graphie sie vorführt. Beim
Ne 25
Iweites Blatt
Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.
Die„Gießener Familienblätter“ werden dem „Anzeiger“ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Areis Gießen“ zweimal wöchentlich. Die„Landwirtschaftlichen Seit⸗ tragen“ erscheinen monatlich zweimal.
Kriegsbriefe aus dem Westen. Von unferm Kriegsberichterstatter.
(ande rechtigter Nachdruck, auch aus zugsweise, verboten)
Nächtliche Feuerzeichen.
5 Großes Hauptquartier, 6. Juni. Mitternacht ist vorüber. Auf ei Abend ist schwüle Dunkelheit gefolgt, Sterne mühsam durchblinzeln. plötzlich in Finsternis versunken, denn
zitätswerk den Lichtstrom abgestellt. Nur unter dem Hoftor des Gasthofes, wo die von der Front zurückkehrenden Offiziere ein-
kehrten, flackert auf einem Tischchen eine eingange erscheinen für einen Augenblick die
durch Ketten Aber in den
sie fielen. Aber in der heimkehrenden Kompagnie wird dem toten
Kameraden noch der
Heldengeist mit den überlebenden Waffenbrüdern, die seinen Sieg vollenden und seinen am Helmü
der Kommenden und Gehenden, züge, der Motorfahrräder und ein paar helle Klänge herüber, den als aller unordentlicher
e. Junge, ach so junge gen blitzen und wie den unbewußten Ausdruck eines großen
der durch die Halme des reifen Roggen⸗
reim wogend die Reihen auf und ab
neuer Kraft hervor. Munitions⸗
ieben sich mit schwer auf dem Pflaster mahlenden
und unter den Schottern der Eisenzylinder. Dazwischen tragen die Roten⸗Kreuz⸗ Autos auf sachten, vorsichtigen Sohlen eilig ihre blutende Last nach den Ver 8 immer neue tennen atemlos die Straße entlang, sie wollen kein Ende nehmen. Es wird heute
nacht schwer m Der Feind hat eineft großen Angriff unternommen, aber es sind noch keine Einzelheiten über den Verlauf des Ringens bekannt.
Und wieder naht der Marschtritt neuer Kompagnien, pocht
scharf vorbei und verhallt dann in der Weite. Ein unhörbares, ungesprochenes o regiert alle die ungezählten Köpfe
und Körper der fast unsichtbaren. nächtlichen Heerschau. Es ist der Alarm, der von der Lorettohöhe in dumpfem, wellenartig auf⸗ und abrollendem Kanonendonner immerfort herübergrollt. Wie
Gießen
einen langen, nordisch weißen gt, durch die nur ein paar trübe Die ganze lärmerfüllte Stadt war U 7 8 ve. auf die Meldung von der Annäherung eines feindlichen Fliegergeschwaders hatte das Eleltri⸗
ö einen Kerze, die den Weg weist.
Die Straßen sind so schwarz, daß man sich den Weg schier ertasten muß, aber ununterbrochen flutet der Strom der Truppen⸗ züge durch sie. In dem kleinen Lichtausschnitte vor dem Gasthof⸗ Wich 5 derer, die 0 ilchglasscheibe. Soldaten, die aus der Schlacht kommen, Soldaten, die in die Schlacht ziehen. Mit schwerem, festem Tritt die einen, in Reih und Glied, wie
U
105. Jahrgang
er Anzeiger
General⸗Anzeiger für Oberhessen
schen zum Völkerringen auf, hier
elektrische Wellen, die in und alle Nerven aufrütteln und Drähte im Sturm. Unmöglich ist
schweben zu können. ich würde unglücklich kürenroß wenn ich untätig ansehen müßte,
sein, wenn
Herzenswunsch leine Welt aus den
Aber hier hält es mich nicht, scheidungen dieser Stunde, welche Granatenwolke über der Lorettohs
die zur Schlacht will.
wie man Menschen ahnt, Krieger aus den Feldern Stimmen hört.
