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Württemberg, Braun⸗ deu
1 te, Fehler habe, die bei dem schnellen nicht zu vermeiden gewesen wären. Sie habe ung des Heeres und der Zivilbevölkerung bis zur neuen Ernte und darüber hinaus sicher estellt. Wenn diejenigen, bei denen heute noch eine gewisse Mißstimmung gegen die K vorhanden ist, sich darüber klar werden, daß die K niemals einen Erwerb 1 strebt hat, wenn sie sich ferner bewußt werden, welchen Anteil die KG an dem großen wirtschaftlichen Sieg über unsere Gegner hat, so kann man bei der bekannten Opferwilligkeit un⸗ seres gesamten Volkes sicher sein, daß alle, auch die, welche zur e dieses Zieles Opfer bringen mußten, ohne über die Art, wie es erreicht wurde, zu murren, sich freuen werden, daß dieses Ziel erreicht und damit der schändliche Plan unserer Feinde, uns auszuhurngern, vereitelt wurde.
* Eßt Kartoffeln! Es ist bekannt, daß wir ü licherweise noch reichlich Kartoffeln haben. ist aber jetzt die Zeit, wo sie durch A imen schwinden und durch Fäulnis verderben. Zwar werden mit allen verfüg⸗ baren Vorrichtungen Dauervorräte hergestellt aber das een nicht; um nicht kostbare Nährmittel vergehen zu
sen, müssen jetzt viel Kartoffeln frisch verzehrt werden. Wenn wir dessen Kartoffeln kochen, sparen wir an Brot, also an Getreide; dieses aber ist haltbar und wird eine wertvolle Reserve für den Winter. Kocht viel Kar⸗ toffeln und ein wenig fettes Fleisch mit jungen Gemüsen (3. B. Spinat, Kohlrabi, Wirsingkohl, Mö„ Gurken) zu⸗ sammen, die dadurch großen Nährwert er n, kocht Kar⸗ toffeln mit frischem Seefisch, Klippfisch, Salzfisch oder Salz⸗ hering. Eßt Kartoffe mit Fruchtbeiguß(Pflaumen⸗ mus, rber,) oder kalt in Buttermilch, bereitet Kartoffelsalat, saure Kartoffeln mit brauner Tunke, mit Senf⸗, Meerrettich⸗, Dill⸗ oder anderen Kräutertunken. Man kann Kartoffeln zu sehr vielen schmackhaften, nahr⸗ haften und billigen Gerichten verwenden, auch wenn man an Fleisch und Fett spart. Sie brauchen also nicht zu ver⸗
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derben. Zum gleichen Gegenstand wird uns noch geschrieben: Bei der n Wärme leidet keine 4 t 2 als
die Kartoffel. Wie bekannt, stehen genügende Mengen hiervon für die menschliche Ernährun—— Lege, so daß wir Knappheit nicht zu befürchten brauchen. Wir miüssen aber Bedacht darauf nehmen, daß nichts umkommt und ver⸗ dirbt. Da bei der Bereitung von ee frische Kar⸗ toffeln oder Kartoffelflocken, Kartoffelwalzmehl, Kartoffel⸗ stärkemehl und dergleichen verwendet werden muß, ist es eine vaterländische Pflicht, jetzt diejenigen Produkte zurück⸗ zustellen, die sich gut halten und aufbewahren lassen, und vielmehr frische Kartoffeln zu verwenden, die sonst bei der Hen verfaulen und damit der Volksernährung ver⸗ loren gehen. Man verwende soweit als irgend möglich, bei der Bereitung von K⸗ und KK Brot frische u ar⸗ toffeln der alten Ernte und bewahre ckenpräparate usw. für spätere Zeiten auf.
» Feuergefährliche Gegenstände in Feldsen⸗ dungen. Troß wiederholter Warnung werden r i eee 5 zin, Aether, mi chicht. beklagenswerte en diefer verbotwidrigen Versendung sind wieder folgende Brand⸗ eines bei einer in einem Kraft⸗ Brand
andere am 8. Breslau—Myslowitz zn
0 Versendung von Streichhölzern derer leicht entzündbarer Gegenstände mit der Feldpost unbedingt zu unterlassen. Gewiß sind Feuerzeuge unentbehrliche Gebrauchs⸗
ittel für den Soldaten im Felde Es gbit aber völlig unge⸗ führliche, mit Feuerstein und Zündschnur, die sich zur Beför⸗ derung mit der Feldpost eignen.
