Ausgabe 
(28.6.1915) 149. Erstes Blatt
Seite
169
 
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Diamanten

* Ritter des Eisernen Kreuzes: Kriegsfreiw. Uffz. Wilhelm Schlemm aus Gießen, Inf.-Regt. 222. Ober⸗ arzt d. R. im Pion.⸗Regt. 21 Dr. Hch. Luft⸗ Butzbach. Sergeant Ferd. Riemenschneider vom 5. Res.-Drag. Regt. Krie 1 5 N Th. Fritsch aus Ruppertsburg, Gefr. im Res-Inf⸗ egt. 222. Uffz. Rudolf Herbst und Kanonier Gefreiter August Herbst aus Heimertshausen. Oberpost⸗ assistent Krause aus Worms, zurzeit Off.-Stellv. in einem Art.-Regt. Reservist Karl Milch aus Dalsheim, Feld⸗ Art.⸗Regt. Oberförster Emil ius zu Forsthaus ndhof bei Weilburg, Hauptmann im Landw.⸗Inf.⸗Regt. 87(1. Kl.). Leutn. d. R. im Leibg.⸗Inf.⸗Regt. 115 Engroff aus Darm⸗ stadt. Jos. Scheffer aus Auerbach, Uffz. d. R. Forst⸗ 1 eh aus Wimpfen. Feldpostsekretär Kammer aus

ondorf.

* Im Betriebe der Feld post macht sich in wei⸗ tem Umfange der Uebelstand geltend, daß die auf die Sen⸗ dungen geklebten Aufschriften unterwegs ab⸗

allen, wodurch die Sendungen unbestellbar werden. Be⸗

'onders sind es die Umhüllungen aus Oelpapier, denen die Ausschriftzettel schlecht haften. Auf solche Umhüllungen muß die Aufschrift mit Tinte niedergeschrieben werden.

* Militärische Ausbildung der Jugend. Am letzten Mittwoch wurde geturnt, während die Bajonet⸗ tierabteilung in der Turnhalle des Gymnasiums fleißig übte. Samstag abend fand eine Nachtübung gegen den Schüßftnde tatt. Gestern schossen 30 Jugendliche auf den Schießständen des Schützenvereins.

* Jugendwettkämpfe. Die Anmeldungen zu den 8 müssen bis zum 1. Juli erfolgen. Der für die Schulen Gießens gestiftete, von der Metallwarenfabrik Geiß⸗ lingen künstlerisch ausgeführte Hindenbur 9 schild ist seit gestern im fenster des Juweliers Noll, Selters⸗

weg, ausgestellt. Die vorgesehenen allgemeinen 2 5 werden jeden Samstag abend 6 Uhr in der Turnhalle der Oberrealschule durchgenommen.

* Städtische Verbrauchs⸗Abgabe 1914/15. Der Abs des Oktrois für das abgelaufene Rechnungs⸗ jahr 1914 liegt jetzt vor. Danach brachte die Abgabe als Einnahme ein: Aus eingeführten

Brennmaterialien Getränken usammen Mk. 48 446 Mk. 40 159 k. 88 606 weniger 1939 8 862 001

für Rückvergütung für wiederausgeführtes Material.

Es ist somit eine wirkliche Steuer von 85 804 Mk. gegen⸗ über 92 318 Mk. im Vorjahre in die Stadtkasse geflossen, so daß ein Ausfall von 6513 Mk. zu verzeichnen ift Der Ver⸗ brauch an Brennmaterial in unserer Stadt stellte sich im abgelaufenen Jahre auf 998 359 Zentner Steinkohlen und Koks, sowie auf 146 280 Zentner Braunkohlen. den Uebersichten über die Oktroieingänge entfallen rund 25 Proz. der verbrauchten Steinkohlen auf den der Eisen⸗ bahn, des Gaswerks und des Schlachthofs usw. Die Men⸗ gen der in unsere Stadt eingeführten Getränke(Bier ist

