Ausgabe 
(8.9.1915) 211. Erstes Blatt
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2 9 ä 8 N r 0 9 N 8 Die Musterung derdauernd Untaug⸗

lichen Durch einen vom Reichstag bereits angenommenen Gesetzentwurf wird bekanntlich eine nochmalige Muste⸗ rung der früher dauernd untauglich befundenen Wehrpflichtigen im Kriege möglich. Dies entspricht in erster Linie dem allgemeinen Rechtsempfinden des Volkes. Zahl⸗ lose Eingaben forderten die Einbringung eines solchen Ge⸗ setzes aus Gerechtigkeitsgründen. Durch den freiwilligen Eintritt einer großen Anzahl früher als dauernd unbrauch⸗ bar bezeichneter Wehrpflichtiger ist erwiesen, daß sich eine Menge jetzt Tauglicher unter diesen befinden. Zeit und Arzt beseitigten häufig Mängel, die die frühere Entscheidung begründeten. Es wäre ebenso unbillig wie ungerecht und entspräche nicht dem Grundgedanken der allgemeinen Wehr- pflicht, ältere Leute ins Feld zu schicken, so lange noch taugliche abkömmliche jüngere Leute vorhanden sind.

** Keine Verlängerung der Wehrpflicht. Von einer Verlängerung der Wehrpflicht über das vollendete 45. Lebensjahr hinaus, wie oft behauptet wurde, ist, wie amtlich festgestellt wird, keine Rede.

Beförderung. Offiziersaspirant Eichenauer aus

Gießen im Inf.⸗Rgt. 94 wurde zum Leutnant d. Res. befördert. b

** Amtliche Personalnachrichten. Der Groß⸗ ic hat am 18. August ds. Js. dem Bahnwärter in der essisch⸗Preußischen Eisenbahngemeinschaft Simon Klappich zu ein⸗Gerau aus Anlaß seiner am 1. September ds. Is. er⸗

folgten Versetzung in den Ruhestand das Allgemeine Ehren-

3 mit der InschriftFür treue Dienste verliehen. m 6. August ds. Is. wurde der Lademeister in der Hessisch⸗

Preußischen en Johann Weidmann zu nz auf sein Nachsuchen vom 1. September 1915 an in den Ruhestand versetzt. 5

** Stadttheater. Die diesjährige Spielzeit beginnt Freitag, den 15. Oktober; über das Abonnement wird in nächster Zeit näheres bekanntgegeben; es finden wiederum 2 Abonnementsvorstellungen(Dienstag und Freitag) in

r Woche statt. Im übrigen kann heute schon mitgeteilt werden, daß es Direktor Steingoetter trotz der zurzeit bestehenden Schwierigkeiten 2 ist, wiederum ein

utes Personal zusammenzustellen und daß auch Herr teinhofer infolge besonderer Umstände diesen Winter noch unserer Bühne erhalten bleibt. a

* Eine N des Provinzialausschusses der Provinz berhessen findet am Mittwoch, den 15. September 1915, vormittags 9 Uhr, statt. Auf der Tages⸗ ordnung stehn: 1. Klage der Stadt Friedberg gegen Gr. Kreis⸗ amt. wegen Aufhebung eines Ansinnens, die Weiter⸗ zahlung der Vergütung des Installationsmeisters Theodor Schaaf

hrend dessen Kriegsdienstleistung betr. 2. Klage des O. A. V. Friedberg gegen den O. A. V. Ober⸗Rosbach wegen Unterstützung des Taglöhners Eberhard Blecher von Ober⸗Rosbach. 3. Klage des Phil. Steinhäuser zu Friedberg gegen die Stadt Friedberg wegen Rückvergütung von Oktrot. 4. Klage des Ortsarmenverban⸗ des Darmstadt den Landarmenverband Gießen wegen Unterstützung der sarete Reis von Gießen.

* Unsere Kriegsinvaliden als Obstzüch⸗ ter. Man schreibt uns: Unter unseren Kriegsinvaliden gibt es sicherlich viele, die eine natürliche Veranlagung und auch besondere Vorliebe zum Obstbau besitzen. Nun gilt es nach dem Kriege in unserem Vaterlande auch in der Pflege des Obstbaues weiter vorwärts zu kommen, um vom Auslande ümmer unabhängiger zu werden. Für 130 Millionen Mark

wurde 2 1913 an Obst aus dem Auslande eingeführt; eine beträchtliche Menge hiervon können wir fortan selber K An Obstbäumen fehlt es wahrlich nicht; denn illionen tra Bäume sind bei der letzten Auf⸗ nahme 1913 t worden. Es fehlt aber vielfach an 2. der 1 und an einer 7 Verwertung geernteten Obstes auf dem flachen Lande. Ausgebildete

