N f lle Gegenstände des lägli 9 6 aller Art sowie von rohen Naturer nissen, Heiz⸗ und euchtstoffen, ede de sie im Kleinhandel abgesetzt werden, veranlaßt. Diese Maßnahme dient dem Interesse sowohl der Kleinhändler wie der Käufer, denen es dadurch erleichtert wird, die Preise in 1 7 Geschäften zu vergleichen und unter den Angeboten die ihrer Lebensführung entsprechend⸗ sten auszusuchen. 5
Berlin, 24. Juni. Die„Deutsche Tageszei⸗
tun 1 erscheint seit heute morgen wieder. ünchen, 24. Juni(WTB. Nichtamtlich) Anläßlich der Eroberung Lembergs bereiteten etwa 10000 Personen dem König Ludwig eine begeisterte Ovation. Die ver⸗ sammelte Menge sang die Königshymne, worauf der König auf dem Balkon des Palais erschien und folgende Ansprache an die Menge richtete: Ich danke Ihnen, daß sie hierher gekommen sind, und daß Sie sich mit mir freuen über das siegreiche Vordringen unserer und unserer Verbündeten Armeen. Wir sind durch das⸗ selbe dem Frieden vielleicht näher gerückt. Aber noch lange heißt es Geduld haben und ausharren, bis unsere Feinde in Ost und West und Süd vollständig niedergerungen sind. Daß wir heute schon soweit gekommen sind, verdanken wir in erster Linie unseren tapseren Truppen, die Sieg auf Sieg errungen haben. Das ver⸗ danken wir aber auch den Zurückgebliebenen, die durch ausopfern⸗ den Fleiß die Arbeitskräfte der im Felde Stehenden zu ersetzen wußten, bis es unserer Industrie und Landwirtschaft, die rund eingekreist von Feinden sind, ermöglichen, aus eigener Kraft den Bedürfnissen des Landes und Heeres gerecht zu werden und unser Volk zu ernähren, nicht zuletzt unserer arbeitenden Bevölkerung, die wie wenige anderer Länder für das Wohl des Ganzen einge⸗ standen ist. Aber noch heißt es ausharren. Viele von Ihnen haben durch den Verlust lieber Angehöriger schon schwere Opfer bringen müssen und es stehen noch große Opfer bevor. Möge der Gedanke Ihnen um Trost gereichen, daß dieselben gebracht werden in großer Zeit für die große Sache unseres Landes, des Reiches und des ganzen deutschen Volkes. Nochmals danke ich Ihnen. Gott befohlen!
Aus Stadt und Cand. 5 Gießen, 25. Juni 1915.
Aus der Sitzung der Stadtverordneten.
N Das Stadtparlament hatte sich gestern mit drei Punkten von untergeordneter und mit einem Punkt von sehr großer Bedeutung zu befassen. Zwei Baugesuche und der Entschluß über die Aufstellung des Heyerdenkmals wurden im Hand⸗ umdrehen erledigt. Wer aber geglaubt hatte, mit der Er⸗ ledigung des Voranschlags für 1915 gehe es ebenso— die Annahme war nach dem Vorgehen sehr vieler anderer Ge⸗ meinwesen nicht ungerechtfertigt,— sah sich enttäuscht. Die Beratung nahm fast drei Stunden in Anspruch und führte gleichwohl zu keinem Endergebnis. Oberbürgermeister Keller hatte in einer weitausholenden klaren Rede die städtische Finanzgebarung der letzten Jahre beleuchtet und ausführlich und übersichtlich begründete Vorschläge zu deren unbedingt nötiger Neuorien⸗ tierung gemacht. Unsere Leser finden die Aus⸗ führungen im Versammlungsbericht. Dem Voranschlage waren ferner zum ersten Male Uebersichten über die Ab⸗ schreibungen, die Erneuerungsfonds, 8 Anlagelapital und seine Verzinsung und Tilgung sowie über die Schulden sämtlicher Werke beigegeben. Zieht man weiter in Betracht, daß, wie der Oberbürgermeister ausführte, die weitaus größte Mehrzahl der zum Vergleich in Betracht kommenden Städte — wir können diese Auffassung aus unserer Kenntnis der Tatsachen bestätigen— den Kriegsvoranschlägen ohne lange Erörterung en haben, so konnte man es verstehen, wenn der Oberbürgermeister die Er⸗ wartung aussprach, in Gießen werde es nicht anders