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beiseite.
zweites Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Siehener Famillenblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Ureis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschastlichen Zeit⸗ fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
Kriegsausschuß der weiten Kammer.
Darmstadt, 14. Aug. Im Anschluß an seine gestrigen Aus⸗ hrungen brachte der Abg. Henrich heute folgenden Antrag ein: auf die 155 t v l 8 Me e ins Ng yste i zu 5 505 e ecm Srat Verne: aßnahmen ins Auge „ Möglichst g ißige Verteilung der Weizen vorräte i
Lande unter den einzelnen 5 9 Aus 185 Weizen außerhalb des Großherzog⸗ Hessen im Verhältnis zu den im Durchschnitt des Reiches. Reserve an Brotgetreide für das
s aber für den Bereich einer 5. Aufhebung aller An⸗ Beschränkungen. Mehl bezwecken, Ven ingen des Bundesrats vorgesehen find. Festsetzung möglichst billiger Höchstpreise für den Kleinverkauf on Mehl durch die dommunalverbände. 7. Zulassung des Ver⸗ kaufs beschlagnahmefreier Gerste auch an den Kommunalverband und mit Zustimmung des letzteren auch an andere Kommunalver⸗ bände mit der Wirkung, daß die Kommunalverbände frei darüber verfügen können. 8. e Höchstpreisen für Braugerste.“ Der Regierungsvertreter, Ministerialrat S chliephake, legte
die Stellungnahme i
ausführli der Regierung zu den Einzel⸗ wünschen der Referenten und zu vorstehendem Antrage dar. In
der sich an den Antrag anknüpfenden Aussprache wurde haubdt⸗ sächlich die 8 Brotration, e 2 Brotmarken, das Verbot des Kuchenbackens und S eingehend erörtert. Der Antrag Henrich wurde mit Ausnahme der Ziffern 5 und 8 einstimmig angenommen. Die Annahme der Posi⸗ tionen 5 und 8 des Antrags erfolgte gegen eine bezw. zwei Stim⸗ nen. Zur gleichen Tagesordnung stand noch folgender Antrag des rr e
5 0 e tsregi ersuchen, die den Mehlpreis bestimmenden ngen der hessischen Gemeinde⸗ verbände zu ermitteln und vorzulegen.
Der Antragsteller begründete diesen Antrag durch den Hinweis auf die infolge der bestehenden großen Spannung zwischen Korn⸗ prets und Brotpreis im Volke vorhandene Beunruhigung. Sein Antrag bezwecke eine Aufklärung über die Gründe dieser auffallen⸗ den Preisspannung. Er richtete des weiteren an die Regierung noch folgende Anfrage:
1. Wie erklärt es sich, versorgung durch die Gemeindeverbände die Spannung zwischen Roggen und doppelten
an
Brennstoffen Bäckereien r ombergk hält die Verbesserung der Organi⸗ Brot perso 0 das geeignetste und beste Mittel,
mindern und den Brot preis 0 d u Maß nahmen seien bedeutsame . welche zweifellos in der
dem Vorschl. Bäckereien bemerkte er, daß, wenn sich eine solche e als st sei, sre in
Kriegsbriefe aus dem Osten. Vun unserem zum Ostheere eutsandten Kriegsberichterstertter Uuberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Warschauer ee 92 In Seehaszew sah ich das erste Zeiten 9290 Worst Die hübschen kleinen Droschlen mit den städtischen Kutschen und den Pferden in nickelbeschlagenen Geschirren. Es folgten bald viele
165. Jahrgang
Gießener Anzeiger
General⸗Anzeiger für Gberhessen
Montag, 10. August 1015 f
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
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solcher Wagen mit so westeuropäisch angezogenen Menschen, daß ich nicht recht wußte, was mit diesem Auszug anzufangen war. Ich hielt eine Droschke an und fragte. Der junge Mann sprach deutsch.„Das sind alles Flüchtlinge, die in ihre Heimat wollen, aus Lublin und Wlozlawek und soviele aus Lodz. Ich war gerade auf der Hochzeitsreise in Warschau“— und er machte eine vor⸗ stellende Bewegung zu einer jungen Frau—„da fing es an.“ Es ist der deutsche Vormarsch natürlich.„Und nun wollen wir nach Hause.“ Ich fand das Unternehmen etwas verfrüht, konnte aber schlteßlich nur den Trost geben, daß die deutschen Milttärbehörden sich Mühe gäben, jedem Fall gerecht zu werden.„Es sind zwei⸗ hunderttausend Flüchtlinge in 2 sarschau“, sagt der junge Pole noch.„Aber sonst war es ganz gemütlich.“ Ich wunderte mich über diese Auffassung von Gemütlichkeit. Als ich aber dann über die Krakauer Vorstadt in das Innere der Großstadt wollte, fand ich, daß die meisten oder sehr viele Warschauer der Ansicht diefes jungen Polen sein müssen. Es war der Mittag des 6. August und durch die Straßen, die nach der Weichsel führten, pfiffen die Kugeln von Praga her; aber auf der Markowka⸗ und der Krakauer Vorstadt⸗ straße war das Leben so bunt wie es in einer westeuropäischen Großstadt nur immer im Frieden sein dann.
