Ausgabe 
(14.9.1915) 216. Zweites Blatt
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8 DieSlezener Familleublätter werden dem

f Zweites Blatt Etescheiet täglich mit Ausnahme des Sonntags.

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Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Kreis Sießen zweimal wöchenttich. DieLandwirtschaftlichen Zeit⸗

A General⸗Anzei

165. Jahrgang

Gießener Anzeiger

ger für Oberhessen

dienstag, 14. September 1015

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗ straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: 51, Schrist⸗

leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.

die militärischen Lehrer des Zaren.

Der Zar hat nach Kaltstellung des bisherigen Genera⸗ lissimus den Oberbefehl über seine geschlagenen Heere selbst übernommen, und wenngleich diesem Schritte sicher nur eine formale Bedeutung zukommt, so interessiert es doch nunmehr zu hören, welche militärischen Kenntnisse der Zar hat und welchen Lehrern er sie verdankt. Als erster derselben kommt sein militärischer Erzieher, Generaladjutant Dan i⸗ lowitsch, in Betracht, der das Muster eines Stuben⸗

strategen war. Ungemein gelehrt, hatte er seine gesamte Dienstzeit als Lehrer an Kriegsschulen zugebracht und nie⸗ mals ienst getan. Er blieb auch nach Thron⸗

besteigung seines Zöglings in dessen nächster Umgebung, ebenfo wie er ihn in das Lager des Preobraschenskischen Regiments begleitete, wo der damals 18jährige folger praktisch ausgebildet und nebenbei theoretisch belehrt werden sollte. Leider ist dieses mm recht schlecht aus⸗ geführt worden. Der Chef des gesamten Gardekorps, Herzog Alexander von Oldenburg, kümmerte sich um nichts, als daß sein jüngster Leutnant ja vor jedem Attentats⸗ versuch geschützt werde. Noch schlimmer handelte der Regi⸗ mentskommandeur, sein von 8 verfluchter Oheim, Großfürst Ssergei, der später als Generalgouverneur von Moskau ermordet wurde. Daß er den Dienst mit dem Neffen nicht streng nahm, war das wenigste, er verstand selbst nichts davon, viel schlimmer war, daß er ihm un⸗ möglich machte, das Leben im Heere, ja auch nur im Offizierkorps kennen zu lernen. Er verbot den Offizieren, von irgendwelcher Unannehmlichkeit, die vorkommen könne, etwas zum Thronfolger dringen zu lassen. Ein deutscher Regimentskamerad desselben, Graf Pfeil, sagt:Dadurch, daß ihm alles auf das russische Heer Bezügliche, von dem kleinen Bereich eines Regiments beginnend, ausschließlich im rosigsten Lichte gezeigt wurde, ward in ihm diese blinde Ueberschä ung der eigenen Heereskraft anerzogen, die sich so schwer bestraft hat. Diese Worte waren auf den Japani⸗ schen Krieg gemünzt, gelten heute aber erst recht. So lag die prartische Ausbildung des zukünftigen Kaisers bei seinem Kompagniechef, der am besten durch eine kleine Anek⸗ dote gekennzeichnet wird. Als bei einer Felddienstübung ein kleines Flüßchen, die Lipowka, zu durchwaten war und alle Mannschaften es taten, ging er über die alsnicht vor⸗ handen bezeichnete Brücke. Theoretische Unterweisungen unterblieben, der Thronfolger las auch nicht und schenkte den im Lager ausliegenden militärischen und anderen Zei⸗ tungen kein Interesse. Später kam dann ein leichtsinniges Genußleben, in dem von Studium 5 nicht die Rede war, und mit 26 Jahren bestieg ler den Thron; seine militäri⸗ schen Lehrer hatten ihm nichts oder falsches gelehrt.

Kriegsbriefe aus dem Osten.

Dategramm unferes zum Other entlandten Kriensberickersitters.

(unberechtigter Nachdrink, aud auszugsweise, verboten.) Die Kampflage bei der Armee Gallwitz.