teilweise in der Stadt gebraut) stellen 2 wie folgt: Wein 878 hl und 53 366 Flaschen, weniger als 1913/14 373 hl und 3008 Flaschen; Obstweine 513 hl und 2416 Flaschen, weniger als 1913/14 66 bl und 836 Flaschen; Bie r 44448 hl, weniger als 1913/14 1670 hl, obergäriges alkoholarmes Bier 871 hl, mehr als 1913/14 164 hl; Branntwein 1355 hl, mehr als 1913/14 124 hl; Sprit 91 hl, weniger als 1913/14 7 hl. Der Bierkonsum in unserer Stadt, der schon 1913/14 zurückgegangen war und unter Abzug des wieder ausgeführten Bieres im Vorjahre 44 590 hl betrug, ist in 1914/15 um 1226 hl weiter zurückgegangen, wogegen

der Verbrauch von 8 oder alkoholarmem Bier hl gestiegen ist. Der jährliche

im letzten Jahre um 1 Konsum in Bier pro Kopf der Bevölkerung ist in den beiden letzten Jahren von 139,33 Liter auf 135,5 Liter zurück⸗ gegangen und hat* in obergärigem Bier von 2,15 au 2,0% Liter vermehrt. Nach der Reichsstatistik für 1912 ent⸗ fallen auf den Einwohner im Deutschen Reich von allem hergestellten Bier 101 Liter im Jahr, danach hätten wir in Gießen immer noch 1 Durst. Es entfallen übrigens in Bayern auf jeden Einwohner im Jahr 238 Liter des r Bieres, in Württemberg 167 Liter, in Baden 145 Liter, in Elsaß Lothringen 92 Liter und in de Norddeutschen Brausteuergemeinschaft 79 Liter. g

* Obst⸗ und Gartenbauverein. Eine vom Obst⸗ und Gartenbauverein am Samstag abend in den Lenzschen Felsenkeller einberufene Versammlung war überwiegend von Hausfrauen aus allen Ständen unserer Bevölkerun besucht, die mit regem Eifer und 8 den Ausführun⸗ gen von Dr. ee e es folgten, der in inter⸗ essanter und belehrender Weise über e speziell über Zubereitung von Fruchtsäften, Marmeladen, sowie über die Herstellung von Dörrobst sprach. Leider er⸗ wies sich der Saal des Felsenkeller als zu klein für die Ver⸗ sammlung, da eine ganze Anzahl Frauen wieder umkehren

mußten, weil der verfügbare Raum überfüllt war. Dr. Hoffmann, der über eine recht gemeinverständliche Art

des Vortrages verfügt, wird in einigen Wochen über Ge⸗ müseverwertung im Obst⸗ und Gartenbauverein sprechen.

Eßt Kartoffeln! Es ist bekannt, daß wir glücklicher⸗ weise noch reichlich Kartoffeln haben. Es ist aber jetzt die Zeit, wo sie durch Auskeimen schwinden und durch Fäulnis ver⸗ derben. Zwar werden mit allen verfügbaren Vorrichtungen Dauer⸗ vorräte hergestellt; aber das genügt nicht; um nicht kostbare Nähr⸗ mittel vergehen zu lassen, müssen jetzt viel Kartoffeln frisch ver⸗ zehrt werden. Wenn wir zum Abendessen Kartoffeln kochen, sparen wir an Brot, also an Getreide; dieses aber ist haltbar und wird eeine wertvolle Reserve für den Winter. Kocht viel Kartoffeln und ein wenig fettes Fleisch mit fungen Gemüsen(3. B. Spinat, Kohlrabi, Wirsingkohl, Möhren, Gurken) zusammen, die dadurch großen Nährwert er kocht Kartoffeln mit frischem Seefisch, lip Salzfisch oder Salzhering. Eßt Kartoffelklöse mit

Herr f

Fruchtbeiguß(Pflaumenmus, Rhabarber, Stachelbeeren) oder kalt in Buttermilch, bereitet Kartoffelsalat, saure Kartoffeln mit brau⸗ ner Tunke, mit Senf⸗, Meerettich⸗, Dill⸗ oder anderen Kräuter⸗ tunken. Man kann Kartoffeln zu sehr vielen schmackhaften, nahr haften und billigen Gerichten verwenden, auch wenn man an Fleisch und Fett spart. Sie brauchen also nicht zu verderben.