Das westeuropäisch ist zu betonen. Ganz Polen haben die Russen verdorben und verloddert, Warschau hat ihnen widerstanden, es ist eine westliche, eine polnische Stadt geblieben, auch während der drückenden Monate, da russische Riesenarmeen durch Warschau zogen und bei Warschau lagen. Die polnische Leichtlebigkett hat sich hier glücklich gezeigt, auch das letzte Versuchen der Zeit prallte ab an ihr. Nicht nur allein an ihr. Das Dasein des Polentums leugnen zu wollen, wäre Torheit, und daß in Warschau— anders als in Lodz— der Herzschlag polnischen Lebens rein und lebendig schlägt, kann jeder merken, der nur ein wenig durch die schönen Straßen voll Erinnerungen schlendert, an diesen duftigen Palästen, diesen geschmackvollen Häusern, diesen katholischen von westlicher Kultur und nur von ihr sprechenden Kirchen vorbeigeht. Der Einzug der siegreichen 9. deutschen Armee hat dies polnische Leben nicht gestört, es ist überraschend zu beobachten, wie wenig Einfluß der große schicksalsschwere Tag auf die Bevölkerung gemacht zu, haben scheint. Darüber hinaus ist— aus nicht zu weit entfernt liegenden Gründen— eine sichtlich betonte Liebenswürdigkeit der Bevölkerung festzustellen. Die glänzenden Seiten polnischen Lebens zeigen sich zuweilen in recht angenehmem Licht. Das war auch heute beim feierlichen Einzug des Führers der 9. Armee, des Prin- zen Leopold von Bayern zu merken, die Tausende, die hinter den spalierbildenden Truppen, auf den Plätzen, an den Straßen⸗ kreuzungen den militärisch betonten Einmarsch sahen, hatten eine durchaus freundliche Haltung, die sich vor allem in der Beflissen⸗ heit äußerte, jede Störung schon bei den Vorbereitungen zu dem würdigen Schauspiel und während seines Ablaufes zu vermeiden. Es ging dann auch der ganze Einzug mit starkem Eindruck vorüber.
Der kommandierende General von Scheffer-Boyadel, dessen Truppen die Warschauer Forts genommen hatten und dessen Sorgfalt und Geschick die letzte schnelle und gelungene Besetzung der Stadt zu verdanken ist, begrüßte den Generalfeldmarschall am Warschauer Bahnhof,. Die Herren mit Gefolge stiegen zu Pferde. Ritt durch die Hauptstraße, vorbei an den salutierenden Truppen, zu dem alten 1 Königsschloß. Regiments⸗ a Vorbeimarsch eines Bataillons und zweier Eskadrons.
amm, fest, kurz. Gestampftes Pflaster, e Reihen, Degensenken. Der Prinz liebenswürdig üßend, re Hand am Helm; der Feldmarschallstab hängt über der Linken. Die teilweise schon älteren Leute reißen die 0 zusammen, daß es eine Freude ist. Die Polen begreifen diese Art kargen militäri⸗ schen Schauspiels kaum, aber es imponiert ihnen.
chon zwei Tage vorher, als ich Gast beim Generalkommando war, kam so etwas wie eine kleine Feierlichkeit zustande, als die neutralen Militärattachés an der Abendtafel teilnahmen. Der Bruder der Kaiserin, Herzog Günther, und Prinz Friedrich Wilhelm waren anwesend. Der argentinische Herr trank auf den Deutschen Kaiser, und als in dem hellen Prunksaal des großen Warschauer Hotels die Kaiserhymne dröhnte und die Gläser anklangen, war der Glanz einer hellen und siegesschönen Stunde über der Ver⸗ sammlung.
