Ausgabe 
(8.6.1915) 132. Zweites Blatt
Seite
49
 
Einzelbild herunterladen

5

bbs. Zahn

PCCCCWCWWCCCCVCCCGGWCGGGGCGWGGGWGWGGGTGGVWVTGVVTTUFTFUTPFPPTUTUTUTUFUVTVTVTVTT(TTTVVWWWWWWGWGGc

dienstag, 8. Juni 1015

2 0 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. DieGleßener Famlillenblätter werden dem R. Lange, Gießen. r N e beigelegt das Schristleitung, Geschäftsstelle u. Druckerei: Schul- Kreisblatt für den Arels Gießen zweimal

wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit-

fragen erscheinen monatlich zweimal. General⸗Anzeiger für Gberhessen ee e eee g

Ariegsbriefe aus dem Westen.

(unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten)

Der französisch-englische Offensivvorstoß bei Arras.

Großes Hauptquartier, 4. Juni. Auf dem Gelände, welches sie von ihrer reichsten Provinz, dem Norden trennt, sollte den Franzosen mit englischer Hilfe die große Offensive glücken, nachdem sie anderwärts zusammengebrochen war. Hier, wo das Gelände für sie verhältnismäßig günstig war, hatten sie die Hoffnung, sich bei einem Durchbruche in den Wiederbesitz derjenigen Gebiete zu setzen, deren Verlust sie am meisten schmerzt. Von langer Hand hatten sie daher hier große massiert und namentlich viel Artillerie vereinigt. Schon am 22. April wurden bei Langemarck Gefangene gemacht, die zu einer zur Mitwirkung bei der Offensive im Abschnitte von Arras bestimmten, aus Zuaven und Turkos gemischten Division gehörten.

Nachdem die Vorbereitungen mit einer Umsicht und Groß⸗ artigkeit getroffen worden waren, wie bei keinem früheren Durch⸗ 9 versuche, der Feind am 9. Mai auf der ganzen 24 Kilometer langen Front zwischen Estaires und Arras den Angriff durch ein fürchterliches stundenlanges Trommelfeuer ein⸗ zuleiten. Seine Ho fnung auf Erfolg ging aber nicht in Erfüllung. Ansere Infanterie hielt stand, und als um 11 Uhr morgens die * liche Infanterie zum Sturme vorbrach, gelang es ihr nur,

sich eines gänzlich zerschossenen Grabenstücles bei la Tarzette, süd⸗ d

ich Carench zu bemächtigen. Hier kam der Feind in einer Breite don drei Kilometern in unsere vordere Stellung; seinem weiteren Vordringen wurde durch unsere Reserve alsbald Halt geboten.

Im übrigen verdichtete sich der Angriff auf der langen Front an zwei Stellen: im Norden, wo die Engländer mit ihren farbigen Hilfsvölkern standen, in der Gegend von La BasséeNeuve⸗ . 5 Süden, wo die Franzosen mit ihren gelben und 14 ffengenossen fochten, im Gebiete von Lié vin Angres Notre Dame de Lorette AblainCarench.

Die Franzosen hatten eine größere Zahl Korps angesetzt, die teils sofort, teils im weiteren Verlaufe des Kampfes eingriffen. Sie mußten allerdings auch die Nachteile des Massenangriffes in vollem Maße erfahren, denn sie boten unserer Artillerie Ziele, welche sie vernichtend wirken konnte. Infolge dessen flaute französische Elan sehr schnell ab, besonders als er sich an dem

rte Neuville brach, wo um Haus für Haus zäh gerungen wurde. Inzwischen hatte unsere Heeresleitung mit überraschender Schnel⸗ igkeit Reserven in entsprechender Stärke herangezogen. Ein Blick ter die deutsche Front hätte die Franzosen schon am ersten Tage überzeugen müssen, daß ihre Hoffnungen, durchzubrechen, vergeblich waren. In der Tat spielen sich nun, nachdem ihr An⸗ lauf zum Stehen gekommen ist, die Kämpfe an diesem Teile der ö ebenso wie anderwärts in kurzem Hin und Her ab. Die Franzosen haben ihre Vorbereitungen zu weit getrieben und zu große 8 auf ihren Durchbruch gesetzt, als daß sie jetzt 2

