Ausgabe 
(17.6.1915) 140. Erstes Blatt
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Aus Stadt und Land.

Gießen, 17. Juni 1915.

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er Quartiergelder herrsch gauche. d. bei vielen Quartierwirten. So ine rift, die wir in den letzten Ta aus gerkreifen erhalten haben und die wir nicht unbeachtet lassen möchten, weil die in ihr ansgesprochenen Ansichten immer wieder auftauchen, so oft auch festgestellt wird, daß die Beschwerden gegen die wirklichen oder angeblichen Miß⸗ stände bei der Einquartierung sich meistens an die falsche Adresse richten oder von falschen Voraussetzungen ausgehen. Die erwähnte Zuschrift führt aus, daßnach öffentlicher Verfügung der Stadtbehörde für Einquartierung täglich 2 Mk. für einen Mann bezahlt werden sollen. Die in Gie⸗ 5 einquartierten Soldaten seien stets mit ihren Wirten 2 Ml r 1 das beweise wohl, daß der Satz auch ganz für die Soldaten verwandt werde, daß sogar mancher noch über diesen Betrag hinaus zulege. Umso unverständlicher sei es, wenn nun entgegen dem Ver⸗ sprechen der Stadt bei der Auszahlung der Quartiergelder gzder auszuzahlende Betrag um ein Viertel gekürzt werde. Wie es glich sei, fragt der Einsender, daß statt 2 Mk. in vielen Fällen nur 1,50 Mk. pro Tag ausgezahlt werde? Wenn diese 8 d u dienen solle, länger mit dem für die fraglichen ecke bestimmten Gelde zu wirtschaften, so müsse man sich doch fragen, ob man dann nicht besser zu einer Kriegsvermögens⸗ oder Einkommensteuer für die Ein- . Sa Mk. r ahl 1 Städte, die ö ger igung als Gießen zahlen, sei gar nicht so beträchtlich, und dann seien es meistens Kleinstädte, die we⸗ niger stark belastet seien als Gießen.

Wir geben diese Auffassungen kurz wieder, weil sie an⸗ geblich unter den gebern den Grund zuallgemei⸗ ner Entrüstung bilden; es erscheint uns aber aus dem glei⸗ chen Grunde notwendig, den Behauptungen des Einsenders 4 die er 1 Der Stadt ist es n. ein len, ganz allgemein 2 Mk. für den Quar⸗ 432 a e Bela ilt dieser Vorzugssatz nur für

freiwillig sich meldenden Quartierwir te. Gleichwohl hat die Stadt mehrfach auch an solche, die zur

5 quartie herangezogen wurden, den höheren ag. ohne irgendwie nu verpflichtet zu sein, gezahlt. Bei Au g der Quartiergelder wird nicht willkürlich ein Vi des Betrages eingehalten, sondern wer 1,50 Mk.

statt 2 Mk. erhält, hat si Differenzen bei der Auszahlung könnten sich allenfalls er⸗

Das beruht d 0 23

keine N kenne Rt** ngen, daß die 791 davon aber manchmal keine Mitteilung machen bezw. daß das gute Herz die Quartiergeber trotz der n der Tatsache antreibt,

