Ausgabe 
(12.6.1915) 136. Erstes Blatt
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der O stküste Englands operierten, durchein Unter⸗ seeboot in den Grund gebohrt worden sind; 30 Mann wurden gerettet und an Land gebracht.(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

5 Ein italienisches Unterseeboot versenkt!

Wien, 11. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Das italienische UnterseebootMe⸗ du sa ist durch eines unserer Unterseeboote in der Nordadria torpediert und versenkt worden. 2 Offiziere, 4 Mann ge⸗ rettet und gefangen. Flottentommando.

Berlin, 13. Juni. Zur Versenkung eines ita⸗ lienischen U-Bootes heißt es in derVoss. Ztg.: Zum ersten Male in der Geschichte des Unterseebootkrieges hat ein Kampf zwischen zwei Unterseebooten stattgefunden; zum ersten Male ist die Versenkung des einen Bootes durch das andere gelungen.

Ein russischer Torpedobootszerstörer versenkt!

Konstantinopel, 11. Juni(WTB. Nichtamtlich.) Bei einem Gefecht in der letzten Nacht im Schwarzen Meere versenkte der türkische KreuzerMidilli einen 3 russischen Torpedobvotszerstörer und

ehrte unbeschädigt zurück. ö

Liverpool, 11. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Mel⸗ dung des Reuterschen Bureaus. Der britische Schoo⸗ nerExpreß ist gestern durch ein deutsches Unter⸗ seeboot in den Grund gebohrt worden. Drei Mann bon der Besatzung sind durch einen dänischen Schooner in Plymouth gelandet worden.

London, 11. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die russische BarkThomu⸗ sina wurde auf der Ausreise in der vergangenen Nacht von einem e e torpediert. Die Be⸗ satzung ist gerettet und wurde in Queenstown gelandet.

Euglische Uebergriffe gegenüber Schweden.

Stocholm, 11. Juni.(WTB. Nichtarttlich.)Svenska Dagbladet erfährt von unterrichteter Seite, daß die englischen Postbehörden die an den Postsendungen angebrachten Bleiplom⸗ ben erbrochen haben. Die englische Zensur hat nicht nur ewöhnliche, sondern auch eingeschriebene Sendungen geöffnet. Die schwedische General postleitung hat einen näheren Bericht einge- fordert, der sofort dem König eingereicht werden soll. Dazu schreibt das der Regierung nahestehende Blatt: Die vollkommene Rücksichtslosigkeit, mit der England den neutralen Tele⸗ grammverkehr behandelt, ist nun auf die amtliche, rechtlich unantastbare Serstegelung ausgedehnt worden. Die vorliegenden Tatsachen sind so ernst, daß man nicht gerne die sich aufdrängenden Betrachtungen formulieren will, ehe die amtlichen Berichte dar⸗ über vorliegen. Aber man fragt sich doch, ob, wir englische Post über unser Gebiet befördern sollen, wenn wir selbst derartig be⸗ handelt werden. N

Was wird aus den versenkten Schiffen?

Noch niemals gingen so viel Schiffe und solch ungeheure Werte mit ihnen verloren, wie jetzt im Zeichen des Unterseebootes, dem Schrecken der Meere. Was mag nun aus all den Wracks dort in der Tiefe werden? Kommen sie je wieder ans 9 licht? Erliegen sie drunten einer allmählichen Zerstörung oder bleiben sie jahrtausendelang, wo nicht für alle Zeiten erhalten? Das sind Gedanken, die in unseren Tagen wohl jedem einmal auftauchen, Fragen, die nicht nur zu ernstem Sinnen anre sondern mehr noch die Phantasie beschäftigen. Doch auch der

