen Fleischkonserven zum verzehren fertig. Es mundete ae An Zuschauern aus dem Dorfe fehlte es nicht. Freund⸗ liche Hände tru, allerlei Suppengemüse bei, um den braven Soldaten das l zu würzen. Auch an dem reichen Obstsegen in den Gärten durften die Gäste in ausgiebiger Weise teilnehmen. Um 6 Uhr abends, nachdem noch eine Abendsuppe verzehrt war, trat die Kompagnie wieder in den Kriegsdienst ein. Es wurden 4 Züge gebildet und je 2 davon als Gegner aufgestellt. Der rege Patrouillengang ging durch und um das Dorf herum. An Zu⸗ schauern fehlte es auch da nicht. Von Lich waren Schüler der Prä⸗ varandenanstalt gekommen, sie übten auch militärisch, indem sie Angriffslinien bildeten und sprungweise gegen die Feldwache vor⸗ gungen. Um die mitternächtliche Stunde sollten Mannschaften nach Beendigung der Nachtübung in Scheunen, untergebracht werden. Da hatte sich aber die Hauptmann schön

verrechnet. Da kam alt und jung mit freundlichem Gesicht und bat um einen, ja zwei und mehr Sol⸗ daten. Diese durften nicht auf Stroh schlafen, sic muß⸗

ten in die Betten. Diesem Entgegenkommen konnte selbst das harte Herz eines Kompagnieführers nicht widersprechen. Seine Leute warenvergriffen wie frisch Gebackenes. Und wie waren am Freitag früh beim Weitermarsch die Brotbeutel gefüllt, und wie schwer war manches Herz! Vor dem Abrücken dankte der Kom⸗ pagnieführer den lieben Langsdorfern für die freundliche Aufnahme seiner Soldaten durch ein kräftig schallendesHurra. Beim Ein⸗ marsch zur Kaserne am Abend ½5 bei den Klängen der Batail⸗ lonsmusik wurde bekannt gegeben, daß es am Montag(20. 9.) ins Feld gehe. Es war also eine letzte Uebung aus der Garnison, und wenn sie auch schwer und ermüdend gewesen ist, so wird sich doch ein jeder gerne an den angenehmen Aufenthalt in Langsdorf mit Dank im Herzen erinnern.

* Verkauf billiger guter Bücher durch die Bahnhofsbuchhandlungen. Der Eisenbahnminister macht in einem Erlaß vom 10. d. M. die Eisenbahndirek⸗ tionen darauf aufmerksam, daß in den Bahnhofsbuchhand⸗ lungen gute billige deutsche Bücher immer noch nicht in genügendem Umfang feilgehalten werden. Der Erlaß weist auf die in den letzten Jahren erschienenen Sammlungen guter Bücher hin, die sich für die Reise gut eignen, die aber gerade jetzt im Hinblick auf die ernsten Zeitverhältnisse dazu sich eignen, den durch auffallende Titel und Bilder anreizenden, aber inhaltlich schlüpfrigen und wertlosen Lesestoff in den Bahnhofsbuchhandlungen zu ver⸗ drängen. Zum Schluß werden die Direktionen angewiesen, den Buchhändlern den Verkauf jener Bücher nahezulegen und sie zur Einrichtung besonderer Abteilungen in den Auslagen für den guten Lesestoff zu veranlassen, so daß dieser vom Reisepublikum sofort wahrgenommen werden

kann. Landkreis Gießen.

J. Langsdorf, 19. Sept. Wieder hat der Krieg ein Opfer aus unserem Turnverein gefordert. Dragoner Großhaus vom 23. Dragoner Regiment starb an schwerer Verwundung im Lazarett zu Libau. Ausgezeichnet wurden solgende Mit- glieder: Kanonier Neumann und Gardist Pauly mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse, Unteroffizier Schiel vom Artillerie- Regiment 25 und Gefreiter Hofmann vom Artillerie-Rgt. 61 mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille.