ehe sie die letzte Aussicht auf einen Erfolg ver⸗

Gleichzeitig mit den Franzosen hatten die Engländer am

9. Mai nördlich bei Richebourg und la Quinque Rue angegriffen,

zwar mit großer Kraft. Sie hatten etwa eine Divisson ein⸗

und in drei Linien vor. Die erste wurde so blutig

1 die zweite nicht vorgebracht werden konnte.

Darauf wurde ein Eliteregiment, die schottischen Blackwatch, zum

Sturm vorgeschickt. Es wurde völlig vernichtet. Ein paar Ge⸗

fangene waren die letzten Ueberlebenden. Zwei von ihnen waren

dis an unsere Schützengräben gekommen, hatten sich dort vor der

Brustwehr niedergeworfen und mußten da, nachdem sie unsere

Leute um Schonung gebeten hatten, im Feuer ihrer eigenen Lands⸗

lleute von s 5 Uhr bis zum nächsten Morgen um 6 Uhr ausharren, ehe man sie abführen konnte.

Die Franzosen begannen dann, als sie ihren großen Durch⸗ bruch geschei sahen, an einzelnen Stellen unserer Front zu 1 cy und Ablain waren für uns, nachdem ihr linker l isoliert war, nicht mehr zu halten. Auch einige andere lungen, die uns große Verluste gekostet hätten, wurden schritt⸗ ise gertumt. Aber zu einer kräftigen Einheitlichkeit konnten die ihren Angriff nicht mehr zusammenraffen. Die An⸗ 3 acht große zu zählen sind, zersplitterten sich in Teilc n, von denen nicht weniger als 46 seit dem 9. Mai bis jetzt stattgefunden haben. Der Feind ging stets bei Tage und mach 5 artilleristischer Vorbereitung vor. Nur einmal, am 12. Mai, versuchte er es auf der Front von St. Eloi bis Vincy mit einer Ueberraschung ohne Artillerievorbereitung, scheiterte aber mit dem Unterfangen so kläglich, daß er es nicht wiederholen dütfte. f Pfingstsonntag kamen wir ihm durch einen glücklichen Vorstoß an der Straße Lille Arras zuvor, so daß sich sein dort vorbe⸗ reiteter Angriff gar nicht entwickeln konnte.. . Die Kapelle von St. Lorette, oder vielmehr der unkenntliche Steinhaufen, der ihre Stelle bezeichnet, haben die Franzosen ge⸗ wommen, jedoch haben wir eine starke Riegelstellung über die Höhe gelegt. i

In Neuville. das zum Teil von uns, zum Teil vom Feinde 1 ist, wird um jedes Haus gekämpft. Nachdem es dieser Tage

nehmen, wurden sie schon eine halbe Stunde später wieder hinaus- 1 Gänzlich vergeblich waren ihre Bemühungen, gegen

ösischen Angriff die Totenmassen derart in den Gräben, daß dort micht mehr gelang, die Truppen zum Vorgehen zu be⸗ gen. 0 Eine große Tätigkeit hatten die feindlichen Flieger entfaltet, bis Suns gelang, durch unsere Flugzeuge 2 von ihnen schmell hinunter einander herunterzuholen, worauf die übrigen sich in achtungs⸗ voller Entfernung zu halten begannen.

