Ausgabe 
(23.6.1915) 145. Zweites Blatt
Seite
141
 
Einzelbild herunterladen

essen des Slawentums

5

3 1 e Eau*

1 DieSießzener Famklienblätter werden dem » Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt, das

Aber schon in den ersten Schlachten um Lemberg konnte

heuren

Ausstellung vom Jahre 1881. Dort lernte Rathenau die ersten 5 Gib

weites Blatt

n f Erscheint tägneh mit Ausnahme des Sonntags.

Kreisblatt für den Kreis Gießen zweimal

wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen zeit⸗ fragen erscheinen monatlich zweimal.

Was geschieht nun mit Galizien?

Die Rückeroberung Galiziens bedeutet mehr als einen herrlichen Waffenerfolg, mehr als eine neue, vlelleicht end⸗ Niederlage Rußlands. Oesterreich-Ungarn erhält ein

nd zurück, dessen politischer und wirtschaftlicher Wert durch diesen Krieg ganz ungeheuer gestiegen ist. Galizien? Man dachte früher nur ungern daran, daß es auch zu, Oesterreich gehört. Die Oesterreicher sagten beim inner- politischen Kannegießern oft!Auf dieses dreckige Galizien möchten wir gern verzichten. Und nun haben die Oester⸗ reicher zufammen mit den Preußen und Bayern um Ga⸗ lizien gerungen wie um das Herz der Mutter. Der Name des Landes, der törichten Ohren leicht unangenehm klang, ist nun mit goldenen Riesenbuchstaben eingegraben in das Buch der Weltgeschichte. Die Rückeroberer Galiziens werden von den Einwoh⸗ nern mit einem Jubel empfangen, der keine Grenzen kennt. Auch das war einmal anders. Die galizischen Polen ver⸗ trugen sich herzlich schlecht mit denWienerischen und wurden ganz wild, wenn sie nur von den Preußen hörten.

man es täglich hören, wie die lich begeistert die Wacht am

Die zehnmonati

polnischen Freiwilligen plötz⸗ Rhein anstimmten.

e Russenherrschaft, die nun zu Ende Angz hat wohl das übrige zur völkischen Umwandlung getan. n ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! Von den sinnlosen n der russischen Soldateska, von den Grausam⸗ keiten und Schandtaten der zarischen Truppen soll nicht die Rede sein. Während des Russeneinfalls in Ostpreußen ging's ja noch viel schlimmer her. Rußland hat sich allein durch seine täppischen Russifizierungsversuche in Galizien die etwa vorhandenen Zuneigungen einzelner Bevölkerungs- kreise für alle Zeiten verscherzt und verdorben. Als der Generalgonverneur Graf Bobrinski sich französisch emp⸗ fahl, richtete er noch an alle Unterbehörden ein Zirkular, in dem die russische und russophile Beamtenschaft ermahnt wurde, mehr noch als bisher auf die Bevölkerung einzu wirken, damit diese völlig für die russische Sache gewonnen werden könne. Besonders müsse bei jeder Einwirkung auf die Bevölkerung der Hinweis auf die gemeinsamen Inter- 5 eine Rolle spielen. Ferner sei mit allen Mitteln darauf hinzuarbeiten, daß die Bevölkerung zur griechisch⸗katholischen Kirche übertrete. In letzter Zeit 5 sind zahllose griechisch-katholische Geistli land nach Galizien gekommen, um das großeBelehrungs⸗ werk in Angriff zu nehmen. In ihrer Bekehrungsarbeit wurde die russische Geistlichkeit sehr tatkräftig vom russi⸗ schen Militär und von der Polizei unterstützt. Auch zahl⸗ reiche Juden sind gezwungen worden, den Glauben ihrer Väter eee und griechisch⸗katholisch zu werden. Der . ynod hat den Beschluß gefaßt, mehr denn zwei llionen Exemplare von religiösen Aufklärungsschriften, in denen auch besonders das Zarentum verherrlicht wird, nach Galizien zu senden und an die Bevölkerung kostenlos verteilen zu lassen. Nach einer Verfügung des General- gouverneurs wurden sämtliche Schüler, die noch nicht das 16. Lebensjahr erreicht haben, gezwungen, die russische zu erlernen. Eine ganze Anzahl von russischen Klöstern sind in Galizien a worden. Die Protestanten und Römisch⸗Katholischen wurden durch die orthodoxe Geist⸗ lichkeit in jeder Weise belästigt und schikaniert. Und im An⸗ schluß an diesefrommen Werke wurden an der ganzen Bevölkerung ohne Unterschied der Religion Willkürakte und Expressungen verübt, die den Galiziern gründlich die Augen öffneten. Nun wünschen sie selbst, daß die ee Russen ihre Spießgesellen, die russenfreundlichen rutheni⸗ schen Popen und Grenzbauern hübsch mitnehmen.

