Jahre an sich zur Landstürmrolle gemeldet hat, die Ein⸗ A5 der 185 und eines Teiles der bisher tenst untauglichen wohl auch noch in der nächsten Zeit in Aussicht steht, ist allen Jugendlichen dringend zu raten, sich an den Uebungen zu beteiligen und für den kommenden Militärdienst 4 19 Es wird neben Crerzier- und Geländeübun im besonderen Bajonettieren und Schießen, wohl auch natenwerfen geübt werden. Ein großer Teil der Jugendkompagnien hat auch während der Ferien nicht gerastet. Prokurist K Wenzel führte sie bei drei Reisemärschen hinaus in die herrliche Um⸗ gebung Gießens. Der erste führte am 8. August über Steinberg, entlang dem Pfalzgraben und über üuggöns und Großen⸗Linden, 1 am 22. August von Lollar über das Heidekönigs„Maistrauch, Totenberg und Treis, der dritte am 12. September über Kinzenbach, Schweden⸗ schanze, Königsstuhl, dicke Eiche, Bubenrod, Dünsberg und Sn Diese Reisemärsche, die für unsere Jugend esonders wertvoll sind, werden auch im Winter fortgesetzt w„
erden.
* Nachmusterung der dauernd Dienstun⸗ brauchbaren. Von dem Gesetz vom 4. September 1915 werden alle Wehrpflichtigen betroffen, die am 8. Septem⸗ ber 1870 und später geboren sind. Es haben sich zu melden: a) beim zuständigen Bezirkskommando, alle ehemaligen Unteroffiziere und schaften des Beurlaub⸗ tenstandes, die als dauernd garnisondienstunfähig aus jedem Militärverhältnis ausgeschieden(au tert) sind, ferner alle e ligen Unteroffiziere und Mannschaften, die nach mindestens einjähriger(Einjährig⸗Freiwillige nach 9 mona⸗ tiger) aktiver Dienstzeit als dauernd ganzinvalide oder als dauernd garnisondienstunfähig entlassen und aus allen Militärverhältnissen ausgeschieden sind die in den Jahren 1914/15 im Kriege d. h. beim Feldheere Beschädigten und als dauernd dienstunbrauchbar Entlassenen, müssen sich zwar melden, bleiben aber von der Nachmusterung vorläufig befreit; b) bei der Ortsbehörde, alle übri⸗ gen als dauernd untauglich befundenen Wehrpflichtigen, einschließlich der beim Kriegsersatzgeschäft ausgemusterten Landsturmpflichtigen. Befreit sind die Wehrpflichtigen, die das militärpflichtige Alter noch nicht erreicht haben, d. h, die im Jahre 1 und später geboren sind.
Bestandsmeldung von Militärtuchen. Eine neue Bekann g ordnet eine Bestandserhebung von Militär⸗ und Marinetuchen in Friedensfarben an. Es sind danach alle mit Beginn des 15. September 1915 vorhandenen Vorräte von Mili⸗ tär- und Maxinetuchen derienigen Arten und Farben, die vor Ausbruch des Krieges für Uniformstücke von Offizieren und Mann⸗ schaften des chen Heeres und der deutschen Marine Ver⸗ wendung fanden(„bunte Militärtuche“) bis zum 25. Sep⸗ tember 1915 unter Benutzung besonderer Meldescheine an das Webstoffmeldeamt der P Königlich Preußischen Kriegsministeriums, Berlin SW. 48, Verlängerte He⸗ demannstraße 11, zu melden. Die Meldescheine sind bei den amtlichen Vertretungen des Handels(Handelskammern usw.) erhält⸗ lich. Ven jedem ichtigen ist ein Muster jeder Warengattung an das Webstoffmeldeamt einzusenden. Die Meldepflichtigen haben
„sofern ihr Vorrat mindestens 100 Meter beträgt, ein Lager⸗
über 55 Bestände 15 führen. Von dieser Bekanntmachung werden nicht betroffen: die grauen, seldgrauen und graugrünen * für die es bei
den bisherigen Anordnungen verbleibt. Bekanntmachung ent so insbesondere über diejeni
noch eine Reihe Ernzelvorschriften,
Waren und Mengen, die von der
Meldepflicht ausgenommen sind, sowie über die Meldescheine und das Lagerbuch. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in der beutigen Nummer unseres Blattes enthalten.
*Die Wochenmärkte beginnen vom 15. Septem⸗ ber 1915 ab um 8 Uhr.