* Die Musterung der im Jahre 1896 ge⸗ borenen Landsturmpflichtigen ist der Gegenstand einer Bekanntmachung der sion in heu⸗ tiger Nummer. 5
* Goldene Hochzeit. Die Eheleute Philipp Karl Euler und Frau, geborene Hirschfeld, Marburger Straße 30, seiern morgen, den 17. Juni, in seltener körperlicher und geistiger
Fiche das Fest der goldenen Hochzeit.
* Diebsgut wollten zwei halbwüchsige Burschen einem hiesigen Sattlermeister verkaufen. Sie boten ihm eine halbe Haut angebrannten Blankleders im Werte von 80 Mk. zum Kaufe an. Der Meister war 1 und verlangte zunächst einen Besitzausweis. Darauf verschwan⸗ den die Burschen und ließen das anschei hlene Gut zurück. Der 7 05 des Leders kann sich bei der Kriminalpolizei melden.
„ Jugendwehr. In unserer gestrigen Notiz über das Kriegsspiel der Gießener Jugendwehr ist dieser an einer Stelle a versehentlich die Bezeichnung„Jungwehr“ beigelegt. Man bittet
FETT
— daß die Uebung von der Jug en dwehr aus⸗
geführt wurde. Kreis Wetzlar.
„A Vetzberg, 15. Juni. Der Krieg, der bis dahin unser Dörschen verschonte, hat jezt das erste Opfer gefordert. Auf dem östlichen Kriegsschauplatz ist der Sohn unseres Vorstehers, der 37jährige Karl Römer, gefallen.
f Hessen⸗Nassau. 8
h. Frankfurt a. M., 15. Juni. Im Vorabend seiner goldenen Hochzeitsfeier verstarb hier gestern im Alter von 77 Jahren der Kunstmaler Heinrich Michgelis. Der Verstorbene erfreute sich in früheren Jahren als Por⸗ trätmaler eines ausgezei n 18 für— Die städtische Friegskommission bewilligte für das Kochen und Eindörren von Obst und Gemüse 30000 Mk., für Volks⸗ kindergärten 2000 Mk., für den Krippenverein 3000 Mk. und für die Kriegsbeschädigten⸗Fürsorge 10000 Mk. Ferner erhalten alle städtischen Angestellten mit weniger als 2500 Mark Jahresgehalt und sofern sie unverheiratet 1 für die Monate Juni bis August eine Teuerungszulage von monatlich 10 Mk. Der städtische Zuschuß zur Familienfür⸗ sorge wird weiter in einer Höhe von monatlich 200 000 Mk. gewährt. Der in den nächsten Tagen beginnende Verkauf von Fleischdauerwaren und gefrorenem Schweine⸗ fleisch soll zu besonders niedrigen Preisen an die minder⸗ bemittelte Bevölkerung stattfinden.
vermischtes. » Berlin, 15. Juni.(W. T. B. Nichtamtlich.) Bei einem Einbruch in das Goldwarengeschäft Potsdamer Straße 35 schoß ein Einbrecher, der 20jährige Artist Müller aus Stralsund,
sbau den Geschäftsführer, den 52jährigen Goldschmied Schoelzke,
nieder, so daß dieser schwer verwundet in ein Krankenhaus ge-. bracht werden mußte. Der Einbrecher war beim Betreten des Raumes von einem Wachthunde angefallen worden, worauf er einen Schuß auf ihn abseuerte und ihn durch einen Dolchstich tötete. Auf die Hilseruse des verwundeten Schoelzke gelang es, den Täter an der Ecke Potsdamer und Steglitzer Straße zu er— greisen und ihn, da er von dem Hunde verletzt worden war, als Polizeigefangenen in die Charitee zu bringen. Einem Mitschuldigen gelang es, zu entkommen.
Berlin, 15. Juni.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die„B. Z.“ 1
meldet aus Kristiania: Norwegische Fischer fanden eine Kiste mit Diamanten im Werte von 60 000 Kronen. Es wurde jestgestellt, daß die Kiste die letzte Reise der Fusitania“ mit⸗ gemacht hat. Die Sendung wurde dem Eigentümer in London übermittelt.
