Erschetni toll mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Siehener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Areis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Zeit- fragen“ erscheinen monatlich zweimal.
1 15 8 4* 5 F
1 55 15 1 1 *
Frankreichs Rettung durch sein Eisenbahnnetz.
„Seit Ausbruch des Krieges haben unsere Feinde die Vorzüg⸗ lichkeit unseres Eisenbahnnetzes immer wieder betont, um unsere strategischen Erfolge zu erklären und— dadurch herabzusetzen. Es ist daher für uns nicht uninteressant, aus den Lobeserhebun
u amerikanischen Zeitschrift„Railway Age“ über den französis 5. 0 im Krieg festzustellen, daß das Mißlingen der fran⸗ zösischen Offensive jedenfalls nicht in einem schlecht arbeitenden
Eisenbahnwesen begründet ist.„Niemand wird es leugnen,“ so schreibt der amerikanische Berichterstatter,„daß Deutschland den Kampf im Westen. und Osten nur durch sein Eifenbahnnetz so durch⸗
führen kann, das ihm ermöglicht, seine Truppen von einer Grenze zur andern zu werfen. Aber auch die französischen Eisenbahnen haben ihrem Lande einen 5 55 Dienst geleistet; sie beweisen, wie groß die Ausdehnung der Aufgabe war, mit der sie betraut waren, und wie sie 1 erfüllen wußten. Denn außer den ersten vier⸗ zehn Tagen aer ien 575 die 8 77 75 sich 1 2 ein ernstli 0 ereignet, regelmäßig und mit f——* die Reisenden und die Waren befördern
2 5 ufigen Truppen ladungen
1
lichen Anzeichen Auswanderun zurück, und 200 000 verließen sie. In diesen Wochen waren die Züge verdoppelt und verdreifacht worden. Am 31. Juli wurde die Landwehr, die zur Bewachung der Eisenbahnwege herangezogen wurde, an ihre Plätze befördert und trug noch zur Ueberfüllung in den Zügen bei. Am Tage darauf, um 5 Uhr, wurden die Eisen⸗ bahnen, die bis dahin der Zivilbevölkerung zur Verfügung ge⸗ standen hatten, vollständig für militärische Zwecke mit Beschlag be⸗ legt. Die Eisenbahnbeamten mußten in einer Nacht den Fahrplan von sechs Eisenbahnnetzen ändern.
Der neue Fahrplan wurde für 140 bis 160 Züge hergestellt, und die Ankunft eines Zuges wurde auf jeder Station telegraphisch angekündigt An einem Tage fanden mindestens 200 000 tele⸗
raphische Meldungen statt. Während zwanzig langer erdrückend ßer Tage rollten 10 000 Züge durch Frankreich. Neben den ruppentransporten an die Grenze mußten noch die Männer be⸗ fördert werden, die sich zu ihrem Stammregiment zu begeben hatten, um vor ihrer Abreise an die Front bewaffnet und aus⸗ 1 zu werden. Seitdem rollen die Züge unentwegt. Sie be⸗ ördern Millionen von neu Eingezogenen an die Front, oder die Truppen werden. neue Schlachtfelder verschoben. Trotzdem voll⸗ zieht sich der Dienst für die Zivilbevölkerung fast normal; vor eini Zeit gab es für den Reisenden, der in Bordeaux landete, vielfache Schwierigkeiten, um nach Paris zu gelangen. Jetzt aber Hider er schon auf dem Dock unitärisches Personal, das ihm feine aushändigt, sein Gepäck aufgibt, und es ist keine geringe Ueberraschung für ihn, zwischen vier Zügen wählen zu können, die ihn in der normalen Zeit von acht bis neun Stunden nach Paris führen. Um die Leistungsfähigkeit der französischen Eisen⸗ bahnen noch besser beurteilen zu können, muß man sich über die Bedeutung der Erfordernisse klar werden, die der Transport eines einzigen Armeekorps verlangt. Ein Armeekorps besteht un⸗ gefähr aus 39000 Mann, aus Kanonen, Pferden, Munition, Ausrüstungen, Fuhrwerken und sogar Luftschiffen. Um ein