** Die Auszahlung der Reichs⸗ und Kreis⸗ unterstützung für die Zeit vom 16. bis Ende September 1915 an die Familien der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: An diejenigen, deren Namen beginnen mit A—K Donnerstag, den 16. September, L—3 Freitag, den 17. September. Die Aus⸗ zahlung findet im Stadthaus, Zimmer Nr. 16, von 8—1 Uhr vor⸗ mittags statt. 0
* Bergturnen auf dem Schiffenberg. In unserm Bericht über das Gauturnen des Gaues Hessen der Deutschen Turnerschaft, der in der Nr. 209 unseres Blattes erschien, konnten die Namen der Preisträger nicht mit⸗ geteilt werden, da die Listen noch nicht abgeschlossen waren Im Nachstehenden sind nunmehr die Namen der besten Turner aus jeder Teilnehmergruppe aufgeführt:
Aktive Turner: Otto Textor, Marburg T.⸗V., 86 Punk⸗ te; Hans Thöt, Gießen M.⸗T.B., 78½; Karl Bücking, Alsfeld, 68; Otto Kröck,[heim, 66; Heinrich Schneider, Cölbe, 65; Konrad Mätschke, stadt, 61; Willi Schmidt, Heuchelheim, Rudolf Peter, Marburg TV., 58; Paul Güngerich, Gießen M.⸗T.⸗ V., 57½ be en Grüningen Gut Heil 57; Martin Paetzer,
Gießen M.⸗„ 56. OSberstufe Zöglinge: Ludw. Langsdorf, Bad⸗Nauheim, 86 Punkte; Hugo Pauli, Rar burg, T.⸗G., 84½; Karl Platz, Obermörlen, 81¼; Konrad Bohl, Kirchhain, 80½; Friedr. Mühl⸗ haus, Marburg T.⸗B., 79½; Heinr. Nau, Kirchhain, 78¼; Ludw. Volk, Großen⸗ Linden, Karl Id, Gießen M.-TV, 7615; Otto Köhler, Gießen, M.⸗T.⸗V., Wilh. Michel, Gießen MTV., 75%; Wilh. Walter, Daubrin Len, Wilh. Schneider, Biedenkopf, 112 51 ae en 74½; Heinr. Peter, Marburg T.⸗V., Schmidt, ar, 74. Unterstufe Zöglinge: Julius Güngerich, Gießen M.⸗ T. V., Wilh. Lins 5 berg T.⸗V., 86 Punkte; Friedr. Schnantz, Be„V., 84; Walter Robert, Grünberg, 5 Grüningen, Karl Sell, Wehrda, 83: Kark Paul. Wölfersheim, 81½ Gust Muth, Bad⸗Nauheim, Karl Balser, Gießen M.⸗T.⸗B., 81; Heinrich Engelhard, Marburg T.⸗V., Kark Bernhard, Niederwöllstadt, 79½; Karl Steinbach, Wetzlar⸗Nieder⸗ 3 155 e 19 0 Wg. e 4 5 Otto „ 1. V., 77. Nern, utz„Heinr. Schmidt, Grünberg, 77½.
Von Gießener Turnern erhielten noch Preise: Aktive Turner: Karl Erb, TV. 491% Punkte; Georg Dreher, M.⸗T.⸗V., Karl Gerhard, M.⸗T⸗V. 49. 0 Oberstusfe Zöglinge: Ernst Sommerkorn, TV. 73; L Strack, T.., 71½;; Wilh. Plank, T⸗V. 69; Karl Blick, M. TV., 68: Aug. Wallenfels, T.⸗V, 67, Georg Amend, 7 58 ½ 3 Rob. Schwab, M.⸗T.⸗V., 52½; G. Hofmann, M. 48; Ludw. Thöt, M. ⸗T. V., 47; Heinr. Wagner, M.⸗T Unterstufe Zöglinge: Heinr. Weber, M.
Schüler⸗Abteilung: Ludw. Arnold, T. V., 64 Punkte; Wilh. Pb, T.⸗V., 63; Karl Keiner, T.⸗V., 617½; Wilh. Thomas, T. V., 59: Ludwig Ockel. T⸗V., 56; Rudolf Fischer, TV., 55; Karl Becker, T.⸗V., 52; Hans Stecker, T.⸗V., 49; Wilh. Arnold, T.⸗V., 45.
Schüler⸗Abteilung: Walter Bing, Treis a. L. T. V., 85d Punkte: Franz Winkler, Gießen T. V., 831: Heinrich Hölscher, Gießen TV. 77, Wilh Fischer, Friedberg, 76½; Hans Müller, Marburg T.⸗G., 75%; Wilh. Wagner, Langgöns, 7517; Albert Wiegand, 1 75, Fritz Schmidt, Hirzenhain, 73¼; 2 2 7e Gießen Te„73, Wilh. Schweinsberger, Kirch- sarn, 52.