Den Dentschen gegenüber wird nach der Säuberun Galiziens in dem herrschenden Polentum zweifellos 8 ganz andere Stimmung herrschen wie vor dem Kriege, und der Boykott deutscher Waren wird eine Erinnerung sein, deren man sich schämt. 90000 Deutsche lebten schon vor

Emil Rathenau 7.

es eigentlich noch nicht so hieß Emil Rathenau, hatte

dieser darauf ein die erste Ferusprech⸗

gerufen, eine Entwickelung von un

2 8 dank* 5 4 E war Fernsprechver egrũ

r

3 um 2 Nat Leben E machte Das war die Pariser elektrische kennen, und alsbald keimte in ihm der Plan,

zur Entfaltung zu bringen. Er erwarb die Edisonpatente

Gießen

iche aus Ruß⸗ B

zu leiden hatten, mußten sich doch

Beleuchtungswefens in Deutsch⸗Leutnan

1

165. Jahrgang

er Anzeige

General⸗Anzeiger für Gberhessen

Mittwoch, 23. Juni 1915

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗

straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: 851, Schrift-

leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichtem Anzeiger Gießen.

5 8 121 ˙

dem Kriege in Galizien, das nur 3000 Quadratkilometer größer als Bayern und dreimal so groß als Belgien ist. 92 wird die Zahl der Deutschen in Galizien ganz be⸗ deutend zunehmen und unser Handelsverkehr, der schon früher dem Ausland gegenüber vorherrschte, außerordent⸗ lich wachsen. Die Naphthagewinnung, die Salz- und Kohlen⸗ förderung wird wieder aufgenommen. Oesterreich wird die Petroleumbohrung wieder beginnen. Stand es doch mit rund 5 Millionen Meterzentnern jährlicher Erdölförderung nach Rußland und den Vereinigten Staaten bereits an dritter Stelle. Die Entbenzinierungsanstalt in Drohobycz, die von russischer Niedertracht zerstört wurde, wird wieder aufgebaut werden, und die Erdwachsgruben von Boryslaw, die einzigen in Europa, werden, durch deutsches Kapital gedüngt, wieder aufblühen. Eine Fülle wirtschaftlicher und

Bearbeitung.

preußischer Landtag.

112. Sitzung des Abgeordnetenhauses.

Berlin, 22. Juni.(WTB.) Am Ministertische von Löbell, von Trott zu Solz. 5 1 Dr. Graf von Schwerin⸗Löwitz eröffnet die Sitzung um 2, hr. Zu Ehren des am 19. Juni verstorbenen Abg. Richter(Ztr.) des Vertreters von Glatz-Habelschwerdt, erhebt sich das Haus. Zunächst wird die Verordnung über Aenderung der Ver⸗ ordnung, betreffend ein vereinfachtes Enteignungsverfahren zur Beschaffung von Arbeitsgelegenheit und zur Beschäftigung von Kriegsgefangenen, genehmigt, nachdem der Abg. Dr. Bell(Ztr.) den Wunsch ausgesprochen hat, daß die Bekanntmachung über diese Veränderungen auch in den Tageszeitungen veröffentlicht wird. Die Verordnung, betreffend Verlängerung der Verordnung über die Bildung von Genossenschaften zur Bodenverbesserung von Mvor⸗, Weide⸗ und ähnlichen Ländereien bis 30. Dezember

1915, wird ohne Aussprache genehmigt. 5 Der Antrag Brütt(Freikons.) und Genossen, betreffend wirtschaftliche Kriegsmaßnahmen, wird von der Tagesordnung ab⸗ gesetzt.

