Ausgabe 
(15.6.1915) 138. Erstes Blatt
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d gebildet, um die Leitung dieser Arbeit zu übt Unker g i Arbeitern daumden sich Geislich Kun leute 1

kiers, Advokaten und Angehörige anderer Berufe.

Berlin, 15. Juni. Die Frage der Beschaffung der Heeres munition ist nach einer Meldung derTägl. Rundschau aus London in ein akutes Stadium getreten. Lloyd George fordert die sofortige Anwerbung von Arbeitern

5 aus Amerika. Der Rücktritt der Arbeitervertreter aus dem 5 Ministerium wird für unabwendbar gehalten, wenn Lloyd George auj seinen Forderungen besteht. 8 Eine englische Stimme. 4 Berlin, 15. Juni. DieWestminster Gazette versichert 5 lautVossischer Zeitung, daß der Krieg noch jahrelang dauern könne und vermutlich auch dauern werde. Chur⸗ chills Großsprechereien gehen seinen Landsleuten auf die Nerven. Auf seine jüngste Aeußerung, an den Dardanellen stünden die Eng i länder nur noch ein paar Meilen vor dem Sieg, heißt es in diesem g Blatt: Das ist fraglos wahr. Aber diese paar Meilen sind eben die harte Nuß, die das Expeditionskorps zu knacken hat. Ein General der vor einer Festung steht, ist räumlich auch nur eim paar Meilen von seinem Ziel entfernt und dennoch vielleicht sei 1 nem Ziele recht fern.

Neue englische Kriegsausgaben.

London, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Reuter⸗ sche Bureau meldet amtlich: Asquith wird in einem Ergänzungsetat 250 Millionen Pfund für Kriegsaus⸗

aben bis zum 31. August 1916 fordern. Dies ergibt mit en bereits bewilligten 250 Millionen 500 Millionen Pfund für das Finanzjahr 1915/16.

Bryaus Politik.. S 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) In einem Aufruf an Deutsch⸗Amerikaner betont Bryan, daß Wilson

für den Frieden sei. Bryan schlägt eine internationale Vereinbarung vor, welche den Transport von Munition auf Passagierdampfern verbietet. Er ist anderer Meinung als Wilson hinsichtlich der Politik, die gegenüber der Einmischung Englands in die Rechte des neutralen Handels einzuschlagen ist. war der Ansicht, daß die Note, welche die Alliierten erneut aunicht den amerikanischen Handel zu behelligen, gleich⸗ mit der Note an Deutschland abgesandt werden sollte. ashington, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) In einem Appell an die Deutsch⸗ Amerikaner sagt Bryan: Es ist natürlich, daß in dem Konflikt zwischen eurem Vaterlande und anderen europcischen Nationen eure Sympathien auf Seite eures Geburtslandes sind, das verdenkt euch niemand; wenn das nicht so wäre, würde man euch tadeln. ***

Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Kaukasusfront ging der Feind gestern aus der Richtung von Olty vor. Nach⸗ dem er sich überzeugt hatte, daß unsere Truppen gegen ihn vorrückten, zog er sich eilends zurück und ließ seine Siedlung völlig im Stich. Wir besetzten sie.

An der Dardanellenfront schossen gestern mor⸗ gen zwei feindliche Kriegsschiffe unter dem Schutz von sieben Torpedobooten ungefähr 90 Granaten auf einige unserer Stellungen bei Ari Burnu und Sedd⸗ ül⸗Bahr. Sie erzielten keiner lei Wirkung und zogen bald darauf nach Imbros zurück. Zu Land fand bloß ein schwacher Austausch von Artillerie- und Infanterie⸗ feuer statt. Unsere anatolischen Batterien richteten ein er⸗

folgreiches er auf den Feind. 8 Am 24. Mai erschien ein englischer Kreuzer vor der kleinen Stadt Moyleh an der Küste von Meding am RNoten Meer und ließ Flugzeuge über der Stadt aufsteigen. Ein Flug Mien wurde durch das Feuer unserer Soldaten und Freiwilligen abgeschossen und stürzte ins Meer.

