hinein— dann brachen diese mit unerhörter Wucht vor. war ihr Ziel. In dichten, sich ständig erneuernden Ko⸗ lonnen stürmten sie, ohne jede Rücksicht auf die furchtbaren Ver⸗ lluste, gegen die Stellungen östkich und südlich von Mlawa an. Aber die Menschenwogen brachen sich an dem Felsen deutscher Tapferkeit. Unsere Truppen hielten aus. Bei Demsk, östlich von Mlawa, findet man heute eine lange Reihe flacher, mit weißen Steinen eingefaßter russischer Massengräber vor den deutsch Drahthindernissen— ernste Zeugen des Mißerfolges, den 48 russi⸗ sche Kompagnien im Sturm auf 10 deutsche davongetragen haben. Der Frost hatte die Sumpfgegend, aus der hier der Orzyc ent— springt, gangbar gemacht und so dem Feinde die Annäherung an unsere Stellung gestattet.
Nachdem über 1000 Geschosse aus schweren Geschützen in und hinter Demsk eingeschlagen waren, folgten die unaufhörlichen An⸗ griffe der Infanterie. In der Nacht des 7. März kamen sie bis unmittelbar an den Stacheldraht. Aber unsere Scheinwerfer und Lereuchtpistolen verbreiteten genug Licht, um nun dem verheerenden Infanterie⸗ und Maschinengewehrseuer den Weg zu weisen. Was vom Feinde nicht fiel, floh in die nächste Bodenfalte zurück, wo das Scheinwerferlicht die Verzweifelten bis zum Tagesanbruch festhielt. Dann ergaben sie sich den vorgesandten deutschen Patrouillen. Viel Munition, 800 Gewehre wurden genommen. Vor der Front fand man an dieser Stelle 300 tote Russen. Einige Kilometer nördlich aber, bei Kapusnik, wo der Feind in unsere Schützengräben eim⸗ gedrungen war und durch einen verzweifelten Bajonettkampf wieder vertrieben werden mußte, liegen 906 Russen begraben— und 1064 Deutsche. 1 Im ganzen hatte der Feind bei seinen vergeblichen Angriffen auf Mlawa viele Tausende verloren; so viel, daß seine Kampfkraft er⸗ sthüttert schien und General v. Gallwitz mit teilweise frischen, Kräften nun seinerseits einen Vorstoß versuchen konnte. Dieser begann am 8. März, kam aber am 12. März nördlich Prasznuysz zum Stehen, da auch die Rirssen von Neuem bedeutende Ver⸗ N stärkungen erhielten. Sie waren bald in großer Ueberzahl. Auf etwa 10 Armeekorps und 7 Kavallerie-Divisionen wurde ihre Stärke geschätzt. Wir mußten uns wieder auf die Verteidigung ein- richten, und unsere Truppen, die zum Teil schon 4 Wochen lang in fast ununterbrochenem Kampf gestanden hatten, mußten einen neuen n Stoß aushalten. Der ging diesmal nicht auf Mlawa zu, ondern nordöstlich von Praszuysz am Orzye und Omulew hin- auf. Er wurde nach russischer Eigenart in sehr zahlreichen und sehr heftigen Angriffen geführt. Man zählte vom 13. bis zum 23. März 46 ernstere Sturmversuche, 25 bei Tage, 21 bei Nacht. Fiast alle brachen bereits im Feuer unserer Truppen zusammen, peenige gelangten bis in die deutschen Gräben. Besonders schwere Kämpfe fanden bei Jednorozec statt. Wieder erlitten die Russen erhebliche Verluste, ohne ihrem Ziel näher zu kommen: die Süd⸗ grenze Altpreußens war wohl 5 und ein Einbruch in die lanke unserer Oststellung undurchführbar.