Hierauf begründet Abg. Wildermann(Zentr) seinen An⸗ trag, in welchem die Regierung ersucht wird, Anordnungen da⸗ hingehend zu treffen, daß den Schülern höherer Lehr⸗ anstalten, die während des Krieges von Unterprima ab⸗ gegangen und in das Heer eingetreten sind sowie den in gleicher

age befindlichen Seminaristen die Erlangung des Reifezeugnisses möglichst erleichtert wird, und zu erwägen, ob das Reifezeugnis in besonderen Fällen auch ohne Prüfung erteilt werden kann. Der Redner führt aus, daß diejenigen Unterprimaner, die bei Beginn des Krieges zu den Fahnen geeilt sind, gegenüber den. Daheimgebliebenen ins Hintertreffen geraten. Es ist nicht zu ver⸗ kennen, daß bei diesen jungen Leuten ein Mangel an schul mäßigem Wissen besteht, dieser Mangel wird aber reichlich ausgeglichen durch die Erfahrung, die sie in treuer 11 ihrer Soldaten⸗ pflicht in den Schützengräben unter großen Opfern und Ent⸗ behrungen erlangt haben, eine Erfahrung, die sie sicher befähigt, auch im späteren Leben voranzukommen. Bayern ist in dieser Beziehung schon vorangegangen und erteilt diesen jungen Leuten ohne weitere Prüfung das Reifezeugnis. 5 wir diesem Bei⸗ spiel und vermeiden wir alle Härten.(Beifall.)

Kultusminister von Trott zu Solz: Der Grund⸗ gedanke des vorliegenden Antrages ist derselbe, wie er bei allen Anordnungen, die ich seit Ausbruch des Krieges auf diesem Ge⸗ biete erlassen habe, zum Ausdruck gekommen ist. Die jungen Leute,

lampen. Als Slaby die ersten unter Rathenaus Anregung ent⸗ standenen Anlagen sah, die die elektrische Kraft in einige nahe⸗ liegende Häuser zu tragen und zu verteilen imstande war, da rief er angesichts dieser Blockstation begeistert aus:Die Lichtzentrale des kommenden Jahrhunderts!O nein, erwiderte Rathenau lächelnd,wie verkennen sie den unersättlichen Elektrizitätshunger der Menschheit, der sich in wenigen Jahren einstellen wird! Statt dieser Kellerräume mit ihrem ohrenbetäubenden Lärm, sehe ich hohe luftige Riesenhallen mit vieltausendpferdigen Maschinen, die automatisch und geräuschlos Millionenstädte mit Licht und Kraft versorgen. Rathenau wird in der Tat als ein Erzieher der deutschen Maschinen- und Elektrizitätsindustrie fortleben. Er erzog nicht immer sanft. Er war eine Gewaltnatur, eine Herrscher⸗ natur, die immer das Ziel und allein das große Ziel vor Augen hatte und diesem, wenn es galt und nötig war, alles zum Opfer brachte. Aber selbst die, die unter seinem autokratischen Walten

i immer wieder vor der genialen Umsicht und der gewaltigen Organisationsgabe des Mannes beugen. Wenn einer, so verdient Emil Rathenau den Namen eines Feld⸗ herrn der Industrie.

5 1

Zur Ehrenrettung des deutschen Leutnants. Es ist wohl bisher allgemein die Anschauung verbreitet gewesen, daß das WortLeutnant aus dem Französischen stamme und

lieutenant. Führten doch die deutschen Offiziere letzteren Titel, bis durch kaiserlichen Erlaß vom 1. Januar 1899 die deutsche Schreibung Leutnant eingeführt wurde. In der Tat handelt es sich um zwei ganz verschiedene Worte, von denen das eine rein deutschen, das andere französischen Ursprungs ist. Das Wort Lieutenant ist Dr. Otto Sarrazin zufolge Klarstellung in der Zeitschrift des allgemeinen

deutschen Sprach vereins verdanken, im 15. Jahrhundert

aus Frankreich nach

Statthalter.) Das Wort Leutnant, das mit ihm verwechselt wurde, ist ein altdeutsches Wort und hat eine ganz andere Be⸗ deutung. Der erste TeilLeut hängt mit dem altdeutschenLiut⸗ Volk, Kriegsvolk zusammen, das heute nur in der Mehrzahl als Leute üblich ist. Das Grundwort mant odernand aber bedeutet um Altdeutschen der Wagemutige, Kühne. So ist denn der deutsche t einer der das liutnendet, kühn macht. Diese Be⸗ zeichmung ist zweifellos deutlicher als das französische, das Platz⸗