An den anderen Fronten keinerlei Veränderung.

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Aus der Türkei.

Konstantinopel, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Kaiser Wilhelm hat dem Minister des Innern, Ta⸗ laat Bey, das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse verliehen.

Wie das Amtsblatt meldet, konnte der Selamlik am letzten Freitag nicht abgehalten werden, da der Sultan an einem leichten Katarrh leidet. Nach weiteren, aus privaten Quellen stammenden Meldungen hat sich das Be⸗ finden des Sultans gebessert.

Die Wahlen in Griechenland. Athen, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten sind der Regierung bereits 130 Sitze in der Kammer sicher. Salo niki wählte sämtliche 32 Regierungsvertreter. In Attika

behauptete 5 die Veniselospartei mit sämtlichen 22 Sitzen. ait ist für die Regierung in den Provinzen überall! günstig.

Berlin, 15. Juni. Zu den griechischen Kammerwahlen läßt sich derBerliner Lokalanzeiger aus Athen melden: Soeben wird von der Regierung bekannt gegeben, daß nach den bis jetzt eingelaufenen Mitteilungen für die Regierung von 314 Plätzen der Kammer bereits 166 gesichert und der Wahlsieg der Re- gierung demnach vollständig gesichert sei. Es wird er⸗ wartet, daß die Zahl der gewonnenen Regierungssitze sich noch steigert.

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Der französische Handel,

Paris, 14. Juni.(WTB. Nichtamtl.) DerTemps schreibt: Nach der amtlichen Aufstellung betrug die Ein⸗ uhr nach Frankreich in den ersten fünf Monaten es Jahres 1915 2 781 205 Franes gegen 3 703 733 Francs in demselben Zeitraum des Vorjahres. Der Wert der Aus⸗ i fuhr betrug 1178 065 Francs gegen 2830 299 Francs. Der Außenhandel Frankreichs ist demnach in den ersten fünf Monaten um 2574 767 Franes zurückgegangen, von denen 922 528 Francs auf die Einfuhr entfallen, was eine Ver⸗ f minderung um 25 Prozent bedeutet und 1652 234 Francs auf die Ausfuhr, was eine Verminderung um 58 Prozent bedeutet. Die Ausfuhr weist gegenüber dem Vormonat keine Besserung auf, die Einfuhr hat sich dagegen zusehens ge bessert und zwar hauptsächlich infolge der Anhäufung von Artikeln für den 4 im Inlande.

Die Pariser Besorgnis vor Flugzeugen.

Paris, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) DerMatin berichte: Der Munizipalrat von Paris hat be⸗ schlossen, jedem französischen Flieger, der ein deutsches Flug zeug über Paris oder im Umkreis der Bannmeile von Paris zum Absturz bringt, eine Prämie von 5000 Franks

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Der Seekrieg.

London, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Reutermel⸗ dung. Ein Fischerfahrzeug landete in Milfordhaven die Be⸗ satzungen des KohlendampfersCrown of India und des norwegischen SeglersBellgarde, die von einem deutschen Unterseeboot beim Kap St. Ann-Head versenkt worden waren.

Paris, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) DerTemps meldet aus Rom: Der Verband der italienischen Schiffs⸗ konstrukteure setzte eine Prämie von 15 000 Lire für die Besatzung des ersten italienischen Unterseebootes oder Torpedobootes aus, das eine erfolgreiche Aktion ausführt.

Paris, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) DerTemps meldet aus Lissabon: Ein englischer Kreuzer ka⸗ perte ein Handelsschiff, das Lebensmittel für Deutschland an Bord hatte. Das Schiff gehörte einem deutschen Handelshause in Lissabon.

London, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Ein deutsches Unterseeboot hat den DampferHopemount im Bristol-Kanal versenkt; die Be⸗ satzung wurde gerettet. Der FischdampferQueen Alexandra ist bei Dundee torpediert worden. Die Besatzung ist gerettet.

Aus dem Reiche.