Regi⸗ ment befördern zu können, braucht man mindestens zwei Züge mit fünfzig Wagen. Hundert andere Wagen braucht man außerdem, um die Ausrüstungen eines Regiments zu befördern, wie: Ge⸗ schütze, verschiedene Beförderungsmittel usw. Um die Artillerie eines Armeelorps verladen zu können, sind 20 Züge nötig. Man t allein 50 Güterwagen für die Kanonen eines Regiments nötig. Dann kommen die Wagen für den Pferdetransport, die Wagen für die Artilleristen und ihre Ausrüstung. Der Transport eines Ka⸗ vallerie-Regiments bedingt sechs Züge. Fügt man dann noch schwere Artillerie, das Geniekorps und Pioniere mit ihrer besonderen Aus⸗ rüstung, die Krankenwagen usw. hinzu, so stellt sich heraus, daß der Transport eines Armeekorps mindestens siebzig Züge mit je fünfzig Wagen erfordert. Die französischen Eisenbahner haben in minde tens zwanzig Tagen zweiundvierzig Armeekorps befördert.“
. Aus dem Reiche.
Von der Kriegsgetreide-Gesellschaft.
Berlin, 18. Juni.(WTB. Amtlich.) Da die Absichten der Reichsleitung über die Regelung des Verkehrs mit Brot⸗ getreide und Mehl im nächsten Erntejahr die künftige rechtliche Gestaltung der Kriegsgetreide⸗Gesellschaft beeinflussen würde, hat die Reichsleitung Veranlassung genommen, den Auf⸗ sichtsrat der Kriegsgetreide⸗Gesellschaft über seine Stellungnahme zu befragen. Der Aufsichtsrat hat am heutigen Tage nach ein⸗
hender Prüfung als seine Auffassung festgestellt, daß die Pläne 25 Reichsleitung, wenn sie in der nunmehrigen Fassung die Zustimmung des Bundesrates finden, eine Fortsetzung der Wirk⸗ imkeit der Gesellschaft auf einer bewährten Grundlage ermög⸗ lichen und sich bereit erklärt, der Gesellschafterversammlung die Annahme der daraus sich ergebenden Saßungsanderungen vorzu⸗
schlagen. 5 . Die Höhe der Fleischpreise.
Berlin, 18. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Vom Mini⸗ sterium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten wird mitgeteilt: In den Klagen über die Höhe der Fleisch⸗ preise wird vielfach darauf hingewiesen, daß die sort⸗ gesetzte Preissteigerung namentlich aus dem Grunde nicht u erklären sei, weil ein Schlachtvieh mangel nicht be⸗ stehe. Diese Annahme beruht auf einem Irrtum. Durch die . zur Sicherung der Kartoffelvorräte veranlaßten
chlachtungen sind die heimischen Bestände an 1 gen Schweinen so erheblich verringert worden, daß für län⸗ ere Monate mit einem starken Mangel an solchen Schwei⸗ 55 gerechnet werden muß. Ihm kann vorläufig nur durch allmähliche Abgabe der von den Gemeinden sichergestellten Fleischdauerwaren in gewissem Maße abgeholfen werden. Die große Zahl der vorhandenen Jungschweine fußt erhoffen, daß nach deren Aufzucht und Mästung der Schweinefleischbedarf später wieder in der früheren Weise gedeckt wird. Diese Hoffnung würde ernstlich beeinträchtigt werden, wenn den wiederholt geäußerten Wünschen ent⸗ 1 7 d Höchstpreise für Schlachtvieh eingeführt würden. e inehalter würden dann leicht in der Besorgnis,
Höchstpreifen keinen ügenden Ausgleich für die dun en für Kra uttermitfel I 1 8 Aufzucht nken und teilweise vielleicht ganz aufgeben. Es seitigung der jetzigen Fleischknappheit in
Gieße
N
ner Anzeiger
General⸗Anzeiger für Oberhessen
Sanstag, 10. Juni 1015
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Schriftleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul ⸗
straße 7. Geschäftsstelle u. Verlage 51, Schrist⸗
leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen.