Nachdem der russische Vers ben ee 1. der eh f em russi ersuch in J ich au Brest⸗Litowsk anlehnt und hinauf über Ossowier, Grodno, Kowno nach Riga ging, Widerstand zu leisten, in dem 7 zusam⸗ menbrach, da das Zentrum bei Bielsk ei ückt war, Brest⸗ Litowsk daher aufgegeben werden mußte und Kowno erstürmt war, handelte es sich zunächst darum, den letzten Rest dieser starken Linie, Grodno, zu nehmen und aus dem Sumpfgebiet, das jetzt den Kriegsschauplatz beherrscht, den großen Vorteil zu ziehen, den es auch für den Angreifer bietet. Es ging während die 8. Armee

zehn Tage darum, die Bewegungsfreiheit der Russen, die durch das Sumpfgebiet eingeschränkt ist, immer mehr zu verkleinern und zu verengen. Das Kennzeichnende für diese Kämpfe im Zentrunt ist einerseits, daß die Russen dem deutschen Stoß, der sich in der günstigen Lage befindet, überall die beste Stelle zu suchen, nicht mehr Nachhuten entgegenstellen, sondern ihre ganze Kraft au müssen, um ihn überhaupt ernstlich aushalten zu können, andererseits die Wegeschwierigkeiten, die unsere Armee bei diesem Vormarsch besiegen muß. Die Resultate dieses Ringens der letzten Tage sind nicht so schnell in die Augen springend, wie die der vorhergehenden Wochen, aber sie sind einem ver⸗ zweifelt und tapfer sich wehrenden Gegner gegenüber täglich er⸗ rungen worden. Von Abschnitt zu Abschnitt schiebt sich die Linie vor unter Leistungen, die mit zu den schwersten dieses. gehören. Sobald der Keil, den wir spitz vorwärtstreiben; an

Thron⸗ T

nahm in den fortlaufenden Gefechten der letzten lade

noch

einer Stelle die russische Stellung weit genug durchbrochen 5 wird die russische Linie, die den Druck dann nicht M zurüdgenommen. Der Russe hat die Erleichterung dabei, daß er den Rückzugsweg unzerstört und vorbereitet findet, aber die von Tag zu Tag drückendere Erschwerung, daß er ihn nicht mehr frei wählen kann.

Nach der

Schwitzloch⸗Abschnitt nannten es bezeichnend die angesetzten Trup⸗

g n i Sumpfgebiet der Widerstand zu leisten. Die undurchdringliche Sumpf⸗ so daß der Stoß Nähe des linken

strecke war nordwärts

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

Aus dem Reiche.

Der Reichskanzler in München.

München, 13. Sept. 222 050. heute vormittag hier eingetroffen, auf dem Bahn⸗ 80 Schoen und dem Le⸗ ionsrat Freiherrn von Stengel empfangen. Auf Einladung des önigs stieg der Reichskanzler in der Residenz ab. Mittags gibt 0 ichskunzlers eine Tafel, zu der die Herren der preußischen Gesandtschaft und sämtliche Staatsminister

kanzler ist

hof von dem Botschafter Freiherrn

von

der König zu Ehren des Rei

ae siuß f Wan en, 13. Sent.(W el Nübtanllich) Fin Panse des Vormittags besuchte der Reichskanzler den Botschafter Freiherrn

v. Schoen und den Ministerpräsidenten Graf Hertling. 1 Reichskanzler hatte mit Graf Hertling eine längere Be⸗ prechung.

ünchen, 13. Sept. i l spondenz Hoffmann meldet: Der König empfing heute nach⸗ mittag 3 Uhr den Reichskanzler in längerer audienz im Wittelsbacher Palais. Mittags 1 Uhr fand in der Residenz zu Ehren des Reichskanzlers eine Tafelzu der die Herren der preußischen Gesandtschaft und die des Dienstes ge⸗ n waren.

Darlehnskassen und Kriegsanleihe.

Berlin, 13. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) DieNordd. Allgem. Ztg. schreibt: Ein vorläufiges Weiterbestehen der Darlehenskassen wird auch nach Beendigung des Krieges erfolgen. Es ist die Besorgnis geäußert worden, daß die Darlehenskassen des Reiches alsbald nach Beendi⸗ gung des Krieges aufgelöst würden und daß sich alsdann die Notwendigkeit ergeben könnte, die für die geschäftlichen Unternehmungen erforderlichen Geldmittel zu hohen Bank⸗ zinsen und Provistonen zu beschaffen. Demgegenüber ist zu betonen, daß in Aussicht genommen ist, die Darlehenskassen

längere 1 nach dem Friedensschluß in Tätigkeit zu erhalten, gerade um die Ueberführung in die

(WTB. Nichtamtlich.) Die Korre⸗

Friedensverhältnisse zu erleichtern. Mithin liegt kein Anlaß vor, Zeichnungen auf. jetzt aus dem Grunde zu unterlassen, um Geldmittel für die Zeit nach Be⸗ endigung des Krieges bereitzuhalten.