Angetreten waren von aktiven Turnern 69, davon er⸗ rangen 45 Preise, Zöglingen Oberstufe 189, davon errangen 135 Preise, Unterstufe 196, davon errangen 151 Preise, Schülern 67, davon errangen 41 Preise.
** Der Sonntagsverkehr zur Edertal⸗ sperre. Ausflüge nach der Edertalsperre von Gießen aus sind bekanntlich wegen der unzulänglichen Zugverbindungen und namentlich wegen des Umstandes, daß es keine direkten Sonntagskarten Gießen—Herzhausen gibt, mit Schwierig- keiten verbunden. An dieser Stelle waren die Mißstände kürzlich von einem Wanderfreund eingehend erörtert. Reichstagsabg. Dr. Werner hat snzwischen an den Minister der öffentlichen Arbeiten in Berlin einen Antrag auf Ab⸗ stellung dieser Mängel gerichtet, der vom Ministe rium der Frankfurter Eisenbahndirektion zur geschäftsord⸗ nungsmäßigen Behandlung überwiesen worden ist. Die Di⸗ rektion würde mit einer entgegenkommenden Regelung der Angelegenheit einen Wunsch weiter Kreise erfüllen.
*Der gestrige Metallablieferungstag zeigte, wie schon seine Vorgänger, deutlich, daß die örtliche Organisation einer gründlichen Aenderung bedürftig ist. Der Andrang zu dem viel zu kleinen Keller war wieder so stark, daß die Ablieferer stun denlang warten mußten, ehe sie abgefertigt wurden und teilweise, durch das lange Stehen ärgerlich geworden, mit den Metallschätzen wieder heimwärts zogen. Eine Dame erklärte unserem Gewährs⸗ mann, daß sie ihre Kessel, die sie geschenkweise überlassen wollte, nicht loswerden konnte, obgleich sie von 1112 Uhr den Kampf aufgenommen hat, um in den Keller der Alice⸗ schule hinunterzukommen. So ist es, wie wir von verschie— denen anderen Seiten hören, vielen ergangen. Für die noch angesetzten Ablieferungstage müßte Wandel geschaffen werden. g
* Papier, Früchte, Obstreste und sonstige Abfälle sollte man nicht auf Bürgersteige und Straßen werfen. Hierdurch werden die Straßen verunreinigt und Gefahren für die Passanten hervorgerufen, die durch Ausgleiten auf Obstresten und dergleichen zu Falle kommen und sich erheblich verletzen können.(Siehe amt⸗ liche Bekanntmachung.)
* Pferdeversteigerung. Samstag, den 18. Sep⸗ tember, vormittags 10 Uhr, kommen auf dem Pferdemarktplatz in Darmstadt 24 ausrangierte Militärpferde zur Ver⸗
steigerung. An der Versteigerung können sich nur hessische Landwirte, sowie solche Personen, denen die Zulassung durch be⸗ sondere Zuschrift gegeben wurde, beteiligen. Die Steigerer müssen sich verpflichten, die Pferde nur in ihrem Betriebe zu verwen⸗ den und sie während des Krieges nicht zu verkaufen. Die Ver⸗ steigerung erfolgt nur gegen Barzahlung.
Landkreis Gießen.
fl. Steinheim, 12. Sept. Heute fand im Gasthaus des Kameraden Hofmann die zweite Tagung des Hassiabezirks Hungen stlatt. Der Vorsitzende, Kourad Meß, zeichnete in seinen Begrüßungs- und Einleitungsworten ein Bild unserer letzten Erfolge auf allen Kriegsschauplätzen, deutete auch auf die Pflicht der zurückgebliebenen Kameraden bezüglich der neuen Anleihe hin und schloß mit einem Hoch auf Kaiser, Heer und Großherzog. Nachdem Kamerad Hofmann die vollzählig Erschienenen, der Nene entsprechend meist alte Herren, im Namen des Steinheimer Vereins begrüßt hatte, trat man in die Tagesordnung ein, die rasch und glatt er— ledigt wurde. Beim fünften und letzten Punkt: Neuwahl des Vor- standes, wurde unter heiteren Zurufen der bisherige Vorstand bewogen, weiter das Amt zu führen. Man trennte sich dann mit dem Wunsche, daß es möglich sein möge, die nächste Zusammen- kunst als Friedenstagung abzuhalten.