Kreis Lauterbach.

d Aus dem oberen Vogelsberg, 20. Sept. Ein eigen⸗ artiges Bild bietet jetzt das Ackerland. Von den gelben Stoppel⸗ seldern ist fast gar nichts zu sehen. An ihrer Stelle prangt junges Grün, und man könnte sast glauben, es sei Frühling und das Grün seien junge Saaten. Durch die anhaltende Dürre im Früh⸗ jahre haben viele Samenkörner nicht gekeimt, und, als hernach das Regenwetter eintrat, getrieben. Auch das Unkraut wurde dadurch neu belebt. Schaut man aber wieder die Laubholzwälder und Hecken an und sieht deren absterbendes Kleid, wird man eines

anderen belehrt. 5 Kreis Friedberg.

a. Pohl⸗Göns, 21. Sept. Ter Wehrmann Wilhelm Volk von hier, zurzeit im Landwehr-Regiment 116, wurde mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille, und Wachtmeister Jakob Mohr von hier, zur Zeit bei einer Verpflegungskolonne, mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. In unserem kleinen Dorfe haben wir nun bereits vier Ritter des Eisernen Kreuzes und zwei Inhaber der Hessischen Tapferkeits medaille.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 20. Sept. An der städtischen Sparkasse war heute der Andrang zur Zeichnung auf die Kriegs⸗ anleihe so groß, daß die Kassenräume und Treppen buchstäblich schwarz von Menschen waren. Bis weit auf die Straße standen zeit⸗ weise die Zeichnungslustigen.

Kreis Wetzlar.

Aus der Bürgermeisterei Atzbach⸗Launs bach, 20. Sept. Die am 1. August dis. Js. aus Anlaß des Jahrestages des Kriegsbeginnes veranstaltete Sammlung, zugunsten der Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen hatte für die hiesige Bürgermeisterei folgendes Ergebnis: 1. Atzbach 173,15 Mk., 2. Sorlar 200,95 Mk., 3. Dutenhosen 343,70 Mk., 4. Garbenheim 250,05 Mk., 5. Kinzenbach 245,70 Mk., 6. Krofdorf 413,30 Mk., 7. Gleiberg 25,60 Mk., 8. Vetzberg 65,00 Mk., 9. Launsbach 44,05 Mk., 10. Oden⸗ hausen 191,50 Mk., 11. Salzböden 117,50 Mk., 12. Wißmar 304,90 Mk.; insgesamt 2375,40 Mark. e

Hessen⸗Nassau.

mi. Rodheim a. d. B., 21. Sept. Die hiesige Bezirks- sparkasse zeichnete auf die neue Kriegsanleihe die Summe von 130000 Mark.

m. Kirchhain, 20. Sept. Seit dem 16. Juni wurde der Unteroffizier Karl Eckel aus dem nahen Allendorf vermißt. Jetzt erhielten die Eltern eine Karte von ihm, wonach er sich in russischer Gesangenschast befindet.

Frankfurt a. M., 20. Sept. In einem Anfall ner⸗ vöser Ueberreizung stürzte sich gestern früh eine junge Frau

aus dem 3. Stock ihrer in der Nordendstraße belegenen Woh⸗]

nung. Die Frau erlitt schwere Verletzungen und liegt hoffnungslos darnieder. Mehr Glück hatte ein Dachdecker, der von der Polizei in einer Wohnung des 3. Stocks bei einem Ein⸗ bruch überrascht wurde und kurz entschlossen aus einem Fenster

die

in die Tiefe sprang. Der Einbrecher erlitt nicht den gering⸗ sten Schaden, sprang schleunigst auf die Füße und war, ehe die Kriminalbeamten die Treppe hinunter gecilt waren, verschwumden und konnte bis jetzt nicht ergriffen werden.

vermischtes.