Von Festen ist sonst natürlich ni viel die Rede, es ist
anderes ernsteres zu tun, und na der knappe Sieges⸗ becher getrunken ist, g der Nacht zum 58 92 555 die deutsi über, aber noch währen s großen Dankgottesdienstes am Sonn⸗ tag fielen drüben ein paar Schüsse und der Rauch der brennenden Bahnhofsanlagen schwelte noch über die Weichsel. In den alten Stadtteilen Warschaus waren die Kirchen so überfüllt, daß die Polen bis auf die Straße hinaus standen und der Weihrauchgeruch sich in der Enge der Gassen fing. Tas„Swenta Maria“ klang brünstig und hell, und ein großes Bewegen schien durch die Riesenmassen zu gehen.
Der Abend gehörte dann wieder dem üblichen Sonntagstreiben, die Cafés waren überfüllt, ebenso die Kinos. Das„Polnische Theater“ spielte. Der sehr geschmackvolle, weißgraue Zuschauer⸗ raum war mittelmäßig besucht, die beuren Plätze mehr belegt als die billigen. Es wurde eine historische Komödie aus der Zeit von Sigismund August gegeben. Das nationale Polentum wurde da gegen die Französlinge in Seidenstrumpf und Spitzenjabot her⸗
Truppen nach Praga
Kunst und wissenschaft.
— Ach, nicht der rechte! Vor hundert Jahren, am 16. August 1815, starb Friederike Unzelmann⸗ Bethmann, wohl die bedeutendste Schauspielerin i Zeit, da der Stern der Sophie Schröder erst eigentlich e die Bethmann⸗Unzel⸗ mann, die rtnerin ands, in lin ins Grab sank. In Frankfurt am Main, wo ihr Stiefvater Großmann die Direktion führte, hatte sie die Freundschaft der Frau Rat genossen und war dann mit ihrem ersten Gatten Unzelmann nach Berlin gekommen, wo sie bis zu ihrem Tode wirkte. Doch fand sie auch auf Gast⸗ spielen vielen Beifall; so hat sich Goethe, als sie sich in Weimar in ihren Meistexrrollen zeigte, sehr anerkennend über sie geäußert. Daß sie aber nicht nur eine große, sondern auch eine schlagfertige Schauspielerin war, hat sie in Berlin bei einer Don⸗Carlos-⸗Auf⸗ führung bewiesen. Sie gab die Eboli: der sehr beliebte, aber etwas nachlässige Schauspieler Mattausch,„ein großer Natur⸗ schauspieler, der leicht den Kopf verlor“, den Don Carlos. In der großen Szene zwischen der Ebolr und Don Carlos, in der sie diesem den Brief des Königs übergibt als Beweis, wie ihrer Tugend nachgestellt worden, dann aber, als sie wahrgenommen, wie sie sich in Don Carlos getäuscht habe, den Brief zurück haben will, Don Carlos aber die Zurückgabe verweigert mit den Worten:„Das ist ein unschätzbarer, schwerer, teurer Brief, den alle Kronen Philipps einzulösen zu leicht, zu nichts bedeutend sind“, — in dieser Szene passierte es Mattausch, daß er den Brief auf der Bühne verlor, ehe er abging. Und was tat nun dre Bethmann? Sie hatte wohl gemerkt, daß man im Publikum den Brief schon gesehen hatte; ihn zu ignorieren, wäre also sinnlos gewesen. So stürzte sie mit allen Zeichen freudiger Ueberraschung auf den Brief, sah hinein und warf ihn mit der Geste ge⸗ täuschter Erwartung und den Worten:„Ach, nicht der rechte!“ So war die Situation gerettet.