In der letzten Märzwoche flauten die russischen Angriffe ab, und seit Ostern herrscht an dieser Stelle der Kampffront meist Ruhe. Sie ist dem heldenmütigen Widerstande der Truppen des Generals v. Gallwitz zu danken. Sechs Wochen lang haben sie in Lälte und Nässe, in Schnee und Sturm ruhelos, unermüdlich die Leimat verteidigt und sich glänzend bewährt. Es war keine Schlacht mit weithin klingendem Namen— aber es waren viele, viele harte Kämpfe, deren Erfolg den mancher großer Schlacht übertrifft. In diesem Sechswochen⸗Ringen um das südliche Ein⸗ flallstox in Altbreußen haben die Truppen des Generals v. Gall⸗ witz 43000 Russen gefangen genommen und gegen 25 000 ge⸗
tet. Der Gesamtverlust des Feindes überschreitet sicherlich die Zahl 100 000. Wer unsere braven Truppen jetzt fröhlich in ihren Waldhütten und geräumigen Schützengräben hantieren sieht, ver⸗ 3 ißt beinckhe, welch harte, blutige Zeit hinter ihnen liegt. Aber die zahllosen Soldatengräber, die über das ganze blühende Land 8 verstreut sind, und die Trümmer der Städte und Dörfer halten die 3 Erinnerung wach Auch dieser Teil des Kriegstheaters hat viel Leiden, hat viele Helden gesehen.
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Ein Besuch im italienischen Hauptquartier.
Die Meldungen des Generals Cadorna werden mit der Zeit kürzer, der Stoff für die strategischen Betrachtungen in den Zei⸗ tungen wird somit knapper, und so gewinnen die allgemeinen 5 en von den äußeren Umständen der Kriegführung in den Spalten der italienischen Blätter mehr an Raum. Erst 7 es, daß die Presse vom Hauptquartier ausgeschlossen sein sollte, aber jetzt liest man die Schilderungen eines Sonder⸗ berichterstatters des„Giornale d' Italia“, der dem Hauptquartier einen Besuch abgestattet hat. Wie es in einer italie⸗ nischen Darstellung einer italienischen Angelegenheit nicht anders sein kann, ist danach dieses Hauptquartier der Inbegriff von allem, was man von einem solchen erwarten darf und was insbesondere das sehr demokratisch empfindende italienische Volk erwartet. Man könnte glauben, versichert der Berichterstatter, daß man ein Kloster vor sich habe, wenn man das riesengroße Haus aus dem 17. Jahr⸗ N 3 mit seinen völlig gleichmäßigen Fensterreihen in einem blühenden Garten vor sich sieht; jedenfalls würde niemand ver⸗ muten, daß dies die Hirnschale ist, in der das militärische Gehirn staliens„siedet“. Wachen gewahrt man nicht, nur Schranken, die kein einfacher Bürger überschreiten darf. Im Innern dieses Hauses arbeiten etwa 50 Männer 14 Stunden täglich; sie sind unzugänglich für jeden, der nicht mit der Sache selbst etwas zu tun hat.„Es ist ein Hauptquartier, das würdig eines liberalen Volkes ist, das sich für seine Freiheit schlägt. Jede imperia⸗ listische Aeußerlichkeit ist hier unterdrückt.“ Um 6 Uhr früh be⸗ 4— die Arbeit, die den ganzen Tag nicht einen Augenblick unter⸗ brochen wird. Die beiden Generäle Cadorna gund Porro arbeiten in zwei hellen Sälen, in denen man außer ihnen nur ihre Mit⸗ arbeiter sieht. Beide begeben sich fast täglich zur Kampflinie; nur von wenigen bemerkt, sausen sie im Auto hinaus, gelangen 57 vorderen Stellungen, beobachten und kehren dann zurück. lbst die Soldaten an der Front werden ihrer kaum gewahr. Cadorna legt auf diese unmittelbaren Eindrücke das größte Ge⸗ wicht.