Dann aber scheint es, als ob die Pupille rieselte. Und dann ist jetzt ist es kein Zwei el mehr: von Zeit zu Zeit ein schwacher, über. Eben war es, als ob man
muß eine Uebersicht sein.
ausgetretenen Backsteinstufen der mend engen Windungen in die wehl mir kalter Wind in das G. wir die Dächer der Häuser schon ich in der Ferne, an der Front, Ein weinendes Singen: mit dem Aermel gestreift. Wir zwischen dem Glockengestuhl, und kleine Ausluge. Da täusche mich nicht.
Der ganze Ho
Ordnung zu begreifen.
In den Gräben, die man von sieht als Lichter, sische und deutsche Infanterie, des tig, auf der Lauer. Und damit nis überrasche und übermanne,
auf. Kreidig-bläulich, Augen schmerzt, so springen
Kugeln stehen in endlosen Ketten suchen sie in langer Front die ge wirbeln sie an einer Stelle in ob sich die leuchtenden Bälle in Später wieder hüpfen sie so daß man meinen könnte, sie kä Feuerröhren geflogen. Und dann
der Front;
gegeben werden sollten, wie viel
vom Erdendasein ablösen. Unversehens lischt an einer St
herauf.
Dann tastet hier der Lich
Das heldenmädchen von Florenz. Bisher war es den Russen vorbehalten, Frauen in ihrem zu haben: wenigstens wurde von einer Reihe von Fällen berichtet, in denen es Frauen gelungen war, als Soldaten in Reih und Glied zu treten. Das große Vorbild im Osten hat die Nach⸗ eiferung bei den neuen den im Süden geweckt, und aus Mailand melden die Zeitungen als Beweis für den Heldenmut, der alle Schichten der Bevölkerung erfaßt habe, den Versuch der Signorina Luigia Ciappi, einer jungen Schullehrerin aus Mon- cioni im Arnotal nahe bei Florenz, als erste italienische Frau in den Krieg mitzuziehen. Weit gekommen ist sie mit dem Versuche nicht, aber schon ihr Entschluß scheint ihren Landsleuten einer klei⸗ nen Epopöc wert. Signorina Luigia ist etwas über 20 Jahre alt, von mittlerer Größe und gut erzogen, wie es in dem Berichte eißt. Vor einigen Tagen opferte sie ihr herrliches kastanien⸗ raunes Haar, um die Soldaten mütze aufzusetzen, in deren Schmuck die in den Zeitungen veröffentlichte Photo⸗ Ausbruch des Krieges war sie nicht gleich von so hohem Ehrgeiz beflügelt, als Soldat mit⸗ zugehen, sondern sie wollte, wie so viele Frauen in dieser Zeit, der Sache des Vaterlandes als Krankenschwester dienen. Es ge⸗ lang ihr aber nirgends, anzukommen— weshalb, wird nicht be⸗ richtet,— gar arg soll der Ueberfluß an Hilfskräften im italienischen Sanitctsdtenst doch eigentlich nicht sein!— und so kam sie auf den Einfall, sich direkt im Kriege zu betätigen. Unter dem Vorwande, Verwandt
Müdigkeit getragen habe. Abendration geben ließ und mit gutem Appetit gegessen hat, wird gewissenhaft
nach Bologna unterwegs
atur dieses Luigia den
Signorina Luigia; denn nach diesem vollgültigen Beweis ihres i Ehers erhielt sie die irrsprünglich ersehnte Stelle im
grenze
schäftshaus zu Münster i.
diesem Gewerbe viel gebrauchten waren dies die Worte: Taft. Dies Preisausschreiben ist und zwar lauten die durch Zuteilu. erkannten Verdeutschungen: für
Fasson— Form; für — Hauptzeit, und schließlich für „Konfektionär“
dem Oberelsaß und aus Galizien meldet, und einer von ihnen ist Wettbewerbe hervorgegangen.