erster Li i ö i f treben, daß 69 i ü die N ade en Singener zur Huch 1d Maft bemrctt
werden. Kaifer-Wilhelm⸗Spende deutscher Frauen.
Die Sammlung, welche am 15. Juli abgeschlossen wer⸗ den soll, hat bereits die zweite Million erheblich überschrit⸗ ten. In vielen Orten ist die Sammlung noch im vollen Gange, manche beginnen erst jetzt mit einer planmäßigen Organisation. Alle Bundesstaaten beteiligen sich eifrig und zwar nicht nur die Städte, sondern auch die kleinsten Dörfer. Württemberg hat 334 000 Mk. zusammengebracht, Sachsen⸗ Altenburg über 40000 Mk. Auch im Königreich Sachsen scheint das Ergebnis glänzend zu werden. Bahern und Baden sind erst später in eine Organisation eingetreten, so daß das Ergebnis fich noch nicht absehen läßt. Genauere Mitteilungen über die Einzelergebnisse werden folgen. Jedenfalls steht schon jetzt fest, daß die Absicht der Spende vollständig erreicht werden kann.
—
Aus Stadt und Cand. Gießen, 19. Juni 1915.
* Ritter des Eisernen Kreuzes: Leutn. Paul Zimmer aus Bad⸗Nauheim, Maschinengewehrkomp. des Regiments 136. Die Studierenden der Städt. Polhtechn. Lehranstalt Friedberg: Ludwig Hrämer, stud. ing., Einj.⸗Freiw. Uffz., Inf. Regt. 168; Walter Henschler, stud. ing., Freiwilliger, 51. Res⸗Pionierkomp.; Otto Appel, cand. ing., Leutn. d. R, Maschinengewehrkomp., Inf.-Agt. 81; Eugen Dölger, stud. arch., Einj.⸗Freiw. Vizeseldw., Inf.⸗Regt. 168 linzwischen gefallen); Karl 9 mann, stud. ing., zurzeit Res.⸗Offiziersasp.⸗Kurs im Lockstedter Lager; Alois Hepp, stud. ing., Freiw., Res.⸗-Inf.⸗Regt. 222; Rud. Henn, stud. ing., Vizefeldw. d R., Pion.⸗Bat. 21; Bruno Bertram, cand. arch., Oberjäger, 15. Jägerbat. Gefreiter Jakob Rettig aus Heppenheim. Gefr. Pionier Sattler aus Wahlen. Kandidat am Friedberger Predigerseminar Karl Keitzer, Leutn. beim Stab eines Res.⸗Fußart.⸗Bats. Gefr. W. Klieber aus Wetzlar, Landw. Brig.-Ersatzbat. 41, 1. Komp. Referendar Ludwig Schweisgut saus Darm⸗ stadt, Leutu. d. R. im Leib⸗Garde⸗Regt. 115.
Amtsgerichts rat Ernst Cramer ⸗ Gießen, der als Kompagnieführer beim Gießener Landsturm⸗Bataillon J in V. steht, erhielt das Siserne Kreuz 2. Klasse. 2
*Die studentische Bismarckfeier. Wie der Bismarckausschuß der deutschen Studentenschaft bekannt gibt, fällt die für dieses Jahr in Friedrichsruhe geplante große studentische Bismarckfeier aus. Es bleibt bei der einfachen Feier, wie sie in jedem Jahr gehandhabt wurde. Den einzelnen Hochschulen soll es unbenommen sein, auch ihrerseits kleinere Gedenkfeiern zu veranstalten.