„Eine halbe Stunde direkter Beobachtung eines Kampfes st mehr wert als ein halber Tag Studium auf der Karte,“ sagte er kürzlich, s seine Umgebung In darauf Aufmerksam machte, 4 en vorgeschobenen Posten in Wesahr wäre. Wenn) die Nacht herabsinkt, hört die Arbeit im Hauptquartier auf. Die Kämpfe des nächsten Tages sind dann auf Grund der letzten Meldungen bereits angeordnet, der Draht hat„die Befehle, die RNatschläge und die Ermutigungen“ zu den verschiedenen Stellen der weiten Front übermittelt. Alsdann begeben sich die Generäle mit ihrem kleinen Gefolge zur Mahlzeit, die im großen Speisesaal des Hauptquartiers selbst an der strengen und nüchternen Tafel eingenommen wird. Manchmal nimmt auch der König daran teil. Um 10 Uhr begeben sich die Häupter des Heeres zur Ruhe. ieser Schilderung der Hauptquartier ⸗Idylle erzählt der 5 erstatter vom König, der für sich unter den vielen Palästen und prächtigen Villen, die ihm angeboten wurden, eine bescheidene, ruhige und in einem friedlichen Winkel der Campagna verlorene kleine Villa als Wohnsitz gewählt hat. Auch der König legt das größte Gewicht darauf, nicht durch irgend welche Aeußerlichkeiten aufzufallen; oft erkennen ihn selbst die Soldaten nicht, wenn er in feldgrauer Uniform ohne jedes Abzeichen im Automobil vor⸗ überfährt. Das königliche Automobil aber erscheint überall. Es vergel! kein Tag, an dem die Soldaten den König nicht an drei oder vier Stellen der Front sehen, die Hunderte von Kilometern aus⸗ einander liegen. Immer kommt er unerwartet an, auch bei den Generalen; ex geht vor zu der Kampflinie, begibt sich auf erhöhte Punkte und folgt bisweilen stundenlang dem Feuer einer Batterie oder dem Manöver einer Infanterieabteilung. Nach den ermüden⸗ den Fahrten längs der Feuerlinie bleibt er abends nach der Rück⸗ fehr noch lange beim Studium der wichtigsten Probleme des italie⸗ nigen Vormarsches.„Mehrmals haben unsere Generale mit Erfolg die Ratschläge und Urteile des Königs beherzigt,“ versichert der Berichterstatter des„Giornale d'Italia“ mit großem Nachdruck.
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Aus Stadt und cand. Gießen, 13. Juli 1915.
Das Schwarzwild in Hessen und Nassau.
Die Schwarzkittel des Wisptertals und seiner Neben- schluchten richten, wie die Zeitungen dieser Tage melden; in der Gemarkung Lorchhausen a. Rh. gegenwärtig wieder schweren Schaden an, so schwer, daß eine nächtliche Bürger⸗ wehr gebildet werden mußte. Die Wildschweine leben im Wispertal noch in freier Wildbahn als Standwild und als letzter Rest der vielen Rudel, die ehedem in Nassau und Hessen die Wälder bevölkerten. In Nassau ist das Schwarz- wild seit etwa 60 Jahren verschwunden; nur bei Lorchhausen hält es sich noch in starken Rudeln auf. In den Jahren 1891 bis 1900 erlegte man hier noch 146 Stück, darunter 58 starke Sauen. Man hat in weiten Kreisen mit dem ritterlichen Schwarzkittel hier am Rhein ehrliches Mitempfinden; denn der Kampf gegen ihn wird von Jahr zu Jahr heftiger und wird zweifellos mit dem Siege des Menschen enden.