2 K esd 5 a gen Seite stehen.

* Der Süße. Wie der Federweiße in den Wein⸗ eten so ist derSüße eine Spezialität des obstgesegneten n⸗Mainlandes. Wenn auch die Kelterei noch nicht all⸗ gemein im Gange ist, die ungeduldigen Aepfelwein⸗ trinker verlangen trotzdem, sobald die Aepfel sich zu fñärben beginnen, schon den vortrefflich mundenden rotbraunen Saft der gekelterten Aepfel. Ehedem war es allgemein Sitte, die 85 nicht vor dem 1. Oktober zu keltern. Man ließ das

. allen Einwohnern der Gemein⸗ tbaufragen ratend und helfend zur

erst vollständig zur Reife kommen und legte diese von vornherein den Grund für einen guten5 Seit altersher ist das Obst aus dem Vordertaunus

und der Wetterau wegen seiner üglichen Eigenschaften als Kelterobst Der Verkauf des Obstes an die Keltereien der städte vollzog sich früher rasch, ohne 1. os. In langen 8 97 sadenen Wagen schon am rgen in Straßen oder vor den Toren, und e e Trotz der vielfach primitiven

Vorräte verkauft. gen von* und Kelter, die nur von Menschen eee ee gung der ester bereitete sonst Gärtnern, die s kelterten, die größte Sorge. 215 1 waren sie unverwendbar. In die Flüsse durfte man 5 1 5 Da war guter Nat teuer. Vielfach nahmen f rn

als tter mit auf ihre Dörfer. Das 4 auch anders Heute kaufen die Konserven⸗ die Aepfel auf und bereiten daraus Aepfel⸗

5 Landkreis Gießen.

Staufenberg, 7. Sept. Der Landwehrmann Louis Detbel III. und der Dragoner Och. Dietz erwarben sich auf dem wesilichen Kriegsschauplatze das Eiserne Kreuz zweiter Klasse und wurden belde zu Gefreiten befördert. Der Gefreite Wild. Henkelmann im Reserve-Inf.⸗Rgt. Nr. 116 erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille.

Kreis Büdingen. 0 Büdingen, 7. Sept. Das Hessische Sanitäts- verdienstkreuz erhielt der Unteroffizier Christian Janz, die

Hessische Tapferkeitsmedaille der Reservist Knal' im Inf.-Regt. 87.

Ortenberg, 7. Sept. Der unlängst hier gegründete 5

Evang. Frauenverein hat in der Kriegs fürsorge schon eine außerordentliche Tätigkeit entfaltet. In dem sogen. Markthäuschen ist ein großer Feuerherd, den das Hirzenhainer Hüttenwerk kostenlos zur Verfügung gestellt hat, in Gebrauch An zwei tagen sind Frauen und Mädchen mit Ein kochen von üssen, Bereitung von Fruchtsäften u. dgl. fleißig an der Arbeit, und es konnten schon namhafte Sendungen an den Landesverein vom Roten Kreuz in Darmstadt erfolgen. Um⸗ liegende Dörfer haben schon viele Gemüse, die Schule von Boben⸗ hausen, Eckartsborn mehrere Zentner Brombeeren, von denen es in den nahen Wäldern eine reiche Ernte gibt, abgeliefert. . Zwei Söhne unserer Stadt, die Kanoniere Albert Schmidt und Heinrich Hebbel, erhielten die Hessische Tapferkeits⸗

medaille. 8 Kreis Friedberg.

A Aus der Wetterau, 7. Sept. Das unbeständige Wetter hat in einzelnen Gemarkungen die Grummeternte etwas in die Länge gezogen. Die Erträge sind qualitativ sehr zu sriedenstellend, da infolge günstiger Witterung der Kleeansatz der Wiesen sehr gut war. Ohne Unterbrechung wird sich dis Kartoffelernte, die in diesem Jahre etwas früher fällt, an schließen; die Aussichten auf volle Keller sind wohl be rechtigt, ebenso dürste die Einerntung des Obstes eher als sonst

eginnen. Hessen⸗Nassau.