Das Ergebnis der bisherigen heißen Kümpfe an diesem Front- abschnitte kennzeichnet sich folgendermaßen: Der Durchbruch, auf den es den 8 ankam, ist ihnen nicht gelungen. General Joffre hatte eine Anordnung erlassen, in der er als das Ziel dieser großen Offensive einen völligen Durchstoß in Aussicht stellte. Dies⸗ mal handelte es sich nicht darum, nur einen Schützengraben weg⸗ Funehmen, Diesmal müsse man bis in das Leere itber die deut⸗ schen Stellungen hinwegkommen und damit dem Schütgengraben⸗ Trieg ein für alle Mal ein Ende machen. 1 Statt dessen haben die Franzosen auf einer Frontbreite von 4 Kilometern etwa 800 Meter bei Maison Blanche, 1300 Meter bei Neuville und 1700 Meter bei Carency gewonnen, und diesen Gewinn, der im wesentlichen in einer Begradigung unserer Linie um schwer zu haltende Teile besteht, mit gewaltigen Verlusten be⸗ zahlt. Die Engländer sind überhaubt nicht vorgekommen. Außer- dem haben die Franzosen in dem ausspringenden Winkel ihrer Front bei Ablain einen Kessel, in dem sie täglich neue Verluste aufhäufen. Auch an der Arrusfront ist ihre Offensiwe gescheitert, hoff⸗ slos vor Leichenhaufen zum Stillstand gekommen, Und ihre ffrnung auf einen Turchbruch ist aussichtsloser denn jemals.

W. Scheuermann, Kriegsberichterstatler.

Vom Roten Ureuz in Gießen. Gießen, 7. Juni.

Ueber die Tätigkeit des Roten Kreuzes ist schon wieder holt berichtet worden, es dürfte aber alle Spender interessieren, über den Weitergang der Arbeit und die Verwen dung der Mittel Auskunft zu erhalten.

Die im Winter eingeschränkte Tätigteit unserer Heere, nament⸗ lich auf dem westlichen Kriegsschauplaßz, bedingte einen vermin derten Zustrom von Verwundeten in den hiesigen Lazaretten, auch die Zahl der in Zügen durchlommenden Verwundeten war herabgesetzt. Bis zum Weihnachtsfest mußte trotzdem die Ver band⸗ und Erfrischungsstation(V. E St.) in vollem Umfang aufrecht e ten werden. e Verabreichu e gaben und Erfrischungen an durchlommende Verwunde Truppen erfuhr schon mit Rücksicht auf die notwendige Besch kung des Mehlverbrauchs eine erheblie Verminderung. Ei zung erlitt der Vetrieb auf der V. E St. durch die kurz vor Weihnachten von der Eisenbahndirektion in Frankfurt aus Ver⸗ kehrsrücksichten geforderte Räumung des bis dahin als Verband⸗ stelle benutzten Wartesaals 3. und 4. Klasse. Da die dort aufge⸗ stellten Lagerstätten aus Platzmangel in dem Mannschaftsunter⸗ kunftsraum und in der Küche, die zu Veginnde brieges als Barackenbauten errichtet wurden, untergebracht m. ergab sich die Notwendigkeit einer vorläufiger Einstellung de ganzen Betriebes der V. E. St. von selbst. Es blieb am Bahnhof nur die von Mannschaften der Sanitätskolonne besetzte Wache bestehen, der von da ab auch die Verabreichung von Er⸗ frischungen an durchkommende Verwundete übertragen wurde.

Der von der Eisenbahnverwaltung als Exsatz angebotene Speife⸗ saal des Wartesaals 1. und 2. Klasse mußte von der L itung de Roten Kreuzes aus hygienischen Gründen abgelehnt werden. Na längeren Verhandlungen wurde ein Teil des Speiseraums der Kriegsküche 1 als Uebernachtungs⸗ und Verwundcten⸗Unterkunfts⸗ raum eingerichtet und mit dem früher im Wartesaal 3 und 4. Klasse aufgestellten Inventar ausgestattet. Nachdem die Bahn⸗ verwaltung das der Sanitätswache zu Beginn des Krieges im Bahnhofsgebäude zugewiesene Zimmer aus Verkehrsrücksichten wie⸗ der entzogen hatte, wurde die Wache in der frei gewordenen Ba⸗ racke untergebracht. Der Küchen betrieb wurde ebenfalls wie⸗ der aufgenommen und eine Köchin dafür angestellt..