U d und es dauerte nicht lange, so erstrahlte die en Berlin in öl alichen Lichte mackiger Baceu-

politischer Aufgaben(auch die polnische Frage) wartet der] A

nichts weiter sei als das in deutscher Orthographie geschriebene] S

dem wir diese ch

Deutschland gedrungen und hat sich dort schnell verbreitet, und f unge zwar im Sinne einer militärischen Statthalterwürde(lieu⸗tenant

die infolge Verwundung oder Krankheit aus dem Felde zurück⸗ gekehrt sind, haben sofort Gelegenheit gehabt, an die Arbeit heran⸗ zugehen, um die Reifeprüfung zu erlangen. Es bleibt nun noh übrig, die Besorgnisse zu zerstreuen, die hinsichtlich derjenigen Untern⸗ primaner aufgetaucht sind, die den Feldzug bis zum Ende mitmachen werden. Daß diese jungen Leute die moralische Reife aus dem

Feldzuge mit heimbringen, darüber brauchen wir nicht in Sorge zu sein. Das Reifezeugnis setzt aber auch ein bestimmtes schul⸗ mäßiges Wissen voraus, um ein späteres Studium zu ermöglichen.

Ich glaube, daß wir da viel besser für unsere jungen Leute sorgen, wenn wir ihnen die Möglichkeit geben, sich diese untnisse an⸗ zueignen. Selbstverständlich müssen dann die Prüfungen auf diese 1 besonderen Verhältnisse zugeschnitten werden und in wahrhaft warmherziger Weise durchgeführt werden. Die Unterrichtsverwal⸗ tung unterzieht sich warmherzig der schönen Aufgabe, um unseren jungen Kriegern, die sich draußen im Fe de ausgezeichnet haben, das Ziel zu erleichtern, sich eine bürgerliche Stellung zu erwerben. uch den Seminaristen soll Entgegenkommen zur späteren Erlangung des Reifezeugnisses gezeigt werden. Erlassen werden kann die Reifeprüfung nur ausnahmsweise, wie z. B. in dem Falle eines jungen Mannes, der in England festgehalten wurde, der aber tat⸗ sächlich soweit war, daß er die Reifeprüfung ablegen konnte. Jeden⸗ falls werden aber Einrichtungen getroffen werden, die es den jungen Leuten ermöglichen, in verhältnismäßig kurzer Zeit sich auf die Reifeprüfung vorzubereiten.

Abg. Meyer⸗Diepold(Natl.) wünscht, daß in besonderen Fällen die Ablegung der Reifeprüfung erlassen werde. Abg. Otto (Volksp.): Mit den Erklärungen des Ministers können wir uns nicht ganz einverstanden erklären, insbesondere nicht damit, daß prinzipiell keine Ausnahme hinsichtlich des Erlasses der Reife⸗ i prüfung gemacht werden soll. Auch bei den Seminaristen sollte man in geeigneten Fällen von einer Prüfung absehen. Diese jungen Leute sollten an solche Schulen geschickt werden, wo sie unter Anleitung erfahrener Lehrer ihr Wissen erweitern könnten. Wir haben das Vertrauen, daß der Herr Minister diese Frage noch einmal wohlwollend prüfen wird und es nicht bei seinen heute ab⸗ gegebenen Erklärungen bewenden läßt.(Beifall.) 4

Darauf wird der Antrag Wildermann und Genossen ange⸗ nommen. Hierauf wird eine lange Reihe von Bittschriften ohne Er⸗ örterung erledigt. Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr: Antrag Brütt, betr. wirtschaftliche Kriegsmaßnahmen.(Schluß 44 Uhr.) 9

Uriegsbriefe aus dem Often. 1 Telegramm unseres zum Ostheer entsandten Kriegsberichterstatters. Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Vor Szawle.

Kutowiany, 19. Juni. 25 Zu ungefähr der gleichen Zeit, da lebhafte Gefechte bei!

Mariampol sich entwickelten, stießen die Kräfte unseres Nordflügels an der Dubissa, trotz der russischerseits an⸗ gesetzten Verstärkungen vor. Im Anschluß an die heftigen 9 Kämpfe längs des Windawskikanals und dem Vorrücken bis über die Eisenbahnlinie SzawleMarajewo gingen die deu⸗ schen Divisionen im fortschreitenden Angriff auf Szawle weiter. Am 12. und 13. Juni wurden die hochgelegenen Dörfer Kuze und Danksze gestürmt. Die rufsischen Stel⸗ lungen waren hier festungsartig ausgebaut. Gegen Dauksze, von dem wir nun die russischen letzten Linien bei Szawle beherrschen, setzten die Russen einen Nachtangriff von drei! bis vier Regimentern an, in die unter unserem vernichten⸗ den Feuer zurückflutenden Infanteriemassen schoß die eigene 5 russische Artillerie, um sie am Zurückgehen zu hindern. Sie vermehrte nur die furchtbaren russischen Verluste, die Stellung blieb fest in unserer Hand, an einer Stelle wurden 500 russische Tote auf einem Fleck von etwa 200 qm gezühlt.