am ersten Tage ein ordentliches Essen vor⸗ usetzen. Daß es sich bei den Städten, die weniger als Gie⸗ en 9 um kleinere, selten mit Einquartierung be⸗ legte we handelt, ist durchaus unrichtig. Frankfurt, Kassel, Darmstadt, Offenbach, Marburg, Mainz. Worms usw. zahlen erheblich weniger als Gie⸗ ßen, meistens sogar nur die reichsgesetzliche Vergütung: und diese beträgt höchstens 134 Mk. pro Tag. Eine Kriegs⸗ steuer ließe si dem erwähnten e nur rechtfertigen. wenn die Verhältnisse unhaltbar wären. Das sind sie nach dem Gesagten keineswegs, sondern sie liegen gerade in Gießen hervorragend günstig. Man kann sich bei der Häufigkeit der immer wieder auf⸗ tauchenden Klagen über die Eing i slasten in Gie⸗ 2 des Gedankens nicht erwehren, als ob ein großer Teil der Bürgerschaft sich nicht darüber klar ist, wie außerordent⸗ lich segensreich sich bisher das Eingreifen der Stadt nach den verschiedensten Richtungen schon erwiesen hat. Das she aus folgenden Erwägungen hervor: Ein ganz erheb⸗ icher Prozentsatz kleinerer Familien ist auf den Nebenver⸗ 2 des Zimmervermietens angewiesen und eingerichtet. Hunderte von Zimmern würden aber mangels der Nach⸗ frage leerstehen, wenn nicht die Vermieter einen willkom⸗ menen Ersatz in dem Quartiergeben an die Landstürmer sehen Ungezählte Haushaltungen, deren Ernährer im Felde hen, erhalten auf diese Weise einen Verdienst, der nicht ohne weiteres als gering oder 55 als zu den aufgewandten Kosten und Mühen in keinem Verhältnis stehend bezeichnet werden sollte. Die 2 daß 2000 Landsturm⸗ leute schon monatelang in freiwilligen Quartie⸗ ren liegen, und daß immer ein Ueberschuß an solchen Quartieren vorhanden ist, beweist, daß mit dem gezahlten Betrage, wenn auch keine Schätze zu sammeln, dennoch ge⸗ wirtschaftet werden kann. Am klarsten aber wird man sich über die Vorteile des gegenwärtigen Zustandes werden, wenn man 5 vorstellen wollte, eines Tages zöge die Stadt ihre Mithilfe zurück und die Tausende von einquartierten Soldaten kämen für die Zukunft zu dem gesetzlichen Satze in Zwangsgquartiere, zu denen die Einwohner nach Reichs⸗ 900 verpflichtet sind. In vielen kleinen Gemeinden einhessens ist es wochen⸗ und monatelang so gewesen. Man kann sich denken, daß dann gar mancher, der augen⸗ blicklich noch allerhand Ausstellungen hat, händeringend die schönen Zeiten zurückbeschwören würde, als die Stadt noch 2 Mk. für die srewilligen Quartiergeber zahlte. 1 N und dieser Gedanke ist letzten Endes das Wichtigste an der ganzen Sache bedeutet, wie wir früher schon einmal ausführten, das Vorgehen der Stadt eine wohlüberlegte Kriegshilfe. Viele Familien wür⸗ den, wenn ihnen durch das Quartiergeben nicht ein Neben⸗ verdienst gegeben würde, der Kriegsfürsorge anheimfallen, und müßten das Geld, das ihnen jetzt als willkommenes

und ehrliches Verdienst oten wird, als Almosen und

Unterstütz ie von der Stadt einges M i neben der Nützlichkeits⸗ auch eine Takt⸗ frage. Es liegt daher im vollen Interesse der Allgemein⸗

heit, wenn die kleinen und großen Klagen über wirkliche oder vermeint Mängel in der Einquartierung endlich ver stummen. Wenn nun einmal eine Ermunterung des vater⸗ ländischen Geistes bei dem einen oder anderen nur mit äußerlichen N erreicht werden kann, dann bedenke man, daß in Gießen die kleinen Opfer, von denen hier die Rede ist, mit am leichtesten gemacht werden. Jeden⸗ falls ist es unseren ausziehenden Feldgrauen nicht gerade ein erfreulicher Gedanke, daß man sich hinter ihrem Rücken über die Höhe 1 aufgewandten Quartierkosten be⸗ schwert, während sie selbst ihr Alles zu Markte tragen. *

f Erhebung der Erntestächen. Arljährlich werden im Deutschen Reich die Anbau- lachen der wachten Fedfrüchle zur Sch hung 3

ermittelt. Um in diesem Jahre genauere* zu er⸗ halten, hat Bundesrat eine besondere 9 in der Zeit vom 1. bis 4. Juli ds. Is. an

die einzelnen Betriebsleiter(Landwirte usw.) selbst nach der Größe der Ernteflächen. angebauten Feldfrüchte befragt werden sollen: Winter- und mer⸗ weizen, Spelz einschließlich Emer und Einkorn, Winter-

und rroGerste, Menggetreide, Mischfrucht, Hafer und Kartoffeln. Kartoffeln in Gärten usw. bleiben außer Betracht.

