9
nr. 216
gestern über 3300 6
Der Sießener A erscheint täglich,—— Sonntags.— Beilagen: viermal wöchentlich Sießener Familfenblätter; F wöchentl. Kreis⸗ latt für den Urels Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche eitfre Fernsprech-Anschlüsse: N für die Schristleitung 112 Verlag, Geschäftsstelled z Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.
Amtlich.
die Bahnlinie Wilna. d
5 Croßes Hauptquartier, 13. Sept.
Westlicher Kriegsschauplat.
Die Lage ist un ver zeug wurde bei Courtrai, Montfaucon
fassen des ersten sind
In letzter Nacht wurde ein
ändert. Ein feindliches Flug⸗ ein zweites über dem Walde von (nordwestlich Verdun) abgeschossen. Die In⸗ gefangen, die des andern tot.
Luftangriff auf die Be⸗
festigungen von Southend durchgeführt.
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls
von 9
Auf dem linken Ufer der und Jakobstadt ist der Feind worfen. Weiter südlich wich 1 n erreichten die Straße Ecken ich Jakobstadt)⸗Rakischki; auch
vischki— Dünaburg und die Vorbewegung in flotte
reren Stellen erreicht.
Im Niemenbogen östlich von Grodno blieb die im Fluß. An der unteren
Verfolgung rere starke Gegenstöße des
efan
indenburg.
er aus.
der Wi
Zelwiank Feindes abgeschlagen. gene, ein Geschü
Maschinengewehre eingebracht.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Der Feind ist im Rückzu Ueber 1000 Russen wurden zu G
Düna zwischen Friedrichstadt aus mehreren Stellungen ge— Die folgenden deutschen grafen(30 km südwest⸗ zwischen der Straße Ku- lia unterhalb Wilna ist m Gange. Die Bahnlinie Wil- na— Dünaburg— St. Petersburg wurde an meh⸗
a sind meh⸗ Es wurden z und zwei
g. Es wird dichtauf gefolgt. efangenen gemacht.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls N von Mackensen.
Der Widerstand des Gegners ist auf der ganzen gebrochen. Die Verfolgung in Rich
ist im Gange.
N 2 51 l
östliche!
riegsschaun
Front
tung auf Pinsk
122
Truppen haben gestern westlich
N Die deu 17 und südwestlich von Tarnopol mehrere starke feindliche Angriffe blutig abgewiesen und dabei einige Hundert
Gefangene gemacht.
des
der en allgemeinen Pressejagdver 3 3.— Rev 85
aus
In d Stellung, einige Kilometer unbehindert vom Gegner ein
genommen.
er Nacht wurde eine günstige westlich der bisherigen gelegen,
Oberste Heeresleitung.
er mit Randglossen einige Absätze wörtl In der Tat riecht man ja di
einer dünnen Brühe von Sarkasmus an und reicht sie seinen
weiß,
nisse entwerfen zu können, täuscht sich selbst gewaltig. nicht mit Kenntni
darum soll man sich sich nicht in einem große Wissenschaftlichkeit des möglich
beginnt mit dem Satze, Krie 9 Bundesgenossen. Er schränkt diesen Satz aber dern, daß man deshalb nicht
5 5 hrheit 5. 8 wäre kindisch.
mi Trugbild der
keit eingesteht, in dem un
en:„Da habt ihrs; haltet hoch, es muß eine Abwe
chselung
rot. Wir aber wollen die Nutz⸗
d a
Augenb
gelehrten
m be⸗
anislaus v. Dunin⸗Bor⸗ und Wahrheit seien
Geheimnisse 1
üge abtreten, denn diese
hr Schaden
1. 2 N.
s Krieges. Die
angerichtet
—
[der Lehr
Lehre von der beschränkten
ür Oberhessen
niv. Buch- und Steindruckerei n. Lange. Schriftleitung, Geschäftsstelle u. druckerei: Schulstr. 7.
Bezugspreis: monatl. 75 Pf., vie tel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Bost Mk. 2.— viertel ⸗ jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf.— Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und Land, Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.