Die geringere Verwundetenzahl bedingte keine Herabminde⸗ rung der Tatigkeit des Roten Kreuzes. Galt es doch, unsere Trup⸗ pen im Felde mit Liebesgaben, besonders mit warmer Unterkleidung, zu versehen. Dieser Aufgabe unterzogen sich vor allem die Damen mit großer Hingabe und Sachkenntnis. Um dabei auch notleidenden Frauen von im Felde stehenden Sol- daten einen Verdienst zuzuwenden, wurde mit dem Herrn Ober⸗ bürgermeister eine Vereinbarung getroffen, daß das Rote Kreuz die zu verarbeitenden Stoffe ankaufte und zuschneiden ließ, wäy⸗ rend die Frauen die Näharbeit gegen Bezahlung besorgten. Die Bezahlung erfolgte aus Mitteln, die dem Oberbürgermeister für Kriegshilfe zur ee e Die Leitung des Roten Kreuzes vertrat von vornherein Standpunkt, daß sie auch ihrerseits dazu beitragen müsse, das Erwerbsleben in unserer Stadt aufrecht 1 erhalten, und wendete deshalb alle Aufträge zur Lieferung von

olle, Stoffen und dergl. hiesigen Geschäftsleuten zu, wenn dabei auch mitunter höhere Preise gezahlt werden mußten, als es bei direktem Bezug aus Fabriken der Fall gewesen wäre. Das Stricken von Strümpfen wurde an solche Frauen vergeben, die infolge ihrer häuslichen Verhältnisse nicht in der Lage waren, einem anderen Erwerb nachzugehen.

Da auf diese Weise nur einer beschränkten Anzahl von Frauen eine Erwerbsmöglichkeit gegeben werden konnte, begann man in der Weihnachtszeit mit der Anfertigung von Heeres⸗ bedürfnissen für die Militärverwaltung. Zunächst wurde im Auftrag der Intendantur des 18. Armeekorps eine größere An- zahl von Stroysäcken hergestellt. In Verbindung mit dieser Behörde erfolgten dann größere Aufträge, mit denen nunmehr 150 bis 200 Arbeiterinnen beschäftigt werden konnten. Entsprechend der mit der Stadtverwaltung zu Kriegsbeginn getroffenen Verein-

barung über die Abgrenzung der Tätigkeitsgebiete wurde die

Leitung dieses Unternehmens später von der Stadt übernommen, jedoch unter dauernder Mithilfe von Damen des Roten Kreuzes.

Die* für unsere** 15 5 5 tungen, um sie geistig anzuregen und ihren Sinn dem ürgerlichen Leben wieder zuzuwenden. Zu diesem Zweck wurden unter tütiger Mitwirkung von Herren der Universstät Unterrichtskurse eingerichtet, die sich eines guten Besuchs erfreuten. Die ersten Kurse fanden kurz vor Pfingsten ihren Abschluß, weitere Kurse sind im Gang.

Ein neues Arbeitsgebiet bildete die Vermißtener⸗ mittelung und Gefangenenfürsorge, nachdem diese Tätigkeit vom Roten Kreuz im Großherzogtum im Anschluß an die Zentrale in Frankfurt übernommen worden war. Schon vorher wurden an zahlreiche deutsche Kriegsgefangene Liebesgaben abge⸗ schickt, die nach den eingelangten Briefen nicht nur einem vor⸗ handenen Mangel steuerten, sondern auch als Gruß aus der Heimat besondere Freude erregten. Die Tätigkeit des Roten Kreuzes in den Lazaretten und die Arbeitsleistung der Sanitätskolonnen bleibt einer späteren Darstellung vorbehalten. 8