Oberhessischer Kunstvere in. Wegen teilweiser Aenderung bleibt die Ausstellung am kommenden Montag ge- schlossen. Die Sammlung E. Frühling, die nur morgen Sonntag noch ausgestellt bleibt, gelangt ans Großh. Museum nach Weimar zur Ausstellung. Verkauft wurde ein Oelgemälde von R. Nitsch⸗ Berlin:„Pommerischer Bauer“, das in hiesigen Privatbesitz über⸗ ges ße— Die Ausstellung ist morgen Sonntag von 11 bis 3 Uhr geöffnet.
8 Landkreis Gießen.
A Leihgestern. 18. Juni. Ein neues Opfer hat der Krieg aus unserer Gemeinde gesordert. Georg Heß, der Sohn des Landwirts Gg. Heß IX., wurde vor Lemberg schwer verwundet und starb nach Einlieserung ins Lazarett zu Wogyda am 2. Juni. Auf dem dortigen Ortsfriedhofe wurde er zur letzten Ruhe bestattet.
= Lang⸗Göns, 17. Juni. Den Tod fürs Vaterland starb der Musketier Heinrich Wagner im Insanterie-Regiment Nr. 117, 5. Kompagnie. Aus unserer Gemeinde sind bereits 14 Krieger ge⸗ fallen; als vermißt gelten zwei. In Gefangenschast befinden sich ebenfalls zwei.
O, Grünberg, 18. Juni. Heute erhängte sich hier ein 86jähriger Mann in seiner Wohnung. Derselbe war in den letzten Jahren zeitweise geistesgestört und dürste die Tat in solchem Zustande ausgeführt haben.
J Bersrod, 17. Juni. Aus unserem Dörfchen von 400 Seelen haben bisher fünf Kämpfer den Heldentod gefunden, darunter drei verheiratete. Letztere sind Schreinermeister Ludwig Hofmann, Maurer Philipp Faulstich und Landwirt Heinr. Herzberger. Alle drei hinterlassen Witwen und Waisen. Die beiden jüngeren Toten sind Heinrich Hammel und Ludwig Müller. Lehrer Keller und Maurer Ludwig Hofmann wurden schon zweimal verwundet, sind aber wieder soweit hergestellt, daß sie hald zum dritten Male ausrücken werden.
O Hungen, 18. Juni. Nachdem vor einiger Zeit den Be⸗ wohnern Hungens und der Umgegend durch die kunstliebende Frau Prinzessin zu Solms⸗ Braunfels eine Gemäldeausstellung und dann ein Musik- und Rezitationsabend bereitet worden war, werden sie jetzt zu einem Einblick in die schwarze Kunst eingeladen. Nicht um Nie schwarze Kunst, von der frühere Jahrhunderte mit ängstlicher Scheu redeten, handelt fich's hier, sondern um die Kunst des Silhouettenschneidens. Schwarz ist bei ihr nur das Papier, aus dem die seltsamen Gebilde entstehen. An Stelle des Pinsels oder des Stiftes tritt die Schere. Als Urbilder kommen O so plaudert ein Mitarbeiter— in Betracht alle Gegenstände, die sich durch feine Umrißlinien auszeichnen, alle Gräser, Kräuter und fruchtbaren Bäume, wie sie seit dem dritten Schöpfungstage