bundener Form begleitet, aus unseres Volkes mit der
das sachliche Ergebnis deutschungen„Form“
des Wettben fir Fasson 1
auch nicht weniger als keiten bereitete drücke.„ „Rauschseide“ für brauchbare Lösungen zu begrüßen. deutschung von„Raglan“ ist man.
danach hat man sich für die
neuerer Zeit der Nat Vorschein gekommen, deren 0 Name zeigt auf den ersten Blick sich aber ohne weiteres deuten zu es, daß der im Range eines kommandierenden zewski von etwa 165—167 n. Chr. war, einen 1909 in Köln Altar. Volk, aber wir wissen, daß ihnen
deutschen Stämme und Clane frer
beranlommen und ebenso drüben die verzweifelten Entschlusse kämpfen, nun einzusetzen, was sie an Verstärkungen dem Geschützdonner
den entscheidenden Ereignissen Schlaf zu finden. — um hinüber zu fliegen und über den ch Ich möchte sie lieber doch nicht haben, denn
mitfämpfen und mit einem
fällt und ich nichts wenden könnte.
Nie habe ich eine schwärzere Nacht gesehen. unterscheiden, selbst die Pappeln längs der
menten die Gestalten der nächsten Straßenvappeln träume.
vor sich hätte. Marschkolonnen ziehen wei um den Befehl abzuwarten, der sie zum Eins sah ich eben die Spitze eines Kirchturmes.
Höhe schraubt.
sind sie wieder, die tanzenden Lichter.
er Lichter. Erst verwirrt die Erscheinung,
welche im Schwarzen schwimmen,
keiner den anderen in lassen sie Leuchtkugeln aufst welche das Vorgelände zwischen den Stellungen mit Licht begießen. Wie Blasen in einem Glas Sauerbrunnen, so sprudeln die Kugeln von einem stechonden Glanze, welcher die die deutschen Kugeln, im Bogen über das Gelände. Die französischen Leuchtkörper sind leicht zu unter⸗ scheiden. Mit milchig-rötlichem Glanze leuchten Höhe auf und gleiten dann langsam, Abfall zur Erde zurück. Dutzende
im Takte des
aus. Nur ein paar französische Lichtbälle kommen als
Ein Verdeutschungs⸗ Wettbewerb. Ein Ge⸗ W. hatte den glücklichen Gedanken, Forderung der Verdeutschung der Fachsprache im Konfektions⸗ betriebe einen Preisbewerb für die Verdeutschung von fünf in
Taft sind als glückliche und im
geheimnisvollen Göttin ein hoher römischer
die Schriftzeichen einer drahtlosen Telegraphie ruft er die Men
die Unseren, die unerschöpflich Franzosen, die mit dem zum letzten Versuche alles
heranbringen. Es sind herüberschwingen schwirren lassen, wie gespannto es, in solcher Nacht und so nahe Ich möchte Flügel sechtenden Reihen
ich dann nicht auf einem Wal- Balmung dreinschlagen könnte, wie der blinde Zufall die besten Ach, daß doch der heißeste Angeln zu heben vermag!
ich muß näher hin an die Ent⸗ die feuerschwangere Wolke der he gebären wird. Ich ziehe vor
wärts in der Nacht, mitgerissen von der strömenden Kriegerflut,
Man kann nichts i Straße ahnt man nur, in Reservestellungen, wenn man
zuweilen cin feiner Funke gegen
das Auge anspränge und als kaum wahrnehmbarer Schein über
es, als ob man in solchen Mo— Und
Aus dem rollenden Tonner sprüht
acher Lichtschein her⸗ Schattenrisse von Dächern iter und andere halten, eifen ruft. Vor mir Da hinauf! Da oben
ganz schn die
Schläfrig trottelt der Glöckner mit seinem Schlüsselbunde voran auf den mit der abgeblendeten Taschenlaterne beleuchteten
Wendeltreppe, die sich in klem— Aus einer Luke esicht und mir war es, als ob unter uns hitten, und als ob tanzende Lichter gesehen hätte.
