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als die Zahl der doppelt— von Staat e— besteuerten Hunde. Mag sein, daß mangel⸗ 27 erzogene schlecht beaufsichtigte Hunde sich auch gelegent⸗ einmal in das Gebüsch verlaufen, die Vogelbruten stören und die Nester zertreten; der eigentliche Fe ind unserer Sing⸗ vögel ist doch die Katze. Sie geht instinktmäßig auf den Vogelfang aus und ist vor allem durch ihre körperliche Beschaffen⸗ it ganz anders für den Vogelfang organisiert als der Hund. an liebt den Gesang der anmutigen Vögel und läßt sich ihre Hilfe bei dem Kampf gegen die schädliche Insektenwelt, die unsere Sbst⸗ blüte beeinträchtigt oder gar vernichtet, jedes Jahr gern aufs Neue gefallen. So tue man auch etwas zum Schuß der durch die wil⸗ dernde Hauskatze schwer gefährdeten Singvögel! An alle Freunde der heimischen Natur, die ohne die Vogelwelt ihres schönsten Schmuckes beraubt wäre, richten wir die dringende Bitte, die wil⸗ dernde Katze scharf unter Aufsicht zu nehmen und ihre nächtlichen Streifereien durch unsere Gärten, in denen sie nichts zu tun hat, mit allen geeigneten Mitteln abzuwehren. Wer glaubt, sich im Interesse des Mäusefangs eine Katze halten zu müssen, der füttere ie ausreichend und sperre sie wenigstens des Nachts ein, damit e nicht verleitet wird, fremdes Gebiet zu betreten und anderen euten die Freude an der lieblichen und nützlichen Vogelschar zu verderben! ** Oberhessischer Kunstverein. Die Gemälde-Aus⸗ —— im Turmhaus am Brand, welche über 100 Kunstwerke, elgemälde, Aquarelle, Pastelle, Radierungen und Zeichnungen aufzuweisen hat, ist von morgen Sonntag wieder geöffnet. Be⸗ schickt haben die Ausstellung die Neue Vereinigung Münchener Künstlerinnen sowie P. Bürck, R. Höselitz, A. Split⸗ gerber, E. Bachrach, F. Halberg, W. Hely⸗ und A. Koester⸗ München und H. Koberstein⸗ Berlin. Von einheimischen Künstlern ist vertreten W. Becker-Emmerling mit einer schönen Sammlung Porträts und anderem. Die Aus⸗ stellung ist täglich mit Ausnahme Samstags von 11 bis 1 Ühr, Mittwochs auch noch nachmittags von 3 bis 5 Uhr und an Sonn- tagen ununterbrochen von 11 bis 3 Uhr geöffnet.— Silberne Hochzeit. Am Montag, den 7. Juni, be- ehen die Eheleute Ernst Höpfner und Frau, Susanne, geb. Zier, Krofdorser Straße 13, das Fest der Silbernen Hochzeit.
Kreis Büdingen. 5 F. C. Büdingen, 4. Juni. Durch planmäßiges Sammeln im Kreise Büdingen sind mehr als 215 300 Mk. an die Reichsbank. in Gold abgeliefert worden. Davon wurden allein über 7000 Mk. bei russisch-polnischen Arbeitern gesammelt.
4—
Bis zum 3. Juni 1915 sind Bäder wurden bis zum
Starkenburg und Rheinhessen.
Darmstadt, 4. Junj. Geheimer Hofrat Prosessor Dr. Th lel ist vorgestern im Alter von 85 Jahren hier gestorben. Er hat sich große Verdienste um die Förderung des Gewerbes in Hessen erworben, namentlich in seiner amtlichen Stellung, aber auch innerhalb des Landesgewerbevereins. Viele Jahre hin- durch war er Lehrer an der hiesigen Technischen Hochschule.
rb. Darmstadt, 4. Juni. Die Lampertheimer Mordtat, die vor kurzem an der Witwe Frödert in Lam⸗ pertheim durch nächtlichen Ueberfall verübt wurde, hat bereits ihre Aufklärung gefunden. Die beiden, sofort von der Staatsanwalt⸗ schaft als der Tat verdächtig steckbrieflich 8 Metzgergesellen aus Schlesien sind ermittelt worden. Der eine, Metzger Richard Drabick, wurde schon wegen 8 verfolgt und ergrif⸗ sen; er befindet sich zurzeit im Militärgefängnis zu Beuthen in Schlesien. Der andere, der 17jährige Metzger Albert Paliga, wurde in Königshütte verhaftet und hat dem sofort dorthin ge⸗ reisten Kriminalkommissar Daniel von hier bereits ein volles Geständnis über die Mordtat abgelegt. Das entsetzliche Ver⸗ brechen wird also in nicht ferner Zeit seine Sühne vor dem Ge⸗ schworenengericht finden.