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Büͤchertisch. — Die neueste Kriegsnummer 45 der Leipziger Illustrierten Zeitung(Verlag J. J. Weber) zeichnet sich wieder durch ihren reichen aktuellen Inhalt aus. Die schweren
Kämpfe an der Lorettohöhe, der deutsche Lustangriff auf die Docks von London und der österreichisch⸗ungarische Fliegerangriff auf das Marinearsenal in Venedig, die patriotischen Kundgebungen in Innsbruck anläßlich der italienischen Kriegserklärung werden uns in lebensvollen Zeichnungen vor Augen geführt. Den Stempel eigenen Erlebens trägt auch der„Alarm in einer alten Abtei in Belgien“ nach einem Gemälde des betannten Düsseldorfer Künstlers Prosessor Wilhelm Schreuer. Daß der Krieg auch liebenswürdige Seiten hat, siebht man aus dem in vier Farben wiedergegebenen Bilde„Landsturmleute in Flandern beim Kartoffelschälen“ von Adolf G. Döring. Zu unseren türkischen Bundesgenossen am Bosporus und an den Dardanellen führen uns vier ebensalls vier⸗ sarbig reproduzierte Bil er von Amandus Faure. Allseitigem Inter⸗ esse wird auch eine Aufnahme von der Emden“-Besatzung im Garten des deutschen Konsulates in Damaskus begegnen. Daß wir bei der gegenwärtigen Kriegslage mit vollem Vertrauen der Zukunft entgegensehen können, betont in eindringlichen Worten General der N z. D. von der Boeck in seinem Artikel„Deutschlands
iegeszuversicht“. Allen Miesmachern sei dessen Lektüre angelegent⸗ lichst empfohlen.
—„Der R mit Beiträgen von Gustav Meyrink, Karl Hans Strobl, Kurt Münzer, A. M. Frey und einer Einführung von Herbert Eulenberg, sowie vier Vollbildern von Alfred Kubin.„Die Lese“, Verlag, G. m. b. H., Stuttgart. Preis Mk. 1.50.— Zu den ehernen Tatsachen, die der Bericht aus dem Hauptquartier Tag für Tag dem aushorchenden Lande übermittelt, geben direkte Briese unserer Lieben von der Front eine wertvolle Ergänzung. Die Schilderung der Gefahren, die sie da draußen zu bestehen haben, lassen unseren Puls schneller schlagen, und gar häufig hören wir von wunderbarer Errettung aus gefährlicher Lage, von Entrinnen aus unmittelbarer Todesgesahr. Da horchen wir wohl auf, und unsere Phantasie verfolgt den Faden merk⸗ würdiger und unheimlicher Geschehnisse, die dieser gewaltige Krieg mit sich bringt.— In dem vorliegenden Buche aber hat das Un⸗ heimliche, das Vistonäre, das Gespenstische des Krieges seine künst⸗ lerische Gestaltung gefunden.
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Märkte.
Fraukfurt a. M., 16. Juni.(Orig.⸗Telegr. des„Gie ß. Anz.) Frucht markt. Eine wesentliche Aenderung ist auf dem Fruchtmarkt nicht eingetreten. Brotgetreide wurde zu den Höchst⸗ preisen gehandelt und man notierte Weizen Mk. 29,15 und Roggen Mk. 25,15 per 100 Kilo; Haser notierke Mk. 27,30 per Doppel-
zentner.— Am Futtermittelmarkt ist die Lage dieselbe wie am Montag.— Am Kartosselmarkt sanden Notierungen „ nicht statt.
Je. Fraukfurt a. M. Schweinemarktberi ht vom 16. Juni. Ausgetrieben waren 406 Schweine. Vollfleischige Schweine von 80 bis 100 Lebendgewicht 123.00— 127.50 Mk., Schlachtgewicht
1 E Mk., vollfleischige Schweine unter 5 1 Lebendgewicht
117.0012. 00 Schweine von 100—120 kg 1 Mk.; voll bis 150 kg Lebendgewicht 123.00— 127.00 150.00 155,00 Mk. Geschäft langsam.
—.—— Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen.
Schlachtgewicht 138.00— 145..: vollfleischige Lebendgewicht 123.00—127.00 Mk., Schweine von 120 „ Schlachtgewicht
2. F 3 82 82 2 222 2 22 2 1 82 un 5e K 858 88 3 2 3 52 8„„ e ee
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15. 2 751,0 21,1] 5,3] 29 NNW 2 0 Sonnenschein 15. 9 750,9 16,6] 6,1 43 NNE 2 0 16.7 +551,6] 18,7 7,2 62 N 2 0
öchste Temperatur am 14. bis 15. Juni 1915= + 21,30. iedrigste„ 14.„ 15.„ 1015= + 8,6“, Niederschlag: 0,0 mm.
Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 16. Juni 18“ R.
Amtlicher Wetterbericht.
De Wetterdienst, Gießen. Das westliche Hochdruckgebiet hat seine Lage selit gestern nur wenig geändert, so daß wir auch morgen noch unter seinem Em- fluß bleiben werden und daher mit heiterem Wetter, aber infolge östlicher Winde mit geringer Temperaturzunahme zu rechnen haben.
Wetteraussichten in Hessen am Donnerstag, den 17. Juni 1915: Heiter, trocken, warm, Winde aus östlichen Richtungen.
Letzte Nachrichten.
Willkommene Beute in der Bukowina.
i. Köln, 16. Juni. Die„Köln. Ztg.“ meldet aus dem Hriegspressequartier: Der Rückzug der Russen aus der Bukowina erfolgte so schnell, daß nicht nur der Ab⸗ transport der dort aufgestapelten reichen Vorräte nicht möglich war, sondern daß auch zu ihrer Vernichtung keine Zeit mehr blieb. So fanden sich große Herden leben- den Viehes sowie noch größere Mengen Getrei⸗ des, ganze Waggons davon in ungedroschenem Zustande. So reichlich waren die Vorräte, daß die Russen den Pferden das ungedroschene Getreide als Streu hin⸗ warfen, da anderseits an dieser Mangel war. Die erbeuteten Vorräte werden augenblicklich sorgsam geborgen.
Die Türkei und Bulgarien.
i. Köln, 16. Juni. Die„Köln. Ztg.“ meldet von der ita⸗ lienischen Grenze: Das„Giornale d'Italia“ berichtet aus Konstantinopel: Nach einer stürmischen Sitzung des Komitees für Einheit und Fortschritt begab sich der türkische Minister des Innern nach Philippopel, um dort mit einem Mitglied der bulgarischen Re⸗ gierung zuunterhandeln. Die Türkei sei zur sofortigen Ab⸗ tretung der Linie Enos—Meidia an Bulgarien be⸗ reit, wogegen Bulgarien eine wohlwollende Neutralität bis zum Schlusse des Krieges zusichern solle. Ueber den Erfolg des Angebotes der Türkei, das übrigens von Deutschland angeraten sein soll, sei noch nichts Bestimmtes bekannt.— Die„Köln. Ztg.“ bemerkt hierzu: Es erscheint deshalb am besten, die Bestätigung der Nachricht von anderer Seite abzuwarten.
Von der russischen und italienischen Front.
K. K. Kriegspressequartier, 16. Juni. Die in dem heutigen offiziellen Communigus namhaft gemachten Stellungen zeigen eine einheitliche Angriffsfront von einer Länge von über 300 Kilometern, wie sie im Laufe dieses Feldzuges in demselben Maße noch nicht dagewesen ist. Der Vormarsch der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand ergänzte das durch den Durchbruch Armeen von Mackensen und der Armeen von Linsingen und Pflanzer⸗Baltin entstandene Kriegsbild. g 5
K. Kriegspressequartier, 16. Juni. Der Kom⸗ mandant einer gegen Italien operierenden Armee empfing den Vertreter des„Berliner Tageblattes“ und äußerte sich wie folgt über die gegenwärtige Lage auf dem südwestlichen Kriegsschauplatz: Was ich von den gegenwärtigen Verhältnissen schon jetzt sagen kann, ist, daß ich mit der Entwickelung der Verhältnisse ganz außerordentlich zufrieden bin; sie übertrifft alle meine Erwartungen. Wenn wir nicht schon jetzt angreifen, so ist nicht das der Grund dafür, daß wir es nicht schon tun könnten, sondern bloß, weil der richtige Augenblick noch nicht gekommen ist.
1 Die Neutralen. J Zürich, 16. Juni.„Giornale d'Italia“ meldet aus Sofia: Auf Befehl ihrer Regierungen haben die Vertreter Griechenlands und Serbiens eine gleichlautende Note überreicht, worin beide fest erklären, daß sie den Vor⸗ schlag des Vierbundes, Mazedonien an Bulgarien abzutreten, nicht annehmen.
Ein rumänisches Blatt gegen Rußlands Politik.