Das Wildschwein ist ein Urbewohner des Rhein-Main- gebietes. Von all den stolzen Mitgefährten jener grauen Tage, dem Torfrind, Elch, Rothirsch, Urstier, Wolf und Biber sind nur noch das Wildschwein und der Rothirsch als Vertreter dieser reichen Großtierfauna vorhanden. Dem Schwein wurde durch die Kultur der Verbreitungsbezirk immer 9 umhegt; es nimmt demzufolge auch ständig an Stärke und Gewicht ab. Noch im 16., 17. und 18. Jahrhundert weisen die Wildstrecken Kurhessens, Hessens und Nassaus jetzt schier unglaubliche Ziffern auf. Der Reinhartswald lieferte 1559 3. B. 1120 Sauen. 1724 wurden in Hessen noch über 800 Sauen erlegt, davon 562 allein im Darm- städter Wald. Manches Tier wog ausgehauen 4—4½ Ztr., wahre Riesen gegen die Schwarzkittel unserer Tage. Im Mönchsbruch, den sauenreichen Sumpfwäldern des linken Untermaingebietes, erlegte man in den Jahren 1730—50 nicht unter 400 Sauen jährlich. Eine Jagd in den Buchen bei Langen brachte 160 Tiere zur Strecke. Mit dem aus- gehenden 18. Jahrhundert nahm der Wildsauenbestand schou merklich ab; er verschwand fast völlig aus der freien Wild—⸗ bahn. Die Herzöge von Nassau hielten beim Jagdschloß Platte bei Wiesbaden noch einen Wildpark, ließen ihn in der Folgezeit aber abschießen. Nur in den großherzoglichen Parks bei Darmstadt wird der Schwarzkittel noch gehegt als Rest eines dahinsterbenden ritterlichen Weid- und Jagd— tieres.
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* Ritter des Eisernen Kreuzes. Musk. Hch. Gimbel aus Dillenburg. Kanonier Wilhelm Becker aus Winkels, beim Feldart.-Regt. 35. Leutnant Armin Leweck aus Wetzlar, Inf.⸗Regt. 91(1. Kl.). Off.⸗Stellv. Alfred Kuh⸗ wede aus Burg-Gräfenrode. Landsturmmann Josef Brack von Niederwald. Wehrmann Hermann Neu aus Nieders— hausen, Feldart.- Regt. 27. Gefr. Rötzel aus Breungeshain.
Landkreis Gießen.
Staufenberg, 12. Juli. Als zwölstes Opfer des Krieges aus unserem Städtchen wurde am vergangenen Sonntag Vize— seldwebel Heinrich Kraft vom Reserve-Insanterie-Regiment 222 unter großem Trauergesolge zu Grabe getragen. Krieger- und Gesangverein, sowie eine Abteilung Landsturmleute, viele Erholungs— bedürstige und bekannte Kameraden aus Staufenberg und Um- gebung gaben dem Verstorbenen sein letztes Geleite. Dekan Gu ß— mann hielt eine tief zu Herzen gehende Trauerrede. Es wurden verschiedene Kränze niedergelegt. Gesangvereinsmitglied Sommer gedachte des Verstorbenen als Präsdenten und eifrigen Förderers des Vereins mit warmen Worten, worauf Offiziers-Stellvertreter Rabenau dem Toten gleichfalls Worte kameradschaftlichen Ge— denkens widmete. Zum Schluß der Trauerseier wurden die üblichen Ehrensalven abgegeben.
Kreis Alsfeld.
Groß⸗Felda, 12. Juli. Am Sonntag hatten sich
9 Jugendwehren, zusammen etwa 1500 Mann, aus den
eß] Kreisen Alsfeld und Schotten, zu einer größeren Gefechts
übung zusammengefunden. Es nahmen daran teil die Jugend- wehrkompagnien Alsfeld, Romrod, Zell, Angenrod, Ruppertkenrod⸗Ober⸗Ohmen, Bobenhausen II., Helpershain, Ulrichstein und Groß-Felda. Zwischen hier und Zeilbach fand die Uebung statt. Sattlermeister Völ⸗ sing⸗Groß⸗Felda, der Führer der hiesigen Jugendwehrkom⸗ pagnie, hatte zwei hintereinanderliegende vorschriftsmäßige, sogar mit Unterständen eingebaute Schützengräben in einer Länge von 30—40 Meter auf der Höhe nördlich Zeilbach auswerfen lassen. Das Ziel der Gefechtsübung war, die beiden Schützengräben samt der Höhe zu stürmen. Verteidigt war die Höhe von den Kompagnien Alsfeld, Zell, Romrod, Angenrod und Groß⸗Felda. Die übrigen vier Jugendwehren hatten die Aufgabe, die verteidigten Stellungen zu nehmen. Um 3 Uhr begannen