* Jeder erblindete deutsche Soldat, ohne Unter

Reichsdeutschen Blindenverband geschaffenen Erholungs

heimen einen sechswöchentlichen kostenlosen Erholungs⸗ aufenthalt genießen. Die Kosten der Hin- und Rückreise trägt ebenfalls der Verband, wie er auch für geeignete Begleitung für Hin⸗ und Rückreise sorgt. Anfragen und Anmeldungen zur Auf⸗ nahme sind zu richten an die Geschäftsstelle der Kriegsblindenhilfe des Reichsdeutschen Blindenverbandes zu Händen Herrn Paul Reiner, Berlin N. 113, Stolpische Straße 8.

* Im Bericht über die Stadtverordneten⸗ versammlung(Nr. 148 vom Samstag, 26. Juni)] ist durch ein Versehen in der Wiedergabe der Ausführungen des Beig. Komm.⸗Rats Emmelius, ein Wortungetüm stehen geblieben, das unsere Leser selbst berichtigt haben werden. In dem betreffen⸗ den Satze muß es heißen, daß s. Zt die Stadtverordneten die Herabsetzung desSteuerkoeffizienten abgelehnt haben.

Kreis Lauterbach.

. Lauterbach, 27. Juni. Eine schöne Gesinnung bekun⸗ deten in dieser Woche die Schüler und Schülerinnen der hiesigen Nealschule. Sie verzichteten einstimmig auf einen größeren Jahresausflug und beschlossen, statt dessen für die Hriegs⸗ blindenkasse einen Betrag zu stiften. Alle gaben sie ihr Scherflein; auch das 8 schloß sich nicht aus. So sammelten 8 Lehrer und 131 Schüler unter sich den hübschen Betrag von 350 Mark und führten ihn an die hiesige Sammelstelle der Kriegsblindenkasse ab.

Kreis Schotten.

Laubach, 286. Juni. Unter Vorsitz von Direktor Henk sand heute am hiesigen Gymnasium die mündliche Matur itäts- prüfung statt. Zwei Schüler waren vor der Prüfung zurück- getreten, einer davon befreit und fünf haben sich derselben mit Ersolg unterzogen. Der Musketier Heinrich Horney im In- fanterie-Regiment 223 ist den Tod fürs Vaterland gestorben.

Kreis Friedberg.

r. Bad-⸗Nauheim, 27. Juni. Gestern abend waren in unserer Stadt zwei schwere Unfälle mit tötlichem Ausgang du verzeichnen. Die Frau des im Felde stehenden Metzgermeisters T. in der Fürstenstraße, Mutter von 5 kleinen Kindern, wollte ein Glasdach reinigen, verlor dabei das Gleichgewicht und stürzte durch das Dach in den Hof. Der Tod trat auf der Stelle ein. Eine Stunde später fiel der Zimmermann F. K. im Hause seines Arbeitgebers mit dem Kopf so heftig auf eine mit Eisen beschlagene Treppe, daß er sofort tot war.

Starkenburg und Rheinhessen.

ch. Bingen, 27. Juni. Die am hiesigen Technikum studie⸗ renden Holländer protestierten durch ein Schreiben, 5 sie alle 2 0 17 dem 1 Blatt 8 0 8 Ragazyn gegen die vorgebrachte hauptung, daß das deutsche Kriegsbrot ungenießbar und für die Ernährung durch⸗ aus unzureichend sei. Sie erklärten, daß hier eine bestimmte Un⸗ wahrheit verkündet werde, denn sie selbst würden dieses Brot jeden Tag essen, daß dieses kaum gegen das Brot in Friedenszeiten geändert, daß es sogar nahrhafter sei, und daß sie Brot in ge⸗ nügender Menge erhielten. Das Schreiben an die Redaktion des holländischen Blattes wurde von 18 Holländern unterzeichnet.

1 Vermischtes.

Paris, 28. Juni.(WT Nichtamtlich.) DasEcho de Paris meldet aus Turin: Ein heftiges Gewitter hat das Gebiet von Genua und ganz Ligurien verwüstet. Meh⸗ rere Eisenbahnbrücken sind eingestürzt. Die Verbindungen sind unterbrochen. Der Schaden ist sehr Zahlreiche Personen sind ums Leben gekommen.*

Börsen⸗ Wochenbericht.