Ich habe den Rand der großen Glocke
sind im Helme des Turmes, nach allen Seiten öffnen sich Ich rizont ist voller Reihen tanzen⸗ dann beginnt man ihre
hier nicht sieht, wie man nichts liegt franzö⸗ Angriffes gewär⸗ der Finster⸗ igen,
gegenseitigen
sie erst in einiger
im Winde treibend, in flachem von weißen und rötlich
gleichzeitig in der Luft. Bald
genseitigen Stellungen ab, bald
g Massen durcheinander. Zuweilen schweigt das Kanonenfener für einige Sekunden, dann ist es, als
doppelter Zahl hervorwagten. Geschützhämmerns empor, men bei jedem Schusse aus den wieder kreisen sie im Ueberfluß
viel zahlreicher als das hastigste Krachen des Trommelfeuers über so zahlreich, als wenn dem Himmelspförtner Signale
Seelen sich in dieser Minute telle das Spiel der Feuerkugeln
Nachzügler htkegel eines Scheinwerfers un-
zur
Ausdrücken auszuschreiben. Es
Covertcoat, Fasson, Raglan, Saison und
jetzt zur Entscheidung elangt, ug der Preise als die besten an⸗ Covertchat— Zwirnstoff; für
Raglan—. Feldherrnschnikt; für Saison
Taft— Rauschseide. Wie der
hierzu berichtet, sind bei diesem Wettbewerbe über 2000 Lösungen eingegangen, und auch unsere haben ihren lebhaftesten Anteil daran bekundet. von Nieuwport, aus den Schützengräben in
Feldgrauen draußen Aus den Dünen Russisch-Polen, aus sich zum Worte ge⸗ Preisträger aus dem
haben sie auch als
Die Bewerbungen und Löfungen waren zum großen Teile von e in Prosa oder ge⸗ enen hervorklingt, daß nun endlich auch Ausländerei gebrochen werden soll. Was
überall die Genugtuung im kaufmännischen Leben
verbes angeht, so sind die Ver⸗ und„Hauptzeit“ für Saison als
ziemlich naheliegend zu bezeichnen; die erstere Lösung ist denn
l eingegangen. Größere Schwi natürlich die Verdeutschung der „Zwirnstoff“ und„Zwirnmantel“
wierig⸗ reinen Fachaus⸗ für Covertcoat und l Geschäftsverkehr Bei der sehr schwierigen Ver⸗ auf den Urbegriff des Wortes
zurückgegangen: Raglan ist ein englischer Feldherr gewesen, und Feldherrn den dieser
und„Feld mantel“ entschieden. s bezeichnet di
Wettbewerb einen glücklichen Anfang— vivant
— Die unbekannte Göttin tums. Auf mehreren Inschriften der unteren Rheinlande ist in me einer Göttin V
„Feldherruschmitt“
sequentes! deutschen Helden⸗
agdavercustis zum
Wesen bislang rätselhaft blieb. Der
altgermanische Färbung, ohne lassen— umso auffälliger ist Offizier Generals, der nach v. Domas Oberbefehlshaber an der Rhein- wieder aufgefundenen schönen
Die Römer waren kein religiös engherziges
gerade die Götterwelt der alten ind und unheimlich blieb— in
3 Samstag, J2. Juni 105
Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts- Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.
Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul⸗
straße 7. Geschästsstelle u. Verlag: Ss 5l, Schrift
leitung: S112. Adresse für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen.
sicher über das Gelände, versteckt sich, tastet noch einmal zurück. und gleich darauf platzen die glühenden Flammenbündel der Gra⸗ nateneinschläge auf diesem Abschnitt. Es ist ein ganz enger Raum, auf den sie sich stürzen, tollen Raubtieren gleich, einzelne, dann rasende Rudel.
