Ausgabe 
(8.9.1915) 211. Erstes Blatt
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Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich Sieszener Familienblätter; 2 wöchentl. Kreis- latt für den Kreis Gießen (Dienstag und Freitag); zweimal monatl. Land⸗ wirtschaftliche Zeitfragen Fernsprech-Anschlüsse: für die Schriftleitung 112 Verlag, Geschaftsstelledl Adresse für Drahtnach⸗ richten: Anzelger Gießen. von Anzeigen

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Mittwoch, 8. September 1015

Bezugs pre monatl. 75 Pf., viertel jährl. Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatl. 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15 Pf., ausw. 20 Pf. Haupt⸗ schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für den politischen Teil und das Feuilleton: Aug. Goetz; für Stadt und L Vermischtes und Ge⸗ richtssaal: Otto Braun; für den Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

Ein Fliege

5Nach den furchtbaren Erfahrungen, die der Deutsche Kaiser Amtlich.)

i den Möge fend een Feen e get deb a öglichen festge en edensli gemacht en, wer⸗ el cher Kriegsschauplatz den Sinn und Neigung für internationale Arbeiten in nächster Vei einem 2 25 Minenangriff gegen eine feind⸗ Zelt Fer den Deutschen nicht aroß sein. Wir werden in Zu liche Sappe nördlich von Dixmuiden wurden einige kunft eine ganz andere Vorsichtund Festigreft in Belgier gefangen genommen und ein Maschinengewehr internationaen Dingen betätigen müssen, als dies bis⸗ erbeutet. 0 Und boffenlich wird in dieser großen und Nördlich von Souchez wurde ein schwacher feindlicher Handgrangtenangriff abgewiesen. Ein französischer Vorstoß bei So ndernach in den Vogesen scheiterte. 5 8 Lebhafte Feuerkämpfe entwickelten sich in der Cha m- 5 vag ne, sowie zwischen Maas und Mosel. Bei einem feindlichen Fliegerangriff auf Lichtervelde (nördlich von Roulers in Westflandern) wurden sieben belgi⸗ sche Einwohner getötet, zwei schwer verletzt.

Deutsche Kamyfflieger brachten ein englisches] mit treuen Waffengenossen, mit startem Arm frei geinacht haben Ilugzeug über Cappel(südöstlich von St. Avold) zum Sau 9 der letzten. durch die, ohne unsere

Absturz. Die Insassen sind tot. Oestlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.

W herbeigeführt wurde. 5

Es ist wertvoll und inmitten des englischen Lügen⸗ dunstes erhebend für das deutsche Volk, daß auch im Aus⸗

1 ls genannt worden ist, der aber als Führer der Katho⸗ Wolkowysk Front gemacht. In hartnäckigen Kämpfen sind. it sei Zeugni Beachtu 5 unsere Truupen im Vordringen über die Abschnitte der 5 5 F Csernoch,

und Wolkowysk gewann die

0 allwitz an einzelnen Stellen

durch nächtlichen Ueberfall das Ostufer des Ros⸗Abschnittes. 10 ngene gemacht.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Auch südlich von Wolkowysk bis zum Waldgebiete süd⸗ lich von Rozana(40 Kilometer südwestlich non Slonim) nimmt der Feind erneut den Kampf an. Der Angriff der Heeresgruppe ist im Fortschreiten.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Mackensen.

Der Gegner ist aus seinen Stellungen bei Chomsk und i Drohiczyn geworfen.

Südöstlicher Krietsschauplatz. Der Kampf um den Sereth⸗ Abschnitt dauert an. Oberste Heeresleitung.

8.

Europa(herausgege. Berlin W. 30) dem KapitelKirche und Krieg einen fesseln⸗

machten. Er erinnert an die Stimm. 1 1 1 Gerechtig eit feiert, in die

nung den Krieg ni

1 re wird die Kirche dafür verantwortlich gemacht, daß g 3 der Krieg im christlichen Zeitalter fortbestehen konnte, obgleich der Kriege werden geführt, um zum Frieden zu gelangen. Krieg der größte Gegner der christlichen Tugenden, eine wahre ist nach langem ingen, na so vielen Siegen Verhöhnung des Gottesfriedens, der Religion, der großherzigen und