Anscheinend werden manche von der Zeichnung auf Kriegsanleihe durch die Besorgnis abgehalten, daß sie nicht in der Lage wären, das etwa bei der Darlehenskasse aufge⸗ nommene reiche Darlehen rechtzeitig zurückzuzahlen. Dem gegenüber möge wiederholt darauf hingewiesen werden, daß die Darlehenskassen hinsichtlich der Verlängerung des gewährten Darlehens das weitherzigste Ent gegen⸗ kommen betätigen werden. Eine Kündigung zur ungelege⸗ nen Zeit steht nicht zu befürchten. Die Darlehenskassen wer⸗ den auch nach dem Friedensschluß noch geraume Zeit fortbestehen, so daß niemand zu besorgen braucht, etwa bei

e.]dem Friedensschluß durch die Verpflichtung zur Rückzahlung

des Darlehens in Schwierigkeiten zu geraten.

*

Dresden, 13. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Der König sandte an den Generalobersten von Haufen am 12. September nachstehendes Telegramm: An dem Tage, an dem Sie vor einem Jahre von Ihrem verantwortungsvollen Posten als Oberbefehls⸗ haber der dritten Armee leider kraukheitshalber zurücktreten mußten, gedenke ich Ihrer, mein lieber Generaloberst von Hausen, in aufrichtiger Dankbarkeit. Es wird für Sie immer eine er⸗ hebende Erinnerung bleiben, an dem unvergleichlichen Vordringen unserer tapferen Truppen durch Belgien und Frankreich an so hoher Stelle verdienstvollen Anteil gehabt zu haben.

kirche und Schule.

Jubiläumsversammlung(25. Hauptversammlung) des Evan⸗

gelischen Pfarrvereins für das Großherzogtum Hessen.

B. Friedberg, 13. Sept. In einfachster Weise beging der Evangelische Pfarrverein für das Großherzogtum Hessen heute die Feier seines 25jährigen Bestehens in der Form einer einfachen Hauptpersammlung im Saale des hiesigen Kasinos. Nach gemeinsamem Gesang, Schriftlesung und Gebet durch den Vorsitzenden, Kirchenrat Schrimpf⸗Darmstadt, begrüßte dieser die zahlreich Erschienenen, besonders die Gäste, den Präsidenten des Oberkonsistoriums, D. Nebel, den Direktor des Prediger⸗ seminars D. Schöll, den Vertreter der theolog. Fakultät der

Landesuniversität Prof, P. Schian, den Vertreter der Stadt

Friedberg, Justizrat Windecker, die Vertreter des Nassau⸗ ischen und des Kurhessischen Pfarrvereins, und den Delegierten des Verbandes Deutscher Pfarrervereine, Pfarrer Wahl⸗Essen, einen Mitbegründer des Vereins. l

Auf die Begrüßung antwortete zunächst Präsident D. Ne⸗ bee l. Er erinnerte an die Gründe, die zur Entstehung des Ver⸗ eins führten und betonte die Zusammenarbeit der Kirchenbehörde

sitzenden durch die Kirchenbehörde überreichte er dem Vorsitzenden seine Ernennung zum Geheimen Kirchenrat durch den Großherzog. Im Namen der theolog. Fakultät begrüßte Professor D. Schian den Verein, im Namen der Stadt Friedberg spruach Justizrat Windecker; Prof. D. Schöl! wies auf die Bedeu⸗ tung des geistlichen Amtes für unser Volk hin und wünschte, daß es dem Verein und seinen Gliedern nie an der r Amts⸗ freudigkeit fehlen möchte, die der Glaube vermittle. Dann wünsch⸗ ten die Vertreter der beiden Nachbarvereine Nassau und Kur⸗ hessendem ersten deutschen Pfarrerverein Glück und Segen. Die Glückwünsche des Vorstandes des Verbandes Deutscher Pfarrer⸗ vereine übermittelte in längerer Ansprache Pfarrer Wahl ⸗Essen. Als Mitbegründer des Vereins hob er die beiden Gedanken her⸗ vor, die zur Begründung des Vereins führten, in erster Linie . der Kirche und sodann das Bedürfnis des Pfarrer⸗ standes.

Hierauf erstattete der Vorsitzende den Jahresbericht. Er gab eine kurze Darstellung der Vorgänge, die im August 1890 zur Gründung des Vereins führten, die in Gießen stattfand. Sodann gedachte er der im letzten Jahr verstorbenen Vereins⸗ mitglieder, deren Andenken in der üblichen Weise geehrt wurde.

