Ausgabe 
(28.6.1915) 149. Zweites Blatt
Seite
171
 
Einzelbild herunterladen

25 9

Zweites Blatt Erscheint tglich itt neee, des Sonntags.

»DieGießener Familienblätter werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das Kreisblatt für den Ureis Gießen zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen seit

fragen erscheinen monatlich zweimal.

165. Jahrgang

Gießener Anzeigen

General⸗Anzeiger für Oberhessen

Montag, 28. Juni 1915 4

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: S 51, Schrift 7 leitung: 112. Adresse für Drahtnachrichten i Anzeiger Gießen.

Aus dem Reiche.

Berlin, 26. Juni.(WTB. Amtlich.) Der Reichs⸗ kanzler hat angeordnet, daß die am 1. Juli vorhandenen Bestände an Verbrauchszucker der Zentraleinkaufs⸗ gesellschaft m. b. H. Berlin anzuzeigen sind. Die Vorschrif⸗ ten sind im allgemeinen dieselben wie für die Bestandsauf⸗ nahme vom 1. Juni 1915. Indessen ist bestimmt, daß die Verbrauchszuckerfabriken ihre Anzeige bis zum 5. Juli erstatten haben. Von der Vorschrift, daß der Erwerb von Rohzucker laufend anzuzeigen ist, ist bis auf weiteres Ab⸗ stund genommen. Es wird darauf hingewiesen, daß sich strafbar macht, wer diese vorgeschriebene Anzeige nicht er⸗ stattet oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht. 8

Berlin, 27. Juni. 58 Nichtamtlich.) Staatssekre⸗ tär a. D. Dernburg ist heute abend 10 Uhr mit seiner Gemahlin auf dem Stettiner Bahnhof eingetroffen.

Berlin, 27. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Als im Laufe des Mittags in der Reichshauptstadt bekannt geworden war, daß die Königin von Schweden hier eingetroffen und im Hotel Ropal abgestiegen war, weckte diese Nachricht in vielen, insbe⸗ sondere auch bei der akademischen Jugend den Wunsch, der Königin. eine 3 darzubringen angesichts der glücklichen Er⸗ rettung aus Gefahr anläßlich des Fliegerangriffes auf das Schloß in Karlsruhe, wo die Königin, eine Enkelin Kaiser Wil⸗ helms I., bei ihrer isen Mutter, der ehrwürdigen Groß⸗ herzogin Luise von geweilt. hatte. So hatte in der Nähe der Universität heute abend sich ein Fachell zug von Studenten und Studentinnen gebildet, der an der Nordseite der Linden heraufzog, am Brandenburger Tor um⸗ wendete und sich zu dem Hotel Royal an der Ecke der Wilhelm⸗ straße bewegte. Der Zug e unter den Klängen des Schwedi⸗ schen Reitermarsches aus dem 30jährigen Kriege. Mitglieder des Studentenausschusses hatten in einem Wagen mit dem Banner der Universität Platz genommen, in einem zweiten Wagen folg⸗ ten die dem Ausschuß angehörenden Studentinnen, von weiß⸗ gekleideten Fahnenträgerinnen begleitet. Die Fahnen der vier

kultäten wurden, umgeben von zahlreichen Chargierten, im Zuge mitgeführt. Viele Tausende von Bürgern mit ihren Frauen hatten sich angeschlossen. So flutete das Fackelmeer heran durch den herrlichen Sommerabend. Vor dem Hotel hielt der Zug. Der Vorsitzende des Ausschusses, Kandidat phil. Kurtz, ent⸗ stieg dem Wagen, während die Königin auf dem Balkon erschien. Der Vorsitzende hielt eine Ansprache. Er schloß mit einem drei⸗ fachen Hurra auf die Königin, in das die versammelten Tausende einstimmten. Die Musik spielte die schwedische Hymne. Dann wurde das LiedDeutschland, Deutschland über Alles gesungen, während die Schläger der Chargierten zusammenschlugen. Ein Kammerherr der Königin bat nun die männlichen und weiblichen Mitglieder des Ausschusses, sowie die Chargierten zur Königin hinauf, während cus dem Publikum nochmals drei Hochs ausge⸗ bracht wurden. Der Fackelzug zog vorbei. Die Königin sichtlich tief gerührt, winkte den Abziehenden mit dem Taschentuch. Die Königin hat sich mit den Abgeordneten in ihrem Salon lange Zeit auf das freundlichste unterhalten. Das versammelte Publikum brachte der Königin noch lange herzliche Ovationen dar.

Aus Mexiko.