praktischen Wirklichkeit läßt das Schicksal der gesunkenen Schiffs⸗

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bolosse keine Ruhe. Ist sie es doch, die nach dem Kriege mit ihren hochentwickelten technischen Mitteln alles aufbieten wird, um 1 retten, was zu retten ist. Mancher, nur durch Oeff⸗ nen der Ventile versenkte oder sonst wenig beschädigte Dampfer dürfte dann wieder gehoben werden und zu neuen Fahrten auf⸗ erstehen. In anderen Fällen wird man von der wertvollen La⸗ dung heraufbringen, was sich irgend lohnt, d. h. im Einklang mit den hohen Kosten seiner Bergung steht. Freilich sind selbst dem besten Ingenieur verhältnismäßig enge Grenzen gezogen. Nur etwa 60 Meter beträgt die Tiefe, in der ein Tau⸗ cher allenfalls noch etwas leisten kann. r hinab wird dann der Druck der Wassersäule, der von 0 zu 10 Meter um etwa eine Atmosphäre wächst, zu gewaltig. 0 Lage und Beschaffenheit des Schiffes, vor allem er die des Meeresboden der es gar oft in Schlamm und Sand begräbt, vereiteln häufig alle Mühen. Die Mehrzahl der gesun⸗ kenen Fahrzeuge ist und bleibt somit verloren. Was weiter aus ihnen wird, hängt nicht zum wenigsten von dem zum Bau ver⸗ wendeten Material und von dem Zustand ab, in dem die Schiffe sich auf dem kühlen Grunde betten. Außer den Wunden, die Tor⸗ pedos, Minen oder schwere Artillerie dem Schiffsleib schlugen, kann die Art und Weise des Versinkens weitere schwere Schäden bringen. Ein leicht beladener Holzkutter wird beispielsweise lan 8 und sich dann ohne schweren Stoß aufsetzen, wa rend das zerschiff, die schwimmende Festung aus Stahl und jäh abstürzend auf hartem Fels chellt. Wohl kann der Wogenprall, der das gestrandete Wrack zerschlägt, schon in e ringer Tiefe nicht mehr wirken, doch Unterströmungen werfen es noch hin und her, und andere Kräfte arbeiten nun an der Zer⸗ störung. Vor allem ist es die chemische Einwirkung des Meer⸗ wassers, die namentlich Eisen und Kupfer angreift und den Ko⸗ loß zernagt, bis der unaufhörlich niederrieselnde Regen von Kalk- 3 abgestorbener Tiere im Verein mit anderen Sinkstoffen des Wassers ihn langsam einhüllt. Röhrenwürmer und See⸗ pocken, Algen, Schwämme und Korallen sowie unzählige Mol⸗ lusken wer es allmählich überwuchern und mit immer dickeren Kalktrusten überziehen. In anderen Fällen wieder setzt die Meeres⸗ strömung ganze Flutwellen Sandes gegen das Schiff in Bewegung, die es begraben und schließlich unter ihrer Last zerdrücken Gleich den luftdicht abgeschlossenen Erzlagerstätten kann nun auch solcher Stahlriese sich durch Jahrtausende erhalten. Einem fossilen Ein⸗ schlusse vergleichbar, ist er dann all den Kräften unterworfen, die ständig, wenn auch uns kurzlebigen Menschen meist nicht wahr⸗ nehmbar, die Erde umgestalten. Und wie wir heute oft Muschel⸗ schalen und andere versteinerte Tiere des Meeres auf Berges⸗ höhen finden, so wird vielleicht einmal in grauer Zeiten Ferne, wenn das alt gewordene Antlitz der Mutter Erde wieder neue Run⸗ zeigt Gebirge, die durch den Schrumpfungsprozeß un⸗ eres erkaltenden Planeten entsta, auch der eine oder andere unserer Schiffsriesen wieder zur Oberfläche emporgehoben werden. Wind und Regen, Luft und Sonne und die Sprengkraft des Eises tragen dann die aus Schlamm und Sand des Meeres ge⸗ wobenen Steinhüllen langsam wieder ab unddas Gebild von Menschenhand wird, zwar zerdrückt und verbogen, zerrissen und wieder zusammengekittet durch die gewaltigen geologischen Kräfte, aufs neue ans Licht der Sonne kommen. Und wie wir heute noch mit scheuem Staunen die bis 1 35 Meter langen Riesenskelette der Vorwelt bewundern oder die kleinen aus Sand und Moor wieder aufgefundenen Wikingerschiffe, die vor rund 1000 Jahren die Normannen bauten, unser Interesse wecken, so werden dann auch unsere Schiffsriesen als machtvolle Zeugen der Vergangenheit in ihrer Sprache von einer längst verschollenen großen Zeit be⸗ richten, die freilich schlimmere Kämpfe brachte, als die jener vorweltlichen Ungeheuer.. VVergner.

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* Die neueste Note Amerikas.

Berlin, 11. Juni.(WTB. Nichtamtlich,) Die Abend⸗ blätter melden, daß die Antwortnote Wilsons in der Lusitania⸗Frage heute mittag gegen ein Uhr vom Hotschafter Gerard dem Auswärtigen Amt überreicht worden sei.