„In unbewußten Unwahrheiten schwelgt die Kriegsphantasie eradezu. Die ungeheure Aufregung eröffnet vor Augen un Ohren Gestalten und Töne, die mit verblüffendem Wirklichkeit in die unsicher gewordenen Sinne umgaukeln. Das Gedächt⸗ nis kettet Ereignisse, die in Raum und Zeit weit auseinander⸗ klaffen, zu einem einheitlichen Bund zusammen. Man erzählt zuversichtlich ganze Reihen von Tatsachen, für die man sich ver⸗ bürgt, weil man eine solche Gewalt der Sinnestäuschungen nie erlebt hat, gar nicht für möglich hält, weil das scharf umrissene⸗ Scheinbild Phantasie und Gedächtnis unwiderstehlich bezwingt. Zu verwundern ist das nicht. Sonderbar ist nur, daß nicht bloß der unkritische kleine Mann, sondern auch gelehrtes Volk und geachtete Zeitungen mit allem Ernst diese Nerpenoffenbarungen mit Tatsachen verwechseln und verbreiten. In unserer hochkritischen Zeit hat da die Kritik vollkommen versagt.“ Bis dahin kann man den Ausführungen allgemein zu⸗ stimmen, und wir haben Leichtgläubige in der Heimat genug, die jedem törichten, aus unbekannter Quelle triefenden Ge⸗ rücht Glauben schenken. Wenn es heißt:„Niemals darf die Wahrheit ihr Regiment an die Lüge abtreten“, so dürfen wir einschalten, daß dies in Rußland von amtlicher Seite in den letzten Tagen geschehen ist, so stark sogar, daß die Petersburger Herren sich achselzuckend reinzuwaschen suchen „Irrtümer sind immer möglich“. Und heute gerade er⸗ fahren wir wieder aus Frankreich etwas ganz Unerhörtes über die Vergiftung der öffentlichen Meinung. Der„Ma⸗ tin“ hatte unter der Spitzmarke„Buben“ erzählt, ein deut⸗ scher Offizier habe im Kloster von Sainte⸗Chrétienne in Chimay der Oberin, die Brot für Verwundete erbat, in die ausgestreckte Hand gespuckt! In einer Erklärung an die deutsche Verwaltung versichert diese Oberin aber„freimü⸗ tig aus Ehrfurcht vor der Wahrheit, daß dieser angebliche Gang und das vermeintliche Gespräch auf der Komman⸗ dantur reine Erfindungen sind. Sie fügt hinzu, daß während der zehn Monate, in denen das Lazarett besteht, die Beziehungen zu den Verwundeten und den Offizieren der Kommandantur immer die denkbar besten gewesen sind“. Solche geradezu infamen Berleumdungen sind bekannt⸗
lich im Nachbarlande hochgelobter Kultur nicht verein⸗ zelt gewesen. Man kann da auf das verworfene System
25 9 verbündet haben.*
Nach der Wiedergabe des„Vorwärts“ hat der Ver⸗ sasser in„Stimmen der Zeit“ gerechten und ungerechten Krieges gesprochen, wogegen wir einwenden müssen, daß es in diesem Kriege objektiv längst klar geworden ist, wo die schuldbeladenen Urheber sitzen. Der„Vorwärts“ gibt, wobei er ein spöttisches Schmunzeln nicht unterdrückt, aus dem genannten Aufsatz noch folgendes wieder. Der sachliche Unterschied zwischen einem gerechten und einem ungerechten Kriege besteht nach des Verfassers Ansicht un⸗ zweifelhaft zu Recht. Da aber der Untertan„heute fast nie⸗ mals die Frage der Gerechtigkeit beantworten“ könne, weil die Verhältnisse zu verwickelt seien, habe an erster Stelle die Regierung zu entscheiden, ob die Sache des kämpfenden Landes schwarz oder weiß sei, für den„Untertan“ bleibe nur „die sittliche Pflicht, zu kämpfen und zu sterben“. Neben e vom beschränkten Untertanenverstande verkündet so schreibt der„Vorwärts“ weiter, der Jesuit auch noch die Vertragspflicht, die er geboten hält, wenn die„heilige Pflicht der Selbsterhaltung“ in Frage komme. Und zum Schluß legt er noch einmal zusammen⸗ fassend dar, daß die Umstände auch die Vorenthaltung der Wahrheit zur Pflicht machen können: 0