Aus der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion. Berlin, 13. Juni. Der Vorstand der sozialdemo⸗ kratischen Reichstagsfraktion veröffentlicht im Vorwärts eine Erklärung, in der es heißt: DieBerner Tagwacht vom 8. Juni bringt eine Zuschrift aus Deutsch⸗ land, die alles überbietet, was an verleumderischen An griffen gegen die sozialdemokratische Reichstagsfraktion bis⸗ her geleistet worden 155 Wir könnten auch über diese Leistung mit dem Schweigen der Verachtung hinweggehen, aber ein Umstand nötigt uns zu einer besonderen Zurückweisung. Der Artikel bringt Mitteilungen aus einer vertraulichen Sitzung der Budgetkommission des Reichstages. In dieser Faid wurden bekanntlich eine Reihe von Soldatenmiß handlungen gerügt. Insbesondere wurden zahlreiche Kla gen über Beschimpfungen und sonstige vorschriftswidrige Behandlung bei der Ausbildung neueingestellter Mann schaften vorgetragen. Von allen Seiten aber wurde aus drücklich betont, daß es unzulässig sei, daraus den Schluß zu ziehen, als ob unsere Truppen von ihren Vorgesetzten allgemein schlecht behandelt würden. Im Gegensatz dazu stellt es der Verfasser jener Zuschrift so dar, als ob die Mißhandlung die Regel sei, und versteift sich zu so unsinni⸗ gen, von niemand ernst zu nehmenden Behauptungen, unsere Soldaten müßten durch die barbarische Disziplin auf die Schlachtbank geschleppt und durch grausame Gewalt vor das Feuer getrieben werden. Gestützt auf eine solche wahrheitswidrige Darstellung schmiedet der Verfasser eine schwere Anklage gegen die Fraktionsmehrheit, weil diese ihre Zustimmung dazu gab, daß jene Verhandlungen nicht noch einmal in der össenilichen Sitzung des Reichstags wiederholt würden. Die Fraktionsmehrheit tat das, nach- dem der Kriegsminister rückhaltlos die Mißhandlung und die Beschimpfung Untergebener verurteilt und die Erklärung abgegeben hatte, durch einen erneuten Erlaß darauf hinzu- wirken, daß die verantwortlichen Vorgesetzten mit größter Gewissenhaftigkeit eine vorschriftswidrige Behandlung in ihren Truppenteilen verhindern, und daß das Beschwerde⸗ recht nicht verkümmert werde. Weiter wird in der Erklärung lebhaft bedauert, daß aus einer geschlossenen Sitzung und dazu noch in böswilliger Ver⸗ drehung Mitteilungen gebracht werden konnten; die ganze Partei werde in der Verurteilung dieses Ver-

trauensbruches mit dem Vorstand einig sein.