Die Erhebung erfolgt gemarkungsweise, unter Leitung der Großh. Bürgermeistereien. Diese haben die er⸗ 1 Zählbezirke bilden und Zähler dafür zu be⸗ N gehe wichtigen Aufnahme hängt 5 von ab, daß tüchtige Zähler gewonnen werden. Das Großh. Ministertium des Innern hat deshalb angeordnet, daß die Aug und 1 5 f. i den g vom den

ufnahmetagen möglich ist, si n Gemeindebehörden zur e dieser vaterländischen Aufgabe zur Verfügung ellen.

Der Zähler Hauses von Hau gebnis den an dwirte nur dann abgegeben, wenn der Zähler die verlangten Angaben nicht unmittelbar erhalten kann. Der Zähler hat alle Angaben in Hektar und Ar einzutragen. In den Fragebogen dagegen darf der Landwirt seine Ernte⸗ flächen auch in einem andern Flächenmaß als in Hektar und Ar machen. Er muß aber das Flächenmaß genau bezeichnen. Die Großh. Bürgermeisterei oder die beauftragten Personen sind befugt, zur Ermittelung richtiger Angaben über die Ernteflächen die Grundstücke der zur Angabe Verpflichteten * und Messungen vorzunehmen, auch hinsichtlich

er Größe der landwirtschaftlichen Güter oder einzelner Grundstücke Auskunft von den Gerichts- oder Steuerbehör⸗ den einzuholen.

Betriebsinhaber oder ihre Stellvertreter, die die An⸗ gaben verweigern oder unrichtig machen, werden mit Geld⸗ strafe bis zu zehntausend Mark oder mit Gefängnis bis zu sechs Monaten bestraft. Die Großh. Zentralstelle lür die Landesstatistil in Darmstadt ist mit der Durchführung der Zählung beauftragt und übersendet die nötigen Zählpapiere an die Großh. Bürgermeistereien. An⸗ fragen bezüglich der Zählung sind ebenfalls an die Zentral-

stelle zu richten.

ht von Haus zu Haus und innerhalb jedes tung zu Haushaltung und trägt das Er⸗

*

riegswirtschaft und Getreidehändler. Eine von der Handelskammer Gießen einberufene Versamm⸗ lung von Vertretern des Fruchthandels aus den Kreisen Gießen, Alsfeld und Lauterbach nahm nach einem Referat des Syndikus einstimmig folgende Entschlie-

ß un K

75 Getreidehandel hat in der kriegswirtschaftlichen Gesetz⸗ 1 die ihm gebührende Berücksichtigung gefun⸗ en. der

ser Fehler muß bei dem Einbringen und der Verteilung neuen 2 aus allgemein volkswirtschaftlichen Gründen. wie auch im Interesse der unmittelbar beteiligten Handelskreise

vermieden werden. Hat sich der Getreidehandel schon von alters⸗

her als ein notwendiges und nutzbringendes Bindeglied zwischen Hersteller und Verbraucher erwiesen, so kann er bei. der an sich schon schwierigen der Bevölkerung mit Brotgetreide in einer Zeit, wie der gegenwärtigen, mit sei bewährten Ein⸗ richtungen und Anlagen, in denen gewaltige Kapitalien nieder⸗ Sale tend, erst recht nicht entbehrt werden. Es erwüchst daher . e Iin welcher Weise e e e 0 it dienstbar gem, werden können. Als überaus beachtenswert hält die Versammlung die Vorfe welche zur Erreichung dieses Zieles in einer ge⸗ meinsamen Eingabe der Gießener Getreide⸗Großhändler an die Handelskammer gemacht worden find. Die Versammlung richtet an die Handelskammer Gießen das dringliche Ersuchen, diese Vor⸗ schläge der Großherzoglichen Regierung zu unterbreiten und auf Grund dieser Vorschläge in sofortige Verhandlungen mit der Großherzoglichen Regierung unter Zuziehung von Vertretern des Fr r einzutreten. N

Mit den gleichen Fragen befaßte sich vorgestern in Frankfurt derBund deutscher Getreide-, Mehls, Futter- und Düngerhändler, der seine Gründung den auch in obiger Entschließung erwähnten kriegswirtschaft⸗ lichen Verhältnissen verdankt. Die Bundesversammlung be⸗ schloß nach längeren Verhandlungen, bei der Staatsregierung dahin vorstellig zu werden, daß neben den Genossenschaften auch sämtliche Getreidehändler am Aufkauf des Landgetreides bei der Ernte beteiligt werden; ebenso sollen die Händler bei der behördlichen Verteilung von Mehl usw. als Vermittler eingeschaltet werden. Auch bei der Schaffung von Gerste-, Dünger⸗ und anderen Monopolen wünscht der Bund eine seiner Bedeutung entsprechende Berücksichtigung.