„Es gibt höhere Güter als die unbegrenzte Erkenntnis der Wahrheit, und dann kann es nicht bloß edel, sondern auch richtig und pflichtmäßig sein. diesen Gütern den Vorrang zu lassen. Wie das Staatswohl, so kann auch das persönliche geistige Wohl gebieterisch fordern, daß auch dem reifen Manne bei bestimmten Anlässen Grenzen des Wissens und der Wahrheits⸗ erkenntnis gesteckt werden... An sich ist die Wahr⸗ heit immer schön und gut. Aber nur für Gott ist sie nie zu stark. An sich braucht auch die Kirche die Wahrheit nie zu scheuen, aber oft sind die Menschen so schwach, daß ihnen die übereilte Kenntnis der Wahrheit das seelische Gleichgewicht rauben würde. Wie der Staatsbürger, so muß deshalb auch der Bürger des Reiches Christi fragen, ob die gepanzerte Faust der Wahrheit
icht einmal auch Tore vorzeitig zertrümmert, hinter denen Geister hausen, die, einmal losgelassen, nicht mehr zu bannen sind.“
Wir brauchen nicht erst zu betonen, daß die letzten Aus⸗ lassungen des Jesuiten sehr anfechtbar und durchaus nicht maßgebend sind. Wir möchten der Wahrheit einen höheren und vornehmeren Platz im sittlichen Leben einräumen. Darum ist es auch nicht nur Aufgabe der Regierung, zu dekretieren, wann und ob ein Krieg gerecht oder ungerecht ist, sondern das Volk darf und muß sich seine eigene Mei⸗ nung darüber bilden. Der„Vorwärts“ schließt dagegen mit dem ironischen Satz:„Man kann sicher sein, daß die hier geoffenbarten Anschauungen die Zustimmung vieler, wenn nicht aller Staatsmänner und Heerführer finden.“ Uns dünkt, die deutsche Regierung hat es durch ihre zahlreichen Dokumente und Veröffentlichungen an Beweisen des Gegen⸗ teils nicht fehlen lassen.
** 1
* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht. Wien, 13. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 13. September 1915. Russischer Kriegsschauplatz. 5 Die russischen Angriffe gegen unsere ostgalizische
rfe[ Front dauern an. An der Serethmündung wurden starke
feindliche Kräfte zurückgeworfen. Der Kampf führte an zahl⸗
reichen Stellen zu einem Handgemenge in den Schützengrä⸗ d
ben. Nordwestlich von Strusom brachen mehrere russische Vorstöße unter dem Kreuzfeuer unserer Batterien zusammen,
ünaburg-petersburg erreicht!
indere wurden mit dem Bajonett abgewiesen. In der Nacht dezogen die bei Tarnopol kämpfenden verbündeten Trup⸗ nen eine auf den Höhen östlich von Koz low und ezier⸗
ma eingerichtete eee unsere auf dem Ostufer der 1
mittleren Strypa befindliche Front umschließt. Die Bewe⸗ zung wurde von dem Gegner nicht gestört. Bei No wo Aleksiniec sind heftige Kämpfe im Gange. Oeftlich von Dub no sind unsere Truppen an die Eisenbahn vorgedrun⸗ gen. In der Gegend von Derazno warfen wir den Feind au mehreren Punkten, wobei sich das Wiener Landwehr⸗In⸗ janterie⸗Regiment Nr. 24 besonders hervortat. Die k. und k. Streitkräfte in Litauen nahmen bei ihrem vorgestrigen Sturme auf das Dorf Szuraty neun Offiziere und 1000 Mann gefangen und erbeuteten fünf Maschinengewehre.
Italienischer Kriegsschauplatz.