Die Zusammenstellung der in das Feld geschickten Liebesgaben ergibt racht stattliche Zahlen. Es wurden ver⸗ sendet: 3180 Hemden, 1886 Unterhosen, 586 Unterjacken, 3959 Paar Strümpfe, 1351 Taschentücher, 1231 Paar wollene Hand⸗ schuhe, 822 Paar Pulswärmer, 922 Leibbinden, 224 Kniewärmer 174 Brustwärmer, 445 Aermelwesten. und wollene Wämse, 479 Kopfschützer, 1173 Halstücher, 2068 Handtücher, 906 Fußlappen, 500. Waschlappen, 140 Hosenträger, 87 pelzgefütterte Müffe, 1839 wollene Teppiche, 160 wasserdichte Regenumhünge. Ferner an Nahrungs- und Genußmitteln: 21650 Zigarren, 1200 Ziga⸗ retten, 200 Pfund Schokolade, 220 Pfund Rauchtabak, 2830 Pfund Wurst, Speck und Schinken, 300 Pfund Seife, 300 Pfund Lcchte, 200 Pfund Zucker, 200 Pfund Weihnachtsgebäck, 200 Pfund Leder- fett, 500 Liter Rum, Arrak und dergl. Außerdem wurden noch eine große Menge anderer Gegenstände abgeschickt, deren Einzel⸗ aufführung zu weit führen würde.

Neben diesen Gaben fürs Feld wurden Weh die hiesigen Laza⸗ rette und ihre Insassen nicht vergessen. Besonders die Vereins- lazarette wurden mit Betten, Matratzen, Bettwerk, Bett- und Leibwäsche, Krankenanzügen, Verbandmaterial und dergleichen ver⸗ sehen. An Bekleidungsstücken wurden an hiesige Verwundete ab⸗ gegeben: 1006 Hemden, 366 Unterbosen, 152 Unterjacken. 1403 Paar Strümpfe, 144 Paar wollene Handschuhe, 168 Pulswürmer, 233 Leibbinden, 634 Taschentücher, 400 Armschlingen und drei⸗ eckige Tücher, 364 Halstücher und sonstige Gebrauchsgegenstände. An Naturalien wurden abgegeben: 15000 Eier, 257 Pfund But⸗ ter, 200, Säcke Kartoffeln, 207 Körbe Gemüse, 216 Körbe Sbst, 600 Flaschen Wein, 10000 Flaschen Mineralwasser, 130 Flaschen Fruchtsaft, 305 Pfund Zucker, 203 Tafeln Schokolade, 186 Töpfe Gelee, 136 Pfund Reis, 20 000 Zigarren. Mindestens die gleiche Zahl von Zigarren wurde auf dem Bahnhof an durchkommende Verwundete verabfolgt. Es können auch hier nur die größeren Zahlen angeführt werden. Zu Weihnachten erhielten die hiesigen Lazarette eine Bargeldzuwendung von 2000 Mk. und außerdem Weihnachtsgebäck, Lebkuchen und kleine Geschenkgegenstände in größerer Anzahl.

Diese Leistungen erforderten große Geldmittel. Bis zum 31. Mai betrugen die Ausgaben rund 57000 Mk. Davon ent fallen auf die Einrichtung und den Betrieb der V. E. St. 22000 Mark, auf die Versorgung der Lazarette und der Truppen im

straße 7. Geschäftsstelle u. Verlag: S251, Schrift- j

1 5 g de rund 30000 Mk. Der Rest vor t. verteilt sich auf erschiedene Konten. Es darf wohl gesagt den, daß von An⸗ ing an mit größter Sparsamleit u dung aller nicht unbedingt nötigen Ausgaben gewirts⸗ Nachdem aber durch den Treubruch Italiens eine 1g d 3 in A cht steht, dürfen die in der n rückge

Soldaten im Feld in ihrer Hingal ss halten z u m sbaltung sich erheb⸗ rten, daß der oßg

wenig wie unsere 0 Ebenso wie unsere Heere müssen wir dure glücklichen Ende. Wenn auch die lich verteuert hat, darf de dote Kr.

ezeigte Opfersinn unserer gerschaft d dung weiterer zeldspenden sich abermals bewährt. Alle Mittel, die aus Gießen zufließen, werden ausschließlich hier verwendet.