Rotterdam, 16. Juni. Wie aus Bukarest gemeldet wird, veröffentlicht der keineswegs österreichfreundliche„Univer⸗ sul“ an leitender Stelle einen Artikel unter der Ueberschrift„Die Politik Rußlands!“, in dem er ausführt: Wenn es eine Macht gibt, bezüglich deren Absichten aufgeklärt zu sein, für uns eine Pflicht ist, eine notwendige und schmerzliche, so ist es Rußland. Die Berührung mit Rußland ist uns teuer genug zu stehen ge⸗ kommen, als daß es uns noch gestattet sein könnte, uns nochmals in Illusionen wiegen zu lassen. Diese Vorsicht obliegt uns e umso gebieterischer, als Rußland mit seltenem Eifer die Ver⸗ wirklichung seiner Träume aufgenommen hat: Die Vereinigung und Konzentrierung der flawischen Welt. Aus der Vergangenheit wissen wir, was die Mißachtung unserer Ansprüche auf seiten Rußlands bedeutet. In seiner Bedrängnis im Jahre 1877 kam es zu uns, um uns um Hilfe zu bitten. Als wir dem Russen dann geholfen hatten, dachte Rußland nach dem Siege nicht mehr an seine Ver⸗ sprechungen. Seine Mißachtung war um so größer, je wertvoller ihm unsere Leistungen gewesen waren. Diese Geschichte wiederholte sich heute, wie wir sehen, in gleicher Weise.
Russische Vorsichtsmaßregeln.
Bukarest, 16. Juni. Aus Petersburg wird gemel⸗ det,„Nowoje Wremja“ berichtet, daß die russische Regie⸗ rung das Gouvernement Wolhynien unter militärische Oberaufsicht gestellt habe. Die Städte Kiew und Chi⸗ tomis sind sofort von allen Juden innerhalb vier Tagen
zu räumen. Man schließt daraus, daß Wolhynien als — 115 8 gegen Galizien bereits als gefährdet e wird.
Siebzehnjährige Russen an der Front. f
Bukarest, 16. Juni. Die Blätter erhalten von ihren
Korrespondenten Berichte, daß zur Herbeischaffung neuen
Menschenmaterials die Russen bereits die 17jährigen
ausmustern, um sie an die russische Front zu schicken. Die Zustände in Serbien.
Rotterdam, 16. Juni. Ein Sonderberichterstatter der „Times“ unternahm eine Reise durch Serbien. Nunmehr meldet er —* Blatte aus Saloniki, daß die bisherige Untätigkeit an der erbischen Front nur die Faase einer Ueberschwemmung war, die die Kriegsoperationen unmöglich machte. Wenn sich der Gesund⸗ heitszustand der Bevölkerung wesentlich gebessert hat, so bereiten 3 und Cholera der Regierung nach wie vor doch große
orgen. Albanien.
Chiasso, 16. Juni. Nach dem„Popolo d'Italia“ marschieren griechische Banden auf Berat und montenegri⸗ nische Truppen auf Skutari.
Die untätige französische Flotte.
Genf, 16. Juni. Eine in Fache eisen der französischen Flotte sehr geschätzte Persönlichkeit, die unter dem Decknamen Jean Glaudius schreibt, bemerkt in der„Petit Gironde“ über die Un⸗ a der französischen Flotte:„Will denn die Flotte im
chmes und der Ehre sich versteckt halten? Dem
Die Versenkung des„Medufa“.
Graz, 16. Juni. Heute sind ein Offizier und drei Mann des versenkten italienischen U.„Medusa“ hier ein⸗ — 3 Sie haben erzählt, der österreichische Torpedo sei zu⸗
lig in das Torpedolancierrohr des italienischen Unterseebootes
eingedrungen und habe dort die beiden schußbereiten Torpedos zur
Explosion gebracht. Die Gefangenen seien von demselben Unter⸗
seeboot gerettet worden, das ihr Schiff versenkte. 1 Die italienischen Todesanzeigen. i
Lugano, 16. Juni. Alle italienischen Blätter sind voll von Todesanzeigen von Offizieren des 5. Alpini⸗ Regiments, die in den Kämpfen am Tonalepaß am, 9. Juni fielen, sowie des 13. Gebirgs-Regiments aus den Gefechten am Krn. Aus diesem ergibt sich, daß Cadorna die
italienischen schweren Verluste glatt totgeschwiegen hat.