Paris, 26. Juni(WTB. Nichtamtlich.) DerTemps hat von der Pariser mexikanischen Gesandtschaft die Mitteilung er⸗ halten, daß die konstitutionalistischen Armeen Carranzas in heftigem Kampfe 8 Aufständischen in der Nähe der Stadt Meriko stehen. Die stitutionalisten unter Carranza seien augen⸗ blicklich Herren von acht Neuntel der ganzen Republik.

Beer und Flotte.

n. Vom Militärdienst der Volksschulleh⸗ rer. Nachdem der württembergische Kriegsminister bereits vor einiger Zeit bestimmt hatte, daß die Lehrer, die vor dem Jahre 1900 gedient haben, bezüglich der örderung den andern nicht nachgestellt werden sollen, z die Vor⸗ bildung die gleiche ist, hat nun auch der preußische Kriegs⸗ minister folgenden Erlaß herausgegeben:Ihre Geneigtheit vorausgesetzt, können Volksschullehrer, die vor 1900 kürzere Zeit als ein Jahr gedient haben, wie die übrigen Mann⸗ 1 des Beurlaubtenstandes befördert n, d. h. ie* 9 aktive Dienstzeit der älteren. lehrer ist der durch das Kriegsministerium später gef.

ten Dienstzeit von einem Jahre gleichzuachten.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 28. Juni 1915. L. U. Von der Landesuniversität. Im laufen⸗ den Sommersemester beträgt die Gesamtzahl der Stu⸗ dierenden an der Landesuniversität 1176. Im vorigen Halbjahr waren aufgeführt 1232, wovon 153 abgingen, so daß 1079 verblieben. Im gegenwärtigen Halbjahr sind also 97 Studierende hinzugekommen. Unter den Studierenden

zu sind 758 Hessen und 418 Nichthessen. Außerdem besuchen

Vorlesungen 8 Hörer und 25 Hörerinnen.

Amtliche Personalnachrichten. Die Groß⸗ herzog in hat am 23. Juni d. J. den Vorstand der Dampftessel⸗ inspektion zu Darmstadt, Geh. Baurat Johann Georg PöiH lmann zu Darmstadt, auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner lang⸗ jährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom 1. August 1915 an in den Ruhestand versetzt und ihm aus diesem Anlaß die Krone zum Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen und den Maschineningenieur bei der Dampfkesselinspektion Baurat Josef Dofflein zu Darmstadt mit Wirkung vom 1. August 1915 an, unter Belassung des Charakters als Baurat, zum Vor- stand der Dampfkesselinspektion ernannt. Uebertragen wurde am 22. Juni d. J. dem Schulamtsaspiranten Karl Möser aus Becht⸗ heim die erledigte Lehrerstelle an der Volksschule zu Bodenrod im Kreise Friedberg. Die Großherzog in hat am 23. Juui

d. Is. den von den Freiherren Schenck zu Schweinsberg (Rülsenrod) auf die evangelische Pfarrstelle zu Ehrings⸗ bausen präsentierten Pfarrverwalter Ernst Steiner zu

Alsfeld fuͤr diese Stelle zu bestätigen und dem Pfarrassistenten Ernst Weidner zu Affolterbach die evangelische Pfarrstelle zu Ober-Lais übertragen. Der Großherzog hat zum 16. Juni d. Is. dem Lehrer Johann Heinrich Zehnbauer zu Unter⸗ Hambach, Kreis Heppenheim, anläßlich seines 50jährigen Dienst⸗ jubiläums das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

* Hreiskomitee für Rotes Kreuz und Kriegs⸗ hilfe. Nach Mitteilung des Kreiskomitees sind in der Zeit vom 12. Mat bis 11. Juni 1915 aus, folgenden Gemeinden usw. die beistehenden Beträge an den Kreiskasserechner Kauß abgeliefert und von diesem an den Landesverein vom Roten Kreuz in Darm⸗ stadt überwiesen worden: 1. Kirchen: Garbenteich 50 Mk., Hausen 50 Mk., Langsdorf 172,45 Mk. 2. Gemeinden: In⸗ heiden 100 Mk., Nonnenroth 200 Mk., Treis a. d. Lda 55,81 Mark, Utphe 50 Mk. Der Gesamtbetrag der vorstehend aufgeführ⸗ ten Gaben beläuft sich auf 678,26 Mk. Unten Einrechnung der bisher bereits abgelieferten Gelder ist hiernach bis jetzt aus den Landgemeinden des Kreises Gießen der Betrag von 44 194,21 Mk. an den Landesverein abgeführt worden. Weiter sind seit dem 12, Mai 1915 an die Mitteldeutsche Cre⸗ ditbank Filiale Gießen abgeliefert worden: zur Beschaffung von Verwundeten Autos für den Osten aus der Gemeinde Ettingshausen 61,10 Mk., für erblindete Krieger: aus den Ge⸗ meinden: Inheiden 20 Mk. Münster 22,25 Mk. Ober⸗Bes⸗ singen 32 Mk., Steinheim 25 Mk, insgesamt 99,25 Mk.; auf das Konto des Kreiskomitees: von der Kirche Bettenhausen 74.36 Mark, und aus den Gemeinden Gießen 5 Mk. Lindenstruth 120 Mk., Röthges 10 Mk., insgesamt 209,36 Mk.