F. C. Kassel, 7. Sept. Der Kriegsausschuß der Landes- versicherungsanstalt Hessen-Nassau, welcher für die erste Kriegsanleihe 10 Millionen und für die zweite Anleihe 5 Millionen gezeichnet hatte, beschloß in seiner letzten Sitzung, sich an der dritten Kriegsanleihe wieder mit 10 Millionen Mark zu beteiligen. 8

u. Limburg, 7. Sept. Heute nachmittag tagte hier im evan⸗ gelischen Gemeindehause die Hauptversammlung des Ver⸗ eins nassauischer Pfarrer. Aus allen Gegenden der Provinz Hessen⸗Nassau waren Vertreter erschienen. Die Verhand lungen standen unter dem Zeichen des Krieges, der an den Pfarrec⸗ stand nicht wrr doppelte Anforderungen stellt, sondern auch aus den nassauischen Pfarrhäusern schon sehr große Opfer gefordert hat. Den Jahresbericht erstattete Dekan Deißmann⸗Cubach, die Kassenverhältnisse schilderte Pfarrer Meyer ⸗Runkel, während Pfarrer D. Schlosser⸗ Wiesbaden über den Stand der nassau⸗ ischen Kirchengeschichtsforschung Bericht ablegte. In den Vorstand wurden wieder⸗ bezw. neugewählt: Dekan Deißmann⸗Cubach, 2 v. Ofen⸗Fleißbach, Pfarrer Weber Sindlingen, Prof.

. Knodt⸗ Herborn, Pfarrer Meyer- Runkel, Dekan Wil⸗

helmi⸗ Diez.

vermischtes.

Berlin, 8. Sept. Aus der Schweiz wird demBerl. Tageblatt über ungewöhnlich ergiebige Schneefälle berichtet. Im Berner Oberland liegt bis 1000 Meter Neuschnee; Rhein und Main führen seit zwei Tagen Hochwasser.

Leipzig, 7. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) In Gegenwart des Königs von Sachsen, der Spitzen der Zivil⸗ und Militärbehörden und zahlreicher geladener Gäste fand die feier⸗ liche Einweihung der mit einem Kostenaufwand von ins⸗ gesamt 1 664000 Mark neuerbauten Kgl. Taubstummen⸗ anstalt statt. Kultusminister Dr. Beck hielt die Weiherede.

Entdeckung von radiumhaltigen Mineral- lagern in Kolorado. Nach einer Meldung derAgence Havas hat der französische Minister des Aeußern eine Note an die Akademie der Wissenschaften gerichtet, in welcher er die Ent- deckung von radiumhaltigen Minerallagern in Kolorado meldet. Das Gramm Radium werde künftig 36 000 Dollars statt 160 000 kosten. Die Lager seien so reich, daß sie eine industrielle Gewinnung des zuvor aus Oesterreich ein⸗ geführten Radiums gestatten.

Märkte. le. Fraukfurt a. M. Viehhofmarktbericht vom 8. Sept. Auftrieb: Rinder 374(Ochsen 7, Bullen 2, Kühe und Järsen 365), Kälber 007, Schafe 125, Schweine 724, Ziegen 4. Marktverlauf: Rinder lebhaft, Kälber und Schase langsam, Schweine ruhig. je. Fraukfurt a. M., 8. Sept. Fruchtmarkt. Man notierte: Weizen 870 Mk., Mais 5860 Mk., Kokoskuchen 6062 Mk., Leinkuchen 6768 Mk., Rapskuchen 50 Mk., Kleie 49 bis 51 Mk. Alles für 100 kg. a se. Frankfurt a. M., 8. Sept. Kartofsfelmarkt. Kartoffeln frei Frankurt 8,008,50 Mk., Alles per 100 xg.

e. Frankfurt a. M., 7. Sept. Auf dem heutigen Heu- und Strohmarkt war nichts angefahren.

Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 6. September 1915.

Schlachtviehpreise Jrankfurt a.

M. Fleischpreise in Gie zen

Ochsen 50 Kg. Schlachtgewicht J Kg. 116120 Pig. 110140 Met. Kälber, Kg. Schlachtgw. 119.143 W.% 100104 Pig. Schweine 170192 P Getreidepreise m Mann he im Brotpreise in Gießen: Weizen 100 Ig. 27.00 Mt. Weißbrot 2 Kg. Pfg.,

Roggen 100 Kg. 23.00 Mk.

Airchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgesellschaft. Gottesdienst. Donnerstag, den 9., u. Freitag, den 10. Septbr. 1915: Neujahrsfest. 1. Tag: Vorabend 6.35 Predigt. Morgens 6.00 Predigt, nachmittags 4.00. 2. Tag: Vorabend 7.35. Morgens 6.00. Samstag, den 11. September 1915: Sabbatfeier. Freitag abend 6.20. Samstag vormittag 8.00. Eides vorbereitung der Rekruten. Predigt. Nachmittags 4.00. Sabbatausgang 7.35. Wochengottesdienst: morgens 5.15, abends 6.00.

Schwarzbrot 2 Kg. 71 Pig.