Hessen⸗Nassau.
X. Hanau, 3. Juni. Wie hierher berichtet wird, haben sich in den erfolgreichen Kämpfen in Westgalizien am 10. Mai zwei Angehörige des hiesigen Thüringischen Ulanenregiments, Unterossizier HDennemuth und Ulan
auf von der dritten Eskadron, sowie der bei dieser kadron befindliche Chevauxleger Büchl der 2. Eskadron
des Chevauxleger-Regiments Nr. 8 durch besondere Tapferkeit und Unerschrockenheit ausgezeichnet. Mit vier österreichischen Ulanen attackierten sie einen russischen Schützengraben, den die Russen zu verlassen sich anschickten. Trotz heftigen Feuers ließen sie nicht von ihrem Vorhaben ab und nahmen 532 Mann gefangen und erbeuteten außerdem vier Maschinengewehre. Alle drei Kavallertsten sind mit dem Eisernen Kreuz belohnt und zu einer öster reichischen Auszeichnung eingegeben worden. letr. Frst.)
———— 2—— Börsen⸗Wochenbericht.
Frankfurt a. M., 4. Juni
Der an der Börse bestehende sogenannte freie Verkehr
— der aumtliche Wertpapierhandel ist seit Kriegsausbruch bekannt⸗
lich chlossen und bleibt es auch vorerst— ist in dieser Woche
1 in Berlin in einen neuen Abschnitt seines Bestehens eingetreten, indem auch die Großbanken, e 1—
die Mitglieder der sogenannten Ber⸗
liner Stempelvereinigung mit beitraten. Aeußerlich ram die Wiederbeteiligung der Großbanken am Börsengeschäft dadurch zum Ausdruck, daß die großen Institute durch Direktoren und die großen Bankhäuser durch ihre Firmeninhaber vertreten waren und ein wesentlich verstärktes Beamtenpersonal mitgebracht hatten. Auch viele andere Firmen und Börsenbesucher, die man seit Monaten nicht gesehen hatte, waren erschienen. Dem äußeren Bild entsprach der geschäftliche Verkehr noch nicht. Es zeigten sich überall die Schwierigkeiten, die mit jedem Uebergangsversuch verbunden sind. Daß es sich um einen Uebergang, und zwar zum regelmäßigen Börsengeschäft handelt, darüber bestand wohl nirgends ein Zweifel. Eine Erschwerung für das Geschäft bot von vornherein der Um⸗ stand, daß das Publikum infolge des Verbots der Veröffentlichung
von Börsenkursen über den Preisstand, den die Papiere im freien Verkehr in der letzten Zeit eingenommen hat⸗ ten, vollkommen im unklaren war. Infolgedessen lag
eine große Anzahl Aufträge vor, deren Kursbegrenzung dem bisherigen Stand durchaus nicht entsprach. So war es schwer, einen Mittelweg zu finden, auf dem sich Angebot und Nachfrage ausglei⸗ chen konnten. Da mußte dann der freie Verkehr aushelfen, auf dem sich das Hauptgeschäft abwickelte. Im allgemeinen war die Privat⸗ kundschaft der Banken bestrebt, Entlastungsverkäufe vorzunehmen, während zu Neuanschaffungen wenig Neigung zu bestehen schien. Die Abgeber waren demgemäß im wesentlichen auf die Kauflust der berufsmäßigen Spekulanten angewiesen und diese wandten ihre Aufmerksamkeit nach wie vor den bisher im freien Verkehr be⸗ günstigten Industriepapieren zu. Im ganzen darf gesagt werden, daß weder die Befürchtungen, noch die übertriebenen Erwartungen, die an die Wiederbeteiligung der Banken am Börsenverkehr ge⸗ knüpft wurden, zu Recht bestanden. Der Verkehr zeigte sowohl hier wie in Berlin nicht die geringste Neigung 11. Ausschreitungen. Alles wickelte sich in den seitherigen