* Obst in Feldpaketen. Frisches Obst, insbefondere Erdbeeren und Kirschen, darf in Pappkästen mit der Feld post nicht verschickt werden, weil die Früchte schon nach kurzer Beförderungsdauer Flüssigkeit absondern, wodurch andere Sen⸗ dungen beschädigt werden. Die Versendung ist nur in sicher ver⸗ schlossenen Blechbehältern zulässig. Am besten wird von der Ver⸗ sendung überhaupt abgesehen, weil keine Gewähr besteht, daß die Früchte in gutem Zustande ankommen. Ungenügend verpackte Feldpostsendungen mit frischem Obst werden von den Postanstalten zurückgewiesen werden.

Vortrag. Am Mittwoch, den 30. Juni, abends 6 Uhr, wird Fräulein B. Noelting im Anatomischen Institut(Bahnhof- straße) einen Vortrag über die baltischen Deutschen und ihr Land halten. Die Vortragende hat infolge eines 35jährigen Aufenthaltes in Riga Kenntnis von Land und Leuten gewonnen. Da unsere Truppen zurzeit auf dem Boden dieser frühesten deutschen Kolonie kämpfend stehen, dürfte der Vortrag von Interesse sein. Der Ertrag des Eintrittspreises, 30 Pfg. pro Person(abends an der Kasse), ist für Kriegs-Wohltätigkeit bestimmt.

Landkreis Gießen.

Lang⸗Göns, 25. Juni. Am 2. Juni starb als 15. Opfer unserer Gemeinde den Heldentod fürs Vaterland der Ersatzreservist Wilhelm Beppler im Reserve⸗Infanterie-Regiment 222, 3. Kompagnie, im 25. Lebensjahre. Kurz vor seinem Tode war er zum Unteroffizier befördert worden und hatte gleichzeitig die hessi⸗ sche Tapferkeits medaille erhalten.

)(Weickartshain, 24. Juni. Zwei Kriegsteilnehmer aus unserer Gemeinde erhielten bei den Kämpfen in Galizien die Hessi sche Tapferkeitsmedaille: Musketier Hermann Theiß vom Res.-Inf.-Reg. Nr. 223 und Musketier Friedrich Herber vom Res.⸗Inf.⸗Rgt. Nr. 224.

Kreis Büdingen.

A Kohden, 25. Juni. Aus unserem Dorse sind 38 Männer zu den Fahnen einberufen. Davon sind bis jetzt 3 gefallen und 2 werden vermißt. Heute erhielt Bahnarbeiter L. Jey die Mit⸗ teilung, daß sein Sohn in Galizien den Tod fürs Vaterland ge⸗ storben ist.

. r*

r

Kreis Lauterbach.

A Aus dem oberen Vogelsberg, 26. Zuni. Die Witterung hat sich seit zwei Tagen etwas verändert. Zuweilen sind in der Umgegend auch heftige Gewitterregen niedergegangen, nur nach unseren Bergen wollte noch keine rechte Gewitterwolke aufsteigen. Trotzdem der Regen ganz spärlich hier niederging, hat man nun doch mit dem Verpflanzen von Dickwurz, Kohlrabi und Kraut begonnen. Der ersehnte Regen bleibt wohl nicht aus. Die zum Teil schon bei dem vor etwa zehn Tagen niedergegangenen Gewitterregen auf das freie Land gebrachten Gartenpflanzen sind meist alle schön angewachsen. t

Kreis Schotten.

A Laubach, 24. Juni. Der Krieg hat wieder zwei Opfer aus unserer Stadt gefordert. Vorige Woche fielen im Kampfe gegen die Russen Heinrich Horny und der Jäger Aßmann von hier. Aus unserer Stadt sind bis jetzt 14 Männer den Heldentod für das Vaterland gestorben.