Vom Zentralverband deutscher Konsumvereine. fe. Frankfurt a. M., 14. Juni. Bei einer Beteiligung von mehr als 800 Abgeordneten trat heute der Zentral- verband deutscher Konsumvereine zu seinem 12. Genossen⸗ schaftstage zusammen. Den Bericht des Vorstandes erstattete Generalsekretär Kaufmann(Hamburg). Seit der Grün⸗ dung des Verbandes im Jahre 1903 stieg die Zahl der an⸗ geschlossenen Vereine von 666 auf 1109, die Zahl der Mit- glieder von 573085 auf 1717519. Der Geschäfts umsatz be trug 1903 rund 131786 100 Mk., im Jahre 1914 dagegen nahezu eine halbe Milliarde. Die den Genossenschaften. durch den Krieg zugewiesenen Aufgaben seien gut gelöst, not⸗ wendig sei aber noch ein besseres Zusammenarbeiten mit den Behörden und den landwirtschaftlichen Genossenschaften, um die Bevölkerung mit billigen Nahrungsmitteln ver⸗ sorgen zu können. Dem Verband sind bis jetzt 48 Einkaufs⸗ vereinigungen angeschlossen. Neue Arbeitsfelder will der Verband erschließen durch den Zusammenschluß des Geld⸗ wesens der Konsumvereine, die Organisierung des Feuer- versicherungswesens und die Nahrungsmittelversorgung der arbeitenden Bevölkerung auf der Grundlage der deutschen landwirtschaftlichen Produktion. Im weiteren Verlauf des Verhandlungstages sprach Dr. Müller(Hamburg) über Die Verbandstätigkeit während des Krieges unter Berück- sichtigung der kriegswirtschaftlichen Maßnahmen. Eine längere im Sinne des Vortrags gefaßte Entschließung fand einstimmige Annahme. In der Besprechung über den Vortrag und die Ent⸗ schließung wurde an dem Lebensmittelwucher außerordent lich scharfe Kritik geübt. Einstimmig forderte man u. a.: Frühzeitige Feststellung des Ernteertrags und Verschärfung des Beschlagnahmeverfahrens; Einschränkung der Brannt- wein⸗ und Biererzeugung; Mehl- und Kartoffellieferungen an die Konsumvereine; Heranziehung der Konsumvereine als Abgabestellen für alle Erzeugnisse, die aus den be⸗ schlagnahmten Produkten gewonnen und den Verbrauchern durch Reich und Kommunen überwiesen werden; Abstufung der Brot- und Mehlrationen nach dem Einkommen und der Art der körperlichen Arbeit. Ueber denInternationalen Genossen⸗ schaftsbund sprach H. Lorenz(Hamburg), der meinte, daß alle schönen Reden bei internationalen Zusammen⸗ künften den Weltkrieg nicht hindern konnten. Der Krieg sei wirtschaftlichen Ursprungs, die Abwehr Hache aus natio- nalen Gründen. Frankreich sei aus dem Bunde ausgetreten, Deutschland dagegen nicht. dem Kriege hoffe man sich jedoch wieder zu finden. Berichte über die ce ungs⸗ lassen, das e und die einzelnen Ausschüsse folgten sodann. Die Wahl des Vorstandes ergab die bisherige Zu⸗ sammensetzung. 4 1

Berlin, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) DerReichs⸗ anzeiger veröffentlicht in der heutigen Ausgabe eine Bekann t machung, nach der die Aus fuhr von Südfrüchten, Gewürzen, von Getränken aus Fruchtsäften, Obstwein und Fruchtauszügen 11 Bereitung von Getränken, von Himbeeressig, Honig, auch

zu bezahlen.

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unsthonig und Honigpulver, fowie die Ausfuhr und Durchfuhr von Faftmagneten aller Art, von Geflechten aus Eisen- und

flechten verboten wird. Aufgehoben wird 80 fuhr und Durchfuhr von Röhrenformstücken. ü 0 Stuttgart, 14. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Staatsanzeiger mitteilt, ist an Seine Majestät f folgendes Telegramm eingetroffen: N 2 Euerer Majestät melde ich alleruntertänigst, daß die 2 Division am 12. Juni starke russische Stellungen, eroberte. Sehr'gut unterstützt von Artillerie, stürmten Olga⸗G 2 Teile von Alt⸗Württemberg und Pioniere mit großer T mehrere Hindernisse und Grabenreihen und erbeuteten fangene, 4 Maschinengewehre, 2 Minenwerfer. Eigene Verl verhältnismäßig nicht bedeutend. gez.: Freiherr von Wat

Aus Stadt und Cand. 5 Gießen, 15. Juni 1915.

Zur Vertilgung der Obstschädlinge.

Von allen unseren Obstbäumen verspricht der Apfelbaum in diesem Jahre die reichste Ernte. Es gilt daher in besonderem Maße, die Früchte dem Baume zu erhalten und ihrer e Reife entgegenzuführen, insbesondere die Schädlinge zu bekämpfen.