ruhigen Bahnen ab. Wie sich die Dinge allmählich weiter gestalten werden, läßt sich noch nicht voraussehen. Die Bedeutung der Wiederanteilnahme der Banken am Geschäft wird sich jedenfalls erst dann zeigen können, wenn der, Verkehr großzügige Anregungen durch eine wirklich entscheidende Wendung der Kriegs- und politischen Lage erfährt. Wenn man von den wenigen Papieren absieht, die durch besondere Umstände in den letzten Tagen noch größere Kurssteigerungen verzeichneten, so kann man doch infolge der Unsicherheit, die mit der italienischen Krise einsetzte, noch ein gewisses Zögern des Publikums feststellen. Aber die Wiedergewinnung des festen Grund⸗ tons wurde nicht verhindert. Als bemerkenswert ist hervorzuheben, daß namentlich am Markte der heimischen Auleihen sich ein ziemlich reges Geschäft zu zumeist höheren Kursen entwickelte. Vortreffliche Nachrichten von den Kriegsschauplätzen boten eine willkommene Anregung. Fremde Renten waren wenig verändert. Reges Interesse zeigte sich für die sogenannten Kriegswerte, wobei die Aktien der Rheinischen Metallwarenfabrik, der Deutschen Waffen⸗ und Munitionssabriken, der Ludwig Löwe Gesellschaft, der Köln⸗Rottweiler Pulverfabriken, der Deutschen Erdöl⸗Gesell⸗ schaft, sowie Autowerte und einzelne Aktien chenrischer Fabriken im Vordergrunde des Interesses standen. Feste Haltung zeigten auch Montan papiere. Geld bleibt andauernd flüssig. Privat⸗ diskont etwa 3¾ Prozent.
—
Märkte.
F. Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 4. Juni. Auftrieb: 78 Rinder(darunter 8 Ochsen, 10 Bullen, 60 Kühe), 89 Kälber, 2 Schafe, 70 Schweine.— Bei ruhigem Handel und gleichen Preisen wie am 31. Mai wurde der Markt bald geräumt.
Standesamtsnachrichten. 7 Gießen.
Auf gebote: Mai 31. Johann Martin Sebastian Kronen⸗ berg, Viehwärter in Gießen, mit Anna Maria Grob in Nebikon, Kanton Luzern(Schweiz). f ö
Eheschließungen: Mai 29. Wilhelm Risken, Schnei⸗ der, mit Katharine Franziska Krämer, beide in Gießen.— 27 1. Heinrich Martin Müller, Schlosser, mit Anna Amalie
ipold, beide in Gießen.— Andreas Götz, Unteroffizier, mit Marie Elise Döring, beide in Gießen.
Geborene: Mai 27. Dem Artisten Friedrich Karl Andreas Vetter ein Sohn, T Schlosser Geyrg Justus Friedrich ein Sohn, Max.— 28 Philipp Richard Sorger eine 29. Dem Taglöhner Wilhelm — Dem Rangierer Heinrich Törner eine Tochter, 30. Dem Taglöhner Karl Hartmann eine Tochter, Ling. 128 „Johannes Röhmig, Weißbinder Jahre alt, Kaiser⸗Allee 43.— Christine Plaum,
ria.—
theker und Student der Tierheilkunde, Vizefeldwebel und Offizierstellvertreter, 30 J alt, Ebelstraße 18.— Febr. 18. Ludwig Georg Max Schmidt, Ersatz⸗Reservist, 24 Jahre
Amtlicher Wetterbericht. Deffentlicher Wetterdienst, Gießen.
Der hohe Druck über Mitteleuropa hat sich heute weiter ver stärkt. Im Nord-Westen lagert ein flacher Tiesdruckausläuser, der jedoch bei seinem Zuge in östlicher Richtung unsere Wetterlage nicht erheblich beeinflussen dürste. a 5
Wetteraussichten in Hessen am Sonntag, den 6. Juni 1915: Wolkig, trocken, etwas kühler, nordwestliche Winde.
Müllersche Badeanstalt. Wasserwärme der Lahn am 5. Juni 18 R. 4
Letzte Nachrichten.
Der Zeppelinangriff auf London.