Starkenburg und Rheinhessen. 5

rb. Darmstadt, 27. Juni. Eine schwere Bluttat wurde gestern in der Villenkolonie Gberstadt verübt. Dort hat eine 66jährige Frau, die mit ihrer verwitweten Schwiegertochter einen gemeinsamen Haushalt führt, diese nachts im Schlafe überfallen und ihr mittelst eines großen englischen Schrauben⸗ schlüssels schwere Verletzungen an Kopf und Rücken beigebracht, die ziemlich lebensgefährlicher Natur sind. Die rohe Täterin wurde sofort verhaftet und gab bei ihrer Vernehmung an, daß sie die Tat in der Erregung darüber ausgeführt habe, daß ihre Schwieger⸗ tochter sich wieder verheirdten wollte, was sie unter allen Um- ständen zu verhindern sich bemühte.

ch. Aus Rheinhessen, 25. Juni. Da die Rebenblüte einen günstigen Verlauf nehmen konnte, sind die Aussichten für den Weinbau augenblicklich sehr gur. Das trockene warme Wetter begünstigte den Verlauf der Blüte, die sich schnell und gleichmäßig

vollzog und dem Heuwurm keine große Möglichkeit zur Anrichtung von Schaden ließ. Die Peronospora vermochte sich nicht aus zubreiten, da das Wetter dies verhinderte, auch die erste Spritz- arbeit rechtzeitig vollzogen wurde. Geschästlich herrscht in der letzten Zeit sehr viel Leben. 8 7 Kreis Wetzlar. 1

Aus der Bürgermeisterei Atzbach-Launs bach, 27. Juni. Die Anlage elektrischen Lichtes wurde jetzt auch für die Gemeinden Kinzenbach und Salzböden beschlossen. Auch irn Wißmar und Vetzberg herrscht im Publikum große Stimmung da- für, obgleich sich die Ortsbehörden dafür noch nicht entschließen konnten. Infolge der Petroleumnot denkt man jetzt schon min Schrecken an die kommenden langen Winterabende. g a

Hessen⸗Nassau.

[Marburg, 25. Juni. Nachdem in den letzten Tagen süd⸗ lich, nördlich und östlich mehrere Gewitter den Fluren den lang⸗ ersehnten Regen gebracht hatten, entluden sich heute nachmittag auch über der Marburger Gegend Gewitter, welche gewaltige Regengüsse mit sich brachten. 1

Märkte. 1

ch. Nieder⸗ Ingelheim, 27. Juni. Spargel 1. Sorte 45 bis

50 Mk., 2. Sorte 25 Mk., Kirschen 2038 Mk., Stachel beeren 1718 Mk., Johannisbeeren 1718 Mk., Nüsse 12 Mk. der Zentner. 1 ch. Heidesheim, 27. Juni. Spargel 1. Sorte 4500 Mk.,

2. Sorte 2500 Mk., Buschbohnen 25 Mk., Süßkirschen 1235 Mk., Sauerkirschen 2030 Mk., Erdbeeren 50 bis 53 Mk., Johannisbeeren 1518 Mk., Stachelbeeren 16-18 Mk., Himbeeren 4042 Mk. der Zentner.

3

0

2 Die Allgäuer Milch von kerngesunden Gebirgskühen, be⸗ rühmt durch ihre bervorragende Qualität, wird an Ort und Stelle Herstellung von Nestles Kindermehl verarbeitet. Herrscht Milch⸗ nappheit, so wird man also gut tun, dieses milchbaltige Präparat für Säuglinge und als Stärkungsmittel für Kranke, welche eine Milchdiät durchmachen müssen, zur Anwendung zu bringen. Probe⸗ dosen kostenfrei durch Nestles 13 G. m. b. H., Berlin W 57. 85

Eine hessische Kriegs⸗KRunstausstellung. . rb. Darmstadt, 25. Juni.