Der in der„Freiheitsglocke“. Als
s Schau⸗ und Glanzstück ist der Welt⸗ „ in isko die von den Amerikanern hoch⸗
Es ist dies die Glocke, Stadt Philadelphia durch ihre Töne verkündete, daß die Unab⸗ hängigkeitserklärung der amerikanischen Staaten unterzeichnet und damit zur vollendeten Tatsache geworden ist. Seitdem wird sie als Geschichtsdenkmal gehütet und betreut. Auf ihrer Reise von Philadelphia nach San Franzisko quer durch die Vereinigten Staaten wurde diese berühmte Glocke der Gegenstand der Huldigung von Tausenden und Abertausenden amerkkanischer Bürger, die überall zu den Bahnhöfen strömten, um der Freiheitsglocke ihre Verehrung zu bezeigen. Typisch für den Triumphzug der Liberty Bell ist ihr Empfang in Chikago. Dort wurde ihre Ankunft, die mit einer Stunde Verspätung erfolgte, durch ein Hornsignal der ihrer harrenden, nach vielen Tausenden zählenden Menge verkündet. Die Glocke stand auf einem Eisenbahnwagen, der eigens für diesen Zweck erbaut war und auf dem sie in einem festen Holz- gestelle hing. An jeder Ecke des Gestells hielt ein riesenhafter Polizist die Ehrenwache; es waren dies natürlich ausgesuchte Männer, die man aus dem Polizeikorps von Philadelphia erwählt hatte. Ein ungeheurer Jubelruf empfing die geschichtliche Reliquie, als sie endlich zugänglich wurde. Die Prozession der Besucher, die sie in Augenschein nehmen wollten, begann sich nu abzuwickeln, und gleich einer der ersten von ihnen fragte um Erlaubnis, ob er die Glocke küssen dürfe. Da diese ihm gewährt wurde, so fand sein Beispiel sehr eifrige Nachahmung. Ein eigentümliches Bild gewährte es, daß zur Seite der riesigen Polizisten ein kleines zehnjähriges Mädchen stand. Die Kleine hieß Margaret Cummins, und es hatte eine eigene Bewandtnis, weswegen ihr dieser Ehren- platz eingeräumt worden war. Es war nämlich ihr Urgroßvater, Jacob Mauger, gewesen, der, als englische Soldaten sich der Stadt Philadelphia näherten und der Raub der Freiheitsglocke zu befürchten war, diese eiligst auf seine außerhalb der Stadt belegene Besitzung brachte und sie dort vergrub. Zur Erinnerung an diese
vaterländische Tat durfte jetzt Jacob Maugers Urenkelin an der Ehrenwacht bei der Freiheitsglocke teilnehmen. Im ganzen rechnet man, daß etwa 60 000 Menschen der Liberty Bell in Chikago ihre
steht auch keinem der Sinn danach. In
or 139 Jahren, am 4. Juni 1776, der
ausgestellt. So oft von den polnischen Herzen die Rede wax, gin ein leichtes Rauschen durch den Zuschauerraum. Es wäre erfreulich gewesen, wenn man die Hinneigung zu dem Französischen und Fremden schon eher und außerhalb der Bühne als antipolnisch 3 und lächerlich empfunden hätte. 1
Das Theater hatte schon um 7 Uhr begonnen, denn vor⸗ läufig muß um 9 Uhr noch Ruhe eintreten. Die Restaurants“ müssen schließen, und nur die Hotels dürfen an ihre Gäste 11. Uhr verkaufen. Eine Maßregel, die übrigens recht liebens⸗ würdig gehandhabt wird. Daß es die Warschauer überhau besser als zur Russenzeit haben, scheint von Tag zu Tag in das Bewußtsein der Bevölkerung zu dringen, so stark, 5 einige Schattenseiten polnischen Wesens sich auch e e en. 5 An zu geringer eigner Einschätzung seines Wertes leider 9 falls auch in diesen Uebergangstagen der Pole nicht..