Frankfurt a. M., 25. Juni. Die zuversichtliche Stimmung der Börse hat in dieser Woche neue kräftige Impulse erhalten. Nie standen die militärischen und politischen Verhältnisse günstiger für uns als gegenwärtig. Die russische Wehrmacht ist nach dem Fall Lembergs zweifel⸗ los schwer erschüttert und auch auf den übrigen Kriegsschauplätzen berechtigt die gute Lage zu der Hoffnung auf weitere Erfolge. Die Börse 2 damit die Grundlagen bestätigt, auf denen sie seit Beginn des ieges ihre Berechnungen aufgebaut hat, und das Kursgebäude, welches sich in vieler Beziehung vorteilhaft gegen die Lage bei Kriegsausbruch abhebt, gewinnt an Festigkeit und Sicher⸗ eit. In wirtschaftlicher Beziehung kommt hauptsäch⸗ ich die günstige Lage der Montanindustrie in Betracht, die auch vom Handelsminister im Budgetausschuß des preußischen Abgeord⸗ netenhauses, besonders im Gegensatz zu den weit ungünstigeren Verhältnissen im feindlichen Ausland, unterstrichen die Ausweise der Kohlen⸗ und Eisensyndikate immer aufs neue be⸗ legt wird. Burch straffe Organisation haben wir selbst die Arbeiter⸗ schwierigkeiten, die durch die weiteren Einziehungen zum Heeres⸗ dienst entstanden sind, beseitigt und unsere Produktion in allen wichtigen Industrien von Monat zu Monat erhöht, so daß jetzt die laufenden Kontrakte ziemlich prompt erfüllt wer⸗ können und der Fluß des Wirtschaftslebens mehr nd mehr in das normale Bett zurückgleitet. Zu diesen wirtschaftlichen Erfolgen tritt noch die ungewöhnlich starke Geldflüssigkeit, die sich seit Mitte des onats durch die Kuponszahlungen auf Hypothekenpfandbriefe und Kommunal⸗

fanleihen weiter verstärkt hat. Tägliches Geld ist zu 3 bis Proz.

zu haben, der Privpatdiskont ist etwa Proz.; ganz ersttlassiges Papier ist zu entsprechend niedrigeren Sätzen anzubringen. Das Monatsende vollzieht sich, da die Börse auch nach dem erweiter⸗ ten Freiverkehr wenig Gold beansprucht und das Kredithedürfnis im Lande gering ist, zu Zinssätzen, wie sie nur in Perioden stärkster Geldflüssigkeit zu verzeichnen sind. Eine Folge der flüs⸗ sigen Geldverhältnisse ist auch der lebhafte Begehr nach Anlagewerten aller Art, wobei best Kriegsanleihen in den Vordergrund rückten. Die Banken haben den Bestand ihrer Kriegsanleihen wohl zum erheblichen Teil verkauft und es dürf⸗

ten sich diese nunmehr vornehmlich im Besitze der Kapi⸗ talisten und rer befinden. Daß unsere Banken bei der Ueberleitung dieser Anleihen einen schönen Gewinn

g erzielt haben müssen, sei nur nebenbei erwähnt; es ist dies ein

Umstand, der die Halbjahresabschlüsse unserer Banken in immerhin nicht unwesentlichem Maße beeinflußt haben dürfte. Guter Nach⸗ frage erfreuten sich auch einzelne fremde Renten, wie österreichisch⸗ ungarische Werte und Rumänier. Russen waren dagegen angeboten und niedriger. Amerikanische Werte behaupteten ihre Kurse, doch blieben die Umsätze eng begrenzt. Am markte zeigte sich namentlich gute Meinung für Montanpapiere, von denen Phönix, Bochumer und Caro im Vordergrunde des Interesses standen. Auch verschiedene Braunkohlenaktten wurden vom Publi⸗ kum verlangt. Von den Rüstungswerten waren Köln⸗Rott⸗ weiler Pulver, Deutsche Waffen, Ludwig Löwe, Rheinische Me⸗ tall, Daimler, Benz, Kleyer, Fahrzeug Eisenach und Hirsch Kupfer weiter begünstigt. Elektrizitätsaktien begegneten eben⸗ falls guter Kauflust, ebenso die Aktien chemischer Fabriken. Auch Schuh⸗ und Lederfsabrikakti⸗ sonders Adler& Oppen⸗ 1 und Gebr. Fahr 7 3 Einiges Inter⸗ se war vorübergehend ür Bankaktien wahrzunehmen, während Schiffahrtsaktien vernachlässigt blieben. De⸗ visen lagen ziemlich fest, namentlich die nordischen Plätze, Holland und New York. Wien profitierte von dem Abschluß der 305⸗Millionen⸗Mark⸗Ankeihe in Deutschland.