5 N

die die Gesetze der Moral unter allen Umständen einhalten. Es hat immer solche ache die

zum ßt Denn es soll nach Greys un Lloyd Georges Worten kein esetze der

Friede acht werden, bis die Deutschen Belgien und Nord⸗ Moral übertreten haben. Und auch unter den Führern de fran weed. Pran t haben. Und neuerdings erhält dieser Nationen und Staaten finden sich immer solche, die wahnvolle Grundsatz Englands eine Bekräfti

die Rechte anderer Staaten nicht respektieren. Dafür kann das Christentum nicht verantwortlich gemacht werden, denn eine jede Religion ist nur für ihre eigenen Lehren, für ihre eigenen Ideen, für deren konsequente, praktische Verwirklichung verantwortlich, nicht aber für deren Verletzung. Wären die Prin⸗ ipien des Christentums nicht geeignet zur 2 nur dann wäre die Kirche für den Krieg verantwortlich. Daß aber die Friede trotz der Gesetze der Moral gestört wird, daran ist nur die Schwäche der Menschheit schuld. Mit dieser Schwäche muß gerechnet werden, und man muß unerbittlich jene Mittel anwenden, durch die die Verbrecher an der moralischen und recht⸗ lichen Ordnung gestraft werden und das Gleichgewicht der sitt⸗ lichen Ordnung wieder hergestellt wird. Ein solches Mittel ist gegenüber den Störern der internationalen Rechtsordnung der Krieg, und als solches Mittel ist der Krieg durchaus keine Ver⸗ höhnung des Christentums, weil ja eben das Christentum die wirksame V igung der sittlichen Weltordnung als der allein sicheren Grundlage der Wohlfahrt der Menschheit vorschreibt. Der mutvoll die Staatsnotwendigkeiten bekennende Kirchenfürst berührt in seinem Aufsatze auch die Weltfrie⸗ denspläne, die er natürlich vom christlichen Standpunkte aus lobt, wobei er aber doch hinzufügt, dastdie Idee der Errichtung eines Friedensgerichtes auf internationaler Grundlage heute von ihrer Grundlage weiter entfernt stehe als je. Mit einer gewissen Befriedigung wirft der Kardinal dabei einen Rückblick auf die Zeit vom 7, bis zum 13. Jahrhundert, wo nach seiner Ansicht der römische Papst als der Vater der gesamten Christen⸗ heit und der römische Kaiser als erster der weltlichen Fürsten eine gewisse internationale Macht aus⸗ übten, um, wie er meint, die zwischen den Staaten ent⸗

stehenden Zwistigkeiten und auch die inneren strittigen An⸗

durch

ar hat sich einst an die Spitze der Friedens⸗ nde gestellt, als er die Völker zur nte. nn di Konferenzen tagten, hat er durch seine internationale Politik das schöne Ziel des Weltfriedens mit frevler Hand verbaut. Er machte die von England eingeleitete Einkreisungspolitik gegen Deutschland nit und verbündete sich mit Volke, das in seinen Nationalfesten den kommenden Krieg feierte und forderte. Deutschland hat die Weltfriedensbestrebungen zwar nicht mit einem Strohfeuer der Begeisterung sich zu eigen ge⸗

Erbe chung des Mög⸗

ferenzen, der bekannte Völker⸗ Geheimrat Dr. Ph Zorn, auses, nimmt in seinem soeben

rlin erschienenen Werke:Die ferenzen in ebenso würdiger Hung, welches die insonderheit auf

sein wird. Er

g. guf gezwungen worden ist, mit heißen Worten] gelegenheiten der Staaten als internationale Friedensrich⸗ inner! gung und geißelt die schamloseste Ver⸗ ter zu schlichten und dem edlen Ziel des Weltfriedens zu letzung des Völ 5, die darin lag, die unerhörten] dienen. Indessen verzichtet Kardinal Csernoch darauf,

im der ganzen Welt zu verbreitenü ein fried⸗ diese Zustände auch für die jetzige Zeit zu empfehlen oder li ruhiges k und über dessen Blüte, die den für möglich zu erklären. In der Tat wäre ja auch eine solche . das Dasein dieses Volkes in herr⸗ weltliche Betätigung der Kirche heute ganz undenkbar. Sie te, sein Heer. Geheimrat Zorn würde nur die Schwierigkeiten der internationalen Lage ver⸗ g, daß wir aus dem Weltringen mehren und der unein den Völkerfamilie eine neue Partei werden und er zeichnet folgende 7 hinzufügen. 4 8 . f 3

Weitere Vorschiebung der deutschen Front nach Osten. rangriff auf Saarbrücken.

Schaffung des Welt⸗ de

Jwanow.