sein. Zu dieser Hoffnung war man um so eher berechtigt, als die zur Beratung des Voranschlags eingesetzte Sonderkom⸗ mission von zehn Mitgliedern diesen mit ganz gering⸗ fügigen Abänderungsvorschlägen angenommen hatte. Die Beratung im Plenum ergab nun zunächst, daß man auf die allgemeine Beratung nicht Verzicht leisten zu können glaubte Es trat dabei die Tatsache zutage, daß eine ganze Reihe von Mitgliedern der Sonderkommission in Fischen anderen Sinnes geworden war und An⸗ sichten vertrat bezw. Anträge stellte, die von ihnen in der Kommission nicht geäußert worden waren. Es wurde ferner von verschiedenen Seiten der Angelpunkt des neuen Etats, die Steuererhöhungsfrage, an⸗ gegriffen und die Erörterung spielte sich gar auf einen
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5 gnis au en] Gegensatz zwi en des er nsbesondere von Nahrungs- und. d 155 der 15 l
und enen der Einkommenssteuer inaus. Es wurden weiter Anträge 2 deren Tendenz gesetzlich nicht zulässig ist, 5. B. die Trennung der Vermögensbesteuerung nach Grund⸗ esitz und Kapitalsvermögen. Aus all diesen Gegensätzen heraus entstand eine Debatte, die zeitweise eine sehr bewegte Form annahm und die Momente heranzog, vor denen man sich anderswo in ähnlichen Fällen peinlich gehütet hat, weil man sich sagte, hinter den geschlossenen Gesamteindruck unserer Zeit und ihren größeren Forderun müßten Spezialwünsche und Anteressen zurücktreten. 8⁰ war der Eindruck, den man aus der gestrigen Sitzung mit nach Hause nahm, kein erfreulicher, weil einerseits die ganze Arbeit der Sonderkommission vollkommen umgeworfen und illu⸗ sorisch gemacht wurde, und man andererseits zur Korrektur des Etats zahllose kleine und große Spezialverlangen vor⸗ trug, die den Oberbürgermeister dazu veranlassen mußten, auf den Gegensatz N unserer geruhigen Lebensfüh⸗ rung und den Verhältnissen beispielsweise in Ostpreußen hinzuweisen, wo tausende Deutsche dem Vaterlande alles e haben. In der Debatte betonte der Ober⸗ ürgermeister weiter, daß Vorschläge zur Steuererleichte⸗ rung wohl populär machten, aber keineswegs von der Ver⸗ pflichtung entbänden, den geeigneten Ersatz für die Balan⸗ cierung des Voranschlags namhaft zu machen. Daran fehlte es aber. Das Defizit, das nun einmal vorhanden sei, könne nicht mit unverbindlichen Ratschlägen gedeckt werden. Eine so wichtige Sache wie eine Steuererhöhung mit einer knappen Mehrheit zu beschließen, sei bedenklich; man solle daher den ganzen Gegenstand zurückstellen und einer neuen Kommission zur nochmaligen Beratung über⸗ antworten. Das geschah schließlich, nachdem man über die n der Kommission nach längerer Debatte einig geworden war.
Man kann demnach leider von der Stadt Gießen nicht sagen, daß die Kriegs⸗Etatberatung vom Geiste der geit den Hauch verspürt hat, der sie anderwärts über die land⸗ läufigen Voranschlagsdebatten weit hinausgehoben hat; sie blieb in Dingen, die herkunftsgemäß größtenteils der Kom- missionsberatung vorbehalten sind, stecken und verwirrte einigermaßen das Bild, das man sich gemeinhin von dem Zwecke und der Konsequenz von Kommissionsbeschlüssen macht.— Zu erwähnen wäre in diesem kurzen Ueberblick noch, daß zur Sprache kam, daß der Oberbürgermeister
elegentlich der Kommissionsberatung die Revision der 9 ebührenfrage für nahe Zeit in Aussicht gestellt hat. 1
* Von der Universität. Die Großherzogin hat am 23. Juni den Privatdozenten an der Landesuniversität, Königlich Preußischen Geheimen Oberregierungsrat Dr. med. u. phil. Richard Adolf Aßmann in Gießen,
m ordentlichen Honorarprofessor bei der philosophi⸗ sch en Fakultät der Landesuniversität ernannt.