Sehr rasch und unheimlich stark hat sich bei dem heißen Wet⸗ ter die verderbliche Blutlaus vermehrt, die durch ihr Saugen an der jungen Rinde und an Schnittflächen einschnürende Wul⸗ stungen, den sogenanntenBlutlauskrebs, hervorbringt. Wir ha⸗ ben in manchen Vorgärten Apfelformbäume, Pyramiden und wag⸗ rechte Kordons gesehen, die über und über bedeckt sind mit weißen Flocken und Wattebärten, unter denen Millionen von Blutläusen den Bäumen den Lebenssaft entziehen. Da gilt es nun, Be⸗ sitzer, die oft ganz in Unkenntnis sind über die Feinde ihrer Bäume, aufzullären und sie zur Bekämpfung zu veranlassen, wie es von Zeit zu Zeit von Amtswegen durch die Behörde geschieht. Be⸗ spritzen hilft gegen die Blutlaus nichts; das erdrücken und Zerreiben mit den Fingern ist besser, aber in größeren 6 7 zu mühsam. Der kurz geschnittene, derbe Pinsel ist das ich⸗ tige. Man nimmt ein Blutlausvertilgungsmittel, wie man es in vielen Drogerien mit genauer Vorschrift und Gebrauchsanweisung bekommt und bearbeitet damit alle erreichbaren Sitze ganz gründ⸗ lich. Dadurch werden die Läuse vollständig vernichtet und die Saug⸗ wunden einer raschen Heilung entgegengeführt. 5 16 Die Obstmade, die alljährlich einen großen Teil unseres Kernobstes vernichtet und uns den schönsten Apfel oft so unappetit⸗ lich macht, ist eigentlich weder ein Wurm, noch eine Made son⸗ dern das Räupchen des Apfelwicklers, eines kleinen Schmetterlings mit grauen, von dunkelbraunen Wellenlinien durch⸗ zogenen Flügeln und einem rotschimmernden Spiegel. Der Schmetterling entzieht sich im Freien fast ganz unseren Blicken, da er wegen seiner Rindenfarbe nur sehr schwer von dem Stamme zu unterscheiden ist, an dem er bei Tage ruht. Im Jun: und Juli fliegt der Schmetterling bei einbrechender Dunkelheit, und das Weibchen legt nach erfolgter Paarung seine gelblichroten Eier ein⸗ zeln an die unreifen Aepfel und Birnen, der Pflaumenwickler an die Pflaumen und Zwetschen; nach 8 bis 10 Tagen schlüpfen dann die Räupchen aus, die sich sofort in die Frucht bis zum Kernhause einbohren und sich hauptsächlich von den weichen, weißen Kernen ernähren. Wenn die Raupe ausgewachsen ist, verläßt sie die Frucht und sucht ein Versteck auf, wo sie sich einspinnt und überwintert: in der Obstkammer, zwischen den Dielen, in Rissen der Bal ken, an der Wand; im Freien hinder den Rindenschuppen der Bäume, hinter Moos und Flechten, an Spaliergerüsten und Pfühlen. Im April oder Mai verwandelt sich die Raupe in eine gelbbraune Puppe, aus der im Juni wieder der Schmetterling entsteht

Man kann den Schädling nun in allen, Entwicklungsstadien bekämpfen; doch wird sich eine merkliche Einschränkung erst durch das gemeinsame Vorgehen aller Obstzüchter erzielen lassen, Der 5 rationelle Obstzüchter hat nach Schutzmitteln gesucht, und die 125 9 dustrie hat eine Menge solcher auf den Markt gebracht. Man die jungen Früchte gleich nach dem Abfall der Blüte durch Be⸗ spritzung mit Kupferkalkbrühe, der Arsenik in Form von Schweinfurtergrün zugesetzt ist, vergiftet, um das aus dem Et kommende Räupchen sogleich zu vernichten. Bei dieser Arbeit macht uns aber die um diese Zeit herrschende Witterung meist einem Strich durch die Rechnung, weil der Regen die Spritz 1 2 wieder abspült. Besser bewähren sich die Fanggläser, die in jeder Spalieranlage zum Fangen des Schmetterlings aufgehängt werden sollten. Sie werden am besten mit Tröpfelbier oder mit verdünntem Apfelgelee gefüllt und zwischen die Aeste auf igt; der Geruch zieht schon an einem Abend eine ganze Menge kleinen Tiere an, die darin ihren Tod finden. Fanglampen, die man in Weinbergen zum Fangen des Traubenwicklers mit Erfolg anwendet, haben sich gegen den Apfelwickler nicht bewährt. Am wirksamsten ist die Bekämpfung der Raupe durch die Ver⸗ nichlung alles wurmstichigen Obstes, das halbreifß vom Baum herabfällt, sowie durch das Anlegen von Fang- gürteln, die man als Madenfalle im Juli aubringt und dann im Spätherbst als Leimring zum Fangen des Frostspanners be⸗ nützt werden können. Nur wenn die ädlingsbekämpfung in der richtigen Weise allgemein ausgeführt wird und wenn mit. der rationellen Baumpflege eine zweckentsprechende Düngung der Obst⸗ bäume verbunden ist, wird die Arbeit von Erfolg gekrönt sein. 5