O Grünberg, 13. Sept. Der Leiter unserer hiesigen Gendarmeriestation, Wachtmeister Jahres, tritt nach 11jähriger Wirksamkeit am hiesigen Orte am 1. Oktober d. Is. in den Ruhestand. Zu seinem Nachfolger wurde Wachtmeister Lang in Angenrod ernannt.— In Frankreich erlitt den Tod fürs Vater⸗ land infolge schwerer Verwundung am Kopfe Ersatzreservist Christian
Pracht. 1 43 Kreis Büdingen.
Borsdorf, 13. Sept. Als zweiter in unserer Gemeinde erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille der Wehrmann Otto Kirchner. Der Reservist Otto Döll erhielt bereits im vorigen Jahre die gleiche Auszeichnung und der Musketier Willi Schmidt wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Die Landwehrleute Martin Döll und Otto Klaus sind seit Septem- ber vorigen Jahres vermißt; da bis heute noch keine Nachricht von den Betreffenden eingetroffen ist, weiß man nichts über ihr Schictsal.
' Unter-Widdersheim, 13. Sept. Der Ersatzreservist Karl Scherer starb in Rußland den Heldentod am 16. Aug. l. Is. Kreis Alsfeld.
— Alsfeld, 13. September. Die Versorgung der minder⸗ bemittelten Kreiseingesessenen mit billigen Kartoffeln be⸗ handelt ein eindringlicher Appell des Kreisrats Dr. Heinrichs
½, infolge Kartoffelschwund und Verderben mit einem Ausfall ge⸗ rechnet werden muß, darf kein Grund sein, das Nätige nicht zu tun... Die Bürgermeister haben bis zum 22. September Bericht
an samtliche Bürgermeisteretren. Es heißt da u. a.: Da die Kar⸗ toffelernte reichlich ausfällt, braucht mit einem Mangel an Kar⸗ toffeln nicht gerechnet werden. Infolgedessen muß der Bedarx für die minderbemittelten Kreise auf ein Jahr sicher gestellt werden. Den Gemeinden ist deshalb zu empfehlen, beizeiten entsprechende Vorräte für genannten Zweck zu beschaffen, um sie im Laufe des Jahres billig abgeben zu können. Daß daber
zu erstatten, welche Maßregeln sie zur Beschaffung billiger Kar⸗ toffeln ergriffen haben. Kreis Schotten.
Aus dem oberen Vogelsberg, 13. Sept. Schönster Sonnenschein ist nun dem bisher ungünstigen Wetter gefolgt. Die noch in großen Mengen lagernde Sommersrucht konnte daher schnell eingefahren werden. Es ist nun dieser Arbeit eine neue gefolgt— die Grummeternte. Diese Ernte macht dem Land⸗ mann in diesem Jahre ganz besondere Freude, da sie an Qualität und Quantität sich zu überbieten sucht. Die„Grasmahden“ legen sich sast gerade so dicht hinter die Sense wie in der Heuernte. Es bleibt dem Landwirt daher manche Sorge erspart. und manches Stück Vieh kann nun mehr erhalten bleiben, das sonst sicher dem Messer verfallen wäre.
Kreis Friedberg.
SFriedberg, 14. Sept. Eine sehr zeitgemäße Ein⸗ richtung, die zunächst im Interesse unserer in validen Offi⸗ ziere und sodann aust weiterer Kreise unseres Volkes liegt, ist jetzt an der Städtischen Polytechnischen Lehranstalt Friedberg getroffen worden. Um diesen dienstunfähig gewordenen Kriegs⸗ teilnehmern dia baldige, nutzbringende Aufnahme einer ange⸗ messenen neuen Berufstätigkeit zu ermöglichen, die auch den gesellschaftlichen Fähigkeiten und. Ansprüchen der Offiziere gerecht wird, sind dortselbst besondere Ausbildungskurse für Offiziere geschaffen worden, die ihnen die für eine erfolg⸗ versprechende technisch-⸗kaufmännische Betätigung notwendigen Kenntnisse in zweckmäßiger und schnellster Weise vermitteln sollen. Nähere Auskünfte darüber erteilt das Großherzogliche Bürger⸗ meisteramt Friedberg(Hessen)..
O Gambach, 14. Sept. Der Mühlenbauer Heinr. Rausch aus Gambach, welcher seit Kriegsausbruch im badischen Res.“ Fuß⸗Art.⸗Regt. 14, 8. Batterie mitkämpft, ist mit der Hess. Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet worden. 8
Starkenburg und Rheinhessen.