Bandel. Berlin, 26. Juni. WTB. Ni. Aus dem in de Feten Gef erte de e tg er.

schied der Konfession und der Beheimatung, kann in den vom

wurde und durch] den auch

statteten Bericht des Vorstandes geht hervor, daß der Kaliabsatz in den ersten fünf Monaten dieses Jahres um 42 Millionen Mark gegen den gleichen Zeitraum des Vorjahres zurückgegangen ist. Der Rückgang des Absatzes seit Beginn des Krieges bis Ende Juni beläuft sich auf rund 100 Millionen Mark, was einer Mindermenge

von mehr als 5 Millionen Doppelzentner reinen Kalis entspricht.

Die Gründe für diesen starken Rückgang sind bereits wiederholt dargelegt worden. Neben der ungünstigen ung von Eisen⸗ bahnwagen im Inlandsgeschäft ist es hauptsächlich der infolge des Ausfuhrverbotes und des Krieges fast gänzlich lahmgelegte Kaliabsatz nach dem Auslande. Die deutsche Landwirtschaft hat in den ersten neun Monaten des Krieges infolge des Wagenmangels und von Streclensperrungen leider 11½ Millionen Doppelzentner Kalisalze weniger bezogen als in dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres. Dies ist umso bedauerlicher, als feststeht, daß die mit Kali gedüngten Kulturen die Trockenheit weit besser über⸗ wunden haben als die ungedüngten. Es ist zu erhoffen, daß die Regierung bestrebt sein wird, mit geeigneten Maßnahmen dahin zu wirken, daß in der bevorstehenden Herbstkampagne ein ähn⸗ licher Rückgang vermieden wird. Die im übrigen auf der Tages⸗ ordnung stehenden Punkte wurden ohne längere Aussprache gemäß den Anträgen des Aufsichtsrates und des Vorstandes genehmigt.

Amtlicher Wetterbericht. Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen.

Von Nordwegen her rückt die Depression weiter vor und drängt das Hochdruckgebiet über Skandinavien nach Norden zurück. Da der Einfluß des anrückenden Tiefs sich auch bereits in Deutsch⸗ land bemerkbar machen wird, dürften wir für morgen trübes Wetter mit vereinzelten geringen Niederschlägen zu erwarten haben.

Wetteraussichten in Hessen am Dienstag, den 29. Junt 1915: 9 bedeckt, vereinzelte Niederschläge, etwas kühler, füdwestliche inde.

Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 28. Juni 18% R.

Tetzle Nachrichten.

Die Schlacht im Südosten.

N. K. Kriegspressequartier, 28. Juni. Die Zurück⸗ drängung, die die russische Armee durch den wuchtigen doppelten Durchbruch ihrer Front sowohl bei Lemberg durch die Armee Böhm⸗Ermolli, als auch anschließend weiter im Norden auf der Linie Rawaruska⸗Zolkiew durch die Armee Mackensen erlitten hat, drückt sich jetzt nach Verlauf mehrerer Tage in der Tatsache aus, daß sich der ganze rechte Flügel der russischen Armee wieder in vollem Rückzuge befindet. Die verbündeten Truppen warfen die Russen aus ihrer starken Stellung, an der das Zurückfluten der Front nach der Räumung von Lemberg zum Stehen kam. Diese neue Phase ihres Rückzuges wird vor dem Bugabschnitt kaum für längere Zeit zum Stehen gebracht werden können. Bei den übri⸗ gen Abschnitten zeigt sich die Ueberlegenheit der öster⸗ reichisch-ungarischen und deutschen Kräfte an dem langsamen Abflauen der russischen Angriffe.

Wechsel im russischen Kriegsministerium.

Stockholm, 28. Juni. Ueber Paris erfährtSvenska Dagbladet, daß der früher in Ungnade gefallene russische General Kuropatkin zum Nachfolger des Kriegsministers Suchomlinow bestimmt sei. Den Grund des Rücktritts des Kriegsministers sucht man in den russischen Niederlagen auf den galizischen Kriegsschauplätzen.