Berlin, 12. Juni. Die Note der amerikanischen Regierung, die der Botschafter Gerurd gestern mittag im Auswärtigen Amt

überreichte, liegt, wie dasBerliner Tageblatt schreibt, den ver⸗ schiedenen Stellen vor, die an der Prüfung und Entscheidung teil⸗ zunehmen haben. Das genannte Blatt glaubt Grund zu der An⸗ nahme zu haben, daß gewisse, in der feindlichen Auslands presse verbreitete Nachrichten falsch sind und daß die Note keines wegs, wie dort behauptet werde, den Sinn oder Ton eines Ulti⸗ matums habe, das eine Verständigung aus schlösse.

DieVossische Zeitung äußert: Von der Schärfe, die die Note nach Auslandstelegrammen enthalten sollte, oder gar von einer Androhung des Abbruches der diplomatischen Beziehungen, ist erfreulicherweise nichts in dem Schriftstück enthalten. Im Gegenteil ermangelt der Text nicht einer gewissen Wärme und Anerkennung für die auf deutscher Seite zu findende Rechtlichkeit. Die Note beginne mit der freundschaftlichen Anerkennung des Rechtsstandpunktes, den Deutschland nicht nur bei Erledigung des FallesGulflight, sondern auch bei der des Cusing eingenommen habe. In der Hauptsache erklärt sich hier die amerikanische Regierung für befriedigt. Inbezug auf die Torpe⸗ dierung derFalaba erhebt die amerikanische Regierung eine Reihe nicht erheblicher Bedenken. Zur Torpedierung derLusi⸗ tania übergehend, erörtert die Note zunächst die Tatfrage und behauptet, es sei nicht wesentlich(), ob die amerikanischen oder deutschen Behauptungen zuträfen.

Das Programm der griechischen Regierung.

Athen, 11. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Meldung der Agence d'Athenes. Die Zeitungen veröffentlichen das Pro⸗ gramm der Regierung, die erklärt, daß die Grundlage dieses Programmes die Erfüllung der nationalen Mission des freien Königreiches sei, die mit der Behauptung des bisher durch die Kämpfe der Nation gewonnenen Gebietes fest verknüpft sei. Nach Auffassung der Regierung könne die Nation nur auf diese Weise zur Erfüllung ihrer historischen Mission gelangen. Obwohl die Regierung die Notwendigkeit anerkenne, den zur inneren Wieder⸗ aufrichtung des Landes notwendigen Frieden zu erhalten, sei sie lich doch der nationalen Pflicht voll bewußt, die ihr auferlegt sei. Sie sei daher selbst während der gegenwärtigen internationalen Krise für jede Aktion, welche durch den Gang der Ereignisse als geeignet erscheinen könnte, die nationalen Rechte und die Verwirklichung der nationalen Bestrebungen zu gewährleisten. Indessen erkennt die Regierung, unab⸗ hängig von der gegenwärtigen internationalen Krise und aus den⸗ selben Gesichtspunkten heraus die unbedingte Notwendigkeit an, die Streitkräfte zu Wasser und zu Lande in ihrer Stärke zu erhalten und zu entwickeln, um die e⸗ grität zu gewährleisten und die nationalen Rechte des Landes zu wahren. Das Programm sieht auch eine Wahlreform durch das proportionelle Wahlsystem vor und befürwortet die Reform der Staatsorganisation, eine Verbesserung der Finanzen, Vermehrung des nationalen Reichtums auch für Arbeiter, die Lösung der Agrar⸗ probleme und die Frage der getrockneten Trauben.

Bulgariens Politik. Konstantinopel, 11. Juni.(WTB. Nichtamtlich.) Der seit einigen Tagen hier weilende bulgarische De⸗ putierte Kaltscheff erklärte einem Vertreter desTa⸗ nin: Die seit 10 Monaten von dem Kabinett Radoslawow eingeschlagene traditionelle Politik der Freundschaft mit der Türkei wird heute von den drei den liberalen Bloch bildenden. befolgt und allgemein gebilligt, weil sie die seit dem serbisch-bulgarischen Kriege 1885 befolgte natio⸗ nale Politik ist, deren Verlassen infolge au i Einflüsse der Entente mit Serbien und Griechenland die Folge gehabt hat, die die Ursache alles Unglücks geworden ist. Diese nationale Politik legt das Gebot der Neutrali⸗ tät auf, die wir auch in Zukunft be werden, denn nur so werden unsere nationalen Wünsche erfüllt werden. Kaltscheff sprach sodann von der Notwendigkeit, die türkisch⸗ bulgarischen Beziehungen durch ein Einvernehmen über alle Fragen enger zu knüpfen, derart, daß, wenn einmal den Friede geschlossen wird, niemand dieses Einvernehmen stören kann. Er seiner Wertschätzung für die fruchtbare und großzügige Tätigkeit der jungen Türkei Ausdruck und sagte, er gewinne immer mehr die Ueberzeugung, daß die Türkei und Bulgarien sich in dem künftigen eurppäischen Konzert als Großmächte vernehmbar werden machen können. Kaltscheff, der seit 28 Jahren für eine türkisch⸗bulgarische Entente arbeitet, findet den gegenwärtigen Augenblick als sehr günstig, um das br e was bisher infolge der Intrigen des Dreiverbandes unmöglich war. Die Antwort, die Ministerpräsident Radoslawow auf die 9 des 1 185 erteilte, sagte Kaltscheff, billige ganze