Hochheim a. M., 13. Sept. Eine merkwürdige Art des Selbstmordes wählte der Privatmann Jesele. Er kletterte au 15 einen Leitungsmast der elektrischen Ueberlandzentrale und 1 ließ sich vom Starkstrom töten. Die völlig verkohlte Leiche 5 wurde später aufgefunden. g N
Hessen-Nassau. f
u. Limburg, 13. Sept. Heute mittag ist von Land⸗ sturmleuten auf dem Schafsberg ein Liebes paar tot aufgefunden worden. Es handelt sich um den etwo 40 Jahre alten Ludwig Höhneisen aus Köln und die 25 bis 28jährige Maria Nied aus Nomborn. Beide hatten Schüsse in der linken Schläfe. Man fand bei den Leichen einen Zettel mit der Aufschrift:„Richtet nicht zu hart.“ Der Grund der Tat ist nicht bekannt. 4
5 Tcirche und Schule.
Kriegstagung des Hessischen Hauptvereins der Gustav-Adolf⸗Stiftung. Darmstadt, 11. Sept. 5
Im Landessynodalgebäude trat in voriger Woche der Ver⸗ waltungsrat des Hessischen Hauptvereins der Gustav⸗Adolf⸗Stif⸗ tung zu seiner diesjährigen Sitzung zusammen. Der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Pfarrer Dingeldey⸗Darmstadt, eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache über Philipper K. 4 V. 11 ff und Gebet. Dem Rechner, Herrn Regierungsrat Fuchs⸗Darm⸗ stadt wurde Entlastung erteilt. Generalsuperintendent D. Schöttler- Königsberg berichtete von den ungeheuren Schäden, die die evangelischen Gemeinden von Ostpreußen durch die Ver⸗ wüstungen des Krieges erlitten haben. Er schätzte die Kösten für die Wiederherstellung der kirchlichen Gebäude auf das 2½ fache des von der Brandkasse auf 4½ Millionen taxierten Schadens. 26 Kirchen und 26 Pfarrhäuser sind vollständig zerstört, 171 Kirchen« gemeinden haben Schäden von 4000—400 000 Mark. Zu dem Jahresbericht des Schriftführers brachten Vorträge der Herren 5 Pfarrer Becker⸗Fürth und Werner⸗ Mühlheim über die Dia⸗ spora⸗Arbeit in ländlichem bezw. industriellem Gebiet wesentliche Ergänzungen. Eine rege Aussprache schloß sich dem an.
Bei den vorgenommenen Wahlen zum Vorstand wurde Herr Landgerichtspräsident Theobald ⸗Darmstadt neu, die satzungs. gemäß ausscheidenden Mitglieder wiedergewählt. Der Unter⸗ stützungsplan des Vorstandes fand einstimmige Annahme, danach 1 erhält der Zentralvorstand in Leipzig 6000 Mark, die hessische Diaspora 20600 Mark, die nicht hessische 6400 Mark. Abends um 8¼ Uhr hatte sich in der Turnhalle zu Darmstadt eine außer⸗ ordentlich starke Versammlung eingefunden, um die erschütternden Bilder, die Herr Generalsuperintendent D. Schöttler⸗Königs⸗ berg aus eigner Anschauung zeichnete, an sich vorüberziehen zu lassen. Hoffentlich darf der Verein seine nächstjährige Tagung wieder im Zeichen des Friedens feiern. 2
Wetteraussichten in Hessen am Mittwoch, den 15. Sept. 1915: Wechselnd bewölkt, meist trocken, Temperatur wenig geändert.
Die Mode und der Weltkrieg. Der Weltkrieg hat au Mode mit den zahlreichen Auswüchsen, die vom Ausland bei uns Eingang fanden, aufgeräumt. Gute deutsche Moden in einfacher und eleganterer Ausführung zeigt die seit vielen Jahren praktisch bewährte„Moden⸗Zeitung fürs 2 19 Haus“, die aber in ihrem reichhaltigen Programm weit über den Rahmen einer Modenzeitung hinausgeht und ein praktisches Familien- und Frauenblatt ist. Be! aller Reichbaltigkeit kostet die„Moden Zeitung fürs Deutsche Haus nur 15 Pfg. wöchentlich. Damen, die aber nur Moden wünschen, können den Modenteil auch apart abonnieren unter dem Titel„Die Hausschneidexei“, die pierzehntäglich zum Preise von nur 15 Pfg. für das Heft erscheint. Alles Nähere wollen Sie aus dem der heutigen Nummer beiliegenden Prospekt ersehen. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und Postanstalten entgegen. 7319
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