Feldherrn⸗Namen als Straßenbezeichnun⸗ gen. Gelegentlich ihrer letzten Sitzung hat die Aachener Stadt⸗ verordnetenversammlung in Anbetracht der herrlichen Siege un⸗ seres Heeres undim Gefühl der Dankbarkeit, der Verehrung und des Stolzes einstimmig beschlossen, eine Reihe von Straßen der Stadt nach den großen Feldherren des Weltkrieges zu be⸗ nennen,damit sie den Mitbürgern stets im Gedächtnis bleiben Um namentlich diese letztere Absicht zu erreichen, hat man die anderwärts in ähnlichen Fällen wohl geübte Methode, völlig neue oder noch im Entstehen begriffene Straßen mit den Namen der berühmten Männer zu schmücken, umgangen und kurzerhand allbekannte, ja, zum Teil sogar Hauptstraßenzüge in entsprechender Weise umgetauft. So wurde aus der schönen breiten Hoch⸗ und Theaterstraße im Neuthor-Viertel eine Hindenburgstraße, und die Lütticher Straße heißt künftighin nach dem Eroberer der belgischen Festung Emmichstraße. Weiter soll die Lim⸗ 2 burger Straße bis zur Goethestraße den Namen des Generals 8 von Beseler, des Eroberers von Antwerpen und Nowy Geor⸗ giewsk tragen und endlich wird die Klemensstraße nach Hinden⸗ 1 burgs verdienstvollem Mitarbeiter TLudendorfstraße genannt g werden. Der einmütige Beschluß, durch den die Stadtväter Aachens 8

dem Gedanken solcher vollstümlichen Heldenehrung zur Verwirk⸗ 7 lichung verhalfen, hat in der Bürgerschaft der alten Kaiserstadt freudige Zustimmung geiunden.* 1

Märkte. 8

Gießen, 21. Sept. Marktbericht. Auf dem heutigen 92 Wochenmarkte lostete: Butter das Pid. 1,70 1,75, Hühner eier das Stück 1516 Pig., Käse das Stück 79 Pig, Käsematte 1 Stück 30 Pfg.: Tauben das Paar 1,301,40 Mk., Hühner das Stück 2 1.80 2,0 Mk., Hahnen das Stück 1,50 2,50 Mk., Ochsen⸗- fleisch das Pfund Mk. 1,161,20, Kuhfleisch 10000 Pfg. das Pfund, Rindfleisch das Pfund 1,16 1,20 Mk., Schweine fleisch 2 das Pfund 1,80 0,00 Mk., Kalbfleisch das Pfd. 1,14 1,18 Ml., Hammelfleisch das Pfiund 96110 Pig. Kartoffeln 1 tr. 4,00 bis 0, Mart, Milch»das Liter 24 Pfg.: Aepfel das Pfd. 710 1 g., bessere 0000 Pig. Gurken große 1015, kl. 45 Pfg. Bohnen 1 1820 Pig. das Pid.: Spinat 18 bis 20 Pig. das Pfund; Wirsing 1 1015 Pfg. das Stück, Gelberüben 810 Pfennig das Pfund, 1 Rotkraut 1020 Pfennig das Stlick, Kohlrabi 68 Pfennig das Stück, Weißkraut, 1015 Pfennig das Stück, Birnen 7 bis 12 Pig, bessere 0000 Pfennig das Pfund, rote Rüben 68 Pg, römisch Kohl 68 Pfennig. Zwiebelnder Zentner 1500 Mk. Preißelbeeren 5055 Pfg., Brombeeren 05 Liter 1820 Pfennig. Nüsse 100 Stück 50-60 Pig. Blumenkohl 2040 Pfg. Zwetschen der Zentner 1518 Mk. Marktzeit von 8 bis 2 Uhr.

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. 15 Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 22. Sept. 115 Heiter, trocken, nachts kühl, in höheren Lagen Nachtsrost. 3

Leetzte Nachrichten. 3

Ein Unfall des Prinzen Joachim Albrecht von Preußen. Berlin, 21. Sept. Aus Bad Ischl melden die Morgen⸗ blätter: Prinz Joachim Albrecht von Preußen, der 3 sich vor ungefähr pier Wochen auf den Kriegsschauplatz begeben hatte, erlitt einen Automobilunfall. Der Prinz und seine Begleiter wurden aus dem Wagen geschleudert. Der Prinz erlitt leichte Verletzungen, während seine Begleiter schwerer 5 verletzt wurden. Das Automobil wurde vollständig zertümmert.