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 9. Sept. 1015:

Ziemlich heiter, irocken, tagsüber etwas wärmer.

Letzte Nachrichten.

Eine nordische Friedenskonferenz.

Kopenhagen, 8. Sept. In den gestrigen Verhandlungen eines nordischen Friedenskongresses, der sich an die interparlamentarische Konferenz anschloß, nahmen mehrere Hundert Politiker der drei nordischen Reiche teil. Für Dänemark sprach der Präsident der dänischen Fridensversammlung, Petersen, für Schweden der bekannte Reichstagsabgeordnete Baron Adelsvärd, für Norwegen Sandstöl und für Holland Dr. Hermann Oogyoliet. Der dänische Redner führte aus, daß die skandinavischen Nationen durch ihre absolute und ehrliche Neutralität das Glück hätten, sich fern von dem Krieg halten zu können. Die Neutraliätt Dänemarks sei keine abwartende, sondexn erne, die den Wünschen des Volkes entspreche und immer so bleiben solle.

Die türkisch-bulgarischen Verhandlungen.

Sofia, 8. Sept. Der halbamtlicheDnevnik meldet, daß der Vertrag über die Regulierung der thrazischen Grenze zwischen der Türkei und Bulgarien am Montag von beiden Teilen unterzeichnet worden ist. Es handelt sich um ein Gebiet von 2000 Quadratkilometern, das die Bulgaren 15 Tage nach der Unterzeichnung des Vertrages besetzen werden und das in dieser Zeit von den Türken geräumt sein wird.

Rotterdam, 8. Sept. DieTimes melden aus Sofia, daß nunmehr auch die Einzelheiten des türkisch⸗bulgarischen Uebereinkommens geregelt seien, obwohl die endgültige Annahme noch ausstehe. Die serbische Antwort an die Entente be⸗ deute das Ende des Bukarester Friedens vertrages, der schon alle tatsächliche Bedeutung verloren

habe. Genf, 8. Sept. DerH

Herald bestätigt in einem Tele⸗ gramm aus Sofia den Abschluß des türkisch-bulgarischen Bünd⸗ nisses.

Italienisches.

i. Köln, 8. Sept. DieKöln. Ztg. meldet von der italie⸗ nischen Grenze: Wie dieStampa aus Paris meldet, ist das Gerücht von einer Entsendung ja panischer Truppen zum europäischen Kriegsschauplatz vollständig falsch. Im näch⸗ sten italienischen Ministerrat wird man sich mit der Frage des kommenden Winterfeldzuges beschäftigen. Befürchtungen in dieser Hinsicht seien vollkommen unbegründet. Im Hochgebirge werde allerdings eine Pause eintreten, aber im Isonzo- und Karst⸗ gebiet würden die Operationen ihren Fortgang nehmen. Die Re⸗ gierung habe seit August alles besorgt, was dafür nötig sei. Der nächste Ministerrat werde auch wichtige Mitteilungen über den Umfang der Waffenbrüderschaft unter den Verbündeten bringen. Der Besuch Joffres sei ein Akt von wahrhaft politischer Be⸗ deutung und leite einen neuen Abschnitt in der Kriegführung der Vierverbandsmächte ein, die sich die Einheitlichkeit der Zentralmächte zum Vorbild nehmen würden.

Aeußerungen eines belgischen Staatsmannes.

Haag, 8. Sept. DerNieuwe Rotterdamsche Courant veröffentlicht eine Unterredung mit einem belgischen Staats⸗ mann, den das Blatt nicht nennt, der aber als der frühere Berliner Gesandte Baron Greindl erkennbar ist. Der Diplomat versicherte, daß der Vierverband längst von der Unbesiegbarkeit der Mittelmächte überzeugt sei. Seine Hoff nung beruhe ausschließlich auf Joffres Widerstand und auf

der schließlichen Kriegsmüdigkeit Deutschlands(9.

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Montag, den 13. September l. J., vor⸗

mittags von Uhr an, wird das Obst der vormittags 10 uhr an, soll das Gemeindeobst

Gemeinde Alten⸗Buseck an Ort und Stelle ver⸗dahier versteigert werden, es besteht besonders in

steigert. Der Anfang ist an der Kreisstraße Wieseck. Alten⸗Buseck, am 7. September 1915.

5 Großh. Bürgermeisterei Alten⸗Buseck.

4 f Körber.

2159

Obstversteigerung.

Montag, den 13. September 1915, von

vielen Aepfeln. Bersrod, den 6. September 1915.

Keine Na

Zusammenkunft im Ort. 1160

Großh. Bürgermeisterei Bersrod. Reuschling.

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