die einzelnen Züge vorzu 5 sie führten sogar eine der Jugendwehrkom pagnie Ulrichstein gehörende, eigens dazu selbst hergestellte 24⸗Millimeter⸗ „Kanone“ mit. Schon nach% Stunden waren die Gräben samt der Höhe im Besitze der Angreifer. Nach Beendigung des Gefechtes versammelten sich die Führer sämtlicher neun Kompagnien zur Kritik, die der Führer der Ulrichsteiner Jugendwehr, Gerichtsdiener Schlörp, abhielt. Zum Schlusse hielt Pfarrer Reusch⸗Groß⸗ Felda Feldgottesdienst ab. Die Musikkapelle der Als⸗ felder Jugendwehrkompagnie spielte die beiden Lieder: Ein feste Burg ist unser Gott“ und„Ich bete an die Macht der Liebe“. Zu der großen Uebung waren eine außerordentlich große Menge Zuschauer aus den umliegenden Ortschaften erschienen. Sehr er⸗ staunt waren die Anwesenden, als sie sogar eine Verband⸗ stelle erblickten, auf der die Rote⸗Kreuz⸗Flagge wehte. Hier waren drei Mitglieder vom Roten Kreuz Alsfeld, sowie eine Rote⸗Kreuz⸗Schwester aus Bobenhausen für alle Fälle anwesend. Ebenso konnte man für wenig Geld bei einem Marketenderpagen erfrischende Getränke und einige Speisen bekommen. Dr. Hen⸗ rich s, Kreisrat im Alsfeld, war der Einladung zur Besichtigung der Uebung gefolgt.. 7 Kreis Lauterbach.
r. Lauterbach, 11. Juli. Die Heidelbeerernte ist, wenn sie einigermaßen gut ausfällt, ein lohnender Verdienst der ärmeren Bevölkerung des Vogelsberges. In diesem Jahre ist jedoch das Pflücken eine recht mühevolle Arbeit. Obschon eine überreiche Blüte die Sträucher im Frühjahr schmückte und eine gute Ernte in Aussicht stand, sind die Beeren so klein ge— blieben, daß eine Person den ganzen Tag braucht, um einige Schoppen zusammenzubringen. Der Verdienst ist deshalb trotz der gehobenen Preise recht gering und die Beerensammler suchen sich lieber anderwärts eine lohnendere Beschästigung. Vorläufig wird der Schoppen von Privaten mit 15—25 Pfennig bezahlt, Händler— preise sind hier noch nicht sestgesetzt.
O Schlitz, 12. Juli. Nachdem das hiesige Vereins ⸗ lazarett vom Roten Kreuz monatelang nur wenige Pfleglinge auszuweisen hatte, ist es nunmehr wieder mit seinen 38 Betten völlig besetzt. Durchweg sind es Leichtverwundete, die im prächtig gelegenen, waldumgebenen Städtchen Heilung und Ge— nesung suchen. Die Kornernte hat nunmehr auch im Schlitzerlande begonnen und sällt durchweg vorzüglich aus. Man hat Aehren gefunden, die bis zu 70 gut entwickelte Körner zählten. Da das Korn„trocken“ gewachsen ist, wird uns diesmal ein gutes Mehl beschert werden. 5
Kreis Schotten.
Laubach, 11. Juli. Heute nachmittag entstand durch Funkenauswurf des Eisenbahnzuges, welcher 3 Uhr 5 Mi- nuten von hier nach Mücke geht, am Ringelsberg im Gemeinde— wald ein Waldbrand. Der Südwestwind trieb das Feuer in eine niedere etwa 15jährige Fichtenschonung, welche in einer Stunde
wendung. Im allgemeinen sollten die Gaben von
roß. Da an demselben Platze schon er inmal auß Weise ein Waldbrand entstand, so beabsichtigt die G
bach, diese Fläche als Wiese anzulegen. 55 Kreis Friedberg. 8 w. Bad⸗Nauheim, 11. Juli. Eine seltene Ueberra
wurde dem Personal des Tur haus⸗Theaters durch eine 5
ungenannten Kunstfreund zuteil. Am Abend vor seiner Abreise
ließ er der gesamten Künstlerschaft als Dank für die 1 8 rag
[Marburg, 12. Juli. Die Stadtverordneten be⸗ willigten zu dem Bau des Marburger Krüppelheims, dessen Grundsteinlegung kurz vor dem Kriege erfolgte, weitere 5000 Mk. mit der Maßgabe, daß die damit verbundene Turnhalle noch in diesem Jahre erbaut wird. Ferner wurde der Anschluß einer Anzahl weiterer Landgemeinden an die Ueberland⸗ zentrale beschlossen und der Plan zur Lahnregulierung vorgelegt. ———...