Das ist das Lichterspiel der nächtlichen Schlacht. Ein Feuer⸗ werk auf Meilenm eite, wie es niemals bei einem Friedensfest ab⸗ gebrannt worden ist. Jeder Lichtschein trifft die Seele schmerzlich, ist ihr wie der Gruß eines Mannes, der verblutet hat und stirbt. In den Lüften, hoch über dem Horizonte, zuckt es zuweilen wie müdes, kraftloses Wetterleuchten. Denn wenn ein schweres Ge⸗ schütz mit steil erhobenem Feuerschlunde sich löst, fängt sich der Widerschein am Firmament. Dann haben die sonst unsichtbaren Wolken rote Säume und man gewahrt für den Bruchteil eines Augenblickes die vom überlaufenden Blute angestrichenen Borde der Wolkenschiffe, in denen die Gefallenen zum Himmel reisen.
W. Scheuermann, Kriegsberichterstatter.
Aus dem Reiche. 7
Stellung unseres Kaisers zur Alkoholfrage in der Kriegszeit.
Admiral von Müller, Chef des Marine-Kabinetts, vor⸗ tragender Generaladjutant Sr. Majestät des Kaisers, hat an den Vorsitzenden des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke folgendes Schreiben gerichlet mit der Ermächtigung, es öffentlich zu verwerten: 5
„Ich habe kürzlich Gelegenheit gehabt, Seine Majestät den Kaiser über die Alkoholfrage im jetzigen Kriege zu sprechen. Seine Majestät brachten dabei zum Ausdruck, daß er durchaus aufrecht erhalte, was in der Mürwiker Rede an die Marine-Fähnriche niedergelegt sei, daß aber andererseits im Kriege eine weitergehende Verwendung wenigstens leichter altoholischer Getränke wohl zu- gestanden werden müsse. So sei z. B. leichter Landwein oder Bier bei der Verpflegung der Truppe dem Wasser vorzuziehen, wenn solches nicht in einwandfreier Beschaffenheit vorhanden ist. Starke Getränke, wie Schnaps aller Art, dürften keinesfalls an die Trupre ausgegeben werden. Indem ich Euer Hochtvohlgeboren anheim— stelle, von Vorstehendem im Interesse des Wirkens Ihres Vereins Gebrauch zu machen, bemerke ich noch, daß seitens des Sanitäts- chefs des Feldheeres Schritte getan worden sind, um die Zusendung von Schnaps in allen Formen an die Truppen im Felde zu ver⸗ hindern. Auch von dieser erfreulichen Tatsach sowie von der Ver⸗ sorgung der Etappen mit Maschinen zur 5 lung kohlensauren Wassers lönnen Sie den Ihnen geeignet erscheinenden Gebrauch machen.“
Berlin, 12
Juni. Das Meininger Fürsten⸗ haus hat, wie die Morgenblätter melden, jetzt den drit- ten Verlust im Kriege erlitten, indem gleich seinem Oheim und seinem Vetter der zweite Sohn des Prinzen Ernst von Meiningen, der 19 jährige Baxon Ernst von Saalfeld, im Osten den Heldentod gestorben ist.