Der österreichisch- ungarische Tagesbericht.

Wien, 7. Sept.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 7. September 1915.

Russischer Kriegsschauplaß.

Die Armee des General der Kavallerie v. Böhm ⸗Ermolli hat gestern den Feind bei Podlamien und Radzimi⸗ lo m geschlagen. Sie griff ihn in ganzer, vierzig Kilometer breiter und stark verschanzter Front an und entriß ihm in 19 hektigen, bis zum Handgemenge führenden Kümpfen das Schloß Podlamien, die stockwerkförmig hefestigte Höhe Ma- kutra südwestlich von Brody, die Stellungen bei Radziwi⸗ low und zahlreiche andere zäh verteidigte Stützpunkte. Die 5 Schlacht dauerte an einzelnen Punkten bis in die heutigen Morgenstunden. Der Feind wurdeüberall gewor⸗ fen und räumte stellenweise fluchtartig die Walstatt. Unsere. Truppen verfolgen. Die Zahl der bis gestern abend ein⸗ gebrachten Gefangenen überstieg 3000. 1

In Ostgalizien hatte die Armee des Generals E Grafen Bothmer starke Vorstöße des Feindes abzuwehren, 5 hingegen ließen die russischen Angriffe auf die Front des Generals Baron Pflanzer⸗Baltin nach. An der bess. rabischen Grenze zog sich der Gegner in seine ziemlich weit abgelegenen Stellungen zurück. Bei No wo sielicg beschoß eine russische Batterie ein auf rumänischem Boden stehendes Bauerngehöft.

In Wolhynien verlief der Tag verhältnismäßig ruhig. An der Jasiolda errangen unsere Truppen aber⸗ mals örtliche Erfolge.

Italienischer Kriegsschauplaß.

Die von uns erwartete Unternehmung des Feindes in der Gegend des Kreuzbergsattels blieb nicht aus. Gestern früh setzten etwa fünf Bataillone von verschiedenen italienischen Brigaden zum Angriff auf unsere Bergstel⸗ lungen zwischen dem Burgstall und der Pannspitze an. Dieser Angriff wurde überall blutig abgewiesen. Der Feind verlor mindestens 1000 Mann. Im übrigen fanden im Tiroler Grenzgebiet, namentlich an der Dolo⸗ mitenfront und im Abschnitt von Lavarone⸗Folgarsa die üblichen Geschützkämpfe statt. Vielfach sind die Alpen⸗ vereinshütten beliebte Ziele der feindlichen Artillerie. Dieser Tätigkeit fiel gestern auch die Mandronhütte im Adamello⸗ gebiete zum Opfer. An der Kärntner und küstenlän⸗ dischen Front hat sich nichts Bemerkenswertes ereignet

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs v. Höfer, Feldmarschalleutnant.

Der russische Bericht.

Petersburg, 7. Sept.(WTB. Nichtamtlich) Mitteilung des Großen Generalstabs vom 6. September abends. 51 der Front Riga Dünaburg und in der Richtung auf Dünaburg nichts von Bedeutung Zwischen der Sventa und Wilia und zwischen der Wilia und dem Lage noch dieselbe.

der Städte September Versuche, ihre Offensive weiter auszudehnen; die Kämpfe dauern fo zum Pripiet halten unsere

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die aus wo die

Die russische Truppenverteilung.

Berlin, 8. Sept. DasBerliner Tageblatt meldet aus Genf: Der nach mehrmonatiger Krankheit auf seinen früheren Posten als Befehlshaber der russischen Nordwestfront zurückver⸗ setzte General Rußki traf, wie derTemps aus Petersburg meldet, die Neuerung, die ihm unterstehenden Truppenkörper, die bisher zwei Armeen bildeten, auf drei Armeen zu verteilen. Rußki werde hierbei von der Absicht Eichhorn und Gallwitz je eine russische Armee entgegenstellen zu können. General

führen, während über die gegen die Leopold von Bayern operierenden Truppen Kommando innehat.

Die russischen Höchstkommandierenden. London, 7. Sept.(BTB. Nichtamtlich.) DieTimes meldet aus Petersburg amtlich: General Alexis Evert wurde zum Nachfolger Alexejews als Höchstkommandierender der Westfront ernannt. D ganze russische Front ist jetzt in

Armee des Prinzen General Evert das

ie drei Sektionen, eine nördliche, westliche und südliche ein⸗ geteilt unter den Generälen Rußkij, Evert und