ewachsen sind, aber auch Fische, Vögel, Frösche, Bienen, Vier⸗ üßler und Menschen und außerdem, ja fast als Hauptsache, die⸗ jenigen Wesen, die es nach Ansicht vieler Menschen gar nicht gibt, als 12 sind Elfen, Hexen, Nixen und Wichtel- und Heinzelmänn⸗ chen. Da bekommen die Umrißformen dann oft auch einen recht 1 Ausdruck. Die Künstlerin, die uns das Dasein auch olcher Fabelwesen schwarz auf weiß zu belegen sucht, ist Jo⸗ hanna Beckmann Berlin, die zurzeit im Ache Hungen verweilt. Als Verfasserin verschiedener Bücher, in denen sie ihre schwarze Kunst zugleich mit gemütvoller, bald ernster, bald heiterer, immer aber an Gedanken reicher poetischer Auslegung verbindet, ist sie schon einem weiteren Kreise in Deutschland bekannt ge⸗ worden. So erschienen von ihr Wichtelmännchen; Natur; Vom Zufriedenwerden; Waldsagen. Die Originale dieser Bücher waren schon in Berlin, Wien, Hamburg, Dresden und anderwärts mit Erfolg ausgestellt. Zu ihnen kommt in Hungen noch die künstle⸗ rische Ernte dieses ernsten Kriegsjahres. Ferner eine Reihenfolge von allerlei Ranken, die die Künstlerin bei ihrem römischen Auf⸗ enthalt in der Villa Falconieri schnitt, und die als ein Kalender⸗ heft, als eine Darstellung der zwölf Monate in Bildern, gedacht sind. Auch das ein kleines Zeugnis der großen Liebe, mit der * deutsche Künstler an dem Lande südlich der Alpen, an dem ande der Sehnsucht für unsere Besten, hingen, welche Liebe in diesem Kriege nun so schnöden Dank fand. Neun weitere Blätter geben ein Stück Lebensphilosophie, die übrigens in allen Werken von Johanna Beckmann steckt:„Von der sterbenden Geduld bis zur schweigenden Tat“ ist der Titel dieses Zyklus.— Die auf den 27. Juni nachmittags 6 Uhr pünktlich festgesetzte Eröffnung der
Ausstellung wird durch einige Lieder aus dem Buch vom Zufrieden—
werden, die die Künstlerin selbst vorträgt, eingeleitet. Dann wer⸗ den die Schattenbilder besichtigt und die Künstlerin selbst wird sicherlich gern manches davon erzählen, wie diese Werke unter ihren Händen entstehen. Im Augenblick gewährt die reiche Blüten⸗ pracht von Hungens Wäldern, Wiesen und Feldern ihr reiche An⸗ regung zu neuem Schaffen. Die Besucher der kleinen Ausstellung werden aber auch mit neuem Blick nachlzer in die Pracht der heimatlichen Natur hinausschauen. Das Hungener Schloß wird der Ausstellung eine stimmungsvoll passende Umrahmung bieten. Die Besuchszeit ist bis zum 30. Juni jeden Nachmittag von 5—8 Uhr, der Eintrittspreis(zum Besten des Roten Kreuzes) auf 20 Pf. angesetzt. Die jetzt entstehenden gedenkt die Künstlerin später zu einem Pflanzenjahrbuch zu vereinen, wenn — wieder Frieden auf Erden ist. Inzwischen aber erlebt vielleicht der eine und der andere, auf dessen Seele die Not des Welt krieges schwer lastet, ein Stündlein Andacht und Weltfrieden vor den in Johanna Beckmanns Silhouetten festgehaltenen Schön⸗ heiten und Reizen der Linien und Formen der blühenden Natur. Kreis Alsfeld.
O Storndorf, 17. Juni. Der Landsturmrekrut Heinrich Arzt von hier ist verwundet in russische Gefangenschaft geraten. Bis jetzt zärlen wir in unserem zirka 800 Einwohner zählenden Orte 8 Gefallene und 2 Kriegsgefangene. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielten 4 Mann. 5
Starkenburg und Rheinhessen.