In den nächsten Tagen wird der Prinz zu kurzem Au lt auf seiner Besitzung Strohl am Wolffgang⸗See ee

Zeppelinfurcht. 2

Hamburg, 21. Sept. DasHamb. Fremdenbl. mel⸗-

det: Die Einstellung des holländisch-englischen

Dampferdienstes dürfte im Zusammenhang mit der

Zeppelinfurcht stehen. Auch der Batavia⸗Linie sind Schwierigkeiten erwachsen. Der letzte Dampfer hat eine

tagelange Verzögerung erlitten.

Ein neuer Kronrat in London. s 90

Rotterdam, 21. Sept. Aus London wird gemeldet: Dr König ist zur Abhaltung eines neuen Kronrates hierhen zurückgekehrt. Es verlautet, daß die für die Wehrpflicht ein⸗ tretenden Kabinettsmitglieder Chamberlain, Carson und Selborne ihre Entlassung einzureichen beabsichtigen. 5

5 Die Haltung Bulgariens. 1

Sofia, 21. Sept. Gestern erschien bei dem Ministerpräsiden⸗ ten Radoslawow eine Delegation sämtlicher Parteien, W ihm ein Memorandum wegen der Lage der Armenier in der kei zu überreichen. Hierbei gab der Ministerpräsident folgende cr⸗ klärung ab: Die allgemeine Lage Bulgariens ist eine gute. Die Perspektiven für die Zukunft sind sehr günstig. Radoslawow erklärte dann weiter, daß die Nation bereit sei, allen Ereignissen, die durch die allgemeine Kriegslage entstehen könnten, zu be L leber die äußere Politik befragt, sagte der Ministerpräsident folgendes: Bulgarien wird die Neutralität aufrecht erhalten, so lange unsere Interessen nicht verletzt werden. Ueber das Verhältnis zu den Nachbarstgaten äußerte sich Radoslawow: Ich glaube nicht, daß Rumänien, Griechenland und Serbien eine gemeinschaft⸗ liche Politik gegen Bulgarien führen werden, oder gar, daß zwischen diesen Staaten ein Bund gegen Bulgarien A Bulgarien wird im Falle eines Krieges nur gegen eine Front kämpfen. Die 5 rumänische Regierung beschuldigt fortwährend das bulgarische Kabi⸗ nett, daß dies niemals eine Verständigung mit Rumänien per⸗ langt habe. Das ist nicht richtig! Eines Tages habe i

1

in An⸗

wesenheit der Vertreter des Vierverbandes den rumänischen Ge⸗

sandten zu mir gebeten und ihn eingeladen, zum Zwecke einen bulgarisch-rumänischen Verständigung in Verhandlungen einzu⸗ 3 treten. Der rumänische Gefandte schlug dies ab, indem er erklärte,

daß er hierzu von seiner Regierung keine Instruktionen habeQ. Dabei wurde auch den Vertretern der Entente klar, daß Rumänin keine Verständigung mit uns wünscht. Was die bulgarist E schen Beziehungen anbelangt, kann ich erklären, daß diese ganz sind. 0

Die Folgen der Schließung der Duma.

Wien, 21. Sept. DasVolksblatt meldet aus Petersburg: Infolge der Schließung der Duma sind 24000 Arbeiter der städtischen Werke in Petersburg und Kronstadt in den Aus⸗ 3 stand getreten. In Moskau würden 17000 und in Charkow 9 etwa 21 000 Arbeiter streiken.

Italien von der amerikanischen Anleihe der Entente r ausgeschlossen. 3

Lugano, 21. Sept. Aus zuverlässiger Quelle verlautet, 35 daß die Verhandlungen wegen des Einschlusses Italiens in die englisch⸗französische Milliardenanleihe in Amerika gescheitert sind. Italien verlangte bares Geld, während England nur Kredit⸗ eröffnung in New Pork anbot. Dieses Scheitern führte die über⸗ stürzte Steuererhöhungspolitik im Kabinett Salandra herber. 1

Odol a See ee