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* Ernennung. Der Großherzog hat den provi⸗ sorischen Seminarlehrer an dem Vorseminar zu Wöllstein Paul Neher zum Seminarlehrer an diesem Vorseminar ernannt.

** Kriegsspiel der Gießener n 1 Nachdem am vergangenen Samstag die Jungwehr Schießübun mit Luftgewehren auf dem Trieb unter mili⸗ ˖ tärischer Leitung vorgenommen hatte, rückte sie am Sonn⸗ tag 4 Uhr vormittags einer Uebung gegen die SK s wehren der Bürgermeisterei Hohensolms aus. Die roke Partei(Gießen) hatte den Auftrag, den Marsch einer Muni⸗ tionskolonne von Fellingshausen nach Frankenbach zwischen 8 und 10 Uhr gegen Ueberfälle feindlicher Versprengter, die in den Wäldern östlich Hohensolms gemeldet waren, zu decken, während die blaue Partei(Hohensolms) den 7 erhielt, die Munitionskolonne zu überfallen. Die schnei⸗ digen Radfahrerpatrouillen von Rot hatten den Feind bei seiner Versammlung beobachtet und gute Meldungen dem Führer zurückgesandt. Gegen 9 Uhr wurden von Rot die ersten been Patrouillen bemerkt und kurze Zeit darauf die feindliche Hauptmacht, die es ge auf 300 Meter in der Kolonne unter Maschinengewe zu nehmen. Nach einigem Hin- und Herwogen des Kampfes wurde Blau von Rot böllig in der Flanke gefaßt und mußte nach Ent⸗ scheidung des Leitenden zurückgehen. Dann wurde 5 eine Waldlichtung gerückt und dort nach militärischer Vorschrift das Mittagessen abgekocht. Danach trank man noch selbst⸗ bereiteten Kaffee und f um 6.10 Uhr mit der Biebertal bahn nach Gießen zurück. Dort zog die siegeslaubgeschmückte Send Schar unter Vorantritt Landsturmkapelle in die f Stadt ein. 5 f

* Eine Photographie mitunerkannten deutschen Gefangenen macht Penne in schlech⸗ ten Nachbildungen die Runde in ganz Deutschland und ver⸗ wirrt die Köpfe. Man darf annehmen, daß die Verbreitung des Machwerks weniger mit der Humanität als dem Ge- lee die un des Unternehmers zu tun hat. Wie zwecklos es

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ist, sich mit dem Bilde zu befassen, geht aus folgendem her⸗ 25 1 Lager, um das es sich auf dem Bilde handelt, ist bekannt. Sein Name wird aber deswegen nicht veröffent⸗

licht, weil zu befürchten sei, daß der Kommandant des Lagers mit Anfragen bestürmt und dadurch die n der ale an-

Stahldraht und von Maschinen zur Herstellung von Drahtge⸗

Liste der sämtli Gefangenen, welche die Zen 19 5, gesch wert oder gar u gemacht wir Nach Eingang dleser Liste werden die Namen der Inte

nierten bekannt gegeben, so daß es dann

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