rb. Darmstadt, 19. Juni. Die vorgestrige Sitzung der Stadtverordneten beschäftigte sich mit der—— städtischen Voranschlags für 1915, der mit einer 1 terbilanz von 1096220 Mark abschließt. Die Bürger⸗ meisterei hatte vorgeschlagen, zurr Deckung diefes großen Fehl⸗ betrags die Summe von 550 000 Mk. aus dem etwa 2 2 ö betragenden Ausgleichsfonds zu entnehmen, durch Unterlassung der inneren Tilgung und des Betrags der Abschreibun⸗ gen 229 000 Mk. zu gewinnen und den Rest! von 315 000 Mark durch Steuererhöhung zu decken. Besonders diefer letztere Vorschlag stieß aber in der Stadtverordneten versammsung auf allgemeinen Widerspruch; der Finanzausschuß beschäftigte sich sehr eingehend mit der Sache und legte heute durch senen Berichterstatter eine Gegenaufstellung vor, nach welcher von jeder Steuererhöhung abgesehen und der Fehlbetrag in der Rechnung dadurch ausgeglichen werden soll, daß zunächst an den Ausgaben 273 460 Mk. durch Ersparnisse auf den verschtedensten Gebieten gestrichen, sodann durch volle Unterlassung der Abschreibungen 71000 Mk., durch Mehreinstellung aus dem Ausgleichssonds 72 000 Mk. und durch Einstellung aus Anlehensmitteln zur Deckung von durch den Krieg bedingten Einnahmeausfällen im Betrage von 100 000 Mk. aufgebracht werden, so daß also Ein⸗ nahme und Ausgabe ohne Steuererhöhung balancteren. Der Oberbürgermeister gab eine längere Erklärung ab, daß er diese Regelung der finanziellen Verhältnisse der Stadt für be⸗ denklich halte und sie nicht billigen könne, daß er sich aber einem
Mehrheitsbeschluß der Stadtverordnetenversammlung fügen werde. 2
Er wies auch besonders darauf hin, daß fast alle anderen größe: ren Stadtverwaltungen eine ähnliche Erledigung des Voranschlags, wie er vorgeschlagen(also Ersatz eines Teils des Fehlbetrags durch Steuerhöhung) beschlossen hätten. Stadtverordneter und
Dr. Osann trat dagegen für die
schläge des Finanzausschusses ein und betonte, daß es in einer
so außerordentlichen Zeit durchaus angebracht sei, eine 0 Entnahme aus dem Ausgleichsfonds machen, der N durch zur viel erhobene Steuern der Bü entstanden sei. Der Oberbürgermeister habe selber ausgeführt, daß auch w
der Kriegszeit die Steuereingänge durchaus normal gewesen feien, und es bestehe kein Grund zu pessimistischen Befürchtungen. Der Sprecher der Sozialdemokraten führte lebhafte Klage über den i e tand, trat trotzdem für eine prozentige Steuererhöhung ein. Die Versammlung nahm schließlich nahezu einstimmig die Vorschläge des Finanzausschusses an und erledigte darnach den ganzen Voranschlag. Vor der Budgetberatung hatte der Ober⸗ bürgermeister auf Befragen erklärt, daß das vielverbreitete Ge⸗ rücht, ein großer Teil der städtischerseits beschafften Fleischdanter⸗ ware sei verdorben, unwahr sei. Die Stadt habe seinerzeit nur ganz vorzügliche Qualitäten für zirka 40 000 Mark ang
und zwar zum Durchschnittspreis von 1,50 Mk. pro Pfund werde diese Ware, die jetzt im Preise von 1,80 bis 2,20 5 stehe, demnächst an Minderbemittelte bis zu einem Ein
von 1500 Mk. zum Preise von 1,20 Mk. abgeben, also im Inter⸗ esse dieser Kreise ein großes Opfer bringen.
2
Galem 1 8 Zigaretten Willkommengse Liebesgabe!
Ne 2e kreis: Zi 4 8& 810 pd
20 Sf Ipo mA verpadt porsufreil 30 81 pos madd derp ed 5 P00 Orlent. Tabak u Cigareffen Fabr Senidze Dresde de g Walen dds b 8c 1Iirusffrei!
—
2 2
Vor⸗ N mur