Auf der großen Reichsstraße TauroggenSzawle war zu gleicher Zeit unsere Front mehrere Kilometer über den 9 Dubissa-Abschnitt vorgerückt. Die russischen Stellungen zogen sich hier auf einer Hügelkette, die dicht an der Straße eine kleine Kirche trug, etwa nach dem Dörfchen Rejzgie hin. Unsere schwere Artillerie nahm diese Linte unter Feuer, die Wirkung unserer großen Kaliber war so erschütternd, daß die Russen die Hügel, ohne den Infan⸗ 8 terieangriff zu erwarten, aufgaben. Ein deutscher Fliegern hatte die Feuerleitung der Batterie dabei in glänzen 17 Weise unterstützt. Ein russischer gefangener Hauptmann

Ferdinand vielleicht aus Herinand, der Heerkühne; Gernand, der Speerkühne, Friednand, der Friedekühne, Siegnand, der Siegkühne. Und an erster Stelle des Namens findet man den Namen nand in dem weiblichen Nanthild, kühne Kämpferin. Diese Nanten und 5 Nanden zeigen deutlich, daß der Leutnant um viele Jahrhunderte 1 älter ist als der französischeStatthalter aus dem 15. Jahr⸗ hundert. Das Wort Leutnant ist übrigens, um einen weiteren Be⸗ weis für seine deutsche Herkunft zu erbringen, auch ein deutscher Familienname. Das Berliner Adreßbuch enthält eine Anzahl von

Personen, welche Leutnant oder Leutenant heißen.

Ein wirklicherWilder. Hauser erzählt eine interessante Mitteilung, die Dr. Hans Henning in derZeitschrift für angewandte Psychologie macht. Im Ur⸗ walde von Guatemala wurde vor einigen Jahren ein Mensch ge⸗ funden, der bis in sein Mannesalter hinein noch keinen anderen Menschen, weder einen Weißen noch einen Indianer gesehen hatte. Es war ein ausgewachsener, sehr kleiner, auffallend häßlicher, stark behaarter Mann, offenbar eine Pygmäe, der beim Anblick des weißen Farmers, der ihn fand, in erstarrenden Schrecken ver⸗ fiel, aber schließlich doch erst nach tapferer Gegenwehr überwältigt werden konnte. Er verstand nicht zu sprechen, sondern stieß nur Heullaute aus. Auf die Farm geführt, verweigerte ed zunächst jede Nahrung. Man ließ ihn sich seine Nahrung daher selber suchen and stellte fest, daß er rein pflanzliche Nahrung wählte. päter wurde er an das Essen in der Farm gewöhnt. Der Wilde war verschlossen, lachte nie, lernte mit der Zeit etwas indianisch sprechen; auch nahm er schließlich, n auch mit Widerwillen, Kleidungsstücke an. Zur Arbeit mußte er gezwungen werden. Vor Frauen hatte er große Scheu und lief vor ihnen weg. Er wei⸗ gerte sich, sie zu sehen. Er wollte auch nicht ein eingeborenes Mäd- ben heiraten. Als er aus gewissen Vorbereitungen merkte, daß weiblicher. Besuch auf der Aer bevorstand, lief er weg und kam erst nach Monaten wieder. Es scheint, als ob er zurückkam, weil er sich an warme Getränke und andere Bedürfnisse gewöhnt hatte. Auch in der Folge verschwand er periodenweise, um immer wieder

Von einem neuen Kaspar

zurückzukehren. Am Orte nimmt man an, daß dies Individuum als Kind im Urwalde ausgesetzt worden ist und von da an ohne jede Kenntnis von Menschen lebte; die Indianer faßten es jedoch nicht als ihres Gleichen auf, sondern verhöhnten und verspotteten

ihn und nannten ihn einenWilden! Wahrscheinlich ist es, dax er der letzte Sproß eines Phamäenvolkes ist, wie es im benach⸗ barten Honduras vorkommt. Wenn diese Pygmae nicht un N durch die Kultur der Farmverbildet worden ist, dürfte sie ein

1 0

halter bedeutet. Der Stamm nand spielt übrigens in der deutschen eine große Rolfe. Da ist Eginand, der Schwertkühne,

. 1 een

wertvolles Objekt für das Studium des theoretisch so oft kon⸗ struierten Natur menschen abgeben. a N

1 1