9

4

Arts Stadt und Cand. 7 Gießen, 8. Juni 1915. 1

Auf dem Felde der Ehre gefallen. 1 (Aus Hessen und den Nachbargebieten.) 78

Landwehrm. Jean Störger, Juf.-Agt. 4), aus Darmstadt. Unteroff. Heinr. Horst, Trag. Rgt. 24, aus Darmstadt.- Musk Gg. Pieler, Res.-Inf.⸗Agt. 83, aus Birkenbach. Adolf Zwengel, Res.⸗IJnf.-⸗Mat. 87, aus Fürfurk. Max Sohl, f Res.⸗Juf.⸗Agt. 88, aus Marburg. Musk. Olio K och, Inf.-Rgt. 13

17, aus Borsdorf. Musk. Heinr. Stahl, Juf.⸗Ragt. 221, aus 5 Kröffelbach. Musk, Wilhelm Mickel, Res.-Inf.⸗Agt 223, aus 55 Ober-Mockstadt. M Herm. Preußer, Res.⸗Jnf.⸗Rit. 221. aus Düdelsheim. Ers.-Res. Valentin Mel z er, Inf. gt, aus Pfeddersheim. Musk. Johs. Otto Karl Julius Hammel, ies.-Ins.-Agt. 224, aus Liederbach. Musketier Georg Heinrich

Yhneider, Inf.-Agt. 53, aus Fischbach. *

* Eine Mahnung an die Obstzüchter und alle Besitzer von Obstbäumen. Man schreibk uns: Die Aus⸗ sichten auf eine gute diesjährige Obsternte ver rn 1 die große Trockenheit i den und durch de 0 0 mangelnden Regen dem Baum das nötige Wasser fehlt und die Verdunstung durch die Blätter im hellen Sonnenschein und bei dem trockenen Ost- und Nordwind zu stark ist. Daher lassen die Bäume, weil das Betriebswasser dazu nicht ausreicht, die so veich⸗ lich angesetzten Früchte fallen. Der Beobachter kann unter den l Apfel⸗ oder Birnbäumen den Boden mit jungen Früchten bedeckt sehn. Ein Teil mußte ja abfallen, weil es bei der Blütenfülle der Früchte zu viele waren, die der Baum einfach nicht zu ent⸗ wickeln vermochte; aber die anderen müssen jetzt erhalten werden. Das ist in diesen Kriegszeiten um so nötiger, als es ohnehin sehr wenig Zwetschen gibt, weil in die Blütezeit dieser Bäume ein un⸗ zuträglicher Regen gekommen war. Es geht darum an alle die⸗ jenigen, die es angeht, die ernste Mahnung, den Obstbäumen einen tüchtigen Wasserguß zu geben. Nicht Jauche, wie mancher denken sollte, der es zu gut mit seinen Obstbäusmen meint, sondern Wasser, höchstens nur etwas wenig Jauch zugesetzt. Mn mache einen kleinen Graben um den Baum in der Gegend der Traufe, da, wo die Aeste ringsum aufhören, und gieße da das Wasser hin. Ein Begießen in der Nähe des Stammes hat keinen Wert, da die Saugwurzeln weiter ab vom Baumstamm verlaufen. Auch den Beerensträuchern ist ein guter Wasserguß zu geben, damit sie ihre Früchte weiter gut entwickeln und ausreifen können.

Kreis Schotten.

DBobenhausen I, 7. Juni. Von hier starb den Helden tod sürs Vaterland der Gefreite Lich au im Infanterie-Regi⸗ ment 223, 2. Kompagnie. Er hinterläßt Frau und Kind. Mit dem Eisernen Kreuze wurde ausgezeichnet der Musketier Larl Geiß im Infanterie-Regiment Nr. 116(Kaiser Wilhelm). Die Hessische Tapferkeitsmedaille erhielt der Musketier Rudolf Wenzel, der im Infanterie-Regiment Nr. 168 aktiv dient.