D————̃ 71 0 g g f Für Rheumatiker und Neuralgieleidende. Jabrelange Schmerzen waren in Tagen verschwunden. a Herr E. Kelch, Hagen, schreiht:?„Ich leide schon seit Jahren ar Abeumatismus und Blgsenleiden und konnte vor lauter Schmerzen kaum noch austreten. Da ich mir schon öfter alle möglichen Mittel hafte kommen lassen, welche oft sehr teuer waren und rein gar nichts gebolsen hatten, kauste ich mir eine Packun Togal, denn ich sagte mir: wenn es nicht hilft, dann ist nicht viel verloren, Das Resultat war so überraschend, das ich es selbst kaum glauben konnte. Schon nach dem Gebrauch von 2 Tabletten konnte ich gehen und am nächsten Morgen konnte ich wie seit langen Jabren srei und unbehindert auftreten. Heute, am dritten Tage, füble ich mich am ganzen Körper trotz des miserablen Wetters so wobl, daß es eine Freude ist. Ich kann daher Togal allen Leidens“ geführten sehr warm empfehlen.“ Ahnliche Erfahrungen und noch überraschendere Erfolge erzielten viele andere, welche Togal nicht nur bei Rheumatismus, sondern auch bei Kopsschmerzen, Hexenschuß, Ischtas, Schmerzen in den Gelenken, sowie bei Jufluenza
gebrauchten. Alle Apotheken führen T ogal⸗Tabletten. Ven. Kelch acet. salic. Chinin Mg Li. 473688
der„Germania“ des Tacitus findet sich ein Niederschlag dieser Stimmungen— und germanische Heerführer bekleideten im zweiten nachchristlichen Jahrhundert noch keine leitenden tellen in der kaiserlichen Armee.-Wie dem auch sei: ist auch di“ Geschichte des Kultes der Vagdavercustis noch nicht aufgehellt, so darf doch das Rätsel des Namens und Wesens dieser neuen germa⸗ nischen Göttin nach einer Mitteilung in der„Zeitschrift für deut— sches Altertum“ als entschleiert gelten. Den zweiten Teil ver⸗custis hat der Freiburger Germanist Prof. Friedrich Kluge mit dem alt- sächsischen gum⸗kust und dem angelsächsischen gum-eyst zusammen⸗ gestellt und als das lateinische„virtus“,„Tüchtigkeit“,„Jugend“ erkannt; für den ganzen Namen ergibt sich nach dem neuesten Stande der Wortforschung, unter Heranziehung keltischer Paralle len, die Bedeutung als„virtus militaris“, was für die alten Römer, weit mehr als es die wörtliche Uebersetzung„soldatische Tüchtigkeit“ ausdrückt, den militärischen Geist der Nation, die „Seele eines Volkes in Waffen“ symbolisiert. Die„rö⸗ mischen“ Legionen, die der erwähnte General und Altarstifter kommandierte, waren guter deutscher Rekrutenersatz— nur die Offiziere blieben stets Römer, bis der Verfall des Weltreiches im 4. Jahrhundert auch germanische Heerführer in die höchsten Rang- stellungen brachte— und ihnen insonderheit mag er wohl jenen Altar der Vagdavercustis gewidmet haben, deren Name und Be— deutung uns gerade jetzt, wo die Seele des Volkes in Waffen sich wie nie zuvor offenbart, wieder lebendig wurde ein Geistergruß aus ferner Vergangenheit von deutschen Regimentern, die einst ruhmvoll die Rheingrenze schützten.
, Ein neuer Impfstoff gegen Cholera. In der französischen Akademie der Wissenschaften berichtete Dr. H. Vin cent, wie Dr. Kathariner in der Münchener Medizinischen Wochenschrift mitteilt, über ein von ihm hergestelltes Mittel zur Cholevaschutzimpfung. Die Cholerabazillen wurden in Kochsalz⸗ lösung aufgeschwemmrt und mit Aether geschüttelt. Dadurch wurden sie rasch getötet, zerbrochen und in ihrer Giftigkeit vermindert. Die Flüssigkeit, welche die zerstörten Cholerabazillen enthält, sondert sich in zwei übereinanderstehende Lagen, von denen die untere, 5 zur Schutzimpfung verwendet wird. Mit diesem Impf⸗ stoff geschützte Meerschweinchen verhielten sich gegen eine Infektion mit einer sehr giftigen Cholerakultur völlig indifferent. Alle nicht immunisierten Tiere aber erlagen der Infektion binnen 16 Stunden. Die Bildung der Antikörper geht im Organismus— und darin soll der Vorzug der Methode bestehen— sehr schnell vor sich, was bei der kurzen Inkubationszeit der Cholera von großem Werk ist. Das Verfahren soll sich auch für die Herstellung von Vakzinen gegen andere Infektionskrankheiten eignen. Weitere Untersuchungen müssen noch folgen.
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