Die Russen haben bei ihrem Abzug auf polnische Empfindlich leiten wenig Rücksicht genommen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Die Galerte Warschauer Schönheiten, polnischer Könige und Er⸗ innerungen an große Zeit polnischer Geschichte in dem entzücken ⸗ den Lustschloß Lazienki, das Stanislaus Poniatowski erbaut hat ist nach Petersburg geschleppt worden.„Mann kann nicht wissen, dachten die Russen. Daß wir uns an den Bildern nicht bereichern würden, wußten die russischen Herrschaften, aber sie wollten der Stadt Warschau in deutscher Gewalt diese kostbaren polnischen Er innerungen nicht lassen. So sind die seidenbespannten Wände n. r mit den dunklen Flecken versehen, die die Stellen ankünden, wo die Bilder hingen. Den großen Park mit den Wasseranla. dem Schloß und dem Reiterstandbild des Türkensiegers Johann Sobieski haben die Russen doch so sein lassen müssen wie er war: schön, sauber und in dunkelgrüner Sommerpracht,
Die Weichselbrücken sind freilich mehr beschädigt, als es zuerst den Anschein hatte. Bei der prächtigen neuen Brücke hat die Sprengwirkung erst im letzten Drittel nach Praga zu eingesetzt, hier ist ein Pfeiler glatt gesprengt worden, so daß die Fahrbahn auseinandergerissen ist und ein Teil unten in der Höhe des Wasser⸗ spiegels liegt. Die Straßenlaternen, die auf der Brücke waren, haben die Sprengung überstanden und ragen unten sauber und ohne Biegung rechts und links neben der Fahrstraße. Am weni, sten beschädigt ist die Eisenbahnbrücke, die unterhalb der beide
anderen Brücken über den Strom führt. Wenn man nicht zu schlecht bei Fuße ist, kann man auf ihr die Weichsel überschreiten.
An anderer Stelle haben aber unsere Pioniere eine brücke gebaut, die heute von Kavallerie überschritten wurde. der Strömung war natürlich ein leises Schwanken zu merke aber die Gäule fanden sich ausgezeichnet damit ab, und bald trab die Schwadronen drüben weiter. Da hatte man von Praga die schönen Kuppeln und Türme von Warschau vor Augen, Stadt glänzte ordentlich am Weichselufer, und im Vordergrund ununterbrochen Schwadron bei Schwadron, um in den Rücken fliehenden Russen zu kommen. 5
Praga ist Vorstadt, durchaus Vorstadt. Am Ufer ziehen sid Wiesen und Geröllstrecken— und die russischen Schützengräben hin. Vieh weidet in großen Herden auf den Üferwiesen. Der 4 selbst ist nicht beschädigt, nur der große Petersburger Bahnhof mit Schuppen und Nebengebäuden ist abgebrannt worden; in Nacht vom Samstag zum Sonntag begannen hier die Sprengungen.
Am Ufer stehen Hunderte von 3 die nach Warschau inüber wollen, und selbst um den kleinen n, der jeden Aug lick umzuschlagen droht, werde ich beneidet, als ich mich nach Warschau hinüberrudern lasse Die Weichsel strömt gege Bordwand ziemlich schnell, und wenn sich der Schiffer ni gegenstemmte, käme man jn nicht allzulanger Zeit nach Georgiewsk. Man wird aber, glaube ich, auch anders bald nug hinkommen.
Für den größeren Teil der Truppen sind die Warschauer Ein⸗ zugstage jedenfalls zu Ende. Ich bedaure es kaum sehr, daß i so schnell die liebenswürdige Stadt verlasse, ich meine, diese ku Reihe von Tagen ist so voll von Eindrücken und schönen er⸗ 7— Stunden gewesen, daß man frisch wieder in die polnische kitmmerlichkeit der kleinen Nester zurückgehen kann, zumal dort der Glanz deutschen Heldentums und Sturmgeistes in dies Tagen hell leuchtet. Rolf Brandt, Kriegsberichterstatt ————
vermischtes.
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Es ist dies eine Lehre, die uns der Krieg aufgezwungen hat, aus der wir aber auch künftig im Frieden Nutzen ziehen wollen.
f assterte, im an manchen Orten wurde sie mit Blumenschmuck
santestes geschichtiche . ie„Freiheitsglocke“ einverleibt worden. 1 N 5 1
Huldigung dargebracht haben; 20 000 davon
waren Kinder. Viele
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