Candwirtschaft. a
Der Futterwert zuckerhaltiger Futtermittel..
Aus der 1914 er Ernte ist ein beträchtlicher Bestand an 7 haltigen Futtermitteln verblieben, der für den Haushalt der Futterstofse in der bevorstehenden Wirtschaftsperiode wertvoll ist,
wenn er in der richtigen Weise ausgenutzt wi 1 7 5
In den Kreisen der Verbraucher erfahren die einzelnen Futter⸗
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mittel eine sehr verschiedene Bewertung. Am wenigsten beliebt
ist das Melassefutter, dessen Einführung vielfach 1 immer be⸗ trächtlichen Schwierigkeiten begegnet. Es handelt sich um rohe un⸗ vermischte Melasse mit durchschnittlich 48 Prozent Zucker, die in 6 der Wirtschaft selbst durch Vermischung mit Spreu, Häcksel oder Stroh zur Fütterung geeignet gemacht wird um Torfmelasse mit durchschnittlich 70 Prozent Melasse und 30 Prozent Torfmehl und um Häckselmelasse mit rund 65 Prozent Melasse und 35 Proz. Strohhäcksel. Der Rohzucker(Erstprodukt mit rund 95 Prozent, Nachprodukt mit rund 90 Prozent Zucker) wird in nicht ver⸗ gälltem Zustand an die Verbraucher steuerfrei abgegeben, wenn er von letzteren nach Vorschrift der Steuerbehörde nachträglich vergällt wird. Als fertiges Futter wird er der Regel
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in einer Mischung von etwa 90—95 Prozent Rohzucker und 5 bis 10 Prozent Strohhäcksel geliefert. Die Schnitzel, d. h. gewöhnliche Trockeuschnitzel, Zuckerschnitzel und Melasseschnitzel, sind nur noch in geringen Mengen vorhanden, weil sie ein allgemein beliebtes f Futtermittel darstellen und daher zur Zeit der Beschlagnahme schon zum großen Teil vergriffen waren. 5 Von 3 Kraftfutterarten stehen zurzeit in größeren Mengen nur 1 Futtermittel zur Verfügung, und auch unter den aus der Verarbeitung der neuen Ernte anfallenden Kraft⸗ ö jutterarten stehen die zuckerhaltigen Futterstoffe der Menge nach. bei weitem an erster Stelle, denn die Erzeugung an Kleie ist aus 5 bekannten Gründen nur gering, die aus der inländischen Ernte an Oelfrüchten hergestellten Oelkuchen, der Anfall aus den wesent⸗ lich eingeschränkten Gärungsgewerben ist ebenfalls geringer als sonst. Die Produkte der Zuckerfabrikation müssen daher für die
n
Erhaltung der einheimischen Viehbestände in erster Linie in An
spruch genommen werden. 5 Wenn da und dort Mißerfolge bei der Fütterung mit zucker⸗ haltigen Stoffen aufgetreten sind, so liegt das nicht an ihren mangelhaften Futterwirkung, sondern an ihrer„ An⸗ u 0
der Melasse die Menge von 4 Pfund auf den Kopf bei Großvieh (1000 Pfund Lebensgewicht) nicht übersteigen. U. Das ganze Futter kann also niemals aus Zuckerfutter be⸗ stehen, man muß vielmehr bemüht sein, eine Mischung aus dem g verfügbaren Grünfutter, Heu, Futterstroh, Kartoffeln oder Rüben unter Zugabe von Zuckerfutter und der Mindestgabe von eiweiß⸗ haltigem Futter(Oelkuchen, Trockenhefe usw) zusammenzustellen,— wobei für die zuckerhaltigen Stoffe die oben angegebenen Grenzen einzuhalten und die