* Mehr Achtung vor den Saaten. Trotz aller Mahnungen, jeden Halm und jede Pflanze, die uns Frucht trägt, in Ehren zu halten, mehren sich wieder die Klagen über die mutwilligen oder unbedachten Schädigungen von Feld und Garten. So konnte man gestern, wie man uns erzählt, an einem Kartoffelstück am oberen Aulweg sehen, wie eine ganze Reihe von Kartoffelpflanzen, wohl zwanzig an der Zahl, ausgerissen und umher⸗ gestreut waren. Auch die Kornäcker haben unter der Rücksichtslosigkeit und Gedankenlosigkeit so mancher Spa⸗ ziergänger wieder zu leiden. Der Gedanke an die Wichtig⸗ keit der diesjährigen Ernte, die von allen Seiten immer und immer wieder betont wird, sollte doch genügen, allen, namentlich auch den erwachsenen Saatfrevlern, das Ge⸗ wissen zu schärfen.

* Militärische Ausbildung der Jugend. Letzten Samstag traten die Jungmannschaften Uhr abends an derGermania an, marschierten unter Voran⸗ tritt ihrer Spielleute nach dem Triebe und übten dort in den einzelnen Zügen. Zum Schlusse fand ein kleines Gefecht am Eulenkopf statt. Gestern abend wurde die neugebildete Bajonettier- Abteilung zum erstenmal in der Turn- halle des Gymnasiums von den Herren Weisel, Ph. Müller, Noll und Weeg in die Grundzüge der Bajo jonett-Fechtkunst eingeweiht, während der Rest der Kompag nien unter Leitung der Herren Dr. Schäfer, K. Wenzel

und Fr. Wenzel in den Höfen und Turnhallen der Ober⸗

realschule und des Realgymnasiums den Turnsport pflegten. 5 Anschluß an die Uebungen hielt Leutnant der Res.

chlotter in der Turnhalle des Realgymnasiums einen interessanten Vortrag über seine Kriegserlebnisse in den Kar⸗ pathen und fand bei seinen dankbaren Zuhörern reichen Bei fall für seine fesselnden Ausführungen. Für Sonntag, den 20. d. M., ist eine größere Felddienstübung der 1 des Gießener Stadtbezirks geplant, an der auch die Mannschaften aus der Stadt mit Einschluß der Gießener Jugendwehr teilnehmen sollen.(Siehe auch die Notiz unter Leihgestern.) Das Antreten erfolgt pünktlich nachmit⸗ tags Uhr an derGermania.

* Die Gießener Freilicht⸗Bühne ist, wie man uns schreibt, in den 6 Jahren ihres Bestehens nicht in die beneidenswerte Lage gekommen, Schätze aufzustapeln; sie lebte gewissermaßenvon Hand zu Mund, insofern von den Einkünften ungefähr die Ausgaben bestritten wur⸗

geordnet, bei der! 3

in die Zählliste ein. Fragebogen wer⸗

den. In diesem Jahre ist aber die Deckungsfrage der Un⸗ kosten deshalb etwas heikel, weil die Verwundeten freien Zutritt haben. Die Eintrittspreise für die übrigen Be⸗ sucher sind diesmal etwas höher als beim Unterhaltungs⸗ mittag, weil bei Aufführung von Stücken sich naturgemäß die Ausgaben steigern. In diesem Sommer werden voraus- sichtlich nur Dilettanten mitwirken; aber in Anbetracht dessen, daß Herr Direktor Steingoetter die alleß er rische Oberleitung übernommen und Herr Reallehrer Mulch sich bereit gefunden hat, die Orchesterstücke und Gesangseinlagen einzustudieren, kann man den Besuch der herrlichen Waldbühne der Gießener Bürgerschaft mit gutem Gewissen aufs wärmste empfehlen. Das Nähere über die Stücke und Eintrittspreise und dergleichen mehr ist aus dem heutigen Inserat ersichtlich.