** Ernennung. Die Großherzogin hat den Amts⸗ richter bei dem Amtsgericht Groß⸗Umstadt Wilhelm Volk zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Hungen mit Wir⸗ lung vom 1. Juli 1915 ernannt.
Vortrag über Obstverwertung. Die Gießener Frauenvereine fordern ihre Mitglieder dringend auf, den interessanten und wichtigen Vortrag des Herrn Dr. Hoffmann aus Friedberg über Obstverwertung recht zahlreich zu be⸗ suchen. Der Vortrag findet Samstag abend ½9 Uhr im„Felsen⸗ keller“ statt.
ee Die deutsche Frau und unsere zerschossenen Krkeger. Darüber wird die Schriftstellerin Frl. Papke aus Bad Sachsa hier im Saale des„Hotel Schütz“ einen öffentlichen Vortrag halten. Alle Frauen und Mädchen in Gießen und Umgebung sind zu diesem Vortrag eingeladen. Der Eintritt ist frei. (Siehe auch Inserat.)
* Brotmarkenaus gabe. Morgen, Samstag, von 8 bis 12 und von 2 bis 6 Uhr erfolgt die Ausgabe der für die Zeit vom 28. Juni bis 11. Juli gültigen Brotmarkenhefte. .— 8 auf die Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im
nzeigenteil.
** Diebstähle. Mittelst Einbruchs wurde in der Nacht zum 24. Juni in der Alicestraße ein Fahrrad, Marke„Weltrad“, mit der Fabriknummer 391 369 und der Polizeinummer G. 5010 entwendet. Ferner eignete sich der Dieb von einem anderen in dem Raum befindlichen Fahrrad noch die Polizeinummer G. 345 an.— Weiter sind Automobilgummischlauch 895/135 im Wert von 90 Mark und ein Automobilradmantel 710/100, Wert 60 Mark, auf un⸗
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aufgeklärte Weise abhanden gekommen. Personen, die über den Verbleib der Gegenstände Auskunft geben können, wollen sich bei der Kriminal⸗Abteilung Großh. Polizeiamts
hier melden. 10 Landkreis Gießen. 0 ch. Mainzlar, 24. Juni. Im Februar d. J. sandte der hiesige Jungfrauenverein Liebesgabenpakete an elternlose Krieger. Nach einiger Zeit meldeten sich Empfänger aus verschiedenen Armeekorps. Ihre Dankschrei⸗ ben bezeugten, wie willkommen die Gaben waren, hatte doch mancher seit Ausbruch des Krieges noch keine Liebesgaben erhalten. Darauf folgten natürlich weitere Gaben. Und so erhalten jetzt 21 Feldgraue, die ohne Eltern sind, von hier regelmäßig fast jede Woche ihr Paket.— Von denen, die aus hiesiger Gemeinde ins Feld rückten, sind bis jetzt 5 gefallen, 2 vermißt, 2 in jranzösischer, 1 in russischer Ge⸗ fangenschaft, 2 haben das Eiserne Kreuz und 2 die Hessische Tapferkeitsmedaille erhalten. Hessen⸗Nassau. a f
I Marburg, 24. Juni. Der auf der Landesheilanstalt be⸗ schäftigte Dachdecker Mai von hier stürzte heute infolge eines Fehltritts von dem Dache eines Hauses und erlitt solche Ver⸗ letzungen, daß er bald darauf seinen Geist aufgab.
h. Langenselbold, 24. Juni. Der hiesige Bürger⸗ meister, Dr. Ludwig Ritter, gibt Folgendes bekannt: Infolge meiner Erkrankung kann ich nur die dringendsten Dienst⸗ geschäfte erledigen und erledige deshalb Arbeiten nicht, die sich darauf beziehen, daß ein Nachbar dem andern versehentlich einen Fuß breit Wiesen abgemäht oder ein Junge dem Nachbarn die Kirschen gestohlen hat. Im ersteren Falle wird eine gütliche Aus⸗ einandersetzung und im zweiten Falle die Anziehung des Hosenbodens zum Ziele führen. ä———
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten in Hessen am Samstag, den 26. Juni 1915: Wolkig bis heiter, trocken, südöstliche Winde.
Letzte Nachrichten.