Der hessische Landesverein vom Roten Kreuz hat in g mit dem Al'enverein unter dem Protektorat der Frau Großherzogin in der Kunsthalle am Rheintor eine Aus⸗ stellung von Kunstwerken veranstaltet, die ebenso originell wie reichhaltig und sehenswert ist. Sie besteht aus mehr als 300 Originalwerken, die von Kunstfreunden und Besten der Kriegsfürsorge gestiftet worden sind. Unter den ersteren steht die Großherzogin oben an, die neben zahlreichen Bildern von bekannten Meistern auch eine ganze Sammlung von Werken von Günther⸗Schwerin erworben und zur Verfügung gestellt hat. Ferner der bekannte Kunstmaler und Galeriebesitzer General Frhr. v. Heyl und viele andere Kunstfreunde zumeist sehr wertvolle Kunstwerke gestiftet, darunter der Münchener Hofrat und Kunstsammler Brakl eine Kollektion von 26 Gemälden, die allein einen Wert von über 20 000 Mark repräsentieren. Und andererseits haben auch viele Künstler ersten Ra Radierer, in hochherziger

schätze in der rechten Weise dem edlen nutzbar zu machen, hat das Rote Kreuz unter Leitung des 5 Frhrn. v. Heyl eine große Kriegslotterie zur Ausführung gebracht, in der nicht zur sämtliche e, sondern auch noch 2200 Geldgewinne in bar als Gewinne sigurieren. Die Lotterie ist in der Weise arran⸗ ee ee e

0 die im g 9 Lose à 1 Mark verkauft. Die bereits ausgezosten Ge⸗ winnummern sind in den Gewinnlosen enthalten und jeder, der

ein solches Los kann n genau numerierten Gewinn sofort

m der Ausstellin eine ebenso einfache, wie praktische

Form der Lotterie.. Die Ausstellung ist, wie uns aus Darmstadt gemeldet wird,

Samstag mittag 12 Uhr mit etner etnfachen Feier eröffnet worden,

8

vor, der

der auch die Großherzogin, die Minister und eine kleine Anzahl geladener Ehrengäste beiwohnten. General Frhr. v. Heyl hieß PPP

willkommen, worauf Generalleutnant o ran namens des Landesvereins vom Roten Kreuz allen edlen Spendern mit herzlichen Worten dankte. Daran schloß sich ein Rundgang durch die Ausstellung.

Als Vorsitzende wurden Exzellenz von Putlitz, Generalintendant der Stuttgarter e, und Clemens von Franckenstein, Münchener Hofbühne, ge

Württemberg, Baden und dem Elfaß ausdehnen.

in prophetisches Wort Franz Ferdinands. die Zeitungen geht die Nachricht, daß die Bürger von Ti⸗

tuch gerade ein vo

rief:Das hat die Königin aus den schwarzen Bergen ew, nicht mit in die 5 f Franz Ferdinand:Nein, das haben sie in Florenz gestohlen. Dieses

fügte er hinzu. Ich weiß, man hat es mir oft verdacht, daß ich im der Villa d'Este nichts machen lasse, daß dort alles beinah ver⸗ fällt. Das ist schade, ja, aber man kann's nicht ändern, und ich werde mich hitten, für diesen Besitz viel aufzuwenden, denn das käme doch nur denselben Leuten zugute, die in Florenz die gol⸗ denen Teller gestohlen haben Sie sollen sehen, wenn einmal Krieg ist, werden sie die Villa d'Este und anderes stehlen. Das ist die Tradition dieses Landes und dieser Dynastie. Und dann werden sie das geschenkte Goethe⸗Denkmal zerstöven. Denken Sie an mich.. Und dann mit einem verächtlichen Zurückwersen feines dunklen Marskopfes:Diebesgesindel. Er hat recht gehabt. Die Pferde von San Margo. Das berühmte an⸗ tike Viergespann, das die Schauseite von San Marco in Venedig ziert, hat mit Rücksicht auf die Bombengefahr fernen Platz über dem Hauptportale des Gottes haufes verlassen müssen. Die Ent⸗ ferwung der mächtigen Bronze⸗Werke von ihrem Standorte war nrit nicht geringen Schwierigkeiten verknüpft, jedoch ist nach den Berichten der italienischen Presse die Bergung der Pferde glück⸗ lich gelungen. Diese Pferde von San Marco haben schon eine ganze Reihe merkwürdiger Fahrten und Abenteuer hinter sich. Wahrscheinlich haben sie ursprünglich den Triumphbogen Neross in Rom, später auch den des Trojan geziert. Dann hat sie Kon⸗ stantin der Große nach seiner Hauptstadt entführt, und von Byzanz fie der Doge Enrico Dandolo 1204 als Siegesbeute nach der gebracht. Hier sind sie verblieben, bis Bonaparte, der große Kunsträutber, sie im Jahre 1797 nach Paris verschleppte. Nach etnem 18 Aufenthalt in der französisichen Haupt⸗ stadt gab Kaiser Franz I. 1815 San Marco seinen prächtigen alten Schmuck zurück, und so haben die antiken Bronzerosse jetzt Jahrhundert ihren Standort ruhig

3

*

bis dee der Welck 21 neter Sucht venta bt.