Freienseen seit 23 Jahren an seinem Platz. Die Rechnungsablage des letzteren konnte von einem guten Stand der Kasse berichten, worauf dem Rechner Entlastung erteilt wurde.

wiesen hat, darauf wies sodann in bekannter launiger aber doch

und gab ein Bild der Entwicklung des Vereins, der trotz vieler Angriffe ruhig und fest seinen Weg gegangen ist und jetzt 346 Mit⸗ glieder hat. Der Verein vertritt keine kirchenpolitische oder thev⸗ logische Richtung und ist stets auf dem Plan, die Interessen der evangelischen Kirche und des Pfarrerstandes zu vertreten, nach seinem Wahlspruch:Gott zur Ehr' und der Kirche zur Wehr'

Die Wahl des Vorsitzenden, Stellvertreters und Schrift⸗

5 Englands Allianz mit Frankfurt.

Qui mange du pape, en meurt Wohlwollen und Freund⸗ schaft Englands haben von jeher den damit beglückten Nationen Gut und Menschen und Existenz gekostet. Daß auch einmal ein kleiner deutscher Bundesstaat nahe daran war, durch Englands Wohlwollen vollständig zugrunde zu gehen, dürfte wenig bekannt sein. Mit Erstaunen wird man hören, daß es sich um die damalige freie und Reichsstadt Frankfurt handelt. Die gute Republik Franlfurt wollte inn Jahre 1832 dem deutschen Zollverein Trotz bieten. Vier oder fünf reiche Kaufleute, die mit französischen und englischen Waren handelten, glaubten, daß der Anschluß ihr Ge⸗ schäft schädigen würde. Von diesen beeinflußt und beraten, schloß der Senat eineoffensive und defensive Allianz mit Großbritannien ab. In diesem ewig denkwürdigen Ver⸗ trag, der von beiden Seiten aus reinen Krämerinteressen geschlossen wurde, steht die wundervolle Stelle:Die Schiffe und Ma⸗ trosen der beiden hohen kontrahierenden Mächte haben in deren respektiven Häfen keine Rechte usw. Die Flotte der Frankfurter bestand aus einigen Mainkähnen, und ihre Matrosen waren die Sachsenhäuser Schiffer, die für einen Kreuzer die Bewohner von Ufer zu Ufer übersetzten. Mit Frohlocken wurde der durch den Senator Harnier geschlossene große Handelsvertrag von denen begrüßt, in deren vermeintlichen Inter⸗ esse er gemacht war. Aber weit schneller als selbst die Einsichts⸗ bollsten vermuteten, zeigten sich die Folgen dieses Abschließens vom Zollverein. Die hessische Regierung erkannte ihren Vorteil und machte Offenbach zur Meßstadt. Alle Waren⸗ sendungen zogen sich dahin und in unglaublich kurzer Zeit blühte diese Stadt wie durch Zauberei empor. Der Wert der Häuser stieg aufs vierfache, ganz neue Straßen entstanden und es war ein Leben und Treiben in der bisher so unbedeutenden Stadt, das in rechtem Gegensatz zu dem nun verödeten, einst so belebten Frank⸗ furt mit ten von Straßen und Gewölben und Läden, die blieben, stand. Englands Schutz nutzte der Republik nichts. sfnungen, die an die 9 Verbindung geknüpft waren, Di A 2 58 5 me eines ge⸗ Freihafens für ganz t auf, und nicht nur

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Tagelöhner, Spediteure und Agenten, die brotlos geworden waren,

sondern auch die Kaufleute, die die wachsende Konkurrenz Offen⸗ bachs in schwerste Sorge versetzte, bestürmten die Regierung. Alle Welt schrie nach einer Vereinigung mit dem preußischen Zollverein. Derselbe Senator Harnier, ag m Großbritannien heimgebracht hatte, mußte de und wehmütig in London betteln, daß man Frankfurt wieder aus ihm entließ. Es gelang und ebenso de⸗ und wehmütig mußte man jetzt in Berlin um die Aufnahme in den Zollverein bitten, die man vorher stolz zurüclgewiesen hatte. 2 8 8 5