Die italienische Kriegführung. Chiasso, 25. Juni. Ueber die Verhaftung von zahlreichen Geistlichen in den von den Italienern besetzten Grenzbezirken sagt
das„Giornale d'Italia“: In etwa 10 Pfarrhäusern im Be⸗ zirke Cerwignona wurden Waffen, Dynamit, Signalapparate und
—
verschiedene Instrumente für Kriegszwecke entdeckt. Einige Priester
suchten auch nachts durch die italienischen Linien zu schleichen, und bei ihrer Verhaftung wurden bei ihnen Dokumente über die mili⸗ tärische Lage der Italiener gefunden.— Tendenz dieser Notiz ist natürlich, den durchweg unfreundlichen Empfang der Italiener in den von ihnen erlösten Ortschaften, als eine Frucht der klerikalen Propaganda hinzustellen. Aus mehreren Orten Italiens kommen Nachrichten, daß die Italiener die Bewohner über die Grenze
schleppen. ö Das deutsche Muster.
Lugano, 25. Juni. Die„Tribuna“ erklärt in einem vielbemerkten Leitartikel den Bankerott der italie⸗ nischen Feldpost und empfiehlt die Handhabung nach deutschem Muster.
Ein feindlicher Dampfer vor den Dardanellen gesunken.
Köln, 25. Juni. Aus Konstantinopel wird der„Köln. Ztg.“ gemeldet: Aus Smyrna meldet man uns, daß ein großer, die feindliche Flagge zeigender Dampfer zwischen Kalymnos und Leros während der Fahrt in den Wellen verschwunden ist.
Die Auseinandersetzung in der Sozialdemokratie.
Berlin, 25. Juni. Der„Vorwärts“ veröffentlicht eine Zuschrift des Abg. Hoch, in der dieser mitteilt, daß er sich der Erklärung der Mitglieder der Vorstände der Partei und der Reichs⸗
tagsfraktion gegen den Aufruf Bernstein, Haase und Kautsky nicht
anschließe, da nach seiner Meinung jeder das Recht und die Pflicht
habe, seine Sache zu vertreten. Ferner veröffentlicht der„Vor⸗
wärts“ eine Zuschrift an den Parteivorstand, die sich mit der
Eingabe vom J. Juni beschäftigt und bereits, wie der„Vorwärts“
gestern mitteilte, Unterschriften von Funktionären tragen soll. In
der Zuschrift des Parteivorstandes an den„Vorwärts“ heißt es:
Wir wissen nicht, von wem der„Vorwärts“ die Informationen
erhalten hat, jedenfalls ist seine Angabe falsch und die bei den
beiden Parteivorständen eingegangenen Schreiben kaum dig
Hälfte der von ihm behaupteten Zahl der Unterschriften. Dabei
liegt nicht eine einzige Unterschrift im Original vor.— Hierzu schreibt der„Vorwärts“: Wir bemerken dazu, daß uns die Ae
über die Zahl der Unterschriften von vertrauenswürdiger Seite zugegangen sind. Da die Unterschriften sämtlich gedruckt werden, ist
jede erforderliche Kontrolle gegeben. 5
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Amtliche Bekanntmachung.
Hierdurch bringen wir zur öffentlichen Kenntnis, daß wir unsere laut Gesetzen vom 31. März und 27. Mai 1915 bestehenden Beschlagnahmerechte gegenüber
sämtlichen Eigentümern und Lagerhaltern für Soyabohnen(heile und gequetschte)
an das Kriegsministerium U. D. G. E. Berlin übertragen haben. Den Weisungen des Kriegs⸗ ministeriums U. D. G. E. Berlin ist daher unbedingt Folge zu leisten. Etwaige Weigerungen ziehen die im Gesetz angedrohten Strafen nach sich, außerdem erfolgen sofort Zwangsmaßregeln.
Berlin, den 21. Juni 1915. Bezugsvereinigung deutscher Landwirte, Gesellschaft mit beschränkter Haftung.
Unter Bezugnahme auf obige Bekanntmachung der Bezugsvereinigung deutscher Land⸗ wirte werden alle Lagerhalter und Eigentümer von Soyabohnen im Bereich des XVIII. Armee⸗ korps aufgefordert, Meldungen aller Vorräte innerhalb 3 Tagen an die stellvertretende Intendantur ihres Korpsbezirks zu erstatten.
Berlin, den 21. Juni 1915.
Kriegsministerium.
* Unterkunfts⸗Departement. Gefangenen⸗Ernährung.
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Vereine
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und Damenabteilung. Samstag, 26. Juni, im
53300 Vereinslokal.(n=