* Akademischer Kriegs vortrag. Wir machen nochmals auf den heute abend in der Aula stattfindenden Vor- trag des Prof. Dr. Versluys überDie Bedeutung der Ungeziefer Bekämpfung im Kriege aufmerksam

Landkreis Gießen. 4

Leihgestern, 16. Juni. Nächsten Sonn ag, 20. d. M.

findet eine größere Uebung für die Jungmannschaften der Um⸗ ebung Gießens statt. Sammelplatz ist die Ganseburg, an der Seu Gen- rindbeng Die Uebung beginnt 3 Uhr nachmittags. Nach der llebung sammeln sich die Kompagnien auf der Höhe 264 nördlich Großen-Birseck. Die Regimentsmusik wird mitwirken. Einige Kompagnien treffen schon vormittags ein und werden am Sammelplatz abkochen.

Kreis Lauterbach. 0

r. Aus dem oberen Vogelsberg, 16. Juni Auch

auf unseren Bergen schreitet die Heuernte rüstig vorwärts. Die Grummetwiesen dend zum größten Teil schon abgeerntet und haben auch einen ziemlichen Ertrag gebracht. Dagegen geben die mage⸗ ren wohl die Menge des Heus weit hinter der vorigen zurückbleibt, ist auch hier die Qualität ganz vorzüglich. Ein Arm voll Heu hat wohl ebensoviel Nährwert wie die doppelte Menge im Vorjahre.

Kreis Friedberg.

h. Friedberg, 16. Juni. Zur Deckung der durch den Krieg verurfachten größeren Ausgaben erhöhte die Stadt die Ge⸗ meinde⸗Einkommensteuern auf 120 Prozent und die Vermögenssteuer auf 21 Prozent.

Aus der Wetterau, 16. Juni. Die Heuernte ist beendigt. An Quantität kommt sie der vorjährigen nicht gleich, doch ist die Qualität ganz vorzüglich. Die prächtigen Kleeselder liefern gutes Kleeheu. Die Sommerfrucht bedürfte noch eines durchweichenden Regens, während die Winterfrucht einen allen Erwartungen entsprechenden Ertrag liefern wird. Mit dem Stand der Hackfrüchte sind unsere Landwirte auch zufrieden.

Hessen⸗Nassau.

II Marburg, 16. Juni. Zum Besten der erblindeten Krieger des 11. Armeekorps, die in der hiesigen Universitäts⸗ Augenklinik behandelt und zu nützlicher Tätigkeit vorbereitet werden, zeigt sich erfreulicherweise große Opferwilligkeit. So wurden von den Landgemeinden des Kreises Marburg z. B. 2162 Mark hierfür gesammelt.

h. Bad⸗ Homburg v. d. H., 15. Juni. Die Stadt ver⸗ ordnetensitzung bewilligte 2000 Mark zur Errichtung eines Eisernen Denkmals vor dem Kurhause. Das Denkmal erhält nach einem Entwurf des Kaisers die Form eines gehar⸗ nischten Ritters und soll nach und nach ein Kleid von Eisen⸗ nägeln erhalten. Der Ueberschuß soll Kriegsfürsorgezwecken zugewendet werden und den Grundstock für ein in Homburg zu er⸗ richtendes Militärgenesungsheim für Offiziere und Soldaten bilden.

Märkte.

ch. Bingen, 16. Juni. Marktpreise. Weizen Mk. 00,00, Korn Mk. 00,0, Gerste Mt. 00,00, Hafer Mk. 00,03, Heu Mt. 0,00. Stroh Mk. 0,00, Kartoffeln Mk. 10,50, Erbsen Mk. 00,00, Linsen Mk. 00,00, Bohnen Mk. 00,00, Weißmehl Mk. 45,50, Roggenmehl Mk. 3,00; alles für 100 Klgr. Butter 1 Klgr. Mk. 3,10, Milch 1 Liter 24 Pfg., Eier 10 Stück Mk. 1.40.

Mällersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 17. Juni 18% B.

Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 18. Junt 1915; Zunahme der Bewölkung, meist trocken, kühler, nördliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Zeppeline gegen England.

(WTB.) Berlin, 17. Juni.(Amtlich.) In der Nacht vom 15. zum 16. Juni haben unsere Marineluftschifft einen Angriff auf die Nordostküste von England gemacht. Ein befestigter Küstenplatz wurde mit Bomben be⸗ worfen, durch die eine Reihe industrieller Anlagen, darunter ein Hochofenwerk, in Brand gesetzt und zum Teil zerstört wurden. Die Luftschiffe wurden stark beschossen, besonders von einer Strand batterie. Letztere wurde angegrif⸗ fen und zum Schweigen gebracht. Die Luftschiffe erlitten keinerlei Beschüdigungen..

Der stellvertretende Chef des Admiralstabs: (gez.) Behncke. Die Verhandlungen Bulgariens.

Sofia, 17. Juni. Ueber die in gutem Gange befindlichen türkisch⸗bulgarischen Verhandlungen über eine Gebietsabtretung an Bulgarien wurde natürlich nichts bekanntgegeben. In den der Regierung nahestehenden Kreisen herrscht optimistische Auffassung hinsichtlich eines baldigen günstigen Abschlusses. Gestern besuchte der Ministerpräsident Radoslawow die Gesandten des Vier⸗ bundes. Dieser Besuch soll, wie verlautet, mit der bevorstehen⸗ den Antwort der vor zwei Wochen von ihnen gemachten Kom⸗ pensationsvorschläge im Zusammenhang stehen, die selbst die Russophilen als unzureichend erachten. Der bisherige tür⸗ lische Gesandte Fethi Bei verläßt morgen Bulgarien. Fethi Bei, der Reserveoberst ist, erklärt dazu: Als der Krieg begann, er⸗ suchte ich um meine Einreihung in die Armee. Mein sehnlichster Wunsch ist erfüllt, so daß ich glücklich bin. Ich übernehme das Kommando einer Division auf dem europfischen Kriegsschauplatz. Bulgarien verlasse ich mit dem besten Gedenken. An meine Stelle tritt der frühere Belgrader Gesandte Dschewad Bei.

Sasonow als Prophet.

Bukarest, 17. Juni. Wie gemeldet wird, erklärte der ruf⸗ sische Minister des Aeußern, Sasonow, einem Redakteur des Rietsch, daß sich Rußland auf keinenneuen Winterfeld⸗ zug vorberrite, da der Krieg nach seiner Meinung viel eher beendigt sein werde. Ueber den Ausgang schwieg der Minister, doch geht aus den Anordnungen der russischen Regierung deutlich hervor, daß Rußland durch innere Gründe dazu bestimmt wird, den Krieg möglichst bald zu beenden. N

Die Montenegriner vor Skutari.

Lugano, 17. Juni.Giornale d'Italia meldet aus Sku⸗ tari, daß monter ische Truppen wegen feindseliger Haltung der Malissoren nach San Nicola an der Mündung der Bo jana geschickt worden seien, um die Durchfahrt der aus Anti⸗ vari erwarteten Lebensmitteltransporte zu sichern. Diese Truppen hätten sich aber allmählich weiter im albanesischen Gebiet aus⸗ gedehnt und schließlich den kleinen Tarabosch bei Sku⸗ tari besetzt, eine Abteilung sei sogar bis zur Zollbrücke vor⸗ gedrungen und habe die albanische Kaserne besetzt. Die Bevölkerung von Skutari habe sich in ihrer Angst an den italienischen Konsul gewandt, dessen energischem Vorgehen es allein zu verdanken sei, wenn Skutari noch nicht von den Montenegrinern besetzt wurde. Die Albaner verlangen, daß Italien zu shrem Schutz San Giovanni di Medua, Alessio und Skutaxi besetze, um die Ordnung herzustellen und einem Hand⸗ streich zuvorzukommen.

Bergwiesen kaum ein Drittel der vorjährigen Ernte ab. Ob⸗

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