and. 0 Aus Holland. Haag, 11. Juni.(WB. Nichtamtlich.) Heute wurden in der Kammer zwei Vorlagen eingebracht. Die erste dient zur Erhöhung des laufenden Budgets um drei Mil⸗ lionen Gulden, die zweite zur Erhöhung des indischen Bud⸗ gets um dieselbe Summe. Das Geld soll als erste Rate für den Bau von zwei Kreuzern und vier Untersee⸗ booten zur Verteidigung Indiens verwendet wer⸗ den. Die Unterseeboote werden vom Typ der jetzt im Bau befindlichen K. 2 und K. 3 sein. Die Kreuzer werden un⸗ gefähr je 6000 Tonnen umfassen, eine Geschwindigkeit von 30 Meilen und als Hauptbewaffnung zehn 15⸗Ztm. Geschütze haben. Haag, 11. Juni.(WTB. Nichtamtlich) Der Ministerpräsi⸗ dent erklärte gestern in der Kammersitzung: Es gibt Leute, die auf den Krieg hintreiben. Es gibt Leute in unserem Lande, die tagaus tagein darauf aus sind, eine künstliche Kriegs stimmung ins Leben zu rufen. Dieses Spiel wäre sehr hr⸗ lich, wenn unser Volk einen entzündbareren Charakter hätte, als es ihn glücklicherweise befitzt. Ich bin Überzeugt, daß der ge⸗ funde Menschenverstand unserem Volke den Weg zeigen wird. Die Verantwortung für jene Sachen fällt diesen Leuten zu. Aber das Volk geht seinen Weg selbst und wird sich nicht in den Krieg treiben lassen. Die Niederlande sind zum Kriege bereit, wollen aber den Frieden. Ich bin sicher, daß unsere Neutralität fest⸗ steht durch den Willen unseres Volles. 1 a 3

Neuwahlen in England?

Berlrn, II. Jin(WT BB. Nichtamtlich) DerLökal-Aft-

zerger meldet aus Kopenhagen: Das liberale BlattBritisy

Weekly schreibt, die englesche Regrerung werde wahr⸗

scheinlich schon in nächster Zeit Neuwahlen i um zu erfahren, ob sie noch das Vertrauen des Volkes besitze. ö

Die Spionenjagd in Italien.

Berlin, 12. Juni. Die Verhaftung von an⸗

geblichen Spionen dauert in Italien fort, ebenso

die Fremdenjagd.

Besserung im Befinden des Königs der Hellenen.

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8 Uhr 20 Min. ausgegebene Bericht über den Zustand

des Königs besagt: Temperatur 37, Puls 108, Atmung 18.

Athen, 10. Juni.(888 Nichtamtlich.) Der abends f

0 Zusammenhang 5 n klärte, daß er im Bewußtsein der Notwendigkeit, Krieg einen vollkommenen Sieg zu Ende zu fi und nicht von Opfern und der Länge des Krieges sich abschreck lassen, glaube, daß die von ihrem lissimus geführte

dürfnissen des Krieges in

russ

Der Dumapräsident Rodztanko hielt eine lange Rede auf dem Kongreß, in der er die Notwendigkeit des

arbeitens aller nutzbringenden Kräfte des Landes betonte, von den die Industrie eine der bedeutendsten für das patriotische Werk der nationalen Verteidigung sei. Nachdem Rodzitanko auf das Schwin⸗ den des Parteigeistes unter den Mitgliedern der Duma hingewiesen

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ändische Gesinnung der Industriellen und Kaufleute und forderte zunehmen:Alles für das Heer, alles für den Sieg über den Feind! Alle unsere Anstrengungen müssen sich auf die Befrei⸗ ung Rußlends von jeglicher Bedrohung richten.