. An der küstenländischen Front nahmen gestern die Kämpfe in den Räumen von Flitsch und Tolmein mit un verminderter Heftigkeit ihren Fortgang. Wieder wurden alle Angriffe unter schweren Verlusten der Italiener zurück⸗ geschlagen; wieder behaupteten unsere Truppen ausnahms⸗ los alle Stellungen. Im Raume von Flitsch setzte der Feind. nachdem vormittags ein Angriff auf den Rombon und ein Durchbruchsversuch gegen die Hänge dieses Berges geschei⸗ tert war, nachmittags Kräfte von Südwesten her gegen den Jaworok und die Golobar⸗Planina an. Gegen Abend war auch dieser Vorstoß Artillerie beschoß hier die Ansammlungsmulden der eigenen Infanterie mit sichtlicher wo der Gegner schon im vorgestrigen Kampfe über 500 Mann
verloren hatte brach gestern nachmittag wieder ein Angriff
zusammen. Den Dolmeiner Brückenkopf griffen die Italiener viermal vergeblich an. Weiter südwürts herrschte verhältnis⸗ mäßig Ruhe. An der Tiroler Annäherungsversuche des Feindes gegen unsere Popena⸗ Stellung ebenfalls fruchtlos wie alle früheren. Vor der Grenzbrürke liegen weit über 100 tote Italiener.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs 1 v. Höfer, Feldmarschalleutnant.
N. 8 t nördlich des Njemen. Berlin, 14. Sept. In einem f. Lokalanzeigers“ zu den Kämpfen nördlich des Nieme
heißt es: Die große Schlacht, die anscheinend in ganz selb⸗ 9
ständige Kämpfe aufgelöst, von nördlich Wilna bis zur Pol⸗ jeßje im Gange ist, gestaltet
Die voraussichtlich
Dienstag, 14. September 1015
abgewiesen. Italienische Wirkung. Im Vrsic⸗Gebiete,
Front waren neuerliche
Bericht des„Berliner
sich sowohl in ihren strategischen wie auch taktischen Einzelheiten für uns auf das günstigste. baldige Entscheidung verspricht einen 1
5
f
neuerlichen großen Erfolg für unsere Waffen. Die skytische
Kriegführung, die die 1 auf Befehl des Zaren aufgegeben hatten, i geführt zu werden, denn in den letzten Kämpfen wurden alle
an den Rückzugsstraßen gelegenen Ortschaften in Brand ge⸗ 11
steckt, die Einwohner weggetrieben. Die Zahl der Gefangenen wird von Tag zu Tag eine größere. Die Aus rn stung der Russen ganz besonders das Schuhzeug, ist in der letzten Zeit merklich schlechter geworden. T Feind im allgemeinen gut, besonders in der letzten Zeit, wo seine Artillerie anscheinend genügend Munition erhalten hat.
Von der Sereth⸗Front. Berlin, 14. Sept. Die dem„Berliner Tageblatt“ berichtet auf die ganze Serethfront ausgedehnt. 2 Ser brachen sie nördlich Zaleszezyki mit starken Kräften gegen die mitt, lere Dupa vor, wurden aber unter ungewöhnlich schweren Verlusten zurückgeschlagen. Auch im 5—Strusow- lince versuchte der Gegner einen neuen Vorstoß in die Pan⸗ talichasteppe. Dabei gerieten die Angreiser das 5 Feuer deutscher und österreichisch⸗ungarischer Artillerie, die furcht⸗ bare Verheerungen unter ihnen anrichtete und gingen in Auflösung hinter den Brückenkopf zurück.
In den Gegenden von Riga und Friedrichstadt Ar⸗ tilleriefeuer und Zusammenstöße kleiner Abteilungen. Bei Ja⸗ September die
Offensive. Am Piksternflusse sind hartnäckige Kämpfe im 1
schen der Swenta und der W falls längs des rechten Wiliaufers sive über, wobei er im allgemeinen hof Padbrodze einhielt Unsere Truppen hielten die Deutschen,
angriffe zurück. An der Fr Kämpfe in der Gegend kungen eintrafen. Wir Soldaten gefangen und erbeuteten Im Norden 0 0 griffe statt, die wir leicht ade er, Ae erde eien der ee
8
1 Indlich davon ber beschlossen, ste et was zurück z hmen i einen feindlichen Vorsto daselbst auch weiter aufhielten. Wir waren gezwungen, am 11.— tember sehr starke Angriffe an der unteren Jelwianka, ar 5 e— N führenden Straße, in
elwa—Ruzani, sowie südöstlich von Kowno aus- zuhalten. An der unteren Zelmanka bet
Russen in den letzten Tagen angeblich scheint wieder fort-
rotzdem hält sich der 9
Russen haben mmmehr, wie wird, die Gegenoffensive Vom oberen Seret!
Abschnitt Trembowla— Strusow—Miku⸗ in das konzentrische
wiesen lar bartuädige An-