Ober-Seibertenrod, 7. Juni. Gestern hatten sich hier im GasthausZum Vogelsberg die Führer der 4 Jugend- wehrkompagnien der Umgegend Ulrichstein-Helpershain, Boben⸗ hausen, Ruppertenrod-Ober-Ohmen, Groß-Felda) zu einer Ver⸗ sammlung eingefunden. Auch war eine Anzahl Gäste ein⸗ geladen worden. Zunächst sprach Lehrer Kilian⸗Meiches über das Thema:Unsere Feinde. Er zeigte den Anwesenden, welche tieferen Gründe unsere Feinde, im ganz besonderen England, ver⸗ anlaßt haben, Deutschland den Krieg zu erklären. Den zweiten Vortrag hielt Wachtmeister Falter ⸗Ulrichstein, der Führer der Kompagnie Helpershain, üder:Die Anlage eines Schützen grabens. Danach führte er mit seiner Schar auf der Ohmstraße Freiübungen, als Vorübungen zu den militärischen Uebungen, vor. Pfarrer Bühler ⸗Bobenbausen wandte sich in einer Ansprache an die Führer der Kompagnien, in ihren Gemeinden dahin zu wirken, daß diese den Kompagnien kleine Beiträge beisteuern. Ober⸗-Seibertenrod bewilligte sosort 30 Mk. An die Dankesworte des Herrn Bürgermeisters Rühl schloß sich ein einfaches Essen an.

O Unter-Seibertenrod, 7. Juni. Durch Unvorsichtig⸗ keit ereignete sich hier ein Unfall, der zum großen Unglück hätte werden können. Der Landwirt Johannes Stein von hier suhr den steil abfallenden Hemmberg herunter, ohne die Bremse des Wagens sester zu ziehen. Die Kühe konnten natürlich den Wagen nicht halten, sie gingen dem Fuhrmann durch. Ein auf dem Wagen sitzender Knabe rettete sich noch rechtzeitig durch Abspringen, der Vater versuchte dasselbe, blieb aber an dem Wagen hängen und wurde so sast den ganzen Berg herunter geschleift, so daß er sich erhebliche Kopfverletzungen, sowie einen Beinbruch zuzog.

Hartmannshain, 7. Juni. Erst am zweiten Pfingst⸗ feiertage hatte sich die hiefige Jugendkompagnie zu einer größeren Gefechtsübung mit anderen benachbarten Jugendwehren auf dem Hoherodskopf eingefunden. In der Nacht von Samstag auf Sonntag bezog man zur Abwechslung unter Führung von Gendarmeriewachtmeister Vogel ⸗Gedern, unweit Volkartshain Biwak. Gegen Morgen entspann sich weiter südlich mit den Jugend⸗ wehren Ober⸗Seemen unter Führung von Lehrer Keller und Gedern unter Führung von Oberförster lingelhöffer ein Gefecht, nach dessen Beendigung Gendarmerie-⸗Wachtmeister Vogel sowie die anderen Führer nähere Erläuterungen über Gesechtslage und Gefechtsgang gaben..

Atertenpfer. ef

von Bergmann& Co., Radebeul, für zarte weiße Haut und blendend schönen Teint, à Stück 50 Pig. Uberall zu haben.

Cine reizende Neuheit für unsere Kleinen bringt wiederum die Nestles Kindermehl G. m. b. H., Berlin W. 57. Während S bisher die Gestalten der bekanntesten Märchen, wie Rotkäppchen oder Sneewitfchen, waxen, die als Ausschneidebilder dargebracht wurden, isttes diesmal, den Forderungen der Stunde entsprechend, ein richtigerFeldgrauer mit verschtedenen Uniformen. Versand fostenfrei, auf Wunsch auch unter Beifügung einer Probedose des berühmten Kindermebles. 301958