Oelkuchen auf eine Menge von ½—1 Pfund 3 Pfund Lebensgewicht und Tag einzuschränken sein ürften. ö 5 Bei der Verfütterung von zuckerhaltigem Material empfiehlt sich in allen Fällen eine 1 von 50—100 Gramm Schlämm⸗ kreide oder phosphorsaurem Futterkalk für den Kopf und Tag. Rittergutsbesitzer Toepfer(Großzschocher) empfiehlt 9 Grundfutter aus Stroh und Zucker:„Ich schütte das täglich zu benötigende Quantum Spreu und Strohhiäcksel auf der Futter⸗ diele breit aus, löse das zugeteilte Tagesquantum Zucker(Melasse lann in derselben Weise verwendet werden) in einem offenen Faß in heißem Wasser auf und besprenge unter intensivem Wen⸗ den den Spreuhäcksel wiederholt mit der Brause einer Gießkanne, so, daß möglichst alle Strohteile benetzt werden. Es darf nur so viel Wasser zum Lösen des Zuckers verwendet werden, als unbedingt zur Benetzung notwendig ist, keinesfalls so viel, daß die Flüssigkeit abfließt. Nach gründlichem Mengen wird der so feuchte Strohhäcksel auf einen länglichen Haufen zusammengebracht, leicht festgetreten und mit alten dicken Säcken bedeckt und so 24 Stunden liegen gelassen. Es tritt eine Erwärmung des so behandelten Spreu- und Strohhäcksels ein, wodurch eine leichte Fermentation vor sich geht, eine Vorarbeit, die sonst der Magen verrichten müßte. Nach 24 Stunden ist das Futter zur N 94 bereit. Bei einer Gabe von ½—1 Pfund Zucker pro 1 Kopf und Großvieh erreiche ich es, daß meine Tiere von diesem Spreufutter so viel bei zweimaligen Tagesrationen aufnehmen daß sie vollgesättigt sind.“ 5 N a
Vermischtes. 2 »Fort mit den deutschen Rosen! Die Engländer wollen nun auch den deutschen Blumen den Krieg erklären, d. h.
auf die Blumen selber wollen sie nicht verzichten, sondern nur ihren deutschen Namen den Garaus machen. Im Londoner 5 Botanischen Garten findet jetzt eine Rosen-Ausstellung, stalt, die g die schönsten Arten der Blumenkönigin vorfßhrt. Die schönsse weiße trägt hier den Namen„Snow Queen“, aber es ist keine 3 andere als P. Lamberts herrliche„Frau Karl Druschki“; schon ihr Züchter hatte ihr den Namen„Schneekönigin? gegeben, aber die Eugländer hatten sie bisher immer mit dem Personennamen be- zeichnet. Auch unsere„Tausendschön“, gleichsalls eine deutsche Züchtung, die von Rosenkennern als die Königin der Kletterrosen bezeichnet worden ist, mußte sich plötzlich die leberseyung gefallen lassen und erscheint nun als„Thonssauo Beautlisz. Immer war diese Umtause freilich doch nicht möglich— der„Kaiserin Auguste, Viktoria“ mußten auch die Engländer ihren Namen lassen.
Meeorologische Beobachtungen der Station Giehen.
F. ue Juli E. SS S 3 2 8 5 8 2 37 38 3 8 sss Welter f 1 5 8 8 4 18 e 8 a 12 20 744,0 17,8 9,8 64 SW 4 5 Sonnenschein 12 9% 745,3 18,4 10 1 88 SW 2 10 Regen 13 2 46,8 12,9 3 84 SW 2 1 Sonnenschein öchste Temperatur am 11. bis 12. Juli 1918 + 18.8 0. 77 liedrigste„ 11.„ 12,„ i901.. i, 7 Miederschlag: 7,7 mn. 5 2 5 —B——
ausbrannte. Die abgebrannte Fläche ist etwas über zwei Morgen l.
5 Odol e