Keine Beteiligung Italiens an der Dardanellenaktion?

Lugano, 28. Juni. Während die offiziösen wie die nichtoffiziösen Blätter von Einzelheiten über die bevor⸗ stehende italienische Dardanellenaktion wimmeln, demen⸗ tiert offiziös dieAgenzia Stefani, daß der Ministerrat sich mit der Angelegenheit beschäftigt und leugnet überhaupt die Vorbereitung einer Flottenexpedition.

Die antimilitaristische Propaganda in Italien.

Genf, 28. Juni. Gerüchte über zunehmende Propaganda der Antimilitaristen in Italien verschulden lautPopolo d'Italia Fasel, Hefte Sch ener per Sone

agesordnung. Zahlrei ereinshäuser ozialisten si schlossen wurben, namentlich in Pallanza und Prestino. Das Blatt verlangt, die Polizei müsse gegen Individuen vorgehen, nich aber gegen ganze Organisationen, weil dadurch die Volksstim⸗ mung jäh umschlagen würde. Die schwedisch⸗russischen Beziehungen.

Kopenhagen, 28. Juni.Nowoje Wremfa meldet: Der schwedische Gesandte in Petersburg äußerte sich die schwed.⸗russisch. Beziehungen in folgender Weise beginn ist Schweden bestrebt, strengste Neutralität zu bewahren und sein freundnachbarliches Verhalten zu Rußland aufrecht⸗ zuerhalten. Die Behandlung der schwedischen Handelsschiffe durch die Engländer führte dahin, daß Schweden gegen f Handels⸗ schiffe gleichartige Vergeltungsmaßnahmen ergriff. Dabei ist Schwe⸗

gezwungen gewesen, Waren anzuhalten, die über. III der ischen u i egierung unzwei zu einer Verständigung führen. Schweden wünsche keinen Bruch heraufzubeschwören, sondern wolle streng neutral b. Die Engländer und der neutrale Handel.

Kopenhagen, 28. Juni. Unter dem Druck der Prot este der neutralen Länder gegen die rücksichtslose Behandlung des neutralen Handels durch die Engländer setzte die englische Re⸗ gierung einen Ausschuß ein, dessen Aufgabe die Festsetzung des Schadenersatzes für die zurückgehaltenen Schiffe oder weitigen Unzuträglichkeiten ist. Die englischen Bläkter erklären, die Möglichkeit von Verwicklungen sei auf ein Mindestmaß herab⸗ gesunken. Es sei leider nicht zu vermeiden gewesen daß die Maß⸗ nahmen Englands zur Ifolierung Deutschlands die Neutralen nach⸗ teilig berührt hätten, namentlich Amerika müsse darunter leiden. Die 1 3 habe aber alles mögliche getan, um so wenig aden als möglich zu verursachen.

Die kanadische Kriegshilfe.

Amsterdam, 28. Juni. Das New Norker BlattFinm⸗ cial American meldet, daß die Angus Lokomotiv⸗ und Wagen fabrik der Canadian Pacific Eisenbahn in das größte Arsenal der Welt umgewandelt Alle t sollen von der kanadischen Geschoßkommission geleitet werden. Die Werke stehen bercits unter mikitärischer Bewachung. Der Präfident der Bahn, der sich augenblicklich in London befindet, stellte Lord Kitchener alle Dampfer der Gefellschaft für Muni⸗ tionstransporte zur Verfügung.

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Amtlicher Teil. gegeben G beschäftigte, unentbehrliche Fach⸗ arbeiter, die bis 30. Juni 1915 beurlaubt oder zurückgestellt sind, sich am 1. Juli nicht ohne weiteres zu stellen, sondern ihren Ge⸗ stell 0 abzuwarten haben. Gießen, den 27. Juni 1915. gliches Bekanntmachung.

In Allendorf a. d. Lda. ist die Maul⸗ und Klanensenche ausgebrochen. Die Gemarkung Allendorf a. d. Eda. bildet einen Sperrbezirk. Für diesen Bezirk gelten die Bestimmungen unserer Bekanntmachung vom 12. November 1914(Kreisblatt Nr. 70 vom 17. 8

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