Haag, 5. Juni. Ein der behördlichen Prüfung entgangener
Brief aus London bestätigt, daß der von dem Zeppelinangriff an⸗ gerichtete Schaden sehr bedeutend ist. In den Dilbury⸗Docks siel ein großes Lagerhaus mit Jute den Flammen zum Opfer. Ein in den Indian⸗Docks liegender 6000-Tonnen⸗Dampfer ging in Flammen auf. In der Üppersham-Street brannte ein großes siebenstöckiges Warenhaus der Firma A. u. H. Green, das eine
Breite von 20 Meter einnahm, ab. In einem anderen Lagerhaus
gerieten 1200 Ballen Baumwolle in Brand, der Schuppen wurde vollständig vernichtet. Wie sehr übrigens die Geheimhaltung der Ereignisse von der Regierung streng durchgeführt wurde, geht aus dem Umstande hervor, daß am Dienstag große Teile der Londoner Docks für den Verkehr der Bevölkerung gesperrt waren.
Die Oberhäupter des Dreiverbandes depeschieren.
Haag, 5. Juni. Präsident Poincaré wurde gestern mit⸗ tag vom Kriegsminister Millerand vom Falle Przemysls verstän⸗ digt, worauf im Elysee ein Ministerrat stattgefunden haben soll. Man bemerkte, daß sodann ein lebhafter Depeschen⸗ wechsel zwischen Poincaré, dem König von England und dem Zaren stattfand. Große Besorgnis herrscht in Paris wegen der Folgen, die das 5 auf die Haltung Ru mü⸗ niens haben könnte, namentlich, wenn die Russen gezwungen würden, ganz Galizien zu räumen. Die Presse brachte bisher noch nichts über den Fall von Przemysl.
Eine neue Ministerkrise in England?
Haag, 5. Juni. Die„Hamburger Nachrichten“ melden; Nachrichten aus London bereiten auf die Möglichkeit einer weit ernsteren Mini 5 in England vor. Während nämlich die neuen unionistischen Kabinettsmitglieder Balfour, Bonar Law und Lansdowne die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht betreiben, lehnen die liberalen Mitglieder diese Reform auf das entschiedenste ab und berufen sich darauf, daß das liberale Bürger⸗ tum und die Arbeiterschaft und die Iren von der allgemeinen Wehrpflicht nichts wissen wollen. Asquith und Lloyd George 1— eher entschlossen, zurückzutreten, als Wehrpflicht zuzu⸗ timmen.
Die Stimmung in Rom.
Rom, 5. Juni. Der Fall von Przemysl und die
gesamte Lage auf dem ö st lichen Kriegsschauplatz hat hier ernüchternd gewirkt und die politischen und mili⸗ tärischen 5 Italiens empfindlich erschüttert. Der rumänische bulgarische Beistand wird immer dringen⸗ der ersehnt.— Aus gewissen Gründen sucht die italienische Regierung bei dem Volke den Glauben erwecken, daß nur ein lokalisierter Krieg gegen Oest⸗ ge⸗ führt werden solle.
Die Zustände in der russischen Armee.
Budape st. 5. Ami Bei Przemysl gene Russen sagen aus: it dem großen der russischen Armee in
81„ garn
Galizien haben die russischen Soldaten nur 3 Nopeken 95 5
an Sold erhalten. Die Herabsetzung des Soldes wurde damit gründet, daß zuviel sisches Geld in die Hände des Feindes gelangen„wenn wir gefangen genommen werden sollten Auch die Verpflegung hat sehr nachgelassen und ist unglaublich schlecht geworden. Unsere Vorräte haben wir zurücklassen müssen und der Nachschub aus Rußland vollzieht sich mit großer Langsam⸗ keit. Die Unzufriedenheit unter den Soldaten ist halb sie sich nach einem Scheinwiderstand Augenblick ergeben.
Rumänische Kriegslieferungen in Amerika bestellt.
Haag, 5. Juni.„Daily News“ berichten aus Bing⸗ hampton(Staat New York), daß die rumänische Regierung eine dringende Bestellung auf 500 000 Paar Stiefel gemach
Miller, geb. Heucher, 77 Jahre alt, Am Nahrungsberg 6. . Wesersteuße. ichn babe. Kreiling, Gasgvirt, 50 Hart all, 5 1.
Gestern abend von 6,25 uhr Erdbebenwarte ein Erdbeben beobachtet,
a. Jugenheim, 5. Juni. dessen 3 20 Minuten andauerten. Die Entfernung
1700 Kilometer vo im. Das Beben fand im 697975 f ee e eee
nördlichen Griechenland,
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