Vielleicht ist diese Erinnerung jetzt recht zeitgemäß, wo Eng⸗ land kleine neutrale Staaten durch Handelsvorteile zu ködern sucht, und die britische Handelskontrolle, die schon in Holland, Schweden und Amerika ausgeübt wird, auch der Schweiz und Griechenland aufgedrängt werden soll. 8

kos. Was ist einBrückenkopf im militärischen Sinn? Auf dem Siegeszug unserer Tapferen im Osten war der Weg bisher mit sogenanntenBrückenköpfen beinahe gepflastert. Merkwürdig nur, daß trotz der häufigen Wiederkehr dieses mili⸗ tärischen Ausdrucks gerade in den letztvergangenen Wochen über seine sinngemäße Auslegung noch sehr viel Unklarheit herrscht. Viele Zeitungsleser denken bei dem Wort Brückenkop lediglich an das dem Angreifer zunächst gelegene Ende einer Brücke. Ursprüng⸗ lich deckten sich wohl auch Anschauung und Bezeichnung in dieser Hinsicht völlig. Seitdem aber mit der Erkenntnis des Wertes der sogenannten strategischen Lage auch die Bedeutung der Flußläufe, Eisenbahnlinien, Straßen usw. für Freund und Feind wuchs, als die Vormärsche in Feindesland mit Millionenheeren zu rechnen begannen, erweiterte sich unversehens auch der BegriffBrücken⸗ kopf. Der Brückenkopf ist heute gleichsam identisch mit dem Begriff Schlüssel. Deshalb braucht ein Brückenkohf in militärischem Sinn heute gar nicht mehr die Deckung eines Flußübergangs zu sein, vielmehr erkennt der militärische 0 1 1 kopf den Punkt an, den der Angreifer unbedingt im Besitz haben muß, wenn er seinen Vormarsch fortsetzen, sein strategisches Ziel erreichen will. So kann eine vorgeschobene Feldstellung Brücken⸗

schland, lösten kopf für eine Festung, diese wieder für eine Reihe von Festungen die Arbeiter, Fuhrleute, sein. Ein besestigtes Dorf oder eine kleine Festung sind häufig! d

der trürmphierend den Vertrag mit eine Festung,

prachgebrauch als Brücken⸗[O

Brückenköpfe für eine größere Stadt, einzelne Berge oder kleinere Gebirgszüge die Brückenköpfe für wichtige Pässe usw. Ausschlag⸗ gebend für die Bedeutung des Brückenkopfes ist natürlich das, was hinter ihm liegt, was er militärisch deckt(die Landeshauptstadt,

usw.) und danach richtet sich seine militärtechnische seine Bewaffnung, Besatzung und Verteidigung. Man kann sagen⸗ daß jeder Brückenkopf einen anderen Wert bat, zweierlei Werte hat er von vornherein, je nachdem nämlich Verteidiger und An⸗ greifer von ihrem Standpunkt aus seinen Besitz schätzen.

e Gemäldefunde in der Gnesener Johannis- kirche. Das Städtchen Gnesen, das nur etwa 25 000 Einwohner zählt, besitzt nicht weniger als zehn Kirchen, darunter den an Kunstschätzen reichen, fast 1000 Jahre alten Dom. Bei diesem Reichtum an Gotteshäusern ist es kaum verwunderlich, daß man des einen oder anderen von ihnen nicht ständig bedarf. So findet z. B in der Kirche zu St. Johannis, die der katholischen Schul⸗ gemeinde gehört, nur einmal im Jahre, am Johannistag, ein feierlicher Gottesdienst zu Ehren des Schutzpatrons statt. Seit einiger Zeit steht jedoch die namentlich in architektonischer Be⸗ ziehung beachtenswerte Johanniskirche mehr als sonst im Vorder⸗ grunde des Interesses. Es werden nämlich gegenwärtig an dem Gotteshause, das auch bereits auf eine 700jährige i ee auf Dae lasfrng 9 rungsarbeiten ausgeführt. bei wu jetzt im J bändes durch Zufall steben große Fresko Geanald Adern des Ge⸗ dicker Tüncheschicht befanden, besonders die an der bedeutenden Kunstwert

keit in ihrer ehemaligen Farbenpracht wiederhergestellt d Die Bromberger Regierm behörde 21 1 bereits die ersorderlichen Miaßsic hne, bat,

Berlin, 14. Sept. Aileen dem Intendanten der Kgl. 1 hard ist 4Ber⸗

t inbarung zustandegekommen,

nach welcher das Ensemble des Deutschen Theaters nächsten Vorstellungen in Stockholm peranstalten wird. Zu⸗

Werke deutscher Klassiker, aber auch an⸗

Ausgestaltung,

Werke aufgeführt werden

und des Pfarrvereins. Als Anerkennung der Verdienste des Vor⸗ 5

Der Vorsitzende steht seit 20 Jahren, der Schriftleiter Pfarre⸗- Fritsch⸗Ruppertsburg und der Rechner, Pfarrer Röschen

Daß der Verein seit 25 Ihren seine Existenzfähigleit be⸗ ernster Weise der Schriftleiter des hessischen Kirchenblattes hn

einen Eisenbahnknotenpunkt, Flußübergang, Hafen