Aus Hessen. In der Zweiten Kammer hat Abg. Dorsch(Wöl heim) hat folgenden Antrag eingebracht:

Die Kammer wolle beschließen;. N Großh. Regierung zu ersuchen, alsbald ein Gesetz in Vorlage zu bringen, das die Anwendung fremdsprachiger Ge⸗ schäftsbezeichnungen und Haus inschriften nur in ausreichend begründeten Fällen zuläßt.

Aus Stadt und Cand. Gießen, 12. Juni 1915.

* Die Kaiser-Wilhelm⸗Spende deutscher Frauen hat für Gießen den schönen Betrag von 5502.60 Mk. ergeben, der bereits der Zentralstelle zuge⸗ führt werden konnte. Der Ortsausschuß bittet uns, allen, die zum Gelingen der Aufgabe beitrugen, seinen Dank zu vermitteln. * Unsere Volksernährung im Kriege. Am Don⸗ nerstag fand der erste akademische Kriegsvortrag im großen Hörsal der Universität statt. Herr Prof. Dr. Kleberger sprach über dieFührung unserer Volksernährung in der Kriegszeit. Mit wenigen scharfen Strichen zeichnete der Referent zunächst ein Bild von der Gestaltung der Volks- und Heeresern in der

n Hand

hrern der verschiedenen besonders von Friedrich dem Großen und Napoleon I.,

auf die inneren Kämpfe um die allgemeine in Eng⸗ land verstand der Redner den zwingenden Beweis zu führen, wie das stark bevölkerte, in der Urprodukrion, Landwirtschaft, Forst⸗ pant 3 1 25 15 7 10 5 Be⸗ andlung seiner wir ichen Tätigkeit viel weniger

darch den Krieg betroffen, als ein Land, deren

lichster Erwerbszweig der Handel 55 wie England, oder ein das infolge Mißwirtschaft seine ilf

könne, wie z. B. . Zahlen erklärte dann der Referent den eutschen Volkswirtschaft mit der gesamten läuterte, wie sich unter diesen Enn rischen Störungen die Gestaltung der Heeres in den zehn Kriegsmonaten vollzogen

2

und Volksernährung An Hand di

Darle⸗

wendige Vorgusseung für die Sicherung unserer Volksernährung ist die Erhaltung einer leistungsfähigen und anpas⸗ sungs fähigen Landwirtschaft. 2. von der Landwirt⸗ schaft muß verlangt werden, daß sie 115 soweit irgend möglich den Bedürfnissen der Bevölkerung anpaßt und zwar hinsichtlich des möglichst ausgedehnten Brotfruchtbaues, besonders Weizenbaues, des Oelsamenbaues und des Gespinnstpflanzenbaues. Die Möglich⸗ keit einer solchen Anpassung der deutschen Landwirts Bedürfnisse der Bevölkerung hält der Referent flir sehr 8 9 115 unter dem Einfluß einer fördernden und

erwaltung.

Damit ist aber die Sicherheit der Volksernährung noch kei wegs gewährleistet. Als dringend notwendig erklärt der Referent die sofortige Uebernahme und Verteilung aller Brotfrüchte neuer Ernte durch staatliche Organe oder be⸗ Körperschaften, wie sie auch im preußischen Abgeord⸗ netenhause gewünscht worden sei. Weiter hält der Referent die

zwecke unter allen Um Beginn der E

ich rnte sichtlich der Rindviehhaltun versorgung, würde eine bey

als äußerst bedenklich angesehen. Mit einem Hinwei jetzt guten Erfolge der Bemühungen auf dem

iel errei und mit 8 der Se Ernte

war, ein schweres unserer Gegend 11 e

Die Be n des Zustandes schreitet fort. Der König schlief gut und fühlt sich wohl.

tte, richtete er einen heißen, flammenden Appell an die vater⸗ *

sie auf, als Wahlspruch der gegenwärtigen Stunde das Wort an⸗

knsdende seim werde, diese due Ueee

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ellen nicht voll N Rußland. An 55 ener Reibe ae 2

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üssen und der N 5 Ries- 5

dieser kam er zu folgenden Schlüssen: 1. die unbedingt not⸗

schaft an die

unbedingte Freigabe der Kartoffeln auch für Futter⸗ notwendig. Bei geringer Ernte

Referent seinen mit großer S e eee aufgenommenen Vortrag. 5 8 5 1 9 » Den heißersehnten Regen gestern 1 8 7 nachdem er uns in den letzten Ta stets wieder im letzten